mini|hochkant|Friedrich Ludwig von Württemberg-Winnental Friedrich Ludwig, Herzog von Württemberg-Winnental, (* 5. November 1690 in Stuttgart; † 19. September 1734 in der Schlacht bei Guastalla in Oberitalien) war PrinzAls Mitglied des Hauses Württemberg trug Friedrich Ludwig den Herzog-Titel, auch wenn er die Erbfolge seines Vaters nie angetreten hat. Für den männlichen Nachkommen eines Herzogs ist auch die Bezeichnung Prinz zutreffend. Siehe dazu: sowie auf der Diskussionsseite von Württemberg-Winnental, kurfürstlich-sächsischer Reitergeneral und Generalfeldzeugmeister der Kaiserlichen Armee.
Die Namensgebung von Württemberg-Teck ist nicht korrekt.Teck ist der Name eines bereits vor dem 10. Jahrhundert bestehenden schwäbischen Adelsgeschlechtes, dessen letzter Herzog 1431 ohne männlichen Erben verstorben ist. Eberhard IV. Graf von Württemberg hatte jedoch bereits 1379 und 1385 das halbe Herzogtum gekauft oder kriegerisch erobert, sodass der römisch-deutsche König Maximilian I. auf dem Reichstag zu Worms am 21. Juli 1495 die Grafschaft Württemberg zum Herzogtum erhob und auch den Herzogtitel „Teck“ an das Haus Württemberg vergab. Deshalb tragen alle Mitglieder des Hauses Württemberg auch den Namen ’von Teck’; der vollständige Titel des Prinzen lautet daher Herzog Friedrich Ludwig von Württemberg-Winnental und Teck. Allerdings wurde der Tecksche Titel bis ins 19. Jahrhundert nicht aktiv benutzt, lediglich im Württembergischen Wappen sind die Teckschen Rauten zu finden. Erst an Franz Paul Karl Ludwig Alexander von Württemberg wurde der Name ’Teck’ wieder vergeben: 1863 zunächst Fürst von Teck, wurde er 1871 Herzog Franz von Teck. Er ist der Urgroßvater von Elizabeth Alexandra Mary Windsor, der verstorbenen Königin Elisabeth II., die damit auch eine ’Herzogin von Teck’ war, diesen Namen aber nicht offiziell benutzte. (siehe dazu auch die Diskussionsseite des Artikels bei 2 Bemerkung zum Herzog-Titel)
Herkunft und Familie Friedrich Ludwig war der fünfte und jüngste Sohn des Herzoges Friedrich Carl von Württemberg-Winnental (1652–1698)Der Großvater Friedrich Ludwigs, Herzog Eberhard III. von Württemberg, hatte die Seitenlinie Württemberg-Winnental für seinen Sohn Friedrich Carl begründet und damit war der Vater Friedrich Ludwigs der erste Herzog dieser Seitenlinie, die allerdings 1733 wieder endete, weil der älteste Bruder von Friedrich Ludwig, Carl Alexander, die Erbfolge der Württemberg’schen Hauptlinie antrat. und seiner Gemahlin Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach (1663–1724), Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach.
Die Geschwister von Friedrich Ludwig waren: Carl Alexander (1684–1737) Dorothea Charlotte (1685–1687) Friedrich Karl (1686–1693) Heinrich Friedrich (1687–1734) Maximilian Emanuel (1689–1709) Christiane Charlotte (1694–1729).
Leben und militärische Laufbahn Jugend und Ausbildung Nach ersten Studien an der vom damaligen protestantischen Adel Europas bevorzugten württembergischen Ritterakademie Collegium illustre in Tübingen setzte Friedrich Ludwig seine Ausbildung an der von Johannes Calvin 1559 gegründeten Akademie in Genf fort. Als 1703 seine mittleren Brüder auf Reisen gingen, fuhr er zunächst mit ihnen und kam an den kurfürstlich-sächsischen Hof nach Dresden, wo seine Tante Christiane Eberhardine als Frau von König August II. von Polen, auch bekannt als „August der Starke“, Königin war. Noch zu jung für weitere Reisen, blieb er für die nächsten Jahre hier und erfuhr unter Anleitung seines Hofmeisters die Fortführung seiner Erziehung.
