mini|323x323px|Hauptcampus, Gilman Hall mini|Die George Peabody Library mini|Die John Work Garrett Library mini|alt=|Die Eisenhower Library der JHU, Homewood Campus
Die Johns Hopkins University (JHU, ) ist eine private Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Die Spitzenuniversität, die Forschung und Lehre nach dem Vorbild deutscher Universitäten, insbesondere nach dem Modell der Universität Heidelberg, vereinte, wurde am 22. Februar 1876 gegründet. Ihren Namen erhielt sie von dem Geschäftsmann Johns Hopkins, der zur Gründung der Universität und des Johns Hopkins Hospitals bei seinem Tod 1873 ein Erbe von sieben Millionen US-Dollar hinterließ.
Insgesamt sind mit der Universität bis dato 39 Nobelpreisträger und ein Fields-Medaillen-Preisträger verbunden. Die Universität wird in den gängigen internationalen Hochschulrankings jeweils den 20 respektive 10 besten Universitäten der Welt zugerechnet und zählt zu den prestigeträchtigsten Hochschulinstitutionen des Landes.
Akademisches Profil Forschung und Lehre Die JHU ist eine Spitzenuniversität mit hohem Ranking, die aufgrund ihrer Gründungsgeschichte eine führende Rolle in den Bereichen Medizin, Gesundheitswissenschaften und internationaler Politik einnimmt. Sie liegt an dritter Stelle der meistzitierten Forschungsinstitutionen weltweithttp://sciencewatch.com/inter/ins/09/09Top20Overall/ und wird in Hochschulrankings regelmäßig unter den 20 besten Universitäten der Welt geführt.Times Hochschulranking Obwohl sie nicht zu den Universitäten der sogenannten Ivy League zählt, gehört sie dennoch zu den renommiertesten Universitäten des Landes. Ihre Medical School und die Bloomberg School of Public Health gelten als weltweit führende Einrichtungen für Medizin und Public Health. Gleiches gilt für die School of Advanced International Studies (SAIS) in Washington, D.C. und Bologna für den Bereich der internationalen Politik und Wirtschaftswissenschaften. Die Klinik der medizinischen Fakultät, das Johns Hopkins Hospital, steht im jährlichen Krankenhaus-Ranking des Wochenmagazins U.S. News & World Report seit etwa 20 Jahren auf Platz 1.http://health.usnews.com/health-news/best-hospitals/articles/2010/07/14/best-hospitals-2010-11-the-honor-roll.html
Etwa 35 – nach den strengeren Kriterien der JHU selbst nur 25 – in irgendeiner Form als Alumni oder Lehrer mit ihr assoziierte Personen erhielten bisher einen Nobelpreis. Dazu zählen James Franck und Adam Riess (Nobelpreise für Physik), Joseph Erlanger (Nobelpreis für Medizin), Bernard Lown stellvertretend für die Organisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs) und Woodrow Wilson (Friedensnobelpreise), Richard Stone und Simon Kuznets (Nobelpreise für Wirtschaft) sowie J. M. Coetzee, der hier als Gastprofessor tätig war (Nobelpreis für Literatur). abgerufen am 30. August 2012
Beispielsweise wurde an der JHU in den 1930er Jahren das Prinzip der Defibrillation des Herzens durch Stromstöße erkannt und setzt hier 1950 die Entwicklung eines Defibrillators zur Verwendung bei geschlossenem Brustkorb ein.
Die Hochschule ist Gründungsmitglied der Association of American Universities, einem seit 1900 bestehenden Verbund führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten.
Die Universität hatte im Jahr 2007 mit 1,554 Milliarden US-Dollar die höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung unter den US-amerikanischen Universitäten.
Im Frühjahr 2020 erlitt die Universität bis einschließlich Juni 2020 Verluste in Höhe von über hundert Millionen Dollar, nachdem sie den Großteil des Campus-Lebens, des Forschungsprogramms und der medizinischen Eingriffe im Zuge der Pandemie eingestellt hatte.
