Die Gilde der Schwarzen Magier (englischer Originaltitel: The Black Magician Trilogy) ist eine Fantasy-Trilogie von Trudi Canavan, die von Sonea, einem Mädchen aus der Unterschicht einer mittelalterlichen Großstadt, und ihrem Leben handelt. Die Buchreihe ist gegliedert in die Bücher Die Rebellin, Die Novizin und Die Meisterin.

Die Rebellin, das erste Buch der Trilogie, erschien 2001 unter dem Titel The Magicians' Guild (engl. Die Gilde der Magier). Die Übersetzung folgte im Jahr 2006 von Michaela Link, die auch die beiden folgenden Romane ins Deutsche übertrug. Die im Jahr 2002 erschienene Fortsetzung Die Novizin mit dem englischen Originaltitel The Novice wurde im Juli 2006 übersetzt. Unter dem Titel The High Lord (engl. Der Hohe Lord) erschien 2003 der dritte Teil der Trilogie, der im September 2006 unter dem Titel Die Meisterin als deutsche Fassung veröffentlicht wurde.

Situation in Kyralia zur Zeit der Handlung

In Imardin, der Hauptstadt Kyralias, herrscht ein Dreiklassen-System: Die breite Unterschicht bilden Tagelöhner, Prostituierte, Straßenkinder und dergleichen, die in den sogenannten Hüttenvierteln vor den Toren der Stadt leben. Den Mittelbau bilden Handwerker, Händler sowie Bürger, und an der Spitze stehen die Magiergilde und die adlige Oberschicht, „die Häuser“. Eine weitere Fraktion stellen die sogenannten Diebe dar, die als Unterweltgrößen in den Armenvierteln über große Macht verfügen und ähnlich gut wie die Mitglieder der Häuser leben.

Die Gilde der Magier ist zwar überaus mächtig, hält sich aber im Allgemeinen aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben der Küstenstadt Imardin heraus, wie es das Gesetz vorschreibt. Sie lebt abgeschottet in ihrem Stadtviertel; die Magier forschen, lehren und überwachen den Gebrauch von Magie. Denn diese darf nur von ausgebildeten Magiern der Gilde für bestimmte Zwecke eingesetzt werden. Um Magier zu werden, muss jedoch eine angeborene Begabung vorhanden sein.

Nichtmitglieder der Gilde dürfen in Imardin und den verbündeten Ländern keine Magie erlernen oder ausüben; die Strafe für eine Zuwiderhandlung ist der Tod. Allerdings geht es bei diesen Gesetzen nicht nur um Machterhalt, sondern auch um die öffentliche Sicherheit: Ein Magier ohne Ausbildung kann seine Magie nicht kontrollieren, sie wird immer wieder unkontrolliert freigesetzt, jedes Mal zerstörerischer als zuvor, bis sie den Magier mit einer riesigen Explosion tötet und die gesamte Umgebung zerstört.

Die Magier halten sich weitestgehend von der Bevölkerung fern, nur in einem Punkt werden sie vom König von Kyralia, dem sie unterstehen, regelmäßig eingesetzt: Sie „säubern“ die Hauptstadt Imardin alljährlich von den Angehörigen der Unterschicht. Zu diesem Zweck werden selbige zusammengetrieben und von einer Truppe Magier aus der Stadt gejagt. Die Geschichte von Sonea, der Rebellin, beginnt, als solch eine Säuberung unmittelbar bevorsteht.

Handlung

Die Rebellin

Sonea, der verfolgten Unterschicht angehörend, gerät auf Umwegen mit in diese Säuberung hinein und wird mit vielen anderen Menschen von Magiern auf dem Nordplatz eingekesselt. Diese wollen das angebliche Gesindel mit ein paar Knalleffekten aus der Stadt jagen. Die aufgebrachte Menge setzt sich zur Wehr, schleudert Steine, Farbbeutel und Juckpulver-Geschosse auf die Zauberer. Doch diese schützen sich mit einer magischen Wand vor den Angriffen.

Als Sonea schließlich aus der Gruppe ihrer Freunde heraus einen Stein auf die Magier schmettert, prallt dieser nicht am magischen Schutzschild ab, sondern durchdringt ihn, trifft einen Magier und lässt ihn bewusstlos zurück. Nach einer allgemeinen Schrecksekunde wenden sich die Magier an Lord Rothen, dem sofort klar ist, wer der Täter ist und auf Sonea zeigt; neben ihr steht jedoch ein Junge, den die Magier für den Täter halten. 19 Magier attackieren ihn daraufhin mit je einem sogenannten „Betäubungsschlag“, um ihn an der Flucht zu hindern. Dabei verbinden sich einige der Schläge zu einem „Feuerschlag“, der den Jungen schließlich tötet. Sonea glaubt daraufhin, dass die Magier sie töten wollen und wird bewusstlos. Ihre Freunde tragen sie daraufhin aus der Stadt und verstecken sie.

