Als Ärmelbander werden verschiedene militärische Tätigkeits- oder Tapferkeitsauszeichnungen bei deutschen Armeen seit dem Kaiserreich bezeichnet. Bei der Bundeswehr werden sie als Traditions- und Verbandsabzeichen an beiden Unterärmeln getragen.

Bei der Wehrmacht wurden die persönliche Auszeichnungen seit 1941 am linken Unterärmel getragen.Adolf Schlicht: Die deutsche Wehrmacht – Uniformen und Ausrüstung 1933-1945 Band 3: Die Luftwaffe, Motor Buch Verlag, ISBN 3-613-02001-7 Darüber hinaus gab es Ärmelstreifen, die am rechten Unterärmel getragen wurden. Sie galten als Traditions- und Verbandsabzeichen und wurden an bestimmte Truppenteile der Wehrmacht, der SA und der SS verliehen.

Bundeswehr Bei der Bundeswehr wurde mit der Einführung der Ehrennamen Ärmelbänder für die Angehörigen dieser Einheiten vergeben. Dieses wird am Dienstanzug getragen.

miniatur|Ärmelband des Wachbataillon BMVg mini|Ärmelband Stabsmusikkorps

Bei der Streitkräftebasis

Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung Stabsmusikkorps der Bundeswehr

Beim Heer

Heeresfliegertruppe Offizierschule des Heeres Panzerlehrbrigade 9 Unteroffizierschule des Heeres

miniatur|Ärmelbänder der Traditionsgeschwader der Bundeswehr

Bei der Luftwaffe

Taktisches Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ Taktisches Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ Taktisches Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ Taktisches Luftwaffengeschwader 74, (trug bis März 2005 den Traditionsnamen „Mölders“)

Geschichte Nationale Volksarmee In der Nationalen Volksarmee und anderen bewaffneten Einheiten der DDR gab es eine Reihe von Zugehörigkeits-Ärmelstreifen:

Einheit Stiftung Stiftungsgrund Aufschrift / Aussehen Charakter Wachregiment der NVA, vermutlich WR „Friedrich Engels“ 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Grenztruppen der DDR 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen

Wehrmacht Ärmelbänder miniatur|Die Ärmelbänder der Wehrmacht im Überblick

Die erste derartige Auszeichnung wurde von Adolf Hitler am 16. Oktober 1941 mit dem Ärmelband Kreta nach der Luftlandeschlacht um Kreta gestiftet. In Folge wurden bis 1945 insgesamt vier Ärmelbänder gestiftet:

Ärmelband Kreta Ärmelband Afrika am 15. Januar 1943 Ärmelband Kurland am 12. März 1945 Ärmelband Metz 1944 am 24. Oktober 1944

Ärmelbänder als Tapferkeitsauszeichnung wurden bisher nur von der Wehrmacht verliehen.

Verleihungsbestimmungen

Zunächst gab es einzelne Verleihungsbestimmungen für die drei Teilstreitkräfte, ab dem Ärmelband Afrika wurden diese aber für Luftwaffe, Heer, Marine und Waffen-SS zusammengeführt. Für die Erlangung eines der Ärmelbänder waren verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen:

Für das Ärmelband Kreta

Heer: Soldaten, die bis 27. Mai 1941 auf der Insel gelandet waren, sowie Soldaten, die am 19. Mai 1941 in See gegangen und am Seegefecht vor Kreta beteiligt waren. Marine: Alle Marineangehörigen, die bis zum 27. Mai 1941 auf dem Luft- oder Seewege Kreta erreichten, sowie die Marineangehörigen, die am 21. /22. Mai 1941 mit der ersten bzw. zweiten Transportstaffel an den Seegefechten bei Sparta und Milos teilnahmen. Außerdem konnten diejenigen Marineangehörigen berücksichtigt werden, die beim ersten Panzertransport vom Festland nach Kreta am 26. bis 27. Mai 1941 teilnahmen. Luftwaffe: Fallschirmjäger, die über Kreta abgesprungen oder luftangelandet worden waren, sowie die Besatzungen der Kampfgeschwader z. b. V. (zur besonderen Verwendung), die zum Absetzen von Fallschirmjägern oder zur Landung auf Kreta eingesetzt waren, sowie die Flugzeugbesatzungen der bis 27. Mai 1941 mit Kampfaufträgen über Kreta oder im Seegebiet um die Insel eingesetzten Aufklärungs-, Jagd-, Kampfflieger, Stuka- und Zerstörerverbände.

