Klosterwinkel ist der Name für ein Siedlungsgebiet in der Gemeinde Deutschlandsberg in der Steiermark, bis 2014 gehörte es zur damaligen Gemeinde Kloster. Das Siedlungsgebiet liegt in der gleichnamigen größeren Katastralgemeinde Klosterwinkel.

Geografie Siedlungsgebiet Klosterwinkel liegt am Nordosthang des Schwarzkogels. Es grenzt im Nordwesten an die Freiländer Alm auf dem Höhenzug der Koralpe, im Südosten an den Ort St. Oswald in Freiland. Im Süden wird es durch den Schwarzkogel, im Norden durch den Wildbach begrenzt.

Dieses Gebiet wird auch als „Kloster“ bezeichnet, wie die frühere Gemeinde, in der es liegt.Freytag-Berndt Wanderkarte mit Kurzführer. Blatt 41, Graz–Koralpe–Eibiswald. 1:100.000. Freytag-Berndt und Artaria, Wien 1983, ISBN 3-85084-641-5, Nr. 1183841137.Bezirkshandkarte 1:100.000 Deutschlandsberg (Gerichtsbezirke: Deutschlandsberg, Eibiswald und Stainz). Freytag-Berndt & Artaria, Wien. Nr. 047777028119. Keine Jahresangabe, aber nach Straßenstand vor 1982 (Packautobahn noch in Bau). Das kann zu Verwechslungen dieses Gemeindeteils mit der ehemaligen Gemeinde selbst führen. Klosterwinkel hat keinen Ortskern. Im Amtskalender und in statistischen Unterlagen wird sie mit der Abkürzung „ZH“ für „zerstreute Häuser“ als Teil des Ortes „Kloster“ erwähnt. In der Mitte von Klosterwinkel fließt der Klosterbach.

Als Siedlungsgebiet ist Klosterwinkel kleiner als die Katastralgemeinde. Es hat nach den amtlichen Statistikunterlagen auf Basis der Volkszählung 2001 69 Gebäude, davon 44, in denen Menschen ihren Hauptwohnsitz haben. In Klosterwinkel gab es 2001 52 Haushalte und 75 Wohnungen. In Klosterwinkel wurden 2001 29 Nebenwohnsitze gezählt, 10 Arbeitsstätten und 34 land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten. In diesen Volkszählungsunterlagen wird Klosterwinkel als „Kloster“ geführt.

Katastralgemeinde Die Katastralgemeinde Klosterwinkel umschließt den Schwarzkogel halbkreisförmig von Südost über Nord bis Südwest.

Der Ort St. Oswald in Freiland und die Freiländer Alm liegen ebenfalls in der Katastralgemeinde Klosterwinkel. Die zweite Katastralgemeinde in der Gemeinde Kloster, Rettenbach, wird von Klosterwinkel auf drei Seiten umschlossen.

Im Norden grenzt die Katastralgemeinde Klosterwinkel an die Gemeinden Hirschegg-Pack (Ortsteil Pack) und Edelschrott (Ortsteil Modriach). Die nordöstliche Grenze gegen den Deutschlandsberger Ortsteil Bad Gams bildet im Wesentlichen der Wildbach. Im Osten liegt Freiland. Im Süden bildet der Kamm des Schwarzkogels die Grenze zur Katastralgemeinde Rettenbach. Im Westen und Südosten grenzt Klosterwinkel mit Osterwitz an einen weiteren Ortsteil der Gemeinde Deutschlandsberg und im Südwesten an Kärnten (Gemeinde Preitenegg). mini|250px|Lage von Klosterwinkel (Mitte rechts), früher als „Kloster“ bezeichnet

Sterzriegel Der Sterzriegel ist ein Bergrücken in der Mitte von Klosterwinkel. Er beginnt am Nordhang des Schwarzkogels und verläuft nach Südosten. Der Sterzriegel trennt das Quellgebiet des Wildbaches vom Lauf des Klosterbaches, er endet an der Mündung des Klosterbaches in den Wildbach. Auf ihm lagen bzw. liegen Grundstücke der Bauernhöfe Gratzen, Zachen, Rambacher (Reinbacher), Lichtenegger und Schmuckfastl.

Für den Namen des Sterzriegels werden mehrere Erklärungen gegeben: Sterz ist ein altes Wort für etwas, das woanders hervor ragt oder abzweigt, wie der Griff eines Pfluges, der Schwanz eines Tieres, ein Ausläufer, ein Strunk.Sterz. In: Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 18 Stehung–Stitzig. Leipzig 1941. Spalte 2530 Zeile 41. Siehe auch Spalte 2532 Zeile 73 dieses Stichwortes, wo unter 2) c) α) das Wort in geographischen Zusammenhängen dokumentiert ist. Nachdruck Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1991, ISBN 3-423-05945-1. dtv 5945. Gliederung zitiert nach: Der digitale Grimm – Elektronische Ausgabe der Erstbearbeitung. Version 12/04. Zweitausendeins, Frankfurt am Main, ISBN 3-86150-628-9. Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier in Verbindung mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Diese Ableitung kann auf der Form des Sterzriegels beruhen, der spitz aus dem Schwarzkogelmassiv herausragt. mini|200px|Klosterwinkel Ende des 19. Jahrhunderts, Aufnahmeblatt der 3. Landesaufnahme Der Name des Rückens soll auf seine (im Vergleich zu den anderen Bereichen des Gebietes) klimatisch begünstigte Lage hinweisen, die früher zum Anbau von Kukuruz genutzt wurde. Aus Mais-Grieß wurde Sterz zubereitet. Mais war durch kaiserliche Verordnung 1733 zum zehentfreien Getreide erklärt worden und wurde damit zu einer bevorzugten Anbaupflanze.Bezirkstopographie. Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg, Graz / Deutschlandsberg 2005, ISBN 3-901938-15-X. In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Band 3. Erster Teilband, Allgemeiner Teil. Gerhard Fischer: Bauerntum, Land- und Forstwirtschaft. S. 340. Der Sterzriegel kann eines der frühen Anbauversuchsgebiete gewesen sein. Eine andere Deutung verweist darauf, dass der Rücken eine Form wie ein Maiskolben hat, der im Tal des Wildbaches liegt. Diese Deutung geht davon aus, dass der Rücken früher Felder – wenn schon nicht mit Mais, so doch – mit Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer) trug, die das Gebiet im Sommer im Vergleich zu den umliegenden Wäldern gelb hervorhoben.

Über den Sterzriegel führte eine Verbindung zur „Greimstraße“: Diese Straße wurde 1225 anlässlich eines Grenzstreites mit dem Stift Admont erwähnt („landstrazze“). Sie begann in Gams und führte über den Greim und Sallegg bis auf die Berghöhen.Gerhard Fischer: Osterwitz. ain wunderthätig Ort im hochen gepürg. Leben, Freude und Leid einer Gegend und ihrer Bewohner. Osterwitz 2002, S. 138. Herausgeber und Verleger: Gemeinde Osterwitz. Herstellung: Simadruck Aigner & Weisi, Deutschlandsberg. An dieser Straße befand sich die „Hube an der Absetz“.Bezirkstopographie. Erster Teilband: Gerhard Fischer: Bauerntum, Land- und Forstwirtschaft. S. 365. Dieser Name war die Bezeichnung des alten, heute nicht mehr vorhandenen letzten Bauernhofes des Rettenbachtals am Beginn der Hebalm (auch Nikljosl genannt, ca. 500 m südöstlich des heutigen Hebalmwirtshauses Rehbockhütte).Gerhard Fischer: Osterwitz. S. 335. Damit ist ein Verlauf über die Gemeinde Kloster vorgegeben: Die Straße kann westlich des Schwarzkogels über die Freiländer Alm über den Klosterwinkel und den Sterzriegel oder südlich über das Gebiet von Rettenbach verlaufen sein.

Geschichte Allgemein Das Gebiet des heutigen Klosterwinkel war nach dem Urbar des Stiftes Admont aus 1548 eines der drei Siedlungsgebiete der Besitzungen dieses Klosters im Bereich von Freiland: „im unteren Ort“ (= das heutige Freiland), „im Rötenpach“ und „im Kloster“.Maximilian Riederer, Gunther Riedlsperger, Johann Tomaschek: Freiländer Ortschronik. Eigenverlag der Gemeinde Freiland bei Deutschlandsberg, 1988, S. 51 und 55. mini|250px|Klosterwinkel mit Sterzriegel, im Zentrum Bauernhof vlg. Gratzen (nur Dächer), links Mitte vlg. Zachn, am Horizont li. Schwarzkogel, re. Münzerkogel (im Vordergrund: Sallegg) Klosterwinkel war ab 1770 bis zur Entstehung der Gemeinde Kloster eine selbstständige Konskriptionsgemeinde. Die Steuereinhebung und die Erfassung der Soldaten erfolgte in solchen Gemeinden.

Bis zum Jahr 1891 grenzte Klosterwinkel an den Ortsteil „Ober Mitterspiel“ der Gemeinde Freiland (damals: Mitterspiel genannt). Erst mit diesem Jahr wurde dieses Gebiet, das südlich des Ortes St. Oswald liegt, der Katastralgemeinde Klosterwinkel angeschlossen. Angaben über Flächen und Einwohnerzahlen bis zum Jahr 1890 beziehen sich auf das frühere, kleinere Gebiet der Katastralgemeinde.

