Die Pazifische Taifunsaison 2007 dauerte vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007, obwohl sich die meisten Zyklone im nordwestlichen Pazifischen Ozean zwischen Mai und November bilden.

Tropische Stürme, die sich auf der Nordhalbkugel im Pazifischen Ozean westlich der Datumsgrenze bildeten, nennt man Taifune. Die sich 2007 im Pazifischen Ozean östlich der Datumsgrenze und nördlich des Äquators gebildeten Hurrikane sind Gegenstand der Pazifischen Hurrikansaison 2007. Tropische Stürme, die sich im Bereich des westlichen Pazifischen Ozeanes bilden, werden durch die Japan Meteorological Agency (JMA) mit einem Namen versehen. Tropische Tiefdruckgebiete in diesem Becken erhalten das Suffix „W“ zu der laufenden Nummerierung durch das Joint Typhoon Warning Center. Tropische Systeme, die sich im Verantwortungsbereich der Philippinen bilden oder in diesen hineinwandern, erhalten einen Namen durch die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA). Dies kann dazu führen, dass Stürme zwei verschiedene Namen haben.

Saisonprognosen +Vorhersagen der tropischen Aktivität während der Saison 2007QuelleDatumGesamtTCsBenanntstormsTaifunCityUHKDurchschnitt (1950–2000) 31 27 17CityUHK23. April 2007 28 25 14CityUHK24. Juni 2007 27 24 14Tatsächliche Aktivität (JTWC)Bei der Nachanalyse wurde 06W durch das JTWC vom tropischen Sturm zum Tiefdruckgebiet abgestuft. 27 22 15Tatsächliche Aktivität (JMA) 24 14

Seit der Taifunsaison 2000 veröffentlicht das Institut für atmosphärische Forschungen an der City University of Hong Kong Vorhersagen über die zu erwartende Zahl tropischer ¨Tiefdruckgebiete, benannter Stürme und Taifun in einer Saison. Die Prognosen werden im April und Juni bekannt gegeben.

Demnach wurde im April 2007 ein leicht unterdurchschnittlicher Saisonverlauf prognostiziert. Eine durchschnittliche Saison hat nach den Angaben der Universität 31 tropische System, davon werden 27 Stürme durch die JMA benannt und 17 davon werden zu Taifunen. Die April-Prognose ging von 28 Systemen insgesamt, 25 benannten Stürmen und 14 Taifunen aus. In der Aktualisierung vom Juni 2007 wurden die Werte korrigiert: 27 tropische Systeme, 24 benannte Stürme und 14 Taifun.

Saisonverlauf Von der Anzahl der Stürme her war der Saisonverlauf 2007 durchschnittlich; sie war dennoch ungewöhnlich, weil die Zahl der Opfer mit 160 getöteten Personen und die Gesamtsumme der Sachschäden mit 1,6 Milliarden US-Dollar relativ niedrig war. 2007 bildete sich nur ein Taifun der höchsten Kategorie, was – allerdings mit mehreren weiteren Jahren – die niedrigste Zahl seit 1950 ist, als sich gar kein Sturm dieser Intensität bildete.

Stürme Die Windgeschwindigkeiten, die durch das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) und die JMA ermittelt werden, weichen für die folgenden Stürme oft voneinander ab, da das JTWC bei der Messung der anhaltenden Winde das in den Vereinigten Staaten übliche Kriterium eines einminütigen Mittelwertes anwendet, während durch die JMA der Mittelwert aus einer zehnminütigen Beobachtungsreihe verwendet wird. Dieser führt im Allgemeinen zu einer niedrigeren Windgeschwindigkeit. In Windbeschreibungen des JTWC erscheint deswegen ein und derselbe Sturm im Vergleich zur Beurteilung durch die JMA stärker.

Taifun Kong-rey

Am 26. März identifizierte das Joint Typhoon Warning Center ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet im westlichen Nordpazifik. Es wanderte in westnordwestlicher Richtung und gewann in den darauffolgenden paar Tagen langsam an Organisation. Durch die Japan Meteorological Agency (JMA) wurde das Tief am 30. März als tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert. Am nächsten Tag gab das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) einen Tropical Cyclone Formation Alert aus, da sich die Zirkulation des Systems in Nähe der Wasseroberfläche stark verbessert hatte. Die ersten Warnungen gab das JTWC zum Tropischen Tiefdruckgebiet 01W am späten Abend (Ortszeit) aus. Als sich das Tief weiter verstärkte, stufte es das JTWC zum ersten tropischen Sturm der Saison. Die JMA folgte umgehend und vergab den Namen Kong-rey. Dieser Name wurde von Kambodscha vorgeschlagen und bezieht sich auf eine Figur in einer Sage der Khmer und ist auch der Name eines Berges.