Für das Ärmelband Afrika

Einsatz für vier Monate auf afrikanischem Boden Verwundung bei diesem Einsatz Erkrankung an einer Tropenkrankheit auf afrikanischem Boden Nach dem Erhalt einer deutschen Tapferkeitsauszeichnung auf afrikanischem Boden

Für das Ärmelband Kurland

Teilnahme an mindestens drei Kurlandschlachten oder ununterbrochener Aufenthalt von drei Monaten im Bereich der Heeresgruppe Kurland oder Verwundung im Kurlandkessel

Für das Ärmelband Metz 1944

Ehrenvoller, mindestens siebentägiger Einsatz im Rahmen der Kampfgruppe von Siegroth Verwundung in der Schlacht um Metz

Außerdem konnte es als „Traditionsabzeichen“ von allen Offizieren, Beamten, Unteroffizieren und Mannschaftsdienstgraden der „Schule Vlf. Fhj. d. Inf. Metz“ erworben werden.

Ärmelstreifen

Die Ärmelstreifen gehen auf ähnliche Bänder des Reichsheeres zurück, bei der bestimmte Einheiten solche Ärmelstreifen trugen. Ärmelstreifen dienten der Kenntlichmachung der Zugehörigkeit zu bestimmten Truppenteilen und mussten als solche beim Verlassen einer Einheit entfernt werden. Die Streifen wurden am Waffenrock (Heer), Tuchrock (Luftwaffe), Rock (Marine) und an der Feldbluse am rechten Ärmel getragen.

+ Ärmelstreifen des Heeres Einheit Stiftung Stiftungsgrund Aufschrift / Aussehen Charakter Nachrichten-Lehrabteilung, Panzer-Lehrregiment 21. Juni 1939 Spanischer Bürgerkrieg 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Infanterieregiment 199 (ab November 1943) bzw. 19 (ab September 1944) 21. September 1939 Übernahme der Tradition des Kgl. Bayer. Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 16. Der Ärmelstreifen wurde dem Gren. Regt. 199 am 12. November 1943 verliehen in Erinnerung an das Kgl. Bayer. Res. Inf. Rgt. „List“, in dem Hitler im Ersten Weltkrieg gedient hatte. Erinnerungs-Ärmelstreifen Infanterieregiment 227 9. August 1940 Übernahme der SA-Standarte „Feldherrnhalle“ in das Heer 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Gebirgsjägerbrigade 139 13. April 1945Aufgrund der Kriegsereignisse wurde das Ärmelband aber nicht mehr an die Truppe ausgegeben. Unfalltod von Eduard Dietl am 24. Juli 1944 Erinnerungs-Ärmelstreifen Soldaten der Festung Metz, Schule VI für Fahnenjunker 24. Oktober 1944 Kampf um Metz 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Kavallerieregiment 5 29. Dezember 1944 95. Geburtstag des Feldmarschalls August von Mackensen 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Propagandatruppe 16. August 1938 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Division Großdeutschland 20. Juni 1939 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Feldgendarmerie 1939 Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Stammpersonal der Heeresunteroffiziersvorschulen 1939 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Soldaten des Führerhauptquartiers August 1939 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Feldpost 29. September 1939 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Filmtrupps des OKH 19. Mai 1941 Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Afrikakorps 18. Juli 1941 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Stabshelferinnen 1942 Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Regiment und Ersatzbataillon "Brandenburg" 17. August 1944 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen 44. Reichs-Grenadier-Division Hoch- und Deutschmeister 26. Februar 1945 Zugehörigkeits-Ärmelstreifen OT, RAD und Polizei Einheit im Einsatz Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Heeresmusikschule 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen

+ Ärmelstreifen der Luftwaffe Einheit Stiftung Aufschrift / Aussehen Charakter Jagdgeschwader 2 25. März 1935 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Kampfgeschwader 157, später umbenannt in Kampfgeschwader 27 18. April 1935Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1935. S. 80, Nr. 164. 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Sturzkampfgeschwader 162, später umbenannt in Sturzkampfgeschwader 2 und Schlachtgeschwader 2 18. April 1935 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Zerstörergeschwader 142, später umbenannt in Zerstörergeschwader 26 6. April 1936Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1936. S. 179, Nr. 457. 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Kampfgeschwader 152, später umbenannt in Kampfgeschwader 1 20. April 1936Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1936. S. 226, Nr. 568. 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Kampfgeschwader 253, später umbenannt in Kampfgeschwader 4 4. Juni 1936Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1936. S. 265, Nr. 686. 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Jagdgeschwader 132, später umbenannt in Jagdgeschwader 26 8. Dezember 1938Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1939. Teil C, S. 13, Nr. 48. 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Kampfgeschwader 53, Flakregiment 9, Luftnachrichtenregiment 3 12. Juni 1939 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Aufklärungsgruppe 10 5. September 1939Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1939. Teil C, S. 329, Nr. 813. 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Jagdgeschwader 3 20. Dezember 1941 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Jagdgeschwader 51 20. Dezember 1941 400px Erinnerungs-Ärmelstreifen Jagdverband 44 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Jagdgeschwader Freiherr von Richthofen 29. Oktober 1935Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1935. S. 392, Nr. 816. 400px Weltkriegs-Erinnerungs-Ärmelstreifen Jagdstaffel Boelcke Nr. 2 29. Oktober 1935 400px Weltkriegs-Erinnerungs-Ärmelstreifen Fallschirmjäger-Regiment 1 22. Mai 1942Luftwaffen-Verordnungsblatt Jahrgang 1942. S. 759, Nr. 1381. 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Fallschirm-Divisionen ab Juni 1942Zeitschrift Uniformen-Markt. Jahrgang 1944, Heft 9, S. 2. 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring 22. Mai 1942 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Kriegsberichterstatter 20. November 1940 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Soldaten des Führerhauptquartiers August 1939 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen

+ Ärmelstreifen der Kriegsmarine Einheit Stiftung Aufschrift / Aussehen Charakter Soldaten des Führerhauptquartiers August 1939 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Marinehelfer 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Marinehelferinnen 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen Marineoberhelfer 400px Zugehörigkeits-Ärmelstreifen

Waffen-SS

Ärmelstreifen der SS 200px|zentriert SS-Kriegsberichter 150px|zentriert SS-Standarte Kurt Eggers

In der Waffen-SS wurden Ärmelstreifen am linken Ärmel mit der Truppenzugehörigkeit (Division, Bataillon oder Sondereinheit) getragen. Siehe etwa SS-Standarte Kurt Eggers.

Reichsheer rechts|mini|Ärmelband Gibraltar

Im Deutschen Heer des Kaiserreichs gab es seit dem 24. Januar 1901 ebenfalls Ärmelbänder. Preußische Verbänden mit hannoveranischer Tradition (namentlich die Infanterie-Regimenter Nr. 73 und 79 sowie das Jäger-Bataillon Nr. 10) besaßen die Erlaubnis, ein Band mit der Inschrift „GIBRALTAR“ tragen zu dürfen. Dieses geht auf die Würdigung durch Georg III. vom 14. Oktober 1783 zurück, der das Ärmelband in seiner ursprünglichen Form verlieh.

Literatur Sascha Ulderup: Ärmelbänder / cuff titles Kreta - Afrika - Kurland - Metz 1944 Verlag Ulderup / Paßmann, Kappeln 2014, ISBN 978-3-9817001-0-7 Kurt-Gerhard Klietmann: Auszeichnungen des Deutschen Reiches. 1936–1945. Motorbuch, Stuttgart 1981, ISBN 3-87943-689-4. Adolf Schlicht, John R. Angolia: Die Deutsche Wehrmacht. Uniformen und Ausrüstung 1933–1945. 3 Bände. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1992–1995. Adolf Schlicht: Die deutsche Wehrmacht. Uniformen und Ausrüstung 1933–1945. Band 1: Das Heer. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-613-01390-8. Adolf Schlicht: Die deutsche Wehrmacht. Uniformen und Ausrüstung 1933–1945. Band 2: Die Kriegsmarine. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-613-01656-7.

Weblinks

Einzelnachweise

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