mini|In Blau der Oberwesterwaldkreis von 1886 bis 1932 innerhalb des heutigen Westerwaldkreises mini|In Blau der Oberwesterwaldkreis von 1932 bis 1974 innerhalb des heutigen Westerwaldkreises

Der Oberwesterwaldkreis war bis 1974 ein Landkreis in Rheinland-Pfalz. Seine Kreisstadt war Westerburg.

Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Landkreis Altenkirchen (Westerwald) (in Rheinland-Pfalz), an den Kreis Siegen (in Nordrhein-Westfalen), an den Dillkreis, den Oberlahnkreis und den Landkreis Limburg (alle in Hessen) sowie an den Unterwesterwaldkreis und an den Landkreis Neuwied (beide wiederum in Rheinland-Pfalz).

Geschichte Der Oberwesterwaldkreis entstand im Jahr 1867 nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen in Folge des Deutschen Krieges. Dabei wurde die Provinz Hessen-Nassau in die zwei Regierungsbezirke Kassel für das Kurfürstentum Hessen und Wiesbaden für das Herzogtum Nassau aufgeteilt. Die Regierungsbezirke wurden wiederum in Kreise unterteilt. Der Oberwesterwaldkreis hatte seinen Sitz bis 1932 in Bad Marienberg. 1886 schied das ehemalige nassauische Amt Rennerod aus dem Oberwesterwaldkreis aus und wurde Teil des neuen Kreises Westerburg.

Zum Zwecke von Einsparungen bei den öffentlichen Haushalten wurde am 1. Oktober 1932 in Preußen eine Kreisreform durchgeführt, bei der zahlreiche kleinere Kreise aufgelöst wurden. Die drei bestehenden Westerwaldkreise wurden zu zwei Kreisen zusammengefasst. Der Nordteil des Kreises Westerburg wurde dabei mit dem Oberwesterwaldkreis zu einem neuen Kreis zusammengeschlossen. Der ursprünglich für den neuen Kreis vorgesehene Name Westerburg wurde durch Beschluss des Preußischen Staatsministeriums vom 27. September 1932 in Oberwesterwaldkreis geändert.Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932, Preußische Gesetzsammlung 1932 S. 263Erlass des Preußischen Staatsministeriums vom 27. September 1932; Ministerialblatt für die preußische innere Verwaltung 1932, S. 1036 Westerburg wurde Kreisstadt.

1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau aufgeteilt, wobei der Oberwesterwaldkreis in die Provinz Nassau eingegliedert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kreis Teil der französischen Besatzungszone. Diese wurde später in mehrere Länder aufgeteilt, wobei der Oberwesterwaldkreis zu Rheinland-Pfalz kam. Der zuständige Regierungsbezirk war bis 1968 Montabaur und danach der Regierungsbezirk Koblenz.

Durch die 1969 beginnenden Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz verringerte sich die Zahl der Gemeinden des Kreises bis 1974 von ursprünglich 151 auf 115. Die Gemeinde Berod bei Hachenburg wechselte am 7. November 1970 aus dem Oberwesterwaldkreis in den Landkreis Altenkirchen. Gleichzeitig wechselte die Gemeinde Düringen aus dem Oberwesterwaldkreis in den Unterwesterwaldkreis und wurde dort nach Wölferlingen eingemeindet. Am 29. Januar 1971 wechselten auch die Gemeinden Niedersayn und Sainerholz in den Unterwesterwaldkreis.

Der Oberwesterwaldkreis fusionierte am 16. März 1974 mit dem Unterwesterwaldkreis zum Landkreis Westerwald. Dieser wurde bereits am 1. August 1974 in Westerwaldkreis umbenannt.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1871 34.906 1900 24.380 1910 27.343 1925 31.457 1939 56.969 1950 62.417 1960 64.900 1970 77.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1972 79.085

Persönlichkeiten Landräte 1867–1884Theodor Wißmann 1884–1888Eduard zur Nedden 1888–1896Friedrich Schlosser 1896–1905Robert Büchting 1905–1908Arthur von Lucke 1908–1918Heinrich Thon 1918–1928Werner Ulrici Dezember 1928 bis März 1929Theodor August Flesch 1929–1930Wilhelm von Nathusius 16. Februar 1931 bis 1932Ernst Beckmann 8. September 1933 bis 26. Juni 1940Karl Lorch September 1941 bis 1945Hans HauerPrivate Webseite von Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwaltenden Gebieten – Oberwesterwaldkreis, abgerufen am 8. Februar 2016. 1945–1956Franz Schneider 1956–1974Heinrich Lingens

Vertreter des Kreises im Nassauischen Kommunallandtag Von 1866 bis zur Verwaltungsreform 1885/86 waren jeweils zwei Vertreter des Kreises im Nassauischen Kommunallandtag vertreten. Danach wurde die Direktwahl eingeführt. Die vom Kreistag gewählten Mitglieder waren: Heinrich Bierbrauer (1868–1879) August Grimm (1868–1885) Friedrich Bayer (1873) Ferdinand Weber (1880) Wilhelm Baldus (1881–1886 (danach bis 1888 direkt gewählt)) Matthias Schürg (1885)

