mini|Das Logo des Red Dot Design Award wurde im Jahr 2000 vom Designer Peter Schmidt gestaltet Der ist ein jährlich ausgeschriebener Designwettbewerb für Produkt- und Industriedesign, Marken- und Kommunikationsdesign sowie Designkonzepte, bei dem der Red Dot als Qualitätslabel verliehen wird.

Die Wurzeln des von der Red Dot GmbH & Co. KG ausgeschriebenen Wettbewerbs reichen bis ins Jahr 1954 zurück als der „Verein Industrieform e. V.“ ins Leben gerufen wurde.

Heute unterteilt sich der Wettbewerb in die drei Disziplinen Red Dot Award: Product Design, Red Dot Award: Brands & Communication Design und Red Dot Award: Design Concept. Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenpflichtig, die Einreichungen werden von einer internationalen Expertenjury bewertet. Produkte, Konzepte und Arbeiten, die mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurden, werden anschließend in Ausstellungen, Jahrbüchern und im Internet präsentiert. Zudem können Designer und Unternehmen für ausgezeichnete Werke das Qualitätslabel „Red Dot“ für ihre Produkt- und Unternehmenskommunikation nutzen. Kritisiert wird, dass die Preise in großer Zahl vergeben werden.

Geschichte Vorgeschichte

Der Red Dot Design Award geht auf den Verein Industrieform e. V. zurück, der am 30. Juli 1954 in Essen gegründet wurde und ab Oktober 1955 im kleinen Haus der Villa Hügel die Ausstellung Industrieform – Ständige Schau formschöner Industrieerzeugnisse zeigte. In der Ausstellung wurden rund 600 „vorbildliche“ Industrieprodukte von 120 Unternehmen gezeigt, die zuvor von einer zwölfköpfigen Jury ausgewählt worden waren. Ab November 1961 war die Ausstellung in der Alte Synagoge in Essen zu sehen. Nach einem Brand in der Alten Synagoge zog die Ausstellung 1980 in das Amerikahaus am Kennedyplatz. Ab Mitte der 1980er Jahre trat das Wirtschaftsministerium NRW als Projektförderer auf und der Designwettbewerb trug ab 1985 den Namen „Design Innovationen“. 1990 wurde durch Umstrukturierung aus dem Verein Industrieform e. V. der Verein „Design Zentrum Nordrhein Westfalen“. Noch im selben Jahr siedelte das Design Zentrum Nordrhein Westfalen in die alte Stadtbibliothek an der Hindenburgstraße um.

Internationalisierung des Wettbewerbs

Am 1. April 1991 wurde Peter Zec Geschäftsführer des Design Zentrum Nordrhein Westfalen. Unter seiner Führung und im Zuge der Globalisierung entwickelten sich das Design Zentrum Nordrhein Westfalen e. V. und der Designwettbewerb international weiter. Es sollte ein Label für gutes Design eingeführt werden, mit dem Produkte fortan ausgezeichnet werden konnten. Um dem Wettbewerb „Design Innovationen“ ein prägnanteres Auftreten zu verleihen, führte Zec den „Roten Punkt“ als Auszeichnung für prämierte Produkte ein. Die Idee, den Roten Punkt als Designauszeichnung einzuführen, geht auf das Prozedere in Kunstgalerien zurück, wo ein roter Punkt neben einem Kunstwerk den erfolgreichen Verkauf des Werkes symbolisiert. Erstmals wurde der „Rote Punkt“ als Erkennungszeichen für prämierte Produkte bei „Design Innovationen“ im Jahr 1992 genutzt.

Vom 12. bis zum 14. November 1992 fand der europäische Designkongress „Design quo vadis? - Strategien und Werkzeuge für das zukünftige Design in Europa“ statt, den die EG-Kommission für Innovation und Technologie-Transfer in Auftrag gegeben hatte, um Richtlinien für die zukünftige gesamteuropäische Designförderung zu erhalten. In einem Artikel der Fachzeitschrift Horizont wurde der Kongress als Erfolg gewertet. Unter anderen wurde beim Kongress deutlich, dass Design nicht mehr nur durch Polarisierung von Funktionalität und Emotion bestimmt war, sondern weitere Designfragen, wie beispielsweise die Frage nach der Gestaltung eines umweltgerechten Designs noch geklärt werden mussten."Design quo vadis": Erst am Anfang der Suche, Horizont Nr. 51 vom 12. Dezember 1992 Gleichzeitig zeigte der Kongress, dass das Design Zentrum Nordrhein Westfalen dazu in der Lage war, große Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. mini|Red Dot Design Museum Essen im ehemaligen Kesselhaus der Zeche Zollverein Mitte der 1990er-Jahre begannen die Planungen für den Umzug auf die ehemalige Zeche Zollverein. Im Jahr 1928 von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer entworfen und 1932 in Betrieb genommen, war die Zeche im Jahr 1986 stillgelegt worden und sollte im Zuge des Strukturwandels im Ruhrgebiet einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden. Das Gelände gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Der Umbau des ehemaligen Kesselhauses auf der ehemaligen Zeche Zollverein fand unter Leitung des britischen Architekten Norman Foster statt. Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau und die Essener Oberbürgermeisterin Annette Jäger eröffneten am 29. April 1997 das modernisierte Design Zentrum. Eigens für die Eröffnung des Design Zentrums komponierte Dirk Reith die „Kesselhaus-Suite“, die am Tag der Eröffnung uraufgeführt wurde.Elke Trappschuh: Eröffnung des Design Zentrums NRW im Kesselhaus der Zeche Zollverein. Altes Industrie-Pathos und postindustrieller Spaß. Handelsblatt Nr. 084 vom 2. Mai 1997

Vom Roten Punkt zum Red Dot

Durch die zunehmende Internationalisierung des Wettbewerbes und den steigenden Bekanntheitsgrad wurde der deutsche Name „Roter Punkt“ immer häufiger in andere Sprachen übersetzt, sodass sich weltweit uneinheitliche Bezeichnungen für den Wettbewerb entwickelten. Die Geschäftsführung beschloss deshalb, den „Roten Punkt“ in „Red Dot“ umzubenennen und ein neues Logo und Label gestalten zu lassen. Der Designer Peter Schmidt wurde 2000 damit beauftragt, ein neues Erscheinungsbild zu entwerfen. Es wurde 2001 eingeführt und zeigt den „Red Dot“, dessen dreidimensionale Form sich wie in einer Endlosspirale zu einem Globus formt.

Disziplinen und Kategorien

Auszeichnungen werden beim Red Dot Design Award für Produkte, Konzepte und Arbeiten in den drei Disziplinen Product Design, Brands & Communication Design und Design Concept vergeben. Die ausgezeichneten Produkte, Arbeiten und Konzepte werden im Red Dot Design Museum, in den Red Dot Design Yearbook und auf der Internetseite des Red Dot Design Award präsentiert. Die Preisträger erhalten eine Urkunde und können den „Red Dot“ als Qualitätslabel für ihre Produkt- bzw. Unternehmenskommunikation nutzen. Der mit 10.000 Euro dotierte Red Dot: Junior Prize wird im Rahmen des Red Dot Award: Brands & Communication Design vergeben. Zudem werden jährlich zwei Ehrentitel vergeben. Seit 1988 erhält jedes Jahr ein ausgewähltes Designteam die Ehrenauszeichnung „Design Team of the Year“, die im Jahr 2001 – mit der Einführung des von Peter Schmidt gestalteten neuen Logos – in „Red Dot: Design Team of the Year“ umbenannt wurde. Die Auszeichnung „Red Dot: Agency of the Year“ wird seit 2008 an eine Design- oder Kommunikationsagentur verliehen."Red Dot: Agency of the Year 2022", Horizont, 1. November 2022 Darüber hinaus wird seit dem Jahr 2020 der Red Dot: Personality Prize verliehen. Diese Auszeichnung erhielten bisher Jean-Claude Biver und Claudio Luti.

Red Dot Award: Product Design

mini|Roboterhund Aibo mini|Ausgezeichnete Apple-Produkte im Red Dot Design Museum in Essen

Der Red Dot Award: Product Design wird für Produkte mit einer ausgezeichneten Designqualität verliehen. Bei der Auszeichnung selbst wird qualitativ zwischen „Red Dot: Best of the Best“ und „Red Dot“ unterschieden (früher „Hohe“ und „Höchste Designqualität“). Die Auszeichnung wird jährlich im Sommer im Aalto-Theater in Essen vergeben. Im Jahr 2020 wurden mehr als 6.500 Entwürfe aus 60 verschiedenen Ländern eingereicht, von denen 1.644 Produkte den Red Dot für hohe Designqualität erhielten; zum Vergleich: 1988 waren es 800 Einreichungen aus 23 Ländern, von denen 252 ausgezeichnet wurden.Nach der Auswahl der Industrieform e. V., Hannover, und des Stuttgarter design centers wird jetzt auch die dritte traditionsreiche Jahresauslese von Industrieprodukten in Essen gezeigt: die "Design-Innovationen \88" des Haus Industrieform, Handelsblatt, Nr. 133 vom 14. Juli 1988, S. 11 Der Red Dot: Best of the Best wurde im Jahr 2020 76-mal verliehen. Zu den bekanntesten ausgezeichneten Produkten zählen unter anderem der Roboterhund Aibo von Sony,Die 1500 besten Designerstücke, Ruhr Nachrichten, 29. September 2021, S. 2 der iPod, das iPhone und der iMac von Apple, der Ferrari LaFerrari und der Ferrari 296 GTB.

