mini|Hans Werner Lautenschlager (1980) Hans Werner Lautenschlager (* 31. Januar 1927 in Tientsin, China; † 29. Juni 2019 in Bonn, Deutschland) war ein deutscher Diplomat.
Leben Hans Werner Lautenschlager wurde als Sohn des Diplomaten Heinz Rautenschlager (1894–1944) in der chinesischen Stadt Tientsin geboren, wo sein Vater seit 1922 als Vizekonsul tätig war.Lautenschlager, Heinz (Diplomat) auf studeo-ostasiendeutsche.de, abgerufen am 7. Juli 2026
Lautenschlager war verheiratet mit Renate (geb. Rall; † 2007), mit der er zwei Kinder hatte. Er lebte zuletzt in Wachtberg-Pech bei Bonn.
Er besuchte die Deutsche Schule in Shanghai, wo er 1944 sein Abitur absolvierte. Im Anschluss folgten bis 1946 eine Banklehre und Sprachstudien in Shanghai.
Danach studierte er von 1946 bis 1950 Rechts- und Staatswissenschaften in Heidelberg, Basel und Hamburg. Die erste juristische Staatsprüfung legte er 1950, die zweite 1954 ab. Im Jahr 1952 promovierte er zum Dr. jur. und wirkte bis zu seinem Eintritt in den Auswärtigen Dienst als Anwaltsassessor.
Beruf 1955 trat Lautenschlager in den Auswärtigen Dienst ein. Er war zunächst von 1956 bis 1957 im Auswärtigen Amt in Bonn tätig und nahm in dieser Zeit an den Verhandlungen zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) teil. Von 1958 bis 1964 war er zur Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft beurlaubt und war zuletzt Kabinettschef des deutschen Mitglieds der Kommission. Zwischen 1964 und 1968 arbeitete er in der Botschaft Neu-Delhi und kam 1968 wieder zum Auswärtigen Amt nach Bonn mit den Stationen Referat Sowjetunion (1968–1969), Referatsleiter Handels- und Agrarpolitik der EWG (1969–1973), Unterabteilungsleiter für Außenwirtschafts- und europäische Integrationspolitik (1973–1975), Abteilungsleiter IV (Außenwirtschaftspolitik, Entwicklungspolitik und europäische wirtschaftliche Integration; 1975–1979).
Von 1979 bis 1984 war er beamteter Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, zwischen 1984 und 1987 Botschafter und Ständiger Vertreter der BRD bei den Vereinten Nationen in New York. In den Jahren 1987 bis 1993 war er wieder Staatssekretär im Auswärtigen Amt in Bonn und trat mit Februar 1993 in den Ruhestand. Danach war er von 1993 bis 1999 Lehrbeauftragter für Europarecht an der Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn.
Lautenschlager war seit 1988 Träger des Großen Verdienstkreuzes (1981) mit Stern (1984) und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1989 wurde er mit dem Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique ausgezeichnet. Daneben erhielt er zahlreiche weitere ausländische Auszeichnungen.
Er war Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.
Literatur Munzinger Internationales Biographisches Archiv 21/1993 vom 17. Mai 1993 (lm) Barbara Schmitt-Englert: Deutsche in China 1920-1950: Alltagsleben und Veränderungen. Gossenberg: Ostasien Verlag, 2012. ISBN 978-3-940527-50-9. S. 23, 245, 278 Staatssekretär Dr. Hans-Werner Lautenschlager: „50 Jahre Europäische Integrationspolitik – Entwicklungen und Perspektiven“. In: Uniclub-Kurier, Universitätsclub Bonn, 03-2007.
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Einzelnachweise
Kategorie:Jurist im auswärtigen Dienst Kategorie:Beamteter Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland) Kategorie:Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York City Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Großkreuz) Kategorie:Träger des portugiesischen Christusordens (Großoffizier) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann