mini|8-Stunden-Rennen 2009|300x300px Das 8-Stunden-Rennen von Suzuka (offiziell Coca Cola Suzuka 8 hours) ist ein Langstreckenrennen für Motorräder.
Es findet jährlich im Juli auf dem Suzuka International Racing Course in Japan statt und zählt seit 1980 ununterbrochen zur FIM Endurance World Championship. Die Veranstaltung gilt als wichtigstes Motorradrennen Japans und lockt aktuell ca. 85.000 Zuschauer pro Jahr an. Die vier großen einheimischen Werke Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki gehen jeweils mit Werksmaschinen an den Start.
Aufgrund der Bedeutung des Rennens wird ein Termin gewählt der nicht in Konflikt mit Terminen aus anderen internationalen und nationalen Motorradrennserien steht. Nationale Rennserien sind dazu angehalten das Wochenende freizuhalten, da gerade in den europäischen Teams viele Fahrer parallel in nationalen Serien an den Start gehen.
Geschichte Das 8-Stunden-Rennen von Suzuka wurde erstmals im Jahr 1978, als Rennen für Renn-Prototypen der Tourist Trophy Formula One (TT-F1), ausgetragen. In den folgenden Jahren wurde das Reglement an die Standards der FIM angepasst, der maximale Hubraum für die F1-Maschinen wurde auf 750 cm³ begrenzt. In den 1980er Jahren zog das Rennen jährlich ca. 130.000 Besucher an, der bisherige Zuschauerrekord von 160.000 datiert von 1990.
Im Jahr 1993 folgte dann eine weitere gravierende Änderung des Reglements. Nachdem in den vorangegangenen Jahren Superbike-Rennen immer mehr an Popularität gewonnen hatten, wurde das technische Reglement auf Superbike-Maschinen ausgerichtet. Da das Rennen weiterhin zur FIM EWC zählt, müssen die Maschinen technisch dem Reglement der Weltmeisterschaft entsprechen.
Aufgrund von Terminkonflikten mit dem Großen Preis der USA war es Fahrern der MotoGP-Klasse ab 2005 nicht mehr möglich gewesen am Langstreckenrennen teilzunehmen. Diese Problematik endete erst 2014 als der Grand Prix aus dem Kalender gestrichen wurde. Daher finden sich in den Jahren zuvor nahezu ausschließlich japanische Fahrer in der Siegerliste des 8-Stunden-Rennens. 2016 war mit Pol Espargaró erstmals wieder ein aktiver MotoGP-Pilot Teil des Siegerteams. Zuletzt war dies Valentino Rossi im Jahr 2001 gewesen.
Fahrer der Superbike-WM waren von derlei Problemen nicht betroffen und konnten dauerhaft in Suzuka starten. 2011 gewann zuletzt ein rein japanische Fahrerbesetzung. 2013 gewann mit Michael van der Mark, Leon Haslam und Takumi Takahashi das erste Fahrertrio, dessen Fahrer nicht mehrheitlich aus Japan kamen. Während in den Anfangsjahren die Fahrerbesetzung meist aus Zweierteams bestand, wurde ab den 2010er Jahren dazu übergegangen, Fahrertrios einzusetzen. Einzelne Ausnahmen resultierten in kurzfristig zugezogenen Verletzungen oder Probleme bei der Einreise ausländischer Piloten.
Die Strecke Der Suzuka International Racing Course ist eine einzigartige Strecke, da sie näherungsweise die Form einer Acht beschreibt und nahezu alle Kurventypen in sich vereint. Dazu ist sie eine der wenigen Strecken, die sich selber kreuzt. Zu den langsamen Kurven wie die Haarnadelkurve Hairpin gesellen sich schnelle Kurven wie die 130R. Die Strecke erlangte zudem traurige Berühmtheit aufgrund des Todes des japanischen Grand-Prix-Piloten Daijirō Katō, der 2003 auf der Strecke beim GP von Japan schwer verunglückte und infolge des Unfalls ein paar Tage später verstarb. Seitdem findet auf der Strecke kein Grand Prix von Japan mehr statt. Der Japaner hatte zuvor auf einer Serienmaschine den Langstreckenklassiker zweimal gewonnen (2000 und 2002).
