mini|Der Reiterhof mit Biergarten

Steinhof (fränkisch: Schdah-huhfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 177. Dort folgendermaßen transkribiert: „schdāhūf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Steinhof liegt in der Gemarkung Haag.

Geografie Der Einöde liegt in Fließrichtung links im Tal an der Aurach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Haag (0,7 km südwestlich) bzw. zur Kreisstraße AN 17 bei Weißenbronn (2,2 km nördlich), ein Wirtschaftsweg führt zur Mausenmühle (0,7 km westlich) bzw. zur Steinmühle (0,5 km östlich).

Geschichte Steinhof wurde 1340 erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist es die älteste Einzelhofsiedlung der Gemeinde Neuendettelsau. Der Ortsname wurde wegen der dort vorherrschenden Bodenverhältnisse gewählt: Steinhof steht auf felsigem Grund.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 177. Laut dem Kaufbrief von 1340 überließ Götz von Vestenberg dem Kloster Heilsbronn den Hof und den jährlichen Ertrag von 6 Simra Korn für 160 Pfund guter Heller. Zum Steinhof gehörten 168 Morgen Äcker und 17 Tagewerk Wiesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 281.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurde für Steinhof eine Mannschaft verzeichnet, die dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstand. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 6. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 732. Im Dreißigjährigen Krieg verödete der Hof. Im zweiten Jahr nach dem Krieg fand sich ein Käufer namens Craft, der das ganze zehntfreie Gut für 120 Gulden erhielt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 282.

Im Jahr 1786 wurde vom Ursprungshof ein Viertel abgeteilt, das der 1706 errichteten Steinmühle zugewiesen wurde.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 360. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Steinhof zur Realgemeinde Haag. Er bestand aus zwei Dreiachtelhöfen, die beide das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn hatten. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt Steinhof bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 14 und 15/16 des Ortes Haag.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 863. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 992. Zu dieser Zeit gab es eine Untertansfamilie.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 432.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Steinhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Steinhof in die neu gebildete Ruralgemeinde Haag umgemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Neuendettelsau eingemeindet.

Bodendenkmal Etwas nördlich davon wurde eine Siedlung vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung entdeckt.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2013Einwohner 18 13 16 16 17 16 15 15 25 13 10 10 12 11HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 3 2 2 2 2 2 2 2 2 Quelle Im Original: 11 E., 2 Feuerstellen. Höchstwahrscheinlich Verwechslung mit Steinmühle, die dort 18 E. und 3 F. hat. auf: neuendettelsau.eu Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.

Religion Steinhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Neuendettelsau Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1340 Kategorie:Ort an der Aurach (Rednitz)