mini|hochkant=0.85|Raif Dizdarević
Raif Dizdarević (* 9. Dezember 1926 in Fojnica, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen; † 2. September 2026 in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina) war ein jugoslawischer Politiker (Bund der Kommunisten Jugoslawiens). Er war von 1984 bis 1987 Außenminister und von Mai 1988 bis Mai 1989 Vorsitzender des Präsidiums (Staatsoberhaupt) der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien.
Biografie Er beteiligte sich ab August 1943 am Kampf der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee, wurde 1944 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands und im März 1945 Mitglied des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen, danach war er als Diplomat an den jugoslawischen Botschaften in Bulgarien, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei tätig. Von 1972 bis 1974 war er Stellvertreter des jugoslawischen Außenministers Miloš Minić, danach hochrangiger Gewerkschaftsfunktionär.
Raif Dizdarević war von 1978 bis 1982 Vorsitzender der Präsidentschaft der SR Bosnien und Herzegowina und 1982 bis 1983 Präsident des jugoslawischen Bundesparlaments. Von 1984 bis 1988 war er jugoslawischer Außenminister sowie vom 15. Mai 1988 bis 15. Mai 1989 Vorsitzender des Präsidiums der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und damit nominell Staatsoberhaupt. In dieser Funktion hielt er sich im Dezember 1988 zu einem „Freundschaftsbesuch“ in Ost-Berlin auf. Seit dem Zusammenbruch Jugoslawiens war Raif Dizdarević nicht mehr politisch tätig. Er wirkte als Schriftsteller in Sarajevo.
Familie Drei Brüder von Raif Dizdarević standen ebenfalls im Lichte der Öffentlichkeit: Zija Dizdarević (1916–1942), der im KZ Jasenovac ermordet wurde, war Schriftsteller; Nijaz Dizdarević (1920–1989) bekleidete hohe politische Ämter in der SR Bosnien und Herzegowina; Faik Dizdarević (1929–2011) war Journalist und Direktor des Rundfunksenders RTV Sarajevo.
Werke Sindikat u akciji, Sarajevo 1979 (Gewerkschaft in Aktion) Od smrti Tita do smrti Jugoslavije, 1999 (ISBN 9958-43-040-1, Vom Tod Titos bis zum Tod Jugoslawiens, englischsprachige Ausgabe Tito’s death to the death of Yugoslavia) Vrijeme koje se pamti, 2006 (ISBN 9958-703-81-5, Memoiren) Put u raspad. Stenogrami izlaganja Raifa Dizdarevića u raspravama iza zatvorenih vrata državnog i političkog vrha Jugoslavije, 2011 (ISBN 978-9958-649-11-0, Der Weg zum Zerfall. Transkripte von Raif Dizdarevićs Reden in nichtöffentlichen Diskussionen über die staatliche und politische Führung Jugoslawiens)
Literatur Juliusz Stroynowski (Hrsg.): Who’s Who in the socialist countries of Europe. A biographical encyclopedia of more than 12600 leading personalities in Albania – Bulgaria – Czechoslovakia – German Democratic Republic – Hungary – Poland – Romania – Yugoslavia. Band 1: A – H, index. Saur, München u. a. 1989, ISBN 3-598-10719-6.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Staatspräsident (Jugoslawien) Kategorie:Außenminister (Jugoslawien) Kategorie:Abgeordneter (Jugoslawien) Kategorie:Politiker (SR Bosnien und Herzegowina) Kategorie:BdKJ-Mitglied Kategorie:Gewerkschafter (Jugoslawien) Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Großkreuz) Kategorie:Jugoslawe Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann