Negreira ist der Hauptort des gleichnamigen Gemeindeverbands (Concello) in der Provinz A Coruña der Autonomen Gemeinschaft Galicien. Es liegt westlich von Santiago de Compostela.
mini|Pazo do Cotón mini|Pazo do Cotón
Geschichte Die Gründung der ersten Ansiedlung auf dem Gebiet Negreiras resultierte aus der strategisch wichtigen Lage. Sie wird bestimmt durch die Situation über dem Río Tambre sowie an der Straße „per loca maritima“ einerseits (Hauptstraße zur Küste, von Grandimirun, heute Brandomil, nach Aquis Celenis, heute Caldas de Reis) und andererseits der Uferstraße entlang des Tambre, die das Landesinnere mit der Küstenregion um Noia verbindet.
Im ganzen Gebiet von A Barcala lassen sich vorrömische Aktivitäten nachweisen. Frühgeschichtliche Zeugnisse finden sich mit einem Megalithkomplex auf dem Monte Corzán, mit Resten von Castro-Siedlungen in Logrosa, Vilachán, Xallas und Broño sowie mit den Dolmen und Mámoas von Espiñaredo (ein Steinkomplex von 32 Steinen, 32 Meter im Durchmesser, bis zu 5 Metern hoch). Weiterhin wurden in Logrosa zwei prähistorische, auf Bauchhöhe abgebrochene Statuen in einer bedeutenden Siedlung der Castrokultur gefunden. Sie befinden sich heute in Santiago de Compostela im Museum. Für die römische Zeit ist die Siedlung Nicraria Tamara erwähnt, zu dieser Zeit wurden hier auch Silberminen ausgebeutet.
876 wechselt Negreira auf königliches Dekret in den Besitz des Compostelaner Bischofs Sisando. 979 überfallen Normannen die galicischen Küsten, die Stadt wird ausgelöscht. Nachdem die Bedrohung durch Normannen und Mauren überstanden ist, wird die Stadt 1113 wieder aufgebaut.
Die Katholischen Könige verliehen dem Ort ein Fuero Real genanntes königliches Privileg, das Negreira die Unabhängigkeit vom Compostelanischen Erzbischof sichert. Karl V. erneuerte das Privileg 1520.
Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde
Quelle: – grafische Aufarbeitung für Wikipedia
Gemeindegliederung Die Gemeinde Negreira ist in 18 Parroquias gegliedert:
Wirtschaft +Beschäftigungszahlen der Gemeinde Negreira in den WirtschaftszweigenStand: Februar 2025 Sektor Beschäftigte Anteil in Prozent Ackerbau, Viehzucht und Fischerei2077,36 Industrie33111,77 Bauwirtschaft2819,99 Dienstleistungsbetriebe1.99470,89 Total 2.813 100,00* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Galicien, IGE Die Wirtschaft ist landwirtschaftlich geprägt; Hauptanbauprodukte sind Mais, Kartoffeln und Gemüse. Ein bedeutender Teil der Gemeindefläche ist der Weidewirtschaft vorbehalten. Der Viehbestand besteht hauptsächlich aus Rindern und darunter speziell Milchkühen. Die Milchwirtschaft ist entsprechend wichtig. Die Kooperativen der Milchbauern gründeten das Unternehmen Feiraco, heute eines der größten Unternehmen der galicischen Milchwirtschaft. Während des Spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs wurde hier Wolfram abgebaut. Die Minen sind heute geschlossen.
Sehenswürdigkeiten mini|Der Río Tambre (hier mit der Ponte Maceira) begrenzt den Gemeindeverband von Negreira im Süden. Neben dem Herrenhaus Pazo da Albariña sticht der Pazo do Cotón im Stadtbild heraus. Er liegt am Weg nach Fisterra, dem Camino Real, und wurde zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert gebaut. An der Porta da Capela überspannt er mit drei Arkaden die Straße, die obere Mauer ist Zinnen-bewehrt.
Weblinks
Etappenbeschreibung Camino a Fisterra: Santiago de Compostela – Negreira (spanisch) Etappenbeschreibung Camino a Fisterra: Negreira – Olveiroa (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Galicien