Coronavirus Resource Center Nachdem die Johns-Hopkins-Universität bereits im Oktober 2019 das Planspiel Event 201 zur weltweiten Ausbreitung eines neuartigen Corona-Virus veranstaltet hatte,Franziska Dzugan: Herrin der Zahlen Profil, 5. Mai 2020.Pandemie-Planspiele. Corona-Krise: Hätten wir besser vorbereitet sein können? Deutschlandfunk Nova, 23. April 2020.Johns Hopkins Center for Health Security, Weltwirtschaftsforum und Bill & Melinda Gates Foundation veranstalten Pandemiebereitschaftsübung mit Livestreaming Business Wire, 16. Oktober 2019. veröffentlicht das Coronavirus Resource Center des Bereiches Johns Hopkins Medicine seit dem ersten nachgewiesenen Covid-19-Fall in den Vereinigten Staaten am 22. Januar 2020Lungenkrankheit aus China: Erster Coronavirus-Fall in den USA tagesschau.de, 22. Januar 2020. eine Weltkarte, auf der die Coronavirus-Infektionen in 180 Ländern dargestellt werden, um Forschern, staatlichen Gesundheitsämtern und der Öffentlichkeit ein benutzerfreundliches Werkzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem sich der Ausbruch in Echtzeit verfolgen lässt.Carla Bleiker: Johns Hopkins University: Die Corona-Experten Deutsche Welle, 8. April 2020. Die Zahlen für Deutschland stammen von drei verschiedenen deutschen Onlinemedien: der Berliner Morgenpost, Zeit Online und dem Tagesspiegel, die diese Daten wiederum in einem teilweise automatisierten Prozess direkt bei den Gesundheitsämtern, Ministerien und Staatskanzleien von einem Think Tank abrufen lassen.Alexei Makartsev: Johns Hopkins University nutzt Coronavirus-Daten von Risklayer aus Karlsruhe Badische Neueste Nachrichten, 8. April 2020. Die Landesbehörden stehen in der offiziellen Meldekette ( IfSG) noch vor dem Robert Koch-Institut und stellen die Zahlen der laborbestätigten Neuerkrankungen meist schneller zur Verfügung.J. Becker, R. Hollstein, M. Milatz: Daten zur Corona-Pandemie: Woher die Johns-Hopkins-Zahlen stammen tagesschau.de, 3. April 2020.Julia Merlot, Marcel Pauly: Statistikprobleme beim Coronavirus: Die große Meldelücke Der Spiegel, 24. März 2020. Da es für Genesene und Todesfälle keine Meldepflicht gibt, beruhen diese Angaben auf Schätzungen.
Die Statistik des Coronavirus Resource Centers wird wiederum von den Gesundheitsbehörden vieler Länder und von Medien zur Darstellung der Verbreitung der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten COVID-19-Krankheit benutzt. Die JHU hat die Datenerhebung am 10. März 2023 eingestellt.
Center for Systems Science and Engineering Hierzu gehört auch das Center for Systems Science and Engineering (CSSE), einem multidisziplinären Ansatz zur Modellierung, Verständigung und Optimierung von Systemen lokaler, nationaler und globaler Bedeutung. Dazu gehören Medizin, Gesundheitszustand, nationale Infrastruktur, Informationssicherheit, Katastrophenreaktion und Bildung. Neben der Fakultät aus verschiedenen Ingenieurwissenschaften nutzt CSSE das Know-how von Forschern aus den Schulen der Medizin, der öffentlichen Gesundheit, Pflege, Kunst und Wissenschaften, Wirtschaft und Bildung; und von JHUs angewendetem Physik-Labor, bereits eines der führenden Zentren des Systems der Nation.About CSSE. Abgerufen am 8. Mai 2021. Es betreibt unter anderem das COVID-19-Dashboard.COVID-19 Dashboard by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University (JHU). Abgerufen am 8. Mai 2021.
Organisation Es gibt akademische Institute, verteilt auf vier Standorte: Homewood Campus (im Norden Baltimores): Zanvyl Krieger School of Arts and Sciences Whiting School of Engineering – Center for Systems Science and Engineering (CSSE) School of Professional Studies in Business and Education East Baltimore Campus (im Osten Baltimores): School of Medicine und Johns Hopkins Hospital Bloomberg School of Public Health – Johns Hopkins Center for Health Security (JHCHS) School of Nursing Mount Vernon Place (im Stadtzentrum von Baltimore): Carey Business School The Peabody Institute (School of Music) Paul H. Nitze School of Advanced International Studies (SAIS) in Washington, D.C. Diese Graduate-School verfügt zudem über einen Campus in Bologna (das SAIS Bologna Center) sowie über eine Außenstelle in Nanjing, China.
