mini|hochkant|Hjalmar Siilasvuo (1943) mini|hochkant|Siilasvuo 1940 während der Schlacht von Suomussalmi mini|hochkant|Hjalmar Siilasvuos Grab Hjalmar Fridolf Siilasvuo (geb. Hjalmar Fridolf Strömberg, * 18. März 1892 in Helsinki; † 11. Januar 1947 in Liminka) war ein finnischer Offizier während des Winterkriegs und des Fortsetzungskriegs.

Leben Hjalmar Fridolf Siilasvuo entstammte der finnlandschwedischen Bevölkerungsgruppe und wurde am 18. März 1892 in Helsinki unter dem Namen Hjalmar Fridolf Strömberg als Sohn des Zeitungsreporters Frans Strömberg und Hulda Römans geboren. Er erhielt seine erste militärische Ausbildung während des Ersten Weltkriegs in Deutschland innerhalb der aus finnischen Freiwilligen aufgestellten Jägereinheiten. Siilasvuo arbeitete in der Zwischenkriegszeit als Anwalt. 1936 finnisierte er seinen Nachnamen vom schwedischen Strömberg in Siilasvuo und wurde Mitglied des Stadtrats von Oulu. Kurz nach dem Beginn des Winterkrieges 1939 wurde er als Reserveoffizier einberufen. Im Rang eines Obersten befehligte er die 9. Division der finnischen Armee bei der Schlacht von Suomussalmi und der Schlacht von Kuhmo.William Trotter: A Frozen Hell. Chapell Hill, 1991, S. 152; S. 174.

Siilasvuo operierte nach der Motti-Taktik (in etwa mit „Einkesselung“ zu übersetzen). Nach einer kurzen Vorbereitung mit Maschinengewehren, Mörsern und, falls verfügbar, auch Artillerie wurde gegen einen wenige hundert Meter langen Abschnitt einer Straße ein Angriff mit Infanterie durchgeführt. Des Weiteren konzentrierte er überfallartige Störangriffe auf Kommandoposten, Nahrungs- und Munitionslager sowie Feldküchen. Die Finnen, ausgestattet mit Wintertarnkleidung, konnten sich im unwegsamen Gelände relativ ungestört dicht an die sowjetischen Stellungen heranarbeiten. Dadurch wurde der Roten Armee die Möglichkeit genommen, mit ihren Panzerkräften und Artillerie auf den Angriff zu reagieren. Sobald die Infanterie zum Angriff übergegangen war, riegelten die Finnen mit ihrem Unterstützungsfeuer den Kampfabschnitt nach beiden Seiten ab. Sobald der Abschnitt gesichert war, wurde er befestigt und mit Unterstützung aus den umliegenden Wäldern gegen Ausbruchsversuche gehalten. Die entstandenen Taschen von in die Defensive gedrängten sowjetischen Einheiten bezeichneten die Finnen als Motti. Siilasvuo hatte bereits vorher ein System aus Eiswegen anlegen lassen. Durch dieses konnten die Finnen ihre Truppen relativ unbemerkt und schnell verlegen. Dadurch konnten die im Skilauf geübten Soldaten rasch reagieren. Ebenso nutzten sie die damit gewonnene Mobilität, um ihre Unterlegenheit an Geschützen auszugleichen. Die finnischen Artillerieeinheiten führten kurze Feuerüberfälle durch und wurden dann an andere Positionen verlegt. Dies erschwerte es der sowjetischen Artillerie, effektives Gegenfeuer zu leisten. Zudem waren die Finnen in der Lage, durch ein System aus kleinen Feldküchen und Wärmezelten ihren Soldaten wenigstens ein grundlegendes Niveau an adäquater Nahrung und Ruhe zukommen zu lassen. Insbesondere bei der Schlacht von Suomussalmi war er damit sehr erfolgreich.William Trotter: A Frozen Hell. Chapel Hill 1991, S. 150 ff.

Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 befehligte Siilasvuo das III. Korps an der Karelischen Landenge. Hier nahmen er und sein Korps am Unternehmen Silberfuchs teil mit dem Ziel, die Murmanbahn zu erreichen. Dieses Ziel konnte nicht erreicht werden. Auf Befehl des Finnischen Oberkommandos, der wiederum auf diplomatischen Druck durch die USA beruhte, ließ er den Angriff am 17. November 1941 einstellen.Ueberschär et al. (1983), S. 814–821.Mann & Jörgensen (2002), S. 81–94. Als Finnland 1944 mit der Sowjetunion Frieden schloss, kommandierte Siilasvuo die finnischen Truppen, welche die in Finnland verbliebenen deutschen Einheiten im Lapplandkrieg bekämpften. Nach dem Ende des Krieges übernahm er das Kommando der ersten finnischen Division.Siilasvuo, Hjalmar Fridolf, generals.dk, abgerufen am 29. September 2007.

Sein 1922 geborener Sohn Ensio wurde ebenfalls Offizier und General der finnischen Streitkräfte und spielte in der Nachkriegszeit eine herausragende Rolle bei zahlreichen Friedenssicherungseinsätzen der Vereinten Nationen unter Beteiligung Finnlands.

Siilasvuo wurde mit zahlreichen Orden ausgezeichnet, darunter Finnischer Orden des Freiheitskreuzes, Finnischer Orden der Weißen Rose, Mannerheim-Kreuz, Schwertorden und Verdienstorden vom Deutschen Adler.Mikko Uola: Siilasvuo, Hjalmar (1892–1947). Kansallisbiografia. Studia Biographica 4. The Finnish Literature Society 2006

Literatur Mann, Chris M. & Jörgensen, Christer (2002), Hitlers Arctic War , Hersham, UK: Ian Allan Publishing Ltd, ISBN 0711028990. Ueberschär, Gerd R. (1983): "Kriegsführung und Politik in Nordeuropa". In Boog, Horst; Förster, Jürgen; Hoffmann, Joachim; Klink, Ernst; Müller, Rolf-Dieter; Ueberschär, Gerd R. Der Angriff auf die Sowjetunion. Band IV. Militärgeschichtliches Forschungsamt. Deutsche Verlags-Anstalt. Seite 810–882. ISBN 3421060983.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Generalleutnant (Finnland) Kategorie:Person im Finnischen Bürgerkrieg Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Finnland) Kategorie:Person im Winterkrieg (Finnland) Kategorie:Träger des Mannerheim-Kreuzes Kategorie:Träger des Finnischen Ordens der Weißen Rose Kategorie:Finne Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann Kategorie:Träger des Schwertordens (Kommandeur) Kategorie:Träger des Finnischen Ordens des Freiheitskreuzes