Ring Raiders ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie, basierend auf einer gleichnamigen Actionspielzeugreihe der Firma Matchbox. In Deutschland erschien des Weiteren eine „Ring Raiders“-Hörspielreihe der Firma Ariola Express.
Der Name der Reihe begründet sich auf der Beschaffenheit der Spielzeuge, die im Kern aus kleinen Flugzeugmodellen (je ca. 3-4 cm lang) der Helden und Schurken bestanden, die, zur besseren Handhabung beim Spiel mit ihnen, auf Plastikringe montiert waren. Neben den regulären Jägern beinhaltet die Reihe auch großformatige Spielsets, die den Charakteren als Rückzugspunkte und Operationsbasen dienen.
Handlung Im Jahre 1989 erschienen, spielt die Handlung der Cartoon-Serie zehn Jahre später, also Ende der 90er (damals folglich ein Zukunftsszenario). Die Welt steht wieder einmal an der Schwelle des globalen Krieges. Hervorgerufen haben diesen Eklat die Machenschaften der sogenannten Skull Squadron, eine Horde von gewissenlosen Kampfpiloten, die ihren Ländern und Befehlshabern den Rücken gekehrt haben und mit ihren gekaperten Prototyp-Maschinen Luftangriffe und Raubzüge auf internationale Ziele fliegen. Doch nicht nur schnöder Mammon, auch die Weltherrschaft zählt zu den erklärten Zielen der Schurken um den finsteren Commander Scorch.
Die internationale Staatengemeinschaft stellt sich dieser eklatanten Bedrohung durch das Formieren der Ring Raiders, einem gut finanzierten Verbund der besten Elite-Piloten der Welt, die sich mit hochgerüsteten Jägern auf neustem Stande der Technik von ihrer Weltraumbasis, der Air Carrier Justice, den Verbrechern der Skull Squadron entgegenwerfen. Das Kommando der Verteidiger der zivilisierten Welt hat ein amerikanischer Ausnahmeflieger inne: Victor Vector, Held aus Überzeugung und stets Herr der Lage.
Den erhofften, kommerziellen Erfolg brachten die Ring Raiders ihren Schöpfern und Rechteinhabern rückblickend in keinem ihrer Erscheinungsformate ein. Die deutschen Hörspiele sowie die amerikanischen Comic- und Cartoon-Reihen erfuhren somit bereits nach wenigen Volumes ihre frühe Einstellung und auch die Absatzzahlen der international vertriebenen Spielzeugreihe blieben weit hinter den Erwartungen von Matchbox zurück und verschwanden somit ebenfalls relativ rasch wieder aus den Regalen der Geschäfte. Somit reicht die Geschichte der Ring Raiders kaum über ihr Entstehungsjahr 1989 hinaus.
Die Charaktere und ihre Flugzeuge Die Ring Raiders Victor Vector Victor Vector ist der Anführer der Ring Raiders und führt in fast allen ihrer Einsätze das Oberkommando im Feld. Zu Beginn seiner Karriere war er einst Testpilot für die US-Streitkräfte, bis er mit der Gründung der Ring Raiders betraut und zu deren Kommandanten sowie dem Oberbefehlshaber über die gigantische Basis Air Carrier Justice berufen wurde. Er ist es auch, der eingangs das Auswahlverfahren für die Staffeln der Ring-Raiders-Staffeln oblag. Im Luftkampf steuert er die „Victory-1“, eine technisch getunte und hochgezüchtete Variante der F-19 Stealthfighter, die mit ihren Hochleistungstriebwerken und der effizienten Abschirmung sogar in der Lage ist bis in den Weltraum vorzudringen.
Yuri Kirkov ist Russe und war ehemals der Stolz der sowjetischen Luftwaffe. Im Verlaufe des Vietnamkrieges wurde er jedoch abgeschossen und ergab sich letztendlich den Amerikanern, zu deren Seite er schließlich sogar überlief. Yuri ist ein ernster Geselle, der den strengen und straffen Militärstrukturen der russischen Streitkräfte entsprang. Oft kann der zurückhaltende Russe somit nicht umhin, sich von den lockeren Hierarchiehandhabungen und Vorgehensweisen seiner Ring Raiders etwas befremdet zu fühlen. Zu den Funktionen des bekennenden Perfektionisten gehört die Einweisung und Schulung von Neulingen in der Staffel. Auf den Leitplanken seiner hochgezüchteten F-4 Phantom II kann der Feind den Namen „Kirkov's Comet“ lesen. Nicht selten auch das Letzte, was sie sehen.