Zusätzlich ist das Wetter im Juli eine Herausforderung. Zu heißen Temperaturen und hoher Luftfeuchte gesellen sich wechselhafte Bedingungen, die schnelle und richtige Reaktionen der Teams erfordern. Außerdem ist das Starterfeld mit bis zu 50 Teams vergleichsweise groß.
Die Fahrer Ein großer Reiz des Rennens besteht darin, das insbesondere die japanischen Werke für das Rennen Werksteams aufstellen und dafür die besten Piloten aus der Motorrad‑ und der Superbike-Weltmeisterschaft verpflichten. Das Rennen besitzt, insbesondere für Honda, da es ihre Heimstrecke ist, eine so große Bedeutung, dass das Werksteam extra nur für das 8-Stunden-Rennen aufgestellt wird. Der einzigartige Mix aus den hochkarätig besetzten japanischen Teams, denen der Gesamtsieg über allem steht, mit den in der Weltmeisterschaft aktiven meist europäischen Teams, die in Suzuka wichtige Punkte sammeln können, macht das Rennen zum attraktivsten Langstreckenrennen im Motorradsport. Einen Gewinn des Rennens gewichten manche japanischen Hersteller sogar wichtiger als den Weltmeistertitel in der Motorrad-WM.
In den Siegerlisten finden sich daher bedeutende Fahrer sowohl aus der Motorrad- als auch aus der Superbike-WM. Bekannte Namen wie MotoGP-Legende Valentino Rossi oder Superbike-Rekordweltmeister Jonathan Rea finden sich ebenso wie Fahrer aus den aktuellen Starterfeldern der höchsten beiden Motorrad-Weltmeisterschaften. Rekordsieger der noch aktiven Fahrer ist derzeit der Niederländer Michael van der Mark mit vier Gesamtsiegen.
Üblicherweise besteht ein Werksteam der Japaner aus einem MotoGP-Pilot, einem Piloten aus der Superbike-WM und einem japanischen Piloten. Dieser ist meist zugleich Testfahrer für den Hersteller oder in der japanischen Motorradmeisterschaft für den jeweiligen Hersteller aktiv.
Das Rennen mini|Boxenstopp des französischen F.C.C. TSR Honda Team während dem 8-Stunden-Rennen von Suzuka 2012 Üblicherweise werden schon Monate vorher die ersten Testfahrten auf der Strecke unternommen. Die offiziellen Testsitzungen starten in der Woche vor dem Rennen mit je fünf Sessionen auf zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Nach einem freien Donnerstag beginnen Freitags die Qualifyings, gefolgt von dem einzigen Nachttraining. Am Samstag erfolgt nochmals ein freies Training. Die schnellsten zehn Fahrer dürften am sogenannten Top10 Trial teilnehmen, einem Einzelzeitfahren, welches über die ersten zehn Startpositionen entscheidet. Sonntags wird nach einem kurzen Warm-Up und nach einer längeren Startprozedur, das Rennen schließlich gegen mittags gestartet (11:30 Ortszeit). Der Zieleinlauf erfolgt planmäßig abends gegen 19:30 Ortszeit.
Für jedes Team gehen pro Motorrad zwei bis drei Piloten, die abwechselnd fahren, an den Start. Im Qualifying muss jeder Fahrer zweimal mindestens eine gezeitete Runde absolvieren. Dafür werden die Fahrer in Gruppen sortiert, die an farbigen Armbändern zu erkennen sind. Die ungefähr eine Stunde dauernden Stints (Fahrzeiten) der Fahrer sind wesentlich länger als ein vergleichbares Grand-Prix-Rennen, welches meist über eine Dauer von etwas mehr als einer halben Stunde geht.
