Hartmut Wekerle (* 30. Mai 1944 in Waldshut-Tiengen) ist ein deutscher Neuroimmunologe und ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie, jetzt Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz.

Leben Wekerle studierte Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er auch promovierte. Als Postdoktorand arbeitete er am Weizmann-Institut für Wissenschaften (Israel) und am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg. Hier habilitierte er sich und wurde außerplanmäßiger Professor für Immunologie. Von 1982 bis 1987 leitete er die Klinische Forschungsgruppe für Multiple Sklerose in Würzburg, bevor er 1988 zum Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie berufen wurde. 2011 wurde er emeritiert und führte seine Forschungen im Rahmen einer Seniorprofessur der Hertie-Stiftung noch weitere fünf Jahre fort.

Zwischen 1999 und 2002 war Hartmut Wekerle Vorsitzender der Biologisch-Medizinischen Sektion der Max-Planck-Gesellschaft. Zudem war er Mitglied des Universitätsrats der Medizinischen Universität Innsbruck (2004–2008) und Präsident der International Society of Neuroimmunology (ISNI, 2006–2008).

Wissenschaftliche Schwerpunkte Die Arbeiten von Hartmut Wekerle widmeten sich der Untersuchung der zellulären Immunreaktionen und -mechanismen im Verlauf der Multiplen Sklerose und anderer entzündlicher Erkrankungen im Bereich des Nervensystems.

Seine Forschung trug insbesondere zu folgenden Entdeckungen bei: Nachweis autoreaktive T-Zell-Klone im gesunden Immunsystem und ihre Aktivierung bei autoimmuner Enzephalomyelitis Immunkompetenz zentralnervöser Gliazellen Regulatorische CD8 T-Zellen in experimenteller zerebraler Autoimmunität Regulierung der zentralnervösen Immunreaktivität durch aktive Neurone Migrationswege autoimmuner T-Zellen in das Zentrale Nervensystem Aktivierung autoimmuner T-Zellen durch Mikroben des Darm Aktivierung solcher T-Zellen durch Mikrobiota in der Multiplen Sklerose

Auszeichnungen (Auswahl) Ernst Jung-Preis, 1982 Zülch-Preis der Max-Planck-Gesellschaft (nun der International Prize for Translational Neuroscience der Gertrud Reemtsma Foundation), 1999 Charcot Award (International Federation of MS Societies), 2001 Prix Louis D (Grand Prix des Académies des Sciences, Paris), 2002 Betty and David Koetser Award, Zurich 2005 Jacob-Henle-Medaille, Universität Göttingen, 2017

Ehrentitel und Mitgliedschaften Honorarprofessur der Universität München, 1993 Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina, 2002 Hertie-Senior-Professur, 2011 Ehrendoktorat der Universität Hamburg, 2013 Ehrendoktorat der Universität Würzburg, 2014Ehrendoktorwürde für Hartmut Wekerle. Pressemitteilung vom 3. Juni 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de); abgerufen am 5. Juni 2014 Ehrenmitgliedschaft der Société Française de Neurologie, 2016 Ehrenmitgliedschaft der Cuban Neuroscience Society, 2017 Mitglied der Academia Europaea, 2024Academia Europaea, abgerufen am 5. Dezember 2025

Weblinks

Homepage von Wekerle am MPI für Neurobiologie

Einzelnachweise

Kategorie:Neurobiologe Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Ehrendoktor der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Kategorie:Ehrendoktor der Universität Hamburg Kategorie:Absolvent der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Kategorie:Person (Waldshut-Tiengen) Kategorie:Person (Stiftung Deutsche Krebshilfe) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Mann