mini|hochkant=1.2|Lotus 12, Chassisnummer 353. Dies war der erste Lotus, der an einem Grand Prix teilnahm (Monaco 1958) und Graham Hills erster Grand-Prix-Einsatz.

Der Lotus 12 war ein Formel-2-Rennwagen, gebaut und eingesetzt vom britischen Motorsportteam Lotus.

Entwicklungsgeschichte und Technik Mit dem Lotus 12 erschien im Herbst 1956 auf der British International Motor Show der erste Monoposto-Lotus. Im Frühjahr 1957 fanden die ersten Testfahrten mit dem Wagen statt. Das Fahrzeug war für einen Frontmotor-Rennwagen extrem schmal, hatte einen sehr leichten Gitterrohrrahmen und war ursprünglich mit doppelten Dreiecksquerlenkern vorn und einer De-Dion-Achse hinten versehen. Später änderte Colin Chapman die hintere Aufhängung, die Starrachse entfiel, es blieben Längslenker, die Antriebswellen als Querlenker und dazu gab es lange, schräg gestellte radführende Federbeine. Diese Art der Radaufhängung benutzte Chapman auch in anderen Modellen, sie wurde unter dem Namen „Chapman-Achse“ bekannt. Angetrieben wurde der Wagen von einem Vierzylinder-Coventry-Climax-Motor mit 1,5 Liter Hubraum, der leicht nach hinten geneigt eingebaut wurde, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Der Motor hatte zwei obenliegende Nockenwellen und leistete etwa 140 PS bei 7300/min.

Technische Daten Lotus 12 ClimaxMotor„Coventry Climax FPF Straight 4“ / Aluminiumblock und Kopf / Vorne, längs eingebautHubraum1965 cm³Bohrung × Hub86,4 mm × 83,8 mmVerdichtungsverhältnis12,4 : 1Leistung175 PS (131 kW)Spezifische Leistung89 PS/l (65,4 kW/l)Ventilsteuerungzwei obenliegende Nockenwellen / 2 Ventile pro ZylinderGemischaufbereitung2 VergaserKühlungWasserGetriebe5-Gang-Getriebe (Hinterradantrieb)BremsenScheibenbremsen an allen RädernRadaufhängung vornDoppelquerlenker, Schraubenfedern, Stoßdämpfer, StabilisatorRadaufhängung hinten„Chapman-Federbein“, Längslenker, Antriebswelle mit fester LängeKarosserie und RahmenAluminiumkarosserie auf Mehrrohr-GitterrahmenRadstand2233 mmSpurweite vorn / hinten1218 mm / 1218 mmMaße L × B × H3325 mm × 1523 mm × 889 mmLeergewicht320 kgHöchstgeschwindigkeitk. A.Leistungsgewicht0,55 PS/kg

Renngeschichte Sein Debüt gab der Lotus 12 zu Ostern 1957 in Goodwood mit Cliff Allison am Steuer. Einige Wochen später schaffte Herbert MacKay-Fraser bei einem Rennen in Brands Hatch die erste Zielankunft für einen Einsitzer-Lotus.

Als Lotus 1958 in die Formel-1-Weltmeisterschaft einstieg, wurde der 12er auf- und umgerüstet. Graham Hill begann mit dem Lotus 12, der jetzt einen 2-Liter-Motor von Climax hatte, seine Rennkarriere bei Lotus. Bestes Ergebnis für den 12er blieb der vierte Platz von Cliff Allison beim Großen Preis von Belgien 1958.

Vollständige Ergebnisse des Lotus 12 in der Formel-1-Weltmeisterschaft (Fettgedruckte Ergebnisse zeigen die Pole-Position an; kursiv gedruckte die schnellste Runde)

Jahr Team Motor Reifen Fahrer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Punkte Rang 1958 Team Lotus Climax Vierzylinder ARG MON NED 500 BEL FRA GBR GER POR ITA MOR 3 6. Cliff Allison 6 6 4 Ret 10 7 10 Graham Hill Ret Ret Ret Ecurie Demi Litre Ivor Bueb 11* 1959 Dennis Taylor Climax Vierzylinder MON 500 NED FRA GBR GER POR ITA USA 5 4.* Dennis Taylor DNQ * Alle Punkte wurden mit dem Lotus 16 erzielt

Galerie

Sonstiges im Jahr 2024 wurde ein Lotus 12 mit der Chassis-Nr. 353 – das Fahrzeug mit dem Graham Hill sein F1-Debüt gab – bei einer Auktion von Bonhams („Bonhams Les Grandes Marques a Monaco“) für 201.250 Euro versteigert.

Literatur David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.

Weblinks

Einzelnachweise

1 012 Lotus 012 Kategorie:Rennwagen der Automobil-Weltmeisterschaft 1958 Lotus 012