Yinsu Yakamura war Pilot eines Sternenjägers, einer Kampfeinheit des Jahres 2235, bevor er von Vector und den Ring Raiders auf einer Zeitreise-Mission (Die Air Carrier Justice ermöglicht dies) rekrutiert wurde. Hochintelligent und technisch begabt, ist der japanischstämmige Flieger nicht nur bestens vertraut mit der Technologie des 20. Jahrhunderts, sondern steuert als inoffizieller Cheftechniker auch immer wieder nützliche Verbesserungen zu den Maschinen der Staffel bei. Yinsu zeichnet sich des Weiteren durch das in seinem Kulturkreis übliche Ehrgefühl aus und wagt auch die selbstmörderischsten Aktionen und Manöver, um sich und seinem Team den Sieg zu sichern. Sein „Samurai Flyer“ ist eine aufgemotzte Grumman X-29, die neben anderer Computertechnik mit einem Holo-System ausgestattet ist, das dem Gegner suggeriert, er habe es statt mit einem Kampfflieger gleich mit einer vollzähligen Staffel zu tun.
Joe Thundercloud Schon am Namen ist zu erkennen, dass Thundercloud zu den Nachfahren der amerikanischen Ureinwohner zählt. Er verdiente seine Sporen für die Air Force im Kampfeinsatz in Korea. Joe ist kein Mann vieler Worte, doch ein strategisch und taktisch fähiger Krieger. Ein Grund für seine Kameraden, seinen Worten stets Gehör zu schenken, wann immer er doch einmal die Stimme über den Äther erhebt. Immer hochkonzentriert und auf das Ziel fokussiert scheint der Indianer zudem oft fast schon instinktiv zu ahnen, wo der feindliche Flieger im Luftraum schwebt. Sein technisch aufgewerteter North American F-86 Sabre Kampfbomber, die „Arrowhead“, ist mit ihren Spezial-Sidewinder-Raketen ein gefährlicher Gegner. Zumal sie durch ein einmaliges Boostsystem zu kurzzeitigen Extremgeschwindigkeitsschüben in der Lage ist.
„Cub“ Jones Wie sein Flügelmann Yakamura ist auch Cub eine Anwerbung aus einer anderen Zeitepoche. Seine ersten Luftkämpfe focht der erst 16-Jährige somit in den dunklen Tagen des Zweiten Weltkrieges aus, bevor er von Vector und den Ring Raiders für ihre Einheit rekrutiert wurde. In puncto fliegerischem Talent kann der junge Heißsporn jedoch mühelos mit seinen älteren Kollegen mithalten, seine ungestüme Art und oft unüberlegtes Verhalten zeugen jedoch davon, dass er noch etwas Lebenserfahrung zu erwerben hat, was nicht selten Probleme für die Ring Raiders nach sich zieht. Als Ring Raider fliegt Jones eine modifizierte Northrop F-5 Interceptor, die „Sky Tiger“. Deren tödlichster Vorteil ist das Raketenangriffs-System „Tiger Claw“, das fünfundzwanzig Raketen gleichzeitig abfeuern und computergesteuert, unfehlbar und ohne Ausnahme in ein vom Piloten gewähltes Ziel lenken kann. Kombiniert mit dem übersprühenden Talent und Wagemut des Piloten eine absolut tödliche Waffe, vor der selbst Scorch sich denkbar in Acht nehmen muss.
Max Miles Max, der älteste Ring Raider, ist sowohl Vaterfigur für Victor Vector als auch der Kopf der Spionageabteilung der Ring Raiders. Er befehligt die Valor-Wing-Staffel der Ring Raiders. Der durchgehend überlegt und erfahren agierende Veteran geht durchaus und nicht selten Risiken ein, um im Rahmen seines Jobs an die begehrten Feindinformationen zu kommen, solange er sie auch nur für ansatzweise kalkulierbar hält. Sein sarkastischer Sinn für Humor und seine raubeinige Art machen ihn unter den Raiders zu einem beliebten Zeitgenossen. Miles hat etliche Jahre als Pilot absolviert und nahezu kein Flugmanöver, kein Schachzug sind im fremd. Wenn der ergraute „Vater“ der Ring Raiders seine SR-71 Blackbird (die er „Knight Fighter“ getauft hat) in den Luftraum erhebt, sollte sich die Skull Squadron somit vorsehen. Miles Abschüsse füllen ganze Bücher und der erprobte Kämpe zögert nie, dieses Register noch um die eine oder andere Position zu erweitern. Und wer es tatsächlich doch wagt, dem inoffiziellen Mentor der Ring Raiders an den Karren zu pissen, der kann sicher sein sich zeitnah im multiplen Kreuzfeuer ganzer Staffeln wiederzufinden.
