mini|Petra Schmidt-Schaller, 2010 Petra Schmidt-Schaller (* 28. August 1980 in Magdeburg)Geburtsort laut Profil ihrer Agentur, abgerufen am 18. Oktober 2017 ist eine deutsche Schauspielerin. Sie stammt aus einer Schauspielerfamilie und wurde, nach ihrem Schauspielstudium und ersten Arbeiten am Theater, 2007 durch eine Hauptrolle im Kinofilm Ein fliehendes Pferd bekannt. Neben weiteren Kinoarbeiten ist sie vor allem in Hauptrollen von Fernsehfilmen und Mehrteilern zu sehen, darunter sechs Tatort-Folgen als Ermittlerin Katharina Lorenz und die Miniserie Die Toten von Marnow, und erhielt dafür wiederholt Schauspielpreise.
Leben und Wirken Kindheit und Jugend Petra Schmidt-Schaller ist die Tochter des als ostdeutscher Fernsehkrimi-Ermittler bekannt gewordenen Schauspielers Andreas Schmidt-Schaller und der Schauspielerin, Regisseurin und Schauspielprofessorin Christine Krüger. Sie hat einen Bruder, Thomas Schmidt-Schaller (* 1967), und sie ist die Halbschwester der Schauspieler Tom Radisch (* 1982) und Matti Schmidt-Schaller (* 1996). Im Säuglingsalter kam sie mit ihren Eltern nach Ost-Berlin und wuchs dort im Bezirk Prenzlauer Berg auf. Schon früh lernte sie auch sehr prominente Kollegen ihrer Eltern kennen und stellte fest, „dass alle nur mit Wasser kochen“. Als Schauspielerkind zunächst vom rauen Ton der häuslichen Diskussionen über den Berufsalltag abgeschreckt, entdeckte sie ihre Liebe zur Schauspielerei erst während eines Jahres als Austauschschülerin in den USA 1997–1998, als sie sich zur Teilnahme am Theaterkurs ihrer High School überreden ließ.Petra Schmidt-Schaller in einem Bericht der rbb-Fernsehsendung Stilbruch vom 4. Dezember 2008.Petra Schmidt-Schaller in einem Bericht der MDR-Sendung Artour vom 29. Januar 2009 Im Jahr 2000 legte sie am Heinrich-Schliemann-Gymnasium Berlin ihr Abitur ab.
Studium und erste Theaterengagements Von 2001 bis 2005 studierte Petra Schmidt-Schaller Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, an deren Vorgängerinstitution bereits ihre Eltern gemeinsam studiert hatten. Im Rahmen des dort üblichen Hauptstudiums in ausgewählten Theatern wechselte sie von 2003 bis 2005 ans Schauspielstudio des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Gemeinsam mit ihren Studienkollegen wurde sie beim Schauspielschultreffen 2004 in Hannover mit einem Ensemblepreis der Bundesbildungsministerin für die Aufführung von Fritz Katers Zeit zu lieben, Zeit zu sterben ausgezeichnet. Parallel zur Ausbildung erhielt sie ein Engagement am Großen Haus des Nationaltheaters. So spielte sie im dritten Studienjahr die Hermia in Ein Sommernachtstraum und die weibliche Titelrolle neben Romeo-Darsteller Patrick Güldenberg in Georg Schmiedleitners Inszenierung von Romeo und Julia.Ulf Manhenke: Romeo und Julia – Studenten des 3. Studienjahres spielen Titelrollen am Staatsschauspiel Dresden und am Deutschen Nationaltheater Weimar, in: MT-Journal, Zeitschrift der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, Nr. 17, Juni 2004, Seite 33 In Thomas Thiemes Inszenierung von drei Teilen der modernen Shakespeare-Adaption Schlachten!Aufgeführt unter dem Titel Margaretha. Eddy. Dirty Rich. verkörperte sie 2005 die zentrale Figur Margaretha di Napoli. Weitere Rollen in Weimar waren die Desirée in Werner Schwabs Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos und die Clarice in Goldonis Der Diener zweier Herren.
Nach dem Studienabschluss als Diplom-Schauspielerin folgte 2005 ein Gastengagement an den Städtischen Bühnen Osnabrück, wo sie die Carol in Tennessee Williams’ Orpheus steigt herab und die Neasa bei der deutschsprachigen Erstaufführung von Conor McPhersons Shining City spielte.
