mini|Verbania am Lago Maggiore mini|Der Ortsteil Pallanza von der Isola dei Pescatori aus gesehen
Verbania ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola, Region Piemont, mit Einwohnern (Stand ). Seit 1992 ist sie Hauptstadt der aus der Provinz Novara herausgelösten Provinz Verbano-Cusio-Ossola.
Der Ortsname Verbania wurde 1939 vom Namen des Sees Lago Verbano (bekannter als Lago Maggiore) abgeleitet, an dessen Ufer der Ort liegt.
Lage mini|Lage der Gemeinde Verbania in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola Die Streugemeinde liegt auf einer Höhe von am westlichen Ufer des Lago Maggiore und befindet sich etwa 15 Kilometer südlich der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Sie erstreckt sich über eine Fläche von etwas mehr als 37 km². Die nächstgelegene Großstadt ist das etwa 70 Kilometer südöstlich gelegene Mailand.
Die Gemeinde besteht aus den Fraktionen Antoliva, Bieno, Biganzolo, Cavandone, Fondotoce, Intra, Pallanza, Possaccio, Suna, Torchiedo, Trobaso und Zoverallo. Der Gemeindesitz mit dem Rathaus liegt im Ortsteil Pallanza. Die Nachbargemeinden sind Arizzano, Baveno, Cambiasca, Cossogno, Ghiffa, Gravellona Toce, Laveno-Mombello (VA), Mergozzo, Miazzina, San Bernardino Verbano, Stresa und Vignone. Der Schutzpatron der Stadt ist San Vittore.
Geschichte Die Gemeinde Verbania entstand 1939 nach dem Zusammenschluss der beiden bis dahin eigenständigen Gemeinden Intra und Pallanza.
Die Bezeichnung des Ortsteils Intra stammt aus der geographischen Lage zwischen den zwei Wildbächen (auf Latein intra flumina) San Giovanni (nördlich) und San Bernardino (südlich).
Beim Massaker vom Lago Maggiore ermordeten Angehörige der Leibstandarte SS Adolf Hitler im Oktober 1943 im Ortsteil Intra den italienischen Juden Ettore Ovazza und seine ganze Familie und verbrannten die Leichen im Heizungskeller der Schule. Am 20. Juni 1944 ermordeten SS-Angehörige 42 Partisanen im Ortsteil Fondotoce. Zur Erinnerung an die Ermordeten gibt es in Fondotoce einen Park der Erinnerung, den Parco della Memoria e della Pace. In ihm befindet sich ein Erinnerungszentrum, die Casa della Resistenza di Fondotoce.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten mini|Botanischer Garten von Verbania-Pallanza Oratorium San Remigio, erstmals erwähnt im 11. Jahrhundert Kirche Madonna di Campagna, erbaut im Renaissancestil in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Architekt Giovanni Beretta aus Brissago TI Basilica San Vittore, erbaut am Anfang des 17. Jahrhunderts, bewahrt eine imposante Orgel der Firma Serassi aus Bergamo, realisiert am Ende des 18. Jahrhunderts Chiesa collegiata di San Leonardo, erbaut zwischen 1535 und 1590, bewahrt die Orgel von Eugenio Biroldi von 1797 Pfarrkirche Santo Stefano, bewahrt die Ara delle Matrone, einen römischen Votivaltar (frühes 1. Jahrhundert n. Chr.) aus Candoglia-Marmor mit Darstellung einer Opferszene. Oratorium Santi Fabiano e Sebastiano Palazzo Viani Dugnani, erbaut in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Barockstil Der Botanische Garten der Villa Taranto liegt zum größten Teil auf der Landzunge Punta della Castagnola, die Intra von Pallanza trennt. Das Klima am südlichen Teil des Lago Maggiore und die Naturliebe eines schottischen Ritters, Captain Neil MacEacharn (1964 beigesetzt in einem Mausoleum im Park), machten es möglich. In Verbania entstand in den 1930er Jahren der mittlerweile weltbekannte Garten. Mehr als 20.000 Pflanzen sind hier auf einem 16 Hektar großen Parkgelände zu sehen. Durch eine Windhose wurde im Sommer 2012 ein Teil des Gartens zerstört., abgerufen am 26. September 2012 Das sehr futuristisch anmutende Centro Eventi Il Maggiore, ein 2016 eröffnetes, im Ortsteil Pallanza unmittelbar am Ufer des Sees gelegenes multifunktionales Veranstaltungszentrum.
