miniatur|upright=0.8|Amanda Lindner miniatur|upright=0.8|Amanda Lindner, 1890, von C.W. Allers Amanda Berta Lindner (* 7. Juli 1868 in Anger bei Leipzig; † 18. April 1951 in Berlin-CharlottenburgStandesamt Berlin-Charlottenburg, Sterbeurkunde Nr. 1288 vom 19. April 1951) war eine deutsche Schauspielerin.
Leben Sie gab ihr Debüt am Hoftheater Coburg und gehörte von 1886 bis 1896 zum Ensemble am Hoftheater Meiningen. In Meiningen verkörperte sie in Schillers Schauspiel „Die Jungfrau von Orleans“ in der Hauptrolle die Jeanne d’Arc. Diese Inszenierung und die schauspielerische Leistung von Lindner, die das Jeanne-d’Arc-Bild für lange Zeit prägte, fand europaweit große Beachtung. Das Stück wurde 1887/88 bei den Gastspielreisen der Meininger 194 mal, davon 55 mal in Berlin aufgeführt.
1896 bis 1911 wirkte sie am Königlichen Schauspielhaus Berlin. 1910 wurde ihr für ihre Leistungen vom Ministerium des königlichen Hauses Sachsen die bürgerliche goldene Medaille Bene merentibus verliehen.Sächsisches Staatsarchiv, Archivalie 10711, Sign. Loc. 52 Nr. 03, abgerufen am 6. Oktober 2020. Später spielte sie unter anderem am Deutschen Theater, wo sie 1925 unter der Regie von Eugen Klöpfer die Gräfin Helena in Kleists Das Käthchen von Heilbronn darstellte. Sie machte sich auch einen Namen als Schauspiellehrerin.
Zu ihrer ersten größeren Aufgabe als Filmschauspielerin kam Amanda Lindner erst im Alter von 64 Jahren. In der Filmkomödie Ich bei Tag und Du bei Nacht (1932) mimte sie die geschäftstüchtige ehemalige Hofschauspielerin Cornelia Seidelbast, die ein und dasselbe Zimmer gleich zweimal vermietet. Danach wurden ihre Rollen immer kleiner. Ihren letzten Filmauftritt hatte Amanda Lindner ungenannt 1940 in der Operettenadaption Rosen in Tirol. Lindner stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Lindner, Amanda. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 391
Amanda Lindner war von 1911 bis 1921 mit dem Arzt August König (* 1880 in Hamburg; † 1953 in Berlin) verheiratet.Standesamt Berlin IV A, Heiratsurkunde Nr. 487 vom 7. Juli 1911 Sie starb 1951 im Alter von 82 Jahren im Städtischen Bürgerhaus-Hospital, Berlin-Charlottenburg an Altersschwäche.Standesamt Berlin-Charlottenburg, Sterbeurkunde Nr. 1288 vom 19. April 1951
Filmografie 1919: Eine unbedeutende Frau 1932: Ich bei Tag und Du bei Nacht 1932: Der Rebell 1933: Welle 4711 (Kurzfilm) 1933: Das Lied vom Glück 1934: Fürst Woronzeff 1936: Familienparade 1940: Bal paré 1940: Rosen in Tirol
Tondokumente 1903 und 1904 nahm Lindner in Berlin 6 Titel für die Gramophone auf: Texte von Goethe, Heine, Schiller und Baumbach.The Gramophone Company Co. discography
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 609 f., (). Helga und Karlheinz Wendtland: Geliebter Kintopp. Sämtliche deutsche Spielfilme von 1929 – 1945. Künstlerbiographien L–Z. Verlag Medium Film Karlheinz Wendtland, Berlin 1995, ISBN 3-926945-14-1, S. 22.
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