Kong-rey fuhr fort, sich besser zu organisieren und intensivierte sich am nächsten Morgen (Ortszeit) zu einem schweren tropischen Sturm. Das JTWC stufte den Sturm am 2. April zu einem Taifun hoch. Nachdem das System eine etwas mehr polwärts gerichtete Bahn zu den nördlichen Marianen einschlug, gab der National Weather Service in Guam bekannt, dass auf der Insel keine Schaden verursachenden Winde zu erwarten seien. Andernorts auf den Marianen wurden in Erwartung des Taifuns Vorsorgemaßnahmen ergriffen und Flüge gestrichen. Kong-rey zog am 3. April frühmorgens über die Inseln hinweg. Durch die JMA wurde Kong-rey zu einem Taifun aufgestuft, als das System am Nachmittag ein Auge bildete. Der Taifun verstärkte sich geringfügig, bevor er auf Windscherungen und eine kühlere Oberflächenwassertemperatur traf und deswegen am 4. April zu einem schweren tropischen Sturm zurückgestuft wurde. Als Kong-rey seine Vorwärtsgeschwindigkeit nach Nordosten steigerte, begann die Umwandlung in ein außertropisches System und am Morgen des 5. Aprils gab das JTWC seine letzte Warnung aus. Die JMA verkündete ihre letzte Warnung am Morgen des 6. Aprils, nachdem der Sturm vollständig außertropisch geworden war. Der Sturm verursachte weder Personenschäden noch wesentliche Sachschäden.

Taifun Yutu (Amang)

Am 17. Mai führte eine erkennbar besser werdende Organisierung in einer tropischen Störung südsüdöstlich von Guam zu Dvorak-Berechnungen durch die Air Force Weather Agency, die einer Windgeschwindigkeit von 45 Knoten entsprachen. Einige Stunden später klassifizierte die Japan Meteorological Agency das System als ein tropisches Tiefdruckgebiet und durch das JTWC wurde ein TCFA ausgelöst. Am darauffolgenden Tag begann die JMA, vollwertige Wetterwarnungen zu dem System zu erstellen. Das System entwickelte sich langsam und bewirkte die Ausgabe eines zweiten TCFA, in welchem das JTWC „ein zunehmend besser-definiertes Zirkulationszentrum in niedriger Höhe“ feststellte. Das JTWC erklärte das System aufgrund von Intensitätsschätzungen anhand von Satellitenauswertungen und QuikSCAT um 12:00 Uhr UTC zum Tropischen Tiefdruckgebiet 02W.

Als sich das System weiter intensivierte, wurde das System 02W am 17. Mai durch die JMA zum Tropischen Sturm Yutu aufgestuft. Der Name Yutu wurde von China vorgeschlagen und bezieht sich auf einen Hasen in einer chinesischen Fabel. Das JTWC folgte drei Stunden später mit der Aufstufung zum Tropischen Sturm 02W, als das Zentrum schnell nach Westen auf die Yap-Inseln zuzog. warnungen vor einem tropischen Sturm wurden für den größten Teil Mikronesiens ausgelöst, diese wurden aber später widerrufen, nachdem Yutu schnell vorübergezogen war.

Yutu nahm dann eine Wendung nach Nordwesten und trat am 18. Mai in das Verantwortungsgebiet von PAGASA ein, als das System die Stärke eines schweren tropischen Sturmes erreichte. Pagasa teilte den Namen Amang zu. Später an diesem Tag wertete das JTWC Yutu zu einem Taifun auf, nachdem ein Auge ausgemacht worden war und durch die JMA wurde dieser Schritt um 18:00 Uhr UTC vollzogen, nachdem Yutu die Intensivierung fortsetzte. Der Taifun drehte nun in Richtung Iwojima und begann eine rapide Intensivierung mit „erweiterter polwärts gerichteter Ausströmung und leichten vertikalen Scherwinden“. Yutu erreichte den Höhepunkt am Abend des 20. Mai mit einer Intensität, die äquivalent zu einem starken Kategorie-4-Hurrikan war und knapp unterhalb der Aufstufung zu einem Supertaifun blieb.

