Tadten ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Téteny oder Mosontéteny.
Geografie Tadten ist der einzige Ort in der Gemeinde.
Nachbargemeinden:
Geschichte Bei dem in der Ried „Salzlacke“ freigelegten Steinkistengrab aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. wurden Beigaben wie Glasgefäße, Goldschmuck, eine Tonlampe, eine Münze sowie Eisen- und Bronzegegenstände gefunden, die heute im Landesmuseum Eisenstadt besichtigt werden können.
Aus der Zeit um 1130 stammen 2000 Silbermünzen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tetun (Tadten) in einer Besitzstreitigkeitsurkunde des Jahres 1357.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tetény verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Etymologie Die meisten Ortsnamen im Burgenland können von Ortsnamenforschern einer Sprache zugeordnet werden. Forscher sind der Meinung, dass der Name Tadten („Teteny“) der ungarischen Sprache entstammt.
Die Regierungsform der landnehmenden Ungarn basierte auf einem politisch regierenden Großfürsten und einem sakralen Herrscher, dem so genannten „Kende“. Die Herrschaftsbereiche der ungarischen Fürsten wurden entlang der Flussläufe aufgeteilt. Das rechte Donauufer zwischen Budapest und dem Neusiedlersee wurde dem Kende Kurszan zugesprochen. Er richtete einen Sommersitz in der Tiefebene östlich des Neusiedlersees ein. Im Jahr 904 wurde Kurszan nach einem Treffen mit den Bayern ermordet. Dadurch fiel der Uferstreifen östlich des Neusiedlersees wieder an den zu dieser Zeit regierenden Fürsten Árpád zurück. Nach dessen Tod und der Machtübernahme durch den dann regierenden Fürsten Fajzs um 950, wurde ein neuer Kende für das Gebiet östlich des Neusiedlersees bestimmt. Sein Name war „Teteny“. Der Name des heutigen Orts Tadten kann daher auf den sakralen Herrscher Teteny aus dem 10. Jahrhundert zurückgeführt werden.
Das Dorf Tadten wurde im Jahr 1357 erstmals urkundlich als „Tetun“ erwähnt. Dies geschah vor dem Domkapitel in Raab (heutiges Győr), als es um die Enteignung eines Mannes aus „Tetun“ und um die Enteignung eines anderen Mannes aus dem Komitat Moson ging. Es ist sicher, dass es sich hierbei um Tadten handelt, weil Tetun auch im Komitat Moson lag.
Der Name der Ortschaft Tadten wurde mit der Zeit immer wieder verschieden geschrieben. Der Hauptgrund für die unterschiedlichen Schreibweisen war die Sprachzugehörigkeit. Es muss unterschieden werden, ob der Schreiber ungarisch- oder deutschsprachig war. Die folgenden Varianten sind belegt: Tetun 1357 Titin 1360 Theten 1451 Thaton 1550 Taton 1570 Teten 1659 Teteny 1680 Taden 1786 Taaden 1808 Taaden 1857 Tadten 1857 Mosontétény 1909 Tadten 1922
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Nepomukkapelle
Katholische Pfarrkirche Tadten hl. Michael
Politik mini|Gemeindeamt in Tadten Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 10, ÖVP 9. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: ÖVP 10, SPÖ 9. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 10, ÖVP 9. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 10, ÖVP 8, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 10, SPÖ 9. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 10, ÖVP 9.
Bürgermeister
2002–2016 Johann Maar (SPÖ)https://www.bvz.at/neusiedl/tadten-buergermeister-ruecktritt-mit-jahresende-ist-schluss-buergermeister-ruecktritt-26237127BVZ vom 28. Dezember 2016: Czukker wird Ortschef von Tadten (abgerufen am 4. Dezember 2017) 2017 Robert Czukker (SPÖ) seit 2017 Willibald Goldenits (ÖVP)
Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Hautzinger (1909–1973), Politiker (ÖVP) und Landwirt Edith Sack (* 1960), Politikerin (SPÖ), seit 2000 Abgeordnete zum Burgenländischen Landtag Franz Hautzinger (* 1963), Jazz- und Improvisationsmusiker Paul Halwax (* 1974), Hochschullehrer und Wiener Philharmoniker (Tubist) mini|Tadten/Tétteny (Mitte unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Literatur Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar – erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 28–29. Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 677–689.
Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 458/459
Weblinks
Gemeinde Tadten: Offizielle Website Musikverein Tadten: Website rund um den Musik- und Kulturverein Tadten Geschichtliches von Tadten: Aus dem Archiv von OSR Franz Kurcsis
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Neusiedl am See Kategorie:Weinbaugemeinde im Burgenland