Clever & Smart (im Original: ) ist eine Comicserie des spanischen Comiczeichners Francisco Ibáñez, die selbiger von 1958 bis 2023 (bis zu seinem Tode) erschuf. Der Titel nennt die zwei Hauptfiguren. Beide sind Agenten des T.I.A. (Trans-Internationaler Agentenring). Im Original steht diese Abkürzung für Técnicos de Investigación Aeroterráquea. Die Bezeichnung tía klingt ähnlich wie CIA, bedeutet aber auf Spanisch Tante, umgangssprachlich so viel wie Tussi oder Alte.
Der erste Comic erschien am 20. Januar 1958 in Ausgabe Nr. 1394 der wöchentlichen Zeitschrift Pulgarcito unter dem allgemeinen Titel Mortadelo y Filemón, agencia de información. Aufgrund Francisco Ibañez Todes ist der aktuell letzte Band auch weiterhin wohl der letzte, weil aktuell noch kein Nachfolger (wie zum Beispiel bei Asterix) bekannt ist.
In Deutschland erschienen die Abenteuer ab 1972 als Alben im Condor und bis 2012 im ConPart Verlag. Parallel dazu traten die Helden zwischen 1975 und 1981 auch in den Felix-Comicheften auf, wo sie unter dem Namen Flip & Flap im Dienst der Organisation für Meisteragenten (O.M.A.) standen. In den Alben wurde ebenfalls die O.M.A. verwendet, dort aber als Organisation Machthungriger Agenten und als Gegenspieler zu Clever und Smart.
Seit 2018 veröffentlicht der Carlsen Verlag Clever & Smart.
Hauptfiguren Seit 1958 (Comic-Strip) Fred Clever (Mortadelo im spanischen Original, Flip im Felix-Heft) ist ein großer, schlanker Agent mit einer großen Nase. Fred Clever ist komplett kahlköpfig, trägt eine Brille („kleines Fahrrad auf der Nase“) und ist normalerweise mit einem schwarzen Anzug (Zeichen der Trauer um seine üppige Haarmähne, die er bei einem früheren Job bei Dr. Bakterius eingebüßt hat) mitsamt Steifkragen bekleidet. In den Anfängen hing ein schwarzer Regenschirm von seinem Arm. Damals trug er auch einen Hut, aus dem er auch seine Verkleidungen hervorzog. Um alles und jeden zu täuschen – oder wenn spezielle Fähigkeiten gefragt sind, z. B. für schnelle Flucht – verkleidet er sich ständig, oftmals passend zu dem inhaltlichen Kontext. Seine Verwandlungen umfassen alle möglichen und unmöglichen Lebewesen, Gegenstände, und sogar abstrakte Dinge, vom Esel über die Glocke bis zu einem gesamten Universum. Die einzigen Merkmale seines Äußeren, die Clever in jeder Verwandlung beibehält, sind seine Brille und im überwiegenden Fall die Nase und der Stehkragen. Er liegt zudem ständig im Clinch mit der Chefsekretärin Fräulein Ophelia, die ihn zu Anfang der Serie auch ständig zu heiraten versucht. Im spanischen Original heißt Fred Clever „Mortadelo“ in Anspielung auf die italienische Wurstsorte Mortadella. Fred stammt aus dem Dorf Ziegenhausen und kennt sich daher in der „feinen Gesellschaft“ meistens nicht besonders gut aus und benimmt sich wie ein Bauerntrottel. Jeff Smart (Filemón Pi im Original, Flap im Felix-Heft) ist kleiner als Clever und im Original sein Chef (span. jefe = Chef, Boss, VorgesetzterSpanische Originalhefte „Mortadelo y Filemón“.leo.org: Deutsch–Spanisches Wörterbuch. LEO GmbH.). Er hat zwei Haare auf dem Kopf, kleidet sich mit weißem Hemd, schwarzer Fliege und roter Hose. Im Gegensatz zu Fred Clever hat Jeff Smart in den Anfangsjahren mehrfach eine zeichnerische Entwicklung durchlebt. Ebenso rauchte er in den Anfängen eine Pfeife, ähnlich der von Sherlock Holmes. So trägt er auch gelegentlich eine Jacke oder einen Hut. Er ist derjenige, der gewöhnlich die Schläge abbekommt, wenn sich etwas zum Schlechten wendet (also nahezu immer), außerdem lässt er seinen Frust auch am ehesten an anderen ab, besonders an seinem Partner Fred, indem er mit den abenteuerlichsten Dingen nach diesem wirft oder ihn auf die eine oder andere Art physisch leiden lässt oder lassen will.