Trotzdem Yutu über kühleres Wasser wanderte, behielt er auch dank seiner stark polwärts gerichteten Ausströmung eine hohe Intensität und das Auge hatte am Morgen des 21. Mai einen Durchmesser von 20 Seemeilen (etwa 37 km). Yutu begann dann, sich bei der Überquerung von Okinotorishima stufenweise abzuschwächen und drehte bei Erreichen von Iwojima im Tagesverlauf nach Nordosten ab. Die Spitzenwindgeschwindigkeiten auf Iwojima wurden gegen 15:00 Uhr UTC mit 66 Knoten (122 km/h) gemessen und einige dauerhafte Böen erreichten bis zu 104 Knoten (193 km/h). Der minimale Luftdruck im Zentrum des Sturmes wurde mit 976 hPa aufgezeichnet. Anschließend begann der Übergang zu einer außertropischen Zyklone und das JTWC gab am Morgen des 22. Mai seine letzte Warnung zu Yutu aus. Durch die JMA wurde deren letzte Warnung einen Tag später veröffentlicht, als die Umwandlung in ein außertropisches System abgeschlossen war.

Tropischer Sturm Toraji

Ein Gebiet mit einer Wetterstörung bildete sich am 2. Juli im Südchinesischen Meer und konsolidierte sich stufenweise über die nächsten beiden Tage hinweg, als es west-nordwestwärts zog. Ein Tropical Cyclone Formation Alert wurde durch das Joint Typhoon Warning Center am Morgen des 4. Juli ausgegeben und etwas später an dem Tag wurde die Störung direkt zu einem tropischen Sturm klassifiziert, als es sich etwa südöstlich von Hainan befand. Der Landfall auf der Insel ereignete sich kurz darauf. Nach chinesischen Angaben hatte sich am Morgen des 4. Juli ein tropisches Tiefdruckgebiet gebildet, dessen Landfall auf der Insel am selben Nachmittag mit maximalen andauernden Winden bei 15 m/s (55 km/h) erfolgte. und dessen Luftdruck auf 988 hPa abgefallen war, das zwei Tage später erneut über die Insel hinwegzog. Als Reaktion auf den Sturm wurden in Guangxi mehr als 147.000 Personen evakuiert.

Die Japan Meteorological Agency setzte das Tiefdruckgebiet am Morgen des 5. Juli zum Tropischen Sturm Toraji hoch, als dieser sich im Golf von Tonkin befand. Der Name Toraji wurde durch Nordkorea beigetragen und bezieht sich auf die Ballonblume, eine Zierpflanze.

Über dem Golf von Tonkin intensivierte sich das System nicht wesentlich. Durch die JMA wurde der niedrigste Luftdruck des Systems mit 994 hPa festgestellt und der Sturm als minimaler tropischer Sturm aufgezeichnet. Nach dem Landfall in Vietnam gegen 12:00 Uhr UTC gab das JTWC seine letzte Warnung zu Toraji aus, und die JMA folgte damit eine kurze Zeit später.

Taifun Man-yi (Bebeng)

Das Naval Research Laboratory begann am 4. Juli, die Bahn einer Wetterstörung knapp nördlich des Äquators zu verfolgen. Das Zentrum der Zirkulation und die umgebende Konvektion begannen Form anzunehmen, obwohl sich das System im Grenzbereich zu einer Hochdruckzone befand und moderate vertikale Windscherung vorlag. Der Luftdruck fiel um weniger als 0,5 hPa, während das System am 6. Juli westwärts zog. Am Morgen des 7. Juli führte die Japan Meteorological Agency (JMA) das System als ein schwaches tropisches Tiefdruckgebiet, und einige Stunden später gab das Joint Typhoon Warning Centre einen Tropical Cyclone Formation Alert aus, als das Tief sich konsolidierte und eine Bandstruktur ausbildete und gleichzeitig die Bedingungen in der Höhe für eine Entwicklung des Systems vorteilhafter wurden. mini|150px|Taifun Man-yi über Okinawa