Karl Kranzkowski (* 25. März 1953 in Drieberg bei Schwerin) ist ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.
Leben Ausbildung und Theater Karl Kranzkowski erhielt eine Schauspielausbildung von 1976 bis 1979 an der Schauspielschule Rostock.Karl Kranzkowski bei castforward.de, abgerufen am 24. Februar 2022. Es folgten Theaterengagements am Theater Nordhausen und am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Von 1989 bis 1997 war er festes Ensemblemitglied des Deutschen Theaters in Berlin. Als Theaterschauspieler interpretierte Kranzkowski ein breites Repertoire, das Stücke von Carlo Gozzi und William Shakespeare, die deutschen Autoren der Klassik und Romantik, das Theater der Jahrhundertwende, aber auch Stücke der Moderne und des zeitgenössischen Theaters umfasste.
Film, Fernsehen und Hörspiel 1984 gab Kranzkowski unter der Regie von Gunter Friedrich in dem Kriegsfilm Und laß dir kein Unrecht gefallen als Gestapomann sein Filmdebüt. 1989 erhielt er von Klaus Gendries als einer von sieben Polizisten in der Komödie Die ehrbaren Fünf seine zweite Rolle in Film und Fernsehen. 1989 debütierte er in Helmut Dziubas DEFA-Filmdrama Verbotene Liebe als Vernehmer auf der Kinoleinwand. Seitdem wirkt er kontinuierlich in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen.
Im wiedervereinigten Deutschland konnte Kranzkowski nahtlos an seine Laufbahn in der DDR anknüpfen. 1992 besetzte ihn Frank Beyer neben Rolf Hoppe, Iris Berben und Michael Gwisdek als Angestellten Paul in einer tragenden Rolle. Eine weitere Zusammenarbeit mit Beyer erfolgte 1995 mit der Erich-Loest-Romanverfilmung Nikolaikirche. 1998 übernahm er wiederum unter der Regie Beyers die Rolle des Dramatikers Heiner Müller in dem dokumentarischen Fernsehfilm Abgehauen, der nach den Tagebüchern des Schauspielers Manfred Krug tatsächliche Ereignisse schildert, die auf die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR folgten. In der dreiteiligen ZDF-Fernsehreihe Pommery übernahm er von 2002 bis 2006 die Rolle des Gideon Fischbach. Von 2003 bis 2006 war er zusammen mit Hannelore Elsner als Spielpartnerin jeweils in der Hauptrolle in den Filmen Rot und Blau (2003), Frau fährt, Mann schläft (2004) und Rauchzeichen (2006) der Trilogie „Zeitreisen“ von Regisseur Rudolf Thome zu sehen. 2018 spielte er in der deutsch-schweizerischen Tragikomödie Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? den Ehemann einer an Demenz erkrankten Frau.
Kranzkowski übernahm neben seinen Aufgaben in Kino- und Fernsehfilmen wiederholt Gastauftritte in Fernsehserien und -reihen, u. a. in Polizeiruf 110, Tatort, Bella Block, Der letzte Zeuge, Adelheid und ihre Mörder, Ein Fall für zwei, Stubbe – Von Fall zu Fall, Helen Dorn, Bettys Diagnose und In aller Freundschaft. Seit 2009 gehört er als Kriminaldirektor Michael Kaiser in der Krimiserie SOKO Stuttgart zur Stammbesetzung. Von 2014 bis 2019 spielte er neben Christine Urspruch den ehemaligen an Alzheimer erkrankten Klinikchef Professor Dr. Peter Wagner in der Krankenhausserie Dr. Klein. Seit 2025 spielt er an der Seite von Bettina Zimmermann und Meriel Hinsching in der Endlich Freitag im Ersten-Reihe Zwei Frauen für alle Felle die Rolle des Dr. med. vet. Reiner Rückert.
Seit 1988 betätigt sich Kranzkowski als Hörspielsprecher, zunächst für Produktionen für den Rundfunk der DDR. Nach der Wende war er unter anderem an Hörspielen für den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg, Deutschlandradio, Norddeutschen Rundfunk und den Südwestrundfunk beteiligt.
Privates Kranzkowski ist verheiratet. Er hat einen festen Wohnsitz in Schwerin. 2009 wohnte er zunächst in Bad Cannstatt, zog dann in ein Haus in Göppingen bei Stuttgart.
Filmografie Spielfilme
Fernsehserien und -reihen
Theater (Auswahl) 1981: Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz – Regie: Manfred Ernst (Theater Nordhausen) 1982: Carlo Gozzi: König Hirsch – Regie: Manfred Ernst (Theater Nordhausen) 1984: Friedrich Schiller: Die Jungfrau von Orleans – Regie: Peter Rothin (Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen) 1987: Jean Anouilh: Jeanne oder Die Lerche – Regie: Jörg Liljeberg (Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen) 1991: William Shakespeare/Heiner Müller: Hamlet/Maschine (Marcellus/Schauspieler) – Regie: Heiner Müller (Deutsches Theater Berlin) 1992: Carl Sternheim: Der Nebbich (Marlowski) – Regie: Niels-Peter Rudolph (Deutsches Theater Berlin) 1994: Botho Strauß: Das Gleichgewicht – Regie: Thomas Langhoff (Deutsches Theater Berlin)
Hörspiele (Auswahl) 1988: Thomas Fritz: Die Geschichte vom verlorenen Sohn – Regie: Werner Buhss (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1988: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Der Trommler – Regie: Peter Brasch (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1994: Wolfgang Poenisch: Wie immer (Mitarbeiter) – Regie Werner Buhss (Hörspiel – ORB) 2006: Michael Frayn: Democracy (Horst Ehmke) – Regie: Iris Drögekamp (Hörspiel – Südwestrundfunk) 2006: Werner Buhss: Ein toter Hund (Ole Plessow) – Regie: Wolfgang Rindfleisch (Hörspiel – Deutschlandradio) 2007: Werner Buhss: Fischer sin Fru (Ole Plessow) – Regie: Wolfgang Rindfleisch (Hörspiel – Deutschlandradio) 2011: James Graham Ballard: Running Wild (Sergeant Payne) – Regie: Christian Wittmann (Hörspiel – Westdeutscher Rundfunk) 2016: Sabine Stein: Solo für Broschek (Carlo Broschek) – Regie: Andrea Getto (Hörspiel – Norddeutscher Rundfunk) 2018: Castle Freeman: Männer mit Erfahrung (Sheriff Wingate) – Regie: Irene Schuck (Hörspiel – Südwestrundfunk) 2018: Castle Freeman: Auf die sanfte Tour – Regie: Silke Hildebrandt (Hörspiel – Südwestrundfunk)
Literatur F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7. F.-B. Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8. F.-B. Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2.
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Einzelnachweise
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