Eingeführt mit den Alben (ab 1969) Mister L (El Súper oder Superintendente Vicente im Original, Mister Knacks im Felix-Heft) ist der leitende Kommissar (oder Präsident) des TIA und erteilt Aufträge an Fred Clever und Jeff Smart. Er kleidet sich mit blauem Anzug und hat einen Schnurrbart. Auch er wird von den Herren Clever & Smart gern während seiner (manchmal nur vermuteten) Abwesenheit beleidigt. Zum Beispiel wird er wegen seines Bartes gern mit einem Walross verglichen und seine Nase gleiche einer Gurke. Als Folge einer solchen Frechheit lässt Mister L oft sein cholerisches Temperament an den beiden aus. Da er aber oft genug seine Aufträge für seine Untergebenen nicht bis zum Ende durchdenkt, ist Mister L oft selbst die Zielscheibe wütender Verfolger aus den eigenen Reihen. Dr. Bakterius (Profesor Bacterio im Original) ist der übergeschnappte Wissenschaftler. Er trägt einen schwarzen Vollbart und hat ebenfalls eine Glatze. Bakterius erschafft die unmöglichsten Erfindungen, die meist das Gegenteil des Geforderten bewirken. Die anderen Figuren ergreifen ihn mit blinder Wut, wenn eine seiner Erfindungen ein böses Ende nimmt. Er ist neben Ophelia der Intimfeind von Fred, der ihm besonders gerne den Vollbart in Brand setzt. Außerdem ist er verantwortlich für Fred Clevers Vollglatze, da er an ihm ein Mittel zum Erhalten der Haarpracht ausprobierte. Fräulein Ophelia (ab 1978; Ofelia im Original) ist groß, korpulent und eine von sich eingenommene Sekretärin. Sie ist verliebt in Fred Clever, er jedoch lehnt jede Annäherung ab. Sie ist wegen der Missachtung und Verhöhnung durch Fred Clever und Jeff Smart oft schlecht gelaunt und gibt diese Verhaltensweisen mit Gewalt zurück. Sie bietet sowohl Mister L wie auch Dr. Bakterius die Stirn. Gern lässt Fred Clever in ihrer Nähe figurbetonte Sprüche vom Stapel oder spielt ganz gezielt auf ihr Übergewicht an. Fräulein Tussy (ab 1987; Irma im Original) sehr hübsche, schlanke Sekretärin, die von Clever und Smart verehrt und von Ophelia gehasst wird. Flirtet auch manchmal mit diesen, scheint jedoch unerreichbar zu sein. Dies könnte vor allem daran liegen, dass Clever und Smart alles tun, um ihr zu imponieren, was ebenfalls immer in einer der typischen – nicht sehr imponierenden – Katastrophen endet. Aus Frust lassen diese dann manchmal allerlei Sprüche los („Hatten Sie wieder 100 Gramm Vogelfutter zu Mittag?“). Weitere manchmal erscheinende Figuren Der Minister (kein Name im Original) – Vorgesetzter von Mister L („Ja, Herr Minister, ja, Herr Minister, selbstverständlich, Herr Minister!“). Obwohl dieser in vielen Geschichten Mr. L am Ende feuert, scheint eine gute Beziehung zu bestehen. Die Gattin von Mister L (Señora Superintendente im Original, in deutschen Comics einmal Luise L, in einem anderen Missis L). Francisco Ibáñez (ebenso im Original) – meist als Zeichner und damit Oberchef, der andere Personen oder Szenen umzeichnen kann, oder um Kommentare loszuwerden. Manchmal hat er einfach nur einen Cameo-Auftritt. unbenannter bulliger Agent, manchmal Agent XXL (Bestiájez im Original) – wird eingesetzt, um Clever und Smart aus ihren Verstecken hervorzuholen, falls diese sich weigern, eine Mission anzutreten oder nach deren Scheitern geflüchtet sind. Oft übernimmt das auch Mister L zusammen mit dem/den jeweiligen Opfer(n) der letzten Katastrophe. Zwei Männer im weißen Kittel – bringen in fast jedem Heft ein oder mehrere Personen in die Anstalt. Benni Blindflug (original Rompetechos), ein kleiner Mann mit enormer Sehschwäche (Bei Condor auch Pupsie Blindfisch oder Pupsie Blindmann genannt), dessen Kurzsichtigkeit oft als Aufhänger für Gags dient. Diese Figur stammt ursprünglich aus der Comic-Serie 13, Rue del Percebe (dt. „Ausgeflippt – Fischstraße 13“). Diese Figur hatte später eine eigene Comic-Serie, die in Deutschland unter den Namen „Norbert – die Nervensäge“ veröffentlicht