Insgesamt umfasst der Red Dot Award: Product Design rund fünfzig Kategorien aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen und Branchen wie Computer, Smartphones, Kameras und Home Entertainment, aber auch medizinische Geräte, Roboter, Werkzeuge und Maschinen. Zu den weiteren Kategorien zählen Brillen, Uhren und Schmuck sowie Büromöbel und -stühle, Koffer und Taschen als auch Produkte für Babys und Kinder sowie Personal Care, Haushalt, Küche und Bad, Interior Design und Wohnen, Licht und Leuchten, Fahrräder und Autos.Anna Katharina Fricke: Hochwertig und funktional, in Welt am Sonntag, 1. Juli 2012, Nr. 27, abgerufen am 22. Februar 2023

Red Dot: Design Team of the Year mini|Preisverleihung an das Philips Experience Design Team, 2022 Seit 1988 wird im Rahmen des Red Dot Award: Product Design jedes Jahr ein Designteam geehrt, das sich in besonderem Maße durch kontinuierlich innovative Gestaltungsleistungen ausgezeichnet hat, mit der Auszeichnung Red Dot: Design Team of the Year gekürt. Die Auszeichnung wird im Rahmen der Red Dot Gala in Essen verliehen. Die Ehrung des Red Dot: Design Team of the Year erfolgt durch die Übergabe des „Radius“, einer Skulptur, auf der die Namen aller bisherigen Preisträger eingraviert sind.

Liste der Preisträger Red Dot: Design Team of the Year

Quellennachweis

Red Dot Award: Brands & Communication Design Seit 1993 wird die Auszeichnung auch für Kommunikationsdesign vergeben. Im Rahmen der Auszeichnung Red Dot Award: Brands & Communication Design wird seit 2008 jährlich ein Designbüro oder eine Kommunikationsagentur mit der Auszeichnung Red Dot: Agency of the Year geehrt, die im Red Dot Award: Brands & Communication Design durch herausragende gestalterische Qualität überzeugt hat. Die Ehrung der Red Dot: Agency of the Year erfolgt durch die Übergabe des „Stylus“, einer Skulptur, auf der die Namen aller bisherigen Preisträger eingraviert sind.

Liste der Preisträger Red Dot: Agency of the Year

Quellennachweis

Red Dot Award: Design Concept Seit 2005 wird im jährlichen Rhythmus auch der „Red Dot Award: Design Concept“ ausgeschrieben, der sich Designkonzepten und Prototypen widmet. Der Red Dot: Luminary ist die höchste Auszeichnung, die im Red Dot Design Award für Design-Konzepte verliehen wird. Unter anderem erhielten Designer wie Lee SangYup, Cornel Amariei, Sun Xiaojun, Mathis Cosson, Patrick Nathen, Daniel Wiegand, Yu Lin und Yoojung Ahn die Auszeichnung. Der Red Dot Award: Design Concept wird jedes Jahr in Singapur verliehen.

Liste der Preisträger Red Dot: Luminary

Bewertung im Red Dot Design Award

Jury Die Einreichungen des Red Dot Design Award werden von einer Jury, bestehend aus Designern, Professoren und Fachjournalisten unterschiedlicher Fachbereiche bewertet. 1955 hatte die Jury 12 Mitglieder. 2022 hatte die Jury 48 Mitglieder aus 23 Nationen, darunter sind unter anderem die Industriedesigner Ken Okuyama, Wolfgang K. Meyer-Hayoz, Masayo Ave, Gordon Bruce und Martin Darbyshire, der Uhrenexperte Gisbert L. Brunner sowie die Modedesignerin Qiong'er Jiang, der Modedesigner Jimmy Choo, die Architektin Luisa Bocchietto und die Verpackungsdesignerin Sylvia Vitale Rotta. Die Jury bewertet die Einreichungen – aufgeteilt nach Kategorien – jeweils im Original und im fachlichen Gespräch, um zu einer abschließenden Bewertung und Entscheidung zu gelangen. Für Objekte, die zu groß für die Räumlichkeiten der Jury sind, wie etwa Kraftfahrzeuge, wird eine Fläche am Flughafen Essen/Mülheim zur Verfügung gestellt.

Bewertungskriterien