„Never“ Evers Ein extrovertierter Selbstdarsteller, der keinen Hehl daraus macht, dass er sich uneingeschränkt für den besten Piloten unter Gottes Sonne hält. Obgleich somit ein leicht Verrückter, ist Evers doch ein wertvoller Flieger für die Ring Raiders. Denn wo immer Andere aufgrund zu großer Risiken abwinken, ist „Never Evers“ zur Stelle und stürzt sich da in die Bresche, wo’s brennt. Gefahr ist für ihn, der sich für nahezu unbesiegbar hält, ein Fremdwort. Feinde sind in seinem Denken nur Kanonenfutter für seine Bordgeschütze und Werkzeug seiner Selbstprofilierung. Seine gepimpte F-16 trägt somit nicht zu Unrecht den Namen „Fearless falcon“. Auch die Skull Squadron hat sich vor Evers Jäger und seinem spleenigen Charakter vorzusehen. Denn wer den eigenen Tod für schlicht unmöglich hält und damit sämtliche Risiken ignoriert, fliegt wie der Teufel und einen äußerst nervösen Abzugsfinger hat, den sollte man sich tunlichst vom Heckruder halten.
„Salty“ Salton Salty ist ein launischer Zeitgenosse, den die Ring Raiders während einer Zeitreise in den Wirren des Zweiten Weltkriegs auflesen. Der Ex-Inhaber eines Flugzirkuses und passionierte Kampfflieger hat wohl im Laufe seines Lebens mehr über Luftkampf und Flugzeuge vergessen, als die meisten Ring Raiders je gewusst haben. Sein egomanischer Charakter lässt ihn unabbringbar an der Ansicht festhalten, dass alleine seine persönlichen Fliegereigenschaften die Lösung aller Probleme verhießen, womit er seinen Kameraden oftmals extrem auf die Nerven geht. Als Ausgleich dazu sind seine Luftkampffertigkeiten aber wirklich über jeden Zweifel erhaben und schon viele der Skull-Squadron-Mitglieder mussten vor ihm chancenlos die Segel streichen. Da macht es auch nichts, dass er sich beharrlich weigert, seine archaische F4U Corsair aufzugeben. Nun, zumindest erlaubte er den Mechanikern der Ring Raiders immerhin, das altersschwache Fluggerät von anno dazumal soweit aufzupeppen, dass es in Geschwindigkeit und Wendigkeit annähernd modernen Jets gleichkommt. Und noch ein nettes Extra haben die Techniker der „Sea Dragon“ durch diesen Umbau beschert: Saltys Flugzeug spuckt nun auf sein Geheiß einen alles versengenden Feuerstrahl über die überraschten Feinde.
Baron von Claudeitz Der deutsche Freiherr war einer der ersten Kampfpiloten der Geschichte und schlug seine Schlachten bisher vorwiegend im Ersten Weltkrieg. Der unleugbare Militarist und Luftkampfkünstler verspottet die Technikabhängigkeit seiner Kameraden und fliegt trotz allem guten Zureden immer noch mit seiner, wenngleich technisch aktualisierten, Fokker Dr.I in die Schlacht. Dem Baron (der wohl eine Hommage an die real existente Fliegerlegende Manfred von Richthofen sein sollte) blieben allerdings lediglich vereinzelte Auftritte in der Cartoonserie vergönnt. In der Spielzeugreihe, den Comicheften oder den Hörspielen fand er keine Erwähnung.
Duffy Duffy ist ein gutmütiger erfahrener Flieger, die gute Seele der Ring Raiders-Staffel. Er ist zeitweise etwas tollpatschig und wird von den anderen Piloten immer etwas belächelt, in ernsten Situationen kann man sich auf ihn aber trotzdem oft verlassen. Er ist zudem der väterliche Freund des jungen Cub Jones. (Anmerkung: Duffy ist ein Charakter, der nur in der Hörspielreihe vorkommt).
Jenny Gail Die einzige Frau im Tross der Ring Raiders. In ihren Eigenschaften als Ärztin und Pilotin war sie einst in Vietnam für die Vereinigten Staaten im Einsatz, nun kämpft auch sie unter dem Kommando Victor Vectors. Jenny gerät sich des Öfteren mit von Claudeitz ins Gehege, der unabbringbar die Meinung vertritt, dass Frauen im Krieg allgemein und im Luftkampf insbesondere Nichts verloren hätten. Obgleich sie nur einen Helikopter (die „Nightingale“) fliegt, schafft sie es doch immer wieder, den angreifenden Jets der Gegner mit geschickten Flugmanövern die Butter vom Brot zu nehmen. Wie schon „von Claudeitz“ ist Gail ein exklusives Erzeugnis der Cartoon-Reihe.
Operationsbasis: Die Air Carrier Justice