wurde, allerdings ohne großen Erfolg. Eine senile Dame, die eigentlich harmlose Dinge tut, dabei aber alles Mögliche verwechselt, worunter Clever und Smart dann leiden müssen. F. Ibáñez widmete ihr ein ganzes Album. In Nr. 38 sollen die beiden eine alte Frau auf einer Weltreise beschützen, was der Dame allerdings nicht gut bekommt. Superman taucht gelegentlich als Karikatur oder Nebengag im Bild auf. Entweder wird er als rotzfrecher Greis dargestellt (eine Anspielung auf die Vergänglichkeit der Superhelden in Amerika), oder aber er ist in der Blüte seiner Jahre und verwechselt die Agenten mit einem Schurken und versucht sie zu bestrafen, was ihm auch meistens gelingt. Manchmal kommt er einfach nur als verkörpertes Wortspiel im Zusammenhang mit Mister Ls Originalnamen (El Super) vor, was im Deutschen allerdings nicht verständlich zur Geltung kommt Feindliche Geheimdienste OMA = Organisation Militanter Agenten / Organisation Machthungriger Agenten Organisation Politischer Anarchisten (taucht auch als „OPA = Organisation Pazifistischer Agenten“ als Clever und Smarts Geheimdienst auf) OLA = Organisation zur Liquidierung von Agenten
Clever & Smart weltweit Die Geschichten sind weltweit in vielen Sprachen unter unterschiedlichem Namen erschienen:
Arabisch: Chinesisch: Tegong errenzu, Dänisch: Deutsch: Clever & Smart Englisch: Finnisch: Französisch: (auch ) Griechisch: (gesprochen Andirix ke Simfonix) Italienisch: (auch ) Japanisch: , Katalanisch: Niederländisch: Norwegisch: Portugiesisch: / Schwedisch: Serbo-Kroatisch: Slowakisch: Slowenisch: Tschechisch: Türkisch:
Handlungszüge mini|Clever & SmartFred Clever und Jeff Smart sind Agenten des TIA und werden von ihrem Chef, Mr. L, in immer neue haarsträubende Abenteuer verwickelt, etwa bei Fußball-Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen oder in der Vergangenheit.
Weitere Angestellte des TIA sind Dr. Bakterius, dessen geniale Erfindungen die Agenten oft testen müssen, wobei stets Fehlfunktionen offensichtlich werden, sowie die korpulente Sekretärin Fräulein Ophelia, die sich für eine Sex-Bombe hält, alle Männer aber stets in die Flucht schlägt.
Herausragendes Merkmal dieser Serie sind die vielen Slapstick-Gags, in denen die Protagonisten nach bester Tom-und-Jerry-Art unzählige Male in die Luft gesprengt, in Stücke geschnitten, Klippen heruntergestürzt werden und im nächsten Bild mit riesigen Beulen, aber im Wesentlichen unverletzt wieder aufstehen. Ein weiteres Markenzeichen einer Kopfprellung sind die Laute „Glglgl“ und „Blep blep“.
Zu Beginn der Hefte gibt es stets eine Art Einführung, in der Ibáñez mit Vorliebe lebende Politiker auftreten lässt. In der Folge werden die beiden Agenten stets mit einem Auftrag versehen, an dem sie immer wieder scheitern, um einen erneuten Versuch zu unternehmen. Running Gags sind vor allem Freds unglaubliche (häufig jedoch nutzlose) Verkleidungskünste, Jeffs Wutausbrüche, nachdem wieder einmal einer seiner Pläne durch einen irrsinnigen Zufall grausam danebengegangen ist, sowie mehrere Szenen pro Buch, in denen die beiden nach einer sehr schlimmen Tat, über die in den Zeitungen berichtet wird, für kurze Zeit auswandern müssen.
Vor allem den frühen Heften merkt man zeit- und sozialkritische Züge sehr an: Ibáñez hat die Franco-Diktatur persönlich kennengelernt. Inzwischen hat sich das etwas verloren und das Hauptgewicht wurde noch stärker auf Gags verlagert. Trotzdem bezieht er sich manchmal auf reale Politik. So verhaften Fred Clever und Jeff Smart in Album Nr. 136 den jetzt als wildgewordenen Paparazzo tätigen Radovan Karadžić und liefern ihn an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag aus.
Bemerkenswert ist auch das Fehlen eines Erzfeindes. Bekämpft Lucky Luke in regelmäßigen Abständen die Daltons, Asterix den Julius Caesar, so ist der größte Gegner der beiden Geheimagenten ihre eigene Unfähigkeit.