Jurij Kramer (* 28. Juni 1940 in Moskau) ist ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.
Leben Jurij wurde 1940 als Sohn einer Tänzerin und des wegen eines drohenden Hochverratsprozesses in die UdSSR emigrierten Eisenbahningenieurs Erwin Kramer, dem späteren Minister für Verkehrswesen der DDR und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, in Moskau geboren. Nach Kriegsende zog seine Familie wieder nach Deutschland, wo sie sich im Ostteil Berlins niederließen.
Jurij Kramer studierte von 1960 bis 1963 Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide und debütierte als Theaterdarsteller an einer Bühne in Greifswald. Von 1964 bis 1965 absolvierte er seinen Grundwehrdienst bei den Grenztruppen der DDR und erhielt anschließend ein Engagement in Halle, wo er auch erste Regieaufgaben wahrnahm. Daneben arbeitete Kramer ab 1970 auch für den Deutschen Fernsehfunk (DFF), anfangs als Assistent, später als Regisseur und inszenierte diverse Literaturverfilmungen, wie beispielsweise Cyankali, Narrenweisheit aber auch Gegenwartsstreifen für das Fernsehen der DDR.
Mit der Wende änderte sich seine berufliche Situation, er spielte wieder vornehmlich als Schauspieler in diversen Fernsehproduktionen, überwiegend in Serien wie Ein Bayer auf Rügen, Für alle Fälle Stefanie, Küstenwache.
Sein Sohn Felix Kramer ist ebenfalls Schauspieler.
Filmografie (Auswahl) Regisseur Fernsehfilme 1974: Galgenbergstory 1975: BedtimestoryBedtimestory Fernsehen der DDR (Memento) 1976: Der MörderDer Mörder Fernsehen der DDR (Memento) 1977: Cyankali (Studioaufzeichnung) 1977: …inklusive Totenschein 1979: Ende vom LiedEnde vom Lied Fernsehen der DDR (Memento) 1980: Eine Anzeige in der Zeitung 1983: Langer AbschiedLanger Abschied Fernsehen der DDR (Memento) 1983: Flüchtige BekanntschaftFlüchtige Bekanntschaft Fernsehen der DDR (Memento) 1984: Das zweite Leben des Dr. Gundlach 1984: Die Verwundung 1986: Die letzten Tage des Georg W. 1988: Stunde der Wahrheit 1989: NarrenweisheitNarrenweisheit Fernsehen der DDR (Memento) 1990: Drei Wohnungen
Schauspieler 1962: Das grüne Ungeheuer (Mehrteiler) 1971: Das Boot im Walde 1971: Der Staatsanwalt hat das Wort: Zwei Promille 1972: Das Geheimnis der Anden (Mehrteiler) 1973: Das Licht der Schwarzen Kerze 1973: Zement (2 Teile) 1973: Das unsichtbare Visier (Sehserie) 1975: Ich setze auf Diego 1976: Mann gegen Mann 1976: Erstes Haus, linker Hand 1983: Märkische Chronik (Serie) 1985: Das zweite Leben des Dr. Gundlach 1991: Durchreise 1992: Deutschfieber 1994: Radetzkymarsch 1995: Unter uns (Folge 132–155 als Bruno Melzer) 1995: Die Straßen von Berlin 1995: Im Innern des Bernsteins 1997: Der Kapitän – Gefährliche Fracht 1998: Freiwild 2000: Scheidung auf Rädern
Hörspiele 1980: Walter Püschel: Das Schulschwein – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR)
Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
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