Film und Fernsehen Bereits 2003 war die damalige Schauspielstudentin in der Folge Tödliche Falle aus der Fernsehserie SOKO Leipzig zu sehen. Als Freundin eines Kriminellen wurde sie von Kriminalhauptkommissar Trautzschke verhört, dargestellt von ihrem Vater. Ihre erste Rolle in einem abendfüllenden Kinospielfilm hatte Petra Schmidt-Schaller im Sommer 2005 als liebeshungrige, exaltierte Schauspielerin Ada in der prominent besetzten, aber wenig erfolgreichen Beziehungskomödie Reine Formsache. Es folgte ein Kurzauftritt als Rosa Teuber in Jo Baiers Fernsehfilm Nicht alle waren Mörder. Im Frühjahr 2006 spielte sie ihre erste Kino-Hauptrolle als ehrgeizige Nachwuchspolizistin Ulla im Roadmovie Balkan Traffic – Übermorgen Nirgendwo, das erst Ende 2008 in wenigen Kinos lief.
Ihren ersten großen Erfolg konnte Petra Schmidt-Schaller mit der im September 2007 angelaufenen Literaturverfilmung Ein fliehendes Pferd verzeichnen. Über ein Casting kam die Newcomerin ins Darsteller-Quartett mit den etablierten Größen Ulrich Noethen, Katja Riemann und Ulrich Tukur. Sie spielte die verführerische Helene, die junge Geliebte des in der Midlife-Crisis steckenden, von Tukur dargestellten Klaus Buch. Für ihre Leistung wurde sie mit dem Bayerischen Filmpreis 2007 als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Die Laudatio feierte sie als „überraschendste Neuentdeckung im hervorragenden Schauspielerensemble“, die „mit überzeugender Leichtigkeit Naivität und Unbedarftheit mit Anmut und Erotik“ verbinde und „mit ihrem harmonischen Spiel im Kreis der vier Protagonisten ganz wesentlich zum Erfolg dieser fesselnden Literaturverfilmung“ beitrage., abgerufen am 11. November 2015 Der Film brachte ihr Nominierungen für weitere Preise ein, zudem die Aufnahme in die Vorauswahl für den 58. Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste darstellerische Leistung – weibliche Nebenrolle. (PDF; 293 kB). Die Vorauswahl ist die Vorstufe zur Nominierung und nicht mit dieser zu verwechseln.
mini|Mit Eva Mattes (Mitte) und Sebastian Bezzel bei der Premiere des Tatorts Bluthochzeit auf dem Filmfest Hamburg 2009 mini|Premiere des Fernsehfilms Das geteilte Glück beim Filmfest München 2010. Schmidt-Schaller mit Udo Wachtveitl, Andreas Warmbrunn und Rüdiger Klink 2007 war Schmidt-Schaller an drei Produktionen fürs ZDF beteiligt: In der Folge Bernie von SOKO Leipzig (Erstausstrahlung Oktober 2008) spielte sie eine depressive Patientin einer psychiatrischen Klinik, die schließlich als Mörderin überführt wird. Im zweiten Teil des Dokudramas Die Wölfe erhielt sie ebenso eine Nebenrolle wie in der Familienkomödie Das Beste kommt erst, aus der bis 2015 eine vierteilige Filmreihe entstand. Darin wurde sie erneut von Rainer Kaufmann besetzt, dem Regisseur von Ein fliehendes Pferd.
In Nacht vor Augen, dem im Forum der Berlinale 2008 uraufgeführten, mehrfach preisgekrönten Debütfilm der Regisseurin Brigitte Maria Bertele, war Schmidt-Schaller in einer Hauptrolle als die Freundin eines von Hanno Koffler dargestellten, aus Afghanistan traumatisiert zurückgekehrten Bundeswehrsoldaten zu sehen.
Die im Jahr 2008 auf den Bahamas und in Berlin entstandene ProSieben-Neuverfilmung von Der Seewolf zeigte Petra Schmidt-Schaller an der Seite von Thomas Kretschmann und Florian Stetter als die von den männlichen Hauptfiguren umkämpfte schiffbrüchige Schriftstellerin Maud Brewster. Die Erstausstrahlung des aufwändigen Zweiteilers im November 2008 erbrachte ihr größere Medienaufmerksamkeit.So erschien die Schauspielerin als Titelbild und Aufmacher der mit einer Auflage von über 9 Millionen Exemplaren meistverbreiteten deutschen Fernsehzeitschrift rtv . Ebenfalls 2008 fanden die Dreharbeiten für den Bodensee-Tatort Bluthochzeit des SWR mit Schmidt-Schaller in einer Hauptrolle statt. Sie spielte eine Braut, die auf dem Hochzeitsfest entführt wird und aufgrund der Verwicklung in kriminelle Machenschaften in Gefahr gerät.