mini|Yamaha YZF-R1 #21 des Yamaha Racing Team (Yamaha-Werksteam) für das 8-Stunden-Rennen von Suzuka 2025 Siegerliste Jahr Fahrer Motorrad Team 1978 Suzuki GS 1000 Yoshimura Racing Group 1979 Honda CB 900 Team Honda Australia 1980 Suzuki GS 1000 Yoshimura R&D 1981 Honda RS 1000 Honda France 1982 Honda CB 900 F Blue Helmet MSC 1983 Suzuki GS 1000 R Suzuki France 1984 Honda RS 750 R America Honda 1985 Honda RVF 750 Team HRC 1986 Honda RVF 750 Team HRC 1987 Yamaha YZF 750 Shiseido Tech 21 Racing Team 1988 Yamaha YZF 750 Team Lucky-Strike Roberts 1989 Honda RVF 750 Team Honda Ikuzawa 1990 Yamaha YZF 750 Shiseido Tech 21 Racing Team 1991 Honda RVF 750 RC45 Team HRC 1992 Honda RVF 750 RC45 Oki Honda Racing Team 1993 Kawasaki ZXR-7 Itoh Ham Racing Kawasaki 1994 Honda RVF 750 RC45 Team HRC 1995 Honda RVF 750 RC45 Team HRC 1996 Yamaha YZF 750 Yamaha Racing Team 1997 Honda RVF 750 RC45 Hori-Pro Honda with HARC 1998 Honda RVF 750 RC45 Lucky-Strike Honda & Iwaki 1999 Honda RVF 750 RC45 Lucky-Strike Honda 2000 Honda VTR 1000 SP-W Team Cabin Honda 2001 Honda VTR 1000 SP-W Team Cabin Honda 2002 Honda VTR 1000 SP-W Team Cabin Honda 2003 Honda VTR 1000 SP-W Team Sakurai Honda 2004 Honda CBR 1000 RRW Seven Star Honda 7 2005 Honda CBR 1000 RRW Seven Star Honda 7 2006 Honda CBR 1000 RR FCC-TSR Zip-FM 2007 Suzuki GSX-R 1000 Yoshimura Suzuki with Jomo 34 2008 Honda CBR 1000 RR Dream Honda Racing Team 11 2009 Suzuki GSX-R 1000 Yoshimura Suzuki with Jomo 2010 Honda CBR 1000 RR MuSASHi RT HARC-PRO 2011 Honda CBR 1000 RR F.C.C. TSR Honda 2012 Honda CBR 1000 RR F.C.C. TSR Honda 2013 Honda CBR 1000 RR MuSASHi RT HARC-PRO 2014 Honda CBR 1000 RR MuSASHi RT HARC-PRO 2015 Yamaha YZF-R 1 Yamaha Racing Team 2016 Yamaha YZF-R 1 Yamaha Factory Racing Team 2017 Yamaha YZF-R 1 Yamaha Factory Racing Team 2018 Yamaha YZF-R 1 Yamaha Factory Racing Team 2019 Kawasaki Ninja ZX-10RR Kawasaki Racing Team 2020 auf Grund der COVID-19-Pandemie von 19. Juli auf 1. November 2020 verschoben und am 12. August wegen Einreisebeschränkungen abgesagt 2021 auf Grund der Einreisebestimmungen nach Anstieg der Zahl der COVID-19-Infizierten in Japan nach den Olympischen Spielen abgesagt 2022 Honda CBR1000 RR-R SP Honda HRC 2023 Honda CBR1000 RR-R SP Honda Team HRC with Japan Post 2024 Honda CBR1000 RR-R SP Honda Team HRC with Japan Post 2025 Honda CBR1000 RR-R SP Honda HRC 2026 Honda CBR1000 RR-R SP Honda HRC
Rekordsieger Fahrer Fahrer Siege 1. 8 2. 5 3. 4 8. 3 Hersteller Hersteller Siege 1. 32 2. 8 3. 5 4. 2
Übertragung Im deutschsprachigen Raum überträgt der österreichische Sender ServusTV auf seiner Streaming-Plattform ServusTV On das komplette Rennen mit englischem Kommentar, ebenso wie die restlichen Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft.
Weblinks
Offizielle Webseite (japanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Motorradrennen Kategorie:Motorsportwettbewerb in Japan Kategorie:Sportveranstaltung in Suzuka Kategorie:Erstveranstaltung 1978 Kategorie:Suzuka International Racing Course