Des Weiteren sind noch folgende (Forschungs-)Einrichtungen angeschlossen: Applied Physics Laboratory (zwischen Baltimore und Washington) Bayview Medical Center Charles S. Singleton Center at the Villa Spelman Downtown Center in Baltimore European Office in Berlin Johns Hopkins Singapore Washington, D.C. Area Campuses Biomedical Informatics Research Network (BIRN) American Institute for Contemporary German Studies
Zahlen zu den Studenten und den Dozenten Im Herbst 2021 waren 32.049 Studenten an der JHU eingeschrieben. Davon strebten 6.132 (19,1 %, ein ungewöhnlich kleiner Anteil) ihren ersten Studienabschluss an, sie waren also undergraduates. Von diesen waren 55 % weiblich und 45 % männlich; 26 % bezeichneten sich als asiatisch, 8 % als schwarz/afroamerikanisch, 18 % als Hispanic/Latino, 26 % als weiß und weitere 13 % kamen aus dem Ausland. 25.917 (80,9 %) und damit die meisten der Studenten arbeiteten auf einen weiteren Abschluss hin, sie waren graduates. Es lehrten 3.935 Dozenten an der Universität, davon 3.857 in Vollzeit und 78 in Teilzeit.
Im Herbst 2020 waren 28.890 Studenten eingeschrieben. Davon waren 6.331 (21,9 %) undergraduates. Von diesen waren 55 % weiblich und 45 % männlich; 26 % bezeichneten sich als asiatisch und 16 % als Hispanic/Latino. 22.559 (78,1 %) waren graduates. 2010 waren an der Hochschule 19.019 Studenten eingeschrieben, 2018 waren es 22.686.
Vermögen Das Stiftungsvermögen der JHU hatte Mitte 2023 einen Wert von 10,54 Milliarden US-Dollar, 27,8 % mehr als im Vorjahr. Damit lag die Universität 2023 auf Platz 16 der vermögendsten Hochschulen der USA und Kanadas. +Jahr Vermögen Veränderungzum Vorjahr Rang2017 3,845 Mrd. $ 2018 4,325 Mrd. $ + 12,5 % 252019 6,276 Mrd. $ + 49,77 % 212020 6,750 Mrd. $ + 7,56 % 212021 9,315 Mrd. $ + 38,0 % 182022 8,244 Mrd. $ − 11,50 % 202023 10,539 Mrd. $ + 27,8 % 16
Sport Die Sportteams werden die Blue Jays (Blauhäher) genannt. Die Hochschule ist Mitglied in der Centennial Conference. Besonders erfolgreich ist das Lacrosse-Team.
Präsidenten Daniel Coit Gilman (1875–1901) Ira Remsen (1901–1914) Frank Johnson Goodnow (1914–1929) Joseph Sweetman Ames (1929–1935) Isaiah Bowman (1935–1948) Detlev Wulf Bronk (1949–1953) Lowell Reed (1953–1956) Milton S. Eisenhower (1956–1967) Lincoln Gordon (1967–1971) Milton S. Eisenhower (1971–1972) Steven Muller (1972–1990) William C. Richardson (1990–1995) Daniel Nathans (1995–1996) William R. Brody (1996–2008) Ronald J. Daniels (seit 2009)
Absolventen (Auswahl) Zu den Absolventen zählen führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik (u. a. ein Präsident der Vereinigten Staaten), Kunst und Kultur aus aller Welt:
Spiro T. Agnew (1918–1996), US-amerikanischer Politiker und Vizepräsident Peter Agre (* 1949), Molekularbiologe und Nobelpreisträger Madeleine Albright (1937–2022), erste weibliche Außenministerin der Vereinigten Staaten Michael Bloomberg (* 1942), Unternehmer und Bürgermeister von New York City Chen Chien-jen (* 1951), Vizepräsident von Taiwan William Chomsky (1896–1977), Hebraist (Vater von Noam Chomsky) J. M. Coetzee (* 1940), Autor und Nobelpreisträger Wes Craven (1939–2015), Filmregisseur Joseph Erlanger (1874–1965), Physiologe und Nobelpreisträger Gladys Dick (1881–1963), US-amerikanische Medizinerin, Pathologin und Mikrobiologin John Charles Fields (1863–1932), Mathematiker und Initiator der Fields-Medaille Robert Fogel (1926–2013), Ökonom und Nobelpreisträger Andrew Fire (* 1959), Mediziner und Nobelpreisträger Edmund C. Lynch (1885–1938), Bankier und Mitgründer von Merryl-Lynch Ray Mabus (* 1948), US-amerikanischer Politiker und Marinesekretär unter Barack Obama John E. McLaughlin (* 1942), Geheimdienstler und Präsident der CIA Adam Riess (* 1969), Astronom und Nobelpreisträger Martin Rodbell (1925–1998), Biochemiker und Nobelpreisträger Francis Peyton Rous (1879–1970), Pathologe und Nobelpreisträger Hamilton O. Smith (1931–2025), Biochemiker und Nobelpreisträger Gertrude Stein (1874–1946), Autorin und Salonnière