Da es keinerlei Anzeichen dafür gab, dass Friedrich Ludwig je die Erbfolge seines Vaters würde antreten können, wartete auf ihn, wie damals auf viele adlige Nachkommen in gleicher Situation, eine militärische Karriere, wobei er durchaus von frühester Jugend an ein reges Interesse für das Waffenhandwerk zeigte.
mini|hochkant|Ursula Katharina von Altenbockum Reichsfürstin von Teschen Friedrich Ludwig blieb in Dresden bis 1708. In diesen Jahren ereignete es sich, dass am sächsischen Hofe Ursula Katharina von Altenbockum, geschiedene Frau des Fürsten Lubomirski, die offizielle Mätresse von König August II. wurde. Da sich Friedrich Ludwig sowohl durch Leistung als auch durch Umgang am Dresdner Hofe hervortat und bald zum Günstling des Königs wurde,1706 hatte Friedrich Ludwig bereits an Kampfhandlungen in Holland teilgenommen und wurde bei seiner Rückkehr zum Obristen des Leibregimentes der Königin gilt es als sicher, dass er schon zu dieser Zeit bei Hofe zumindest in die Nähe der Fürstin1704 gebar Katharina dem König den Sohn Johann Georg, den späteren Chevalier de Saxe, und wurde kurz darauf von Kaiser Leopold I. zur Reichsfürstin von Teschen (heute Cieszyn, Polen) erhoben kam und miterlebte, wie diese Frau die Gunst des Königs verlor und durch Anna Constantia von Brockdorff, der späteren Gräfin Cosel, verdrängt wurde. Da sich Katharina nun auf ihre Besitzungen in Hoyerswerda und Breslau zurückzog und Friedrich Ludwig ab 1708 in der holländischen Armee diente, verloren sich beide für die nächsten Jahre aus den Augen.
Teilnahme an Kriegshandlungen bis 1717 Spanischer Erbfolgekrieg Der Spanische Erbfolgekrieg, der jahrelang auch auf dem Gebiet der Niederlande ausgefochten wurde, war nun das Betätigungsfeld von Friedrich Ludwig, der hier bis zum Kriegsende 1714 gemeinsam mit seinem drei Jahre älteren Bruder Heinrich Friedrich kämpfte.Als gelegentliche Abwechslung vom Kampfgeschehen nahm Friedrich Ludwig beispielsweise 1709 am Dresdner Hofe an den Lustbarkeiten zu Ehren des dänischen Königs Friedrich IV. teil, und auch seine Anwesenheit bei den sächsischen Truppen, die im gleichen Jahr August II. bei seiner Rückkehr an den polnischen Hof nach der schwedischen Niederlage von Poltawa begleiteten, war wohl eher Lust als Frust.
Großer Nordischer Krieg mini|Schema der Belagerung Stralsunds 1715 Bereits seit der Jahrhundertwende befand sich August II. mit seinem Cousin König Karl XII. von Schweden in einem Zwist, der sich zu einem der großen europäischen Kriege ausweiten sollte. In diesem sogenannten Großen Nordischen Krieg eroberte eine Allianz aus Dänemark, Preußen und Sachsen 1715 im Pommernfeldzug sämtliche Besitzungen Schwedens in Norddeutschland zurück. Die wichtigsten Operationen in diesem Feldzug waren die Einnahme der Inseln Usedom und Rügen sowie die Belagerung von Stralsund. An allen diesen Operationen war Friedrich Ludwig innerhalb des sächsischen Kontingentes beteiligt und hatte sich durch besondere Tapferkeit und militärische Weitsicht ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem dänischen Generalmajor Mayer und dem preußischen Generalmajor Borck führte er am 20. Dezember 1715 am Tribseer Tor von Stralsund die Kapitulationsverhandlungen mit Schweden.
Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg mini|Die Belagerung von Belgrad am 16. August 1717 Im Jahre 1716 kämpfte Friedrich Ludwigs ältester Bruder Carl Alexanderder spätere elfte Herzog von Württemberg unter dem Kommando von Prinz Eugen Franz von Savoyen-Carignan im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg. Obwohl der sächsisch-polnische Hof nicht unmittelbar in diese Auseinandersetzung einbezogen war, wollte Friedrich Ludwig am Kampf gegen die Osmanen teilnehmen, was ihm August II. auch gestattete. An der Seite seines Bruders kämpfte Friedrich Ludwig zunächst in der Schlacht von Peterwardein und anschließend bei der Belagerung der von den Türken besetzten Festung Temesvár. Im August 1717 wurden die Türken aus Belgrad vertrieben. Dabei wurden die kaiserlichen Truppen vom türkischen Entsatzheer unter Großwesir Hacı Halil PaschaAmtszeit: 21. August 1716 bis Oktober 1717 umzingelt und in einen Zweifrontenkrieg verwickelt. In dieser militärisch höchst komplizierten Situation bewies Friedrich Ludwig erneut höchste Tapferkeit und strategisches Geschick, wofür ihm Kaiser Karl VI. das Infanterieregiment Nr. 10 übereignete, das bisher sein Bruder Heinrich Friedrich innegehabt hatte. Außerdem beförderte ihn der Kaiser zum Feldmarschalleutnant.