Schon bald machen sich die Magier auf die Suche nach ihr und setzen eine Belohnung auf sie aus. Sonea misstraut den Magiern zutiefst, da sie ja glaubt, dass die Magier sie töten wollen. Die Magier haben jedoch nichts dergleichen vor, sondern wollen sie einfach nur lehren, ihre magischen Kräfte zu kontrollieren, und sie, auf eine „Bitte“ des Königs hin, in die Gilde aufnehmen. Denn das Gesetz von Kyralia besagt, dass ein jeder Magier lernen muss, seine Kräfte zu kontrollieren.

Sonea läuft vor den Magiern davon und ihr Freund Cery hilft ihr, sich zu verstecken, indem er Gefälligkeiten bei manchen Leuten einfordert. Irgendwann kann Cery Sonea nicht mehr verstecken und die beiden wenden sich an die Diebe. Sonea soll ihre magischen Kräfte für die Diebe einsetzen und Cery muss für die Diebe arbeiten, damit diese Sonea verstecken.

Aber auch nicht jeder in der Magiergilde hat nur das Beste für Sonea im Sinn. Während vor allem die zwei Magier Dannyl und Rothen alles daran setzen, dem jungen Mädchen zu helfen, sind andere von der Idee weniger begeistert. Denn für gewöhnlich ist die Magie nur den wohlhabenden Bevölkerungsschichten vorbehalten, auch wenn dies in keinem Gesetz steht, und Sonea ist nur ein Straßenkind. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, bevor Soneas Kräfte außer Kontrolle geraten und sie sie selbst vernichten. Nach einer langwierigen Suche und Verfolgungsjagd können die Magier Sonea umzingeln, aber Soneas Kräfte sind bereits außer Kontrolle und zerstören alles in ihrer Umgebung. Mithilfe von Lord Rothen, der als einziger in der Lage ist, Sonea als die zu identifizieren, die Lord Fergun den Stein an den Kopf geworfen hat, schafft Sonea es, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bringen und bricht vor Erschöpfung zusammen.

Als Sonea am nächsten Tag aufwacht, befindet sie sich im Quartier von Rothen. In den nächsten Tagen lernt Sonea, wie sie ihre Kräfte kontrollieren kann und macht eine Gilde-Besichtigung mit Lord Rothen und Lord Dannyl, einem ehemaligen Novizen von Rothen. Kurz darauf wird sie heimlich von einem Magier namens Lord Fergun besucht, welcher der Magier ist, den sie zu Beginn der Geschichte mit dem Stein bewarf. Dies erkennt Sonea zunächst aber nicht. Lord Fergun erzählt Sonea, dass sie bewusst von Lord Rothen getäuscht wird und er ihr Informationen vorenthält. Er beeinflusst sie, indem er ihr erzählt, dass sie, falls sie die Gilde verlässt, eine schmerzhafte Prozedur über sich ergehen lassen muss, wobei ihre Magie blockiert wird. Dies hatte ihr Lord Rothen bisher verschwiegen. Er bietet ihr an, sollte sie ihn bei seinem Vorhaben, ihr Mentor zu werden, unterstützen, dass sie die Gilde verlassen und dabei ihre magischen Kräfte behalten kann. Sonea bittet daraufhin um etwas Bedenkzeit.

Eines Tages schleicht sich ihr Freund Cery in die Gilde ein und wird erwischt. Statt dass die Magier ihn bestrafen, erlauben sie ihm, Sonea zu besuchen. Als er wieder gehen möchte, bietet Lord Fergun an, ihn zum Ausgang zu begleiten. Stattdessen sperrt Fergun Cery in ein Verlies unter der Universität der Gilde ein. Als Sonea sich nach einiger Zeit immer noch nicht entschieden hat, ob sie Ferguns Plan unterstützen möchte, zeigt dieser sein wahres Gesicht und erpresst sie mit Cerys Gefangennahme. Wenn sie bei ihrer Anhörung, wer ihr Mentor wird, nicht erkläre, dass Fergun sie noch angesehen habe, bevor er zu Boden ging, womit er ihre magische Kraft zuerst wahrgenommen habe, werde Fergun Cery töten.

Ein Mentor ist eine Autoritätsperson für den jeweiligen Novizen der Gilde und eine Person, die den jeweiligen Novizen auf dessen Weg des Novizendaseins begleitet. Nur wenige der Novizen, die in der Gilde aufgenommen werden, bekommen einen Mentor. Ein durchschnittlicher Novize (Schüler) der Gilde braucht fünf Ausbildungsjahre, um in den Rang eines Magiers aufzusteigen und somit den Titel Lord oder Lady zu erhalten. Insgesamt gibt es drei große Bereiche, die man nach der Ausbildung erlernen kann: die Kriegskunst, die Alchemie und die Heilkunst.