Ortsangaben im Gebiet können mehrdeutig sein: Die Josephinische Landesaufnahme um 1790 bezeichnet (nur) den östlichen Teil des heutigen Klosterwinkel als „Im Kloster“ und erst den Talschluss des Wildbaches als Klosterwinkel. Umgekehrt wird in kartografischen Unterlagen aus dem 19. Jahrhundert nur der Talschluss als „Kloster“ ausgewiesen.Karte 1:75.000 Zone 18 Col XII aus 1881 und Messtischblatt 1:25.000 Sektion 5254/2 der Landesaufnahme bzw. deren Blatt 5254 D.Landsberg und Wolfsberg 1:75.000. Herausgegeben vom Militärgeographischen Institut in Wien.

Die Blätter des Franziszeischen Katasters sind Belege der wirtschaftlichen Nutzung.Grau=Wald, grün=Wiese, Gestrüpp, W.=Weide, H=Hutweide, hellgelb (in diesen Blättern aus dem Jahr 1825 ist der Farbton von der Papierfarbe schwer zu unterscheiden)=Almweide bzw. gering produktiv, dünkleres gelb=Ackerland, braun=Wegeparzellen. Gelbe Gebäude=Holzbauten, rote Gebäude=Steinbauten. J.M.=Jungmais, M.H.=Mittelholz, S.H.=Stangenholz, H.S.=hochstämmig schlagbarer Wald. Nachträge bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts sind rot gezeichnet.

Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte sind in Namen dokumentiert Der Name Klosterwinkel leitet sich nicht von der (nur auf dem Katasterplan leicht erkennbaren) Ausdehnung ab, sondern davon, dass das Gebiet am Oberlauf, also im letzten, hinteren Teil des Wildbachtales liegt und dass dieses Gebiet klösterlicher Besitz war. Diese Beziehung besteht seit der Übergabe des Gemeindegebietes an das Stift Admont im Jahr 1203. Das nördlich von Klosterwinkel gelegene Gebiet war damals schon im Besitz der Klöster Rein bei Graz und Admont, sodass das Gebiet nicht bloß selbst Klosterbesitz war, sondern auch an solchen grenzte.

Die Bezeichnung eines Talschlusses als Winkel ist in Österreich verbreitet und findet sich auch in einem Ortsteil in Osterwitz oder Heiligenblut.

Die Hausnamen der Bauernhöfe in Klosterwinkel werden meist von (Vor-)Namen früherer Besitzer (Albrecht, Zach, Fastlannerl, Bartltoni, Urberfranz, Steffelbauer) abgeleitet. Weiters beziehen sich die Namen auf Örtlichkeiten (Lichtenegger, Reinbacher/Rambacher, Roansima) oder auf Funktionen (Reinischwirt, Gratzen, Triftweber). Zu einigen Namen wird eine Herkunft aus dem Slawischen angenommen, wie für Kautz (von Tkalec) und für Gratzen. Die Namen können Hinweise auf historische Situationen bilden.

Die Straßen in Klosterwinkel tragen keine offiziellen Namen, Häuser und Siedlungsstellen haben mehrfach ihre Nummerierung geändert. Zur Unterscheidung werden im Alltag, aber auch in der wissenschaftlichen LiteraturGerda Woletz: Die Geschiebeverhältnisse der Laßnitz. In: Artur Winkler-Hermaden, Peter Beck-Mannagetta, Karl Bistritschan, Gerda Woletz, Karl Schoklitsch, Herbert Pichler: Wissenschaftliche Studienergebnisse der Arbeitsgemeinschaft für geologisch-bodenkundliche Untersuchungen im Einzugsbereiche des Laßnitzflusses in Südweststeiermark. Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Abteilung 1, 149. Band, 7. bis 10. Heft (vorgelegt in der Sitzung am 27. Juni 1940). Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, Wien 1940, S. 245–257. die Namen der Bauernhöfe als topografische Bezeichnungen verwendet. Diese Namen stammen nicht selten aus der Verwaltungspraxis des ausgehenden 17. Jahrhunderts, wo es für die Abgabenverwaltung durch die Grundherrschaften wegen gleich lautender Personennamen in größerem Umfang und auf Dauer notwendig wurde, Personen und ihre Wohnorte klarer zu bezeichnen. Für die Deutung eines Hofnamens sind oft in erster Linie die Geschichte und die Lage des Hofes heranzuziehen, nicht der verwendete Personenname.Franz Pichler: Die Vulgonamen in Pitschgau und Bischofegg. In: Historischer Verein für Steiermark (Hrsg.): Blätter für Heimatkunde. 30. Jahrgang, Graz 1956, Heft 3, S. 74 (historischerverein-stmk.at).

Gratzen