In weiteren Fernsehfilm-Hauptrollen verkörperte sie sehr unterschiedliche Charaktere. Im ZDF-Sonntagsfilm Ein Sommer in Long Island, der Anfang 2009 in Südafrika gedreht wurde, war Schmidt-Schaller als „personifizierter Sonnenschein“Tilmann P. Gangloff: neben Marc Hosemann und Max von Thun zu sehen. Die Rolle in Thomas Freundners ARD-Sozialdrama Das geteilte Glück brachte ihr den erstmals verliehenen Deutschen Schauspielerpreis und eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2011 in der Kategorie Beste Schauspielerin ein. Als Freiburger Mutter, die in ärmlichen Verhältnissen das kurz nach der Geburt vertauschte Kind eines Anwalts aufzieht, spricht die Berliner Schauspielerin breiten badischen Regiolekt. Kritiker bescheinigten ihr anlässlich der Fernseh-Erstausstrahlung im Februar 2011 „überzeugendes“, „sehr berührendes“ Spiel,Sabine Schneider: Prekäre Verhältnisse. In: Stern TV-Magazin, Beilage zu Stern 5/2011 (Doppelseitige Titelgeschichte mit Porträt über Petra Schmidt-Schaller anlässlich der Erstausstrahlung von Das geteilte Glück) eine „herausragende, emphatische, glaubwürdige, wahrhaftige“ DarstellungArschgeweih oder Cellostunden, taz vom 2. Februar 2011, abgerufen am 15. November 2015 und „große Klasse“.Rainer Tittelbach: Fernsehfilm Das geteilte Glück, abgerufen am 4. Februar 2011 Auch ihre „ergreifende“,Tanjev Schultz: So ein schöner Mann, und dann Priester, sueddeutsche.de vom 28. November 2011. „fein nuancierte“Klaudia Wick: . In: Frankfurter Rundschau vom 28. November 2011 Darstellung einer trauernden Mutter an der Seite von Christian Berkel im ZDF-Krimi Das dunkle Nest wurde von der Kritik positiv hervorgehoben. Der Ende 2010 unter der Regie von Christine Hartmann gedrehte Film wurde 2011, wie ein Jahr zuvor Das geteilte Glück, beim Filmfest München uraufgeführt.
In Yasemin Şamderelis Ende 2009 parallel zu Das geteilte Glück entstandener Tragikomödie Almanya – Willkommen in Deutschland gehörte Schmidt-Schaller als Schwiegertochter einer türkischen Familie und Filmpartnerin von Denis Moschitto zum Hauptensemble. Almanya war der Auftakt zu einer Reihe von Kinofilmen, in denen die Schauspielerin meist größere Rollen erhielt. Zunächst nahm sie jedoch mit einem Kurzauftritt in dem Anfang 2010 in Berlin gedrehten Thriller Unknown Identity erstmals an einer internationalen Kino-Großproduktion teil: Als Grenzbeamtin fertigte sie dort Liam Neeson ab. Beide Filme liefen außer Konkurrenz im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2011 und waren im Kino Publikumserfolge.
Eine komödiantisch-dramatische Hauptrolle erhielt Schmidt-Schaller in Marcus H. Rosenmüllers von Mai bis Juli 2010 gedrehtem Kinofilm Sommer in Orange als Berliner Bhagwan-Anhängerin Amrita in der oberbayerischen Provinz der frühen 1980er-Jahre. Mehr als eine halbe Million Besucher sahen den Film nach seinem Kinostart im August 2011. In Löwenzahn – Das Kinoabenteuer, dem Film zur ZDF-Kinderserie Löwenzahn, übernahm sie als intriganter Vamp Cora neben Dominique Horwitz den Bösewicht-Part. In dem Psychodrama Unter Nachbarn spielte sie die weibliche Hauptrolle neben Maxim Mehmet und Charly Hübner.Offizielle Website zu Unter Nachbarn Der Film wurde im Hauptwettbewerb des Internationalen Filmfestivals Shanghai 2011 uraufgeführt.Als The Good Neighbour.