Gemeinden Der Landkreis umfasste zuletzt drei Städte und 112 Ortsgemeinden: Ailertchen Alpenrod Arnshöfen Astert Atzelgift Bad Marienberg, Stadt Bellingen Berod bei Wallmerod Berzhahn Bilkheim Bölsberg Borod Brandscheid Bretthausen Dreifelden Dreisbach Elbingen-Mähren Elsoff Enspel Ettinghausen Ewighausen Fehl-Ritzhausen Gehlert Gemünden Giesenhausen Girkenroth Großseifen Guckheim Hachenburg, Stadt Härtlingen Hahn bei Marienberg Hahn bei Wallmerod Halbs Hardt Hattert Heimborn Hellenhahn-Schellenberg Hergenroth Herschbach (Oberwesterwald) Heuzert Höchstenbach Höhn Hof Homberg Hüblingen Irmtraut Kaden Kirburg Kölbingen Kroppach Kuhnhöfen Kundert Langenbach bei Kirburg Langenhahn Lautzenbrücken Liebenscheid Limbach Linden Lochum Luckenbach Marzhausen Merkelbach Meudt Mörlen Mörsbach Molsberg Mudenbach Mündersbach Müschenbach Neunkhausen Neunkirchen Neustadt/Westerwald Niederahr Niederroßbach Nister Nister-Möhrendorf Nisterau Nistertal Norken Oberahr Oberrod Oberroßbach Pottum Rehe Rennerod Roßbach Rotenhain Rothenbach Salz Salzburg Seck Stahlhofen Steinebach an der Wied Stein-Neukirch Stein-Wingert Stockhausen-Illfurth Stockum-Püschen Streithausen Unnau Wahlrod Waigandshain Waldmühlen Wallmerod Weidenhahn Welkenbach Weltersburg Westerburg, Stadt Westernohe Wied Willingen Willmenrod Winkelbach Winnen Zehnhausen bei Rennerod Zehnhausen bei Wallmerod In den Jahren 1969 und 1971 verloren die folgenden Gemeinden ihre Eigenständigkeit: Altstadt, am 7. Juni 1969 zu Hachenburg Bach, am 7. Juni 1969 zu Nisterau Büdingen, am 7. Juni 1969 zu Nistertal Dahlen, am 7. Juni 1969 zu Meudt Düringen, am 7. November 1970 zu Wölferlingen Ehringhausen, am 1. Januar 1969 zu Meudt Eichenstruth, am 7. Juni 1969 zu Bad Marienberg Eisen, am 7. Juni 1969 zu Meudt Elbingen, am 7. Juni 1969 zu Elbingen-Mähren Emmerichenhain, am 7. Juni 1969 zu Rennerod Erbach, am 7. Juni 1969 zu Nistertal Gershasen, am 7. Juni 1969 zu Westerburg Hinterkirchen, am 7. Juni 1969 zu Langenhahn Hintermühlen, am 1. April 1969 zu Langenhahn Höhn-Urdorf, am 1. April 1969 zu Höhn Hölzenhausen, am 7. Juni 1969 zu Langenhahn Korb, am 7. Juni 1969 zu Unnau Langenbach, am 7. Juni 1969 zu Bad Marienberg Löhnfeld, am 7. Juni 1969 zu Liebenscheid Mähren, am 7. Juni 1969 zu Elbingen-Mähren Mittelhattert, am 7. Juni 1969 zu Hattert Mittelhofen, am 7. Juni 1969 zu Elsoff Neuhochstein, am 1. April 1969 zu Höhn Niederhattert, am 7. Juni 1969 zu Hattert Niedermörsbach, am 7. Juni 1969 zu Mörsbach Oberhattert, am 7. Juni 1969 zu Hattert Obermörsbach, am 7. Juni 1969 zu Mörsbach Obersayn, am 1. Mai 1969 zu Rothenbach Oellingen, am 1. April 1969 zu Höhn Pfuhl, am 7. Juni 1969 zu Nisterau Püschen, am 7. Juni 1969 zu Stockum-Püschen Sainerholz, am 20. März 1971 zu Ötzingen Sainscheid, am 7. Juni 1969 zu Westerburg Schmidthahn, am 7. Juni 1969 zu Steinebach Schönberg, am 1. April 1969 zu Höhn Stangenrod, am 7. Juni 1969 zu Unnau Stockum, am 7. Juni 1969 zu Stockum-Püschen Todtenberg, am 7. Juni 1969 zu Rotenhain Weißenberg, am 7. Juni 1969 zu Liebenscheid Wengenroth, am 7. Juni 1969 zu Westerburg Zinhain, am 7. Juni 1969 zu Bad Marienberg Die Gemeinde Rotenhain hieß bis 1937 Rotzenhahn und die Gemeinde Neuhochstein hieß bis 1927 Kackenberg.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WEB zugewiesen. Es leitet sich von der ehemaligen Kreisstadt Westerburg ab und wurde bis zum 31. August 1974 ausgegeben.

Weblinks

Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945: Oberwesterwaldkreis

Einzelnachweise

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