Städtepartnerschaften Bethlehem, Westjordanland, seit 2019 Bourg-de-Péage, Département Drôme, seit 1961 Crikvenica, Gespanschaft Primorje-Gorski kotar, seit 1995 East Grinstead, West Sussex, seit 1991 Mindelheim, Schwaben, seit 1994 Piatra Neamț, Westmoldau, seit 2010 Sant Feliu de Guíxols, Provinz Girona, seit 1994 Schwaz, Tirol, seit 1994 mini|270px|Fresken des Oratoriums San Rocco im Museo del Paesaggio
Verkehr Verbania ist in seinem Westen durch den Bahnhof Verbania-Pallanza an der Bahnstrecke Domodossola–Mailand und durch die Autostrada A26 an den Fernverkehr angebunden. Die Strada Statale 34 del Lago Maggiore verläuft mitten durch das Gemeindegebiet.
Persönlichkeiten
Katharina Moriggi (1437–1478), seliggesprochene Ordensgründerin Giorgio Andreoli, (1465/1470–1553), Bildhauer, Töpfer und Majolikamaler Daniele Ranzoni (1843–1889), Maler Luigi Cadorna (1850–1928), Generalstabschef Paolo Troubetzkoy (1866–1938), Bildhauer Raffaele Cadorna der Jüngere (1889–1973), General Giuseppe Racchelli (1916–1993), Maler und Hotelier Antonio Dal Masetto (1938–2015), argentinischer Schriftsteller und Journalist Carmen Leccardi (* 1950), Soziologin Beniamino Bonomi (* 1968), Kanute Angelo Pagotto (* 1973), Fußballtorhüter Valentina Greggio (* 1991), Geschwindigkeitsskifahrerin Carlo Tacchini (* 1995), Kanute Filippo Ganna (* 1996), Radsportler Simone Locarni (* 1999), Pianist Wilfried Gnonto (* 2003), Fußballspieler
Mit Verbania verbunden mini|hochkant|Die Gedenktafel von Bernhard Riemann
István Türr (1825–1908), ungarischer Aufständischer, Ingenieur und Politiker. Er wohnte gern in der Villa Rusconi-Clerici. Emma Morano (1899–2017), ab Mai 2016 ältester lebender Mensch, lebte in Verbania Bernhard Riemann (1826–1866), deutscher Mathematiker, ist im Friedhof des Ortsteils Biganzolo begraben. Die Riemannsche Vermutung gilt als eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der Mathematik gilt (Nr. 8 der Hilbertschen Probleme, Nr. 6 der Millennium-Probleme).
Weblinks
Verbania, auf tuttitalia.it (italienisch) Verbania, auf comuni-italiani.it (italienisch) Verbania, auf piemonte.indettaglio.it (italienisch) Verbania, auf de.lagomaggiore.net Strumenti Culturali, in verbanensia.org (italienisch)
Straziante fine di una famiglia ebrea - Intra 9-11 ottobre 1943. (deutsch: Das furchtbare Ende einer jüdischen Familie – 9.–11. Oktober 1943), auf novara.anpi.it, Website der Associazone Partigiani di Italia Bezirk Novara. (italienisch, – über die Ermordung der Familie Ovazza)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Piemont Kategorie:Provinzhauptstadt in Italien Kategorie:Provinz Verbano-Cusio-Ossola Kategorie:Gemeindegründung 1939