Leben in Dresden bis 1725 mini|links|Orden vom Weißen Adler mini|200px|Das Barockschloss in Neschwitz 1718 wieder in Dresden, wurde Friedrich Ludwig von August II. zum sächsisch-polnischen Generalleutnant erhoben. Am Tag der Hochzeit des Kurprinzen August am 20. August 1719 erhielt er den polnischen Orden des Weißen AdlersDen Orden vom Weißen Adler hat August II. bis zu seinem Tode an lediglich 40 Personen verliehen. Derart hoch dekoriert, begegnete er am Dresdner Hofe wieder der inzwischen zurückgekehrten Katharina Reichsfürstin von Teschen und begann, die zehn Jahre ältere Frau zu umwerben.In einigen Quellen werden ausschließlich finanzielle Gründe für das Interesse des Prinzen an der Fürstin unterstellt, was jedoch historisch nicht belegt ist. Als ein besonders attraktives Brautgeschenk erstand er 1721 das Gut Neschwitz in der Oberlausitz und ließ das dort vorhandene Renaissanceschloss vom damaligen Dresdner Oberlandbaumeister Johann Friedrich Karcher vollkommen umbauen. Das Barockschloss Neschwitz gilt noch heute als eine der schönsten Schlossanlagen in der Lausitz.
Die Verbindung zwischen Friedrich Ludwig und Katharina von Teschen war offenbar sehr im Sinne des sächsischen Kurfürsten, weniger gern gesehen aber im Hause Württemberg, denn dieses war seit Mitte des 16. Jahrhunderts eines der führenden protestantischen Fürstenhäuser im deutschen Reich. August II. aber war schon 1697 zum Katholizismus konvertiert, und für eine Heirat mit der Reichsfürstin hätte Friedrich Ludwig ebenfalls den katholischen Glauben annehmen müssen. Immerhin aber hatte er in der eigenen Familie auch Verbündete, so war sein ältester Bruder Carl Alexander bereits 1712 ebenfalls Katholik geworden. 1722 entschloss sich Friedrich Ludwig dann zu diesem Schritt und wurde von einem Dresdner Jesuiten in aller Stille mit Katharina getraut. Es wurde vereinbart, dass Katharina im Falle des Ablebens ihres Mannes den Namen Württemberg und das Wappen weiterführen sollte.
mini|200px|Das Palais Teschen in Dresden-Friedrichstadt 1723 nahm Friedrich Ludwig an den Krönungsfeierlichkeiten für Karl VI. zum König von Böhmen in Prag teil und wurde dabei in den Rang eines Generalfeldzeugmeisters erhoben. Im selben Jahr wurde das Schloss Neschwitz fertiggestellt, und er konnte es mit seiner Frau als Sommer- und Jagdresidenz beziehen. Auch sein sächsischer Gönner, August II. beförderte ihn erneut, diesmal zum Reitergeneral, außerdem schenkte er ihm 1726 ein großes Gartengrundstück in der Dresdner Vorstadt Ostra, die 1731 den Namen Friedrichstadt erhielt. Katharina beauftragte den Militär-Architekten Johann Christoph von Naumann, auf diesem Gelände ein Festhaus mit einer achteckigen Eingangshalle und einem darüber liegenden Festsaal zu errichten, sowie das Gartengrundstück in eine barocke Parkanlage umzugestalten. Heute ist dieses Gebäude integriert in das Ensemble des Friedrichstädter Krankenhauses. In der Inneren Pirnaischen Gasse, der heutigen Landhausstraße in Dresden besaß das Paar auch ein Stadtpalais.
Teilnahme an Kriegshandlungen bis 1734 Sicherung des Herzogtums von Parma mini|Die Stadt Parma um 1700 Ab 1725 wieder im Dienste des Kaisers, kam Friedrich Ludwig jedoch zunächst nicht zum Kampfeinsatz. Als aber im Januar 1731 Antonio Farnese, der letzte Herzog von Parma und Piacenza kinderlos starb, schickte Karl VI. zur Sicherung des Herzogtums Truppen nach Parma und ernannte Friedrich Ludwig zum kommandierenden General. Sehr lange dauerte dieser Einsatz nicht, da Elisabetta Farnese, die Nichte und Erbin des Verstorbenen und Frau des spanischen Königs Philipp V. ihre Machtfülle als spanische Königin nutzte, um das Erbe noch im selben Jahr zurückzugewinnen und an ihren ältesten Sohn und späteren König von Spanien, Karl III. zu übergeben.
Niederschlagung des korsischen Aufstandes mini|Die Zitadelle der Stadt Corte auf Korsika