mini|300px|Kartenausschnitt mit dem ehemaligen Unterlahnkreis von 1905 mini|Karte des Unterlahnkreises im ehem. Kreishaus Diez Der Unterlahnkreis war bis zum Jahr 1969 ein Landkreis in Rheinland-Pfalz. Er wurde 1867 im Regierungsbezirk Wiesbaden der preußischen Provinz Hessen-Nassau gegründet. Seine Kreisstadt war Diez.
Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Unterwesterwaldkreis (in Rheinland-Pfalz), an die Landkreise Limburg und Untertaunuskreis (beide in Hessen) sowie an den Loreleykreis (wiederum in Rheinland-Pfalz).
Geschichte Entstehung Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Deutschen Krieg im Jahr 1866 wurden das Herzogtum Nassau, die ebenfalls eingegliederte Freie Stadt Frankfurt und einige Hessen-Darmstädtische Gebiete aufgrund der preußischen Verordnung vom 22. Februar 1867 dem Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet und dieser in zwölf Kreise eingeteilt.GenWiki: Regierungsbezirk Wiesbaden Die bisherigen nassauischen Ämter Diez, Limburg, Nassau und Nastätten bildeten den Unterlahnkreis. Sitz des Landratsamts war die Stadt Diez. Der Kreis umfasste in seiner ursprünglichen Abgrenzung sechs Städte sowie 115 Landgemeinden und hatte eine Fläche von 618,75 km² mit 63.891 Einwohnern.
Veränderungen Das Amt Limburg schied im Jahre 1886 aus dem Unterlahnkreis aus und wurde dem neu gebildeten Kreis Limburg zugeschlagen, zu dessen Kreisstadt Limburg erhoben wurde. Ferner wurde der westliche Teil des Amtes Nastätten dem neu geschaffenen Kreis Sankt Goarshausen zugeordnet. Nur der östliche Teil um Katzenelnbogen verblieb im verkleinerten Unterlahnkreis. Der Unterlahnkreis war damit nur noch 395 km² groß und umfasste 43.765 Einwohner in drei Städten und 80 Landgemeinden.
Die Gemeinde Becheln wechselte am 1. Oktober 1932 aus dem Unterlahnkreis in den Landkreis Sankt Goarshausen.
Während des Zweiten Weltkriegs von 1943 bis 1945 standen der Unterlahnkreis und der Kreis Limburg unter gemeinsamer Verwaltung, die in Limburg ihren Sitz hatte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Unterlahnkreis in der französischen Besatzungszone und fiel daher an das 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz, in dem er zusammen mit den drei übrigen ehemals hessisch-nassauischen Landkreisen Sankt Goarshausen, Unterwesterwaldkreis und Oberwesterwaldkreis den Regierungsbezirk Montabaur bildete. Der wiederum wurde im Jahr 1968 mit dem Regierungsbezirk Koblenz zusammengelegt.
Auflösung Im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform wurde der Unterlahnkreis am 7. Juni 1969 mit dem Loreleykreis zum Rhein-Lahn-Kreis vereinigt, zu dessen Kreisstadt die Kurstadt Bad Ems (vormals dem Unterlahnkreis zugehörig) auf Grund ihrer zentralen Lage bestimmt wurde.
Einwohnerentwicklung Datum Einwohner 1871 67.948 1900 44.359 1910 46.089 1925 46.805 1933 48.451 1939 47.581 1950 55.387 1960 57.300 1968 61.974
Landräte 1867–1874Berthold von Nasse 1877–1888Joseph Rolshoven 1888–1900Robert Johannes 1900–1918Max Duderstadt 1918–1919Heinrich Thon 1919–1932Ernst Scheuern 1932–1935Werner Ulrici 1936–1944Hans Oppermann 1944–1945Karl Uerpmann 1945Wilhelm Hartung 1945–1946Bernhard Hasenclever 1946Gerhard von Breitenbach auftragsweise 1946–1947Willi Kratt 1947–1950Wilhelm Hartung 1950Christian Rörig 1950–1958Walther Meyer-Delvendahl 1958–1969Albert Reinhard
Gemeinden Der Landkreis umfasste zuletzt folgende Kommunen: Allendorf Altendiez Attenhausen Aull Bad Ems, Stadt Balduinstein Berghausen Bergnassau-Scheuern (heute zu Nassau) Berndroth Biebrich Birlenbach Bremberg Burgschwalbach Charlottenberg Cramberg Dausenau Dessighofen Dienethal Diez, Stadt Dörnberg Dörsdorf Dornholzhausen Ebertshausen Eisighofen Eppenrod Ergeshausen Flacht Geilnau Geisig Giershausen (heute zu Isselbach) Gückingen Gutenacker Hahnstätten Hambach Heistenbach Herold Hirschberg Hömberg Holzappel Holzheim Horhausen Isselbach Kaltenholzhausen Katzenelnbogen, Stadt Kemmenau Klingelbach Kördorf Langenscheid Laurenburg Lohrheim Lollschied Misselberg Mittelfischbach Mudershausen Nassau, Stadt Netzbach Niederneisen Niedertiefenbach Oberfischbach Oberneisen Obernhof Oberwies Pohl Reckenroth Rettert Roth Ruppenrod (heute zu Isselbach) Schaumburg (heute zu Balduinstein) Scheidt Schiesheim Schönborn Schweighausen Seelbach Singhofen Steinsberg Sulzbach Wasenbach Weinähr Winden Zimmerschied Die Gemeinde Kalkofen war am 1. Oktober 1937 nach Dörnberg eingemeindet worden und die Gemeinde Freiendiez am 1. April 1938 in die Stadt Diez.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DIZ zugewiesen. Es leitet sich von der ehemaligen Kreisstadt Diez ab und wurde bis zum 6. Juni 1969 ausgegeben. Seit dem 8. Juli 2013 ist es im Rhein-Lahn-Kreis erhältlich.
Quellen Peter Brommer, Werner Dommershausen: Verzeichnis der Akten der Landratsämter und Kreisausschüsse St. Goarshausen (bzw. Loreleykreis) in St. Goarshausen (Bestand 502) und Unterlahn in Diez (Bestand 503). (Veröffentlichungen aus rheinland-pfälzischen und saarländischen Archiven, Kleine Reihe, Band 44), Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz 1987, ISBN 3-922018-53-X.
Literatur Kreisausschuß Diez a. Lahn (Hrsg.): 60 Jahre Unterlahnkreis. 1867–1927. (dilibri.de). Ferdinand Luthmer: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Lahngebiets. Oberlahnkreis, Kreis Limburg, Unterlahnkreis. (Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Wiesbaden, Bd. 3). Frankfurt am Main 1907. Alexander Ludwig Maria Mushake: Der Unterlahnkreis. Hundert Jahre. 1867–1967. Monographie einer Landschaft. Trautheim über Darmstadt 1967. Wilhelm Schönhaber: Der Unterlahnkreis. Heimatkunde des Unterlahnkreises. 3. Auflage. (Diez) 1964.
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliger Landkreis in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ehemaliger Landkreis in der Provinz Hessen-Nassau Kategorie:Geschichte (Rhein-Lahn-Kreis) Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1867 Kategorie:Aufgelöst 1969