In Wahrheit will Lord Fergun ihr Mentor werden, um sie zur Flucht zu zwingen und somit der Gilde zu zeigen, dass man nur adlige Jugendliche in die Gilde aufnehmen kann. Bei der Anhörung Soneas in der Gilde erklärt sie, dass Lord Fergun bei dem Zwischenfall, bei dem sie ihn mit dem Stein am Kopf getroffen hat, vor Lord Rothen, der ebenfalls ihr Mentor werden will, ihr magisches Potenzial entdeckte. Sie selbst, Lord Fergun und Lord Rothen wissen, dass dies eine Lüge ist.

Währenddessen begibt sich Lord Dannyl in die unterirdischen Tunnel unter der Gilde. Er hat Lord Fergun vor wenigen Tagen beobachtet, wie dieser mit einem Tablett voll Essen in die Tunnel verschwand. Ein weiterer Grund seines Vorgehens liegt in einem Brief der Diebe, die Cery bereits vermissen. Auf der Suche nach diesem Verbotenem wird er von dem Hohen Lord Akkarin entdeckt, welcher ihn wieder aus den unterirdischen Tunneln schickt. Der Hohe Lord schließlich findet Cery und bringt ihn zur Anhörung. Als Sonea Cery erblickt, erklärt sie, dass Lord Fergun sie erpresst und Cery gefangen gehalten hat. Der Administrator der Gilde, Lord Lorlen, überprüft dies durch eine Gedankenlesung bei Sonea. Dabei sieht er außerdem, dass Sonea den Hohen Lord, den Vorsteher der Gilde, dabei beobachtet hat, wie dieser die verbotene schwarze Magie benutzte. Der Administrator bittet Sonea, niemandem davon etwas zu erzählen, außer ihrem neuen Mentor Lord Rothen, da sonst der ganzen Gilde Gefahr drohen würde. Rothen vermutet, dass Lord Fergun eine Aufgabe bekommen wird, die ihn für mehrere Jahre an einen entlegenen Ort bringen wird, und Sonea beschließt, sich an Lorlens Anweisung zu halten und der Gilde beizutreten, da sie dort, seiner Meinung nach, sicherer als in den Hüttenvierteln sei und da sie einmal Heilerin werden möchte, um in den Hüttenvierteln ein Hospital zu errichten.

Die Novizin

Für Sonea beginnt nun die Ausbildung zum Magier. Dass es nicht einfach werden würde, war ihr – wie auch ihrem Mentor Lord Rothen – bewusst, doch ihre Mitschüler schikanieren sie stärker als erwartet, da sie Sonea als ehemaliges Straßenkind ablehnen. Sonea beschließt, so viel zu lernen, dass sie in das nächste Semester wechseln kann. Dies gelingt ihr zwar, allerdings folgt ihr der Schlimmste ihrer Mitschüler, Regin, in die neue Klasse, sodass sie weiterhin seinen Schikanen ausgesetzt ist, auch wenn sich ihre neuen Klassenkameraden nicht an seinen Aktionen beteiligen.

Der zweite Handlungsstrang beschreibt Lord Dannyls Aufgaben als neuernannter zweiter Botschafter der Gilde und seine Reisen durch die verbündeten Länder, dieses in Begleitung des Gelehrten Tayend von Tremmelin, einem ungewöhnlich hübschen jungen Mann, zwischen den beiden beginnen romantische Gefühle aufzukeimen. Während Dannyl offiziell in Diplomatenmission unterwegs ist, versucht er, auf Bitte von Administrator Lorlen, mehr über die Geheimnisse des Oberhaupts der Gilde, Akkarin zu erfahren. Dieser hat in seiner Jugendzeit die Länder bereist, und Lorlen vermutet, dass er hierbei schwarze Magie erlernt hat, teilt Dannyl jedoch nichts mit, das Argwohn erregen könnte.

Als Akkarin bemerkt, dass Rothen, Sonea und der Administrator von seinem Geheimnis wissen, übernimmt er, um sie damit zu erpressen, selbst die Aufsicht über Sonea. Dies bringt ihr noch mehr Probleme mit den anderen Mitschülern ein, da sie nun der Schützling des Hohen Lords ist (dessen Schützling zu sein eine große Ehre darstellt, die nur sehr selten einem Schüler zuteilwird). Zudem ist Sonea nun verpflichtet, in Akkarins Residenz zu leben, nachdem sie bereits wegen Gerüchten über eine Affäre Rothens Residenz gegen das Novizenquartier eintauschen musste.