Paul Gustav von Hagenow (* 16. Juni 1813 in Langenfelde; † 28. September 1876 ebenda) war ein deutscher Jurist und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.

Leben und Leistungen Als Sohn eines vermögenden Gutsbesitzers aus der briefadeligen pommerschen Familie von Hagenow wurde Gustav von Hagenow 1813 auf dem vorpommerschen Gut Langenfelde bei Grimmen (posthum) geboren und wuchs dort auf. Seine Eltern waren Friedrich Christoph Karl Hagenow (1758–1812), Gutsherr auf den Gütern Engelswacht, Glewitz, Medrow, Benkenhagen, Kordsmühlen und Langenfelde (alle Landkreis Grimmen in Vorpommern), und der Marie Mentz (1772–1844), Erbin von Nielitz. Friedrich von Hagenow war einer seiner älteren Brüder.

Von 1830 bis 1832 studierte er Jura an den Universitäten Bonn und Greifswald. Schon in Bonn hatte er mit den Burschenschaften sympathisiert und wurde 1832 Mitglied der Burschenschaft Germania Bonn. Als Mitglied der Alten Greifswalder Burschenschaft/Arminia, in die er gleichfalls 1832 eintrat, wurde er 1836 nach einer Denunziation verhaftet und zu sechsmonatiger Haftstrafe verurteilt, die er in Greifswald verbüßte. Im Zuge der Demagogenverfolgung wurde er im Schwarzen Buch der Frankfurter Bundeszentralbehörde festgehalten (Eintrag Nr. 602).Bundesarchiv (BArch) (Hrsg.): Das Schwarze Buch. Alphabetisches Personenverzeichnis („Schwarzes Buch“) 1838–1842. Alte Signatur: DB 1-I/82. Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde (Zugang-Digitalisat).

Nach Abschluss seiner Studien widmete er sich der Verwaltung der geerbten Rittergüter Glewitz und Langenfelde und wurde Mitglied des Pommerschen Provinziallandtags.

Hagenow wurde 1848 für den 14. Wahlkreis der Provinz Pommern (Grimmen) in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, der er vom 18. Mai 1848 bis zum 23. Januar 1849 angehörte. Ab dem 26. Mai 1848 war er Mitglied des Ausschusses für die Marine und ab dem 5. Mai 1848 des Ausschusses für die Volksbewaffnung. Politisch fühlte er sich dem Rechten Centrum Casino-Fraktion zugehörig. Als Redner trat er nicht auf. Sein Nachfolger im Mandat war Conrad Matthies, Theologieprofessor in Greifswald.

Von 1852 bis 1863 war Hagenow zunächst stellvertretender Landrat und später Landrat des Landkreises Grimmen. Nach politischen Auseinandersetzungen mit der preußischen Regierung aufgrund seiner liberalen Haltung wurde er 1863 seines Amtes enthoben. 1867 ist sein Direktoriumssitz im Baltischen Central-Verein zur Beförderung der Landwirtschaft nachgewiesen. Bis 1875 war er als Vorsitzender der Kreisvorstände auch Direktor der Kreissparkasse tätig.

Hagenow erkrankte nach einem Jagdunfall und starb 1876 an dessen Folgen.

Er war in erster Ehe mit Luise Finelius (1813–1859), einer Tochter des Greifswalder Professors Johann Christian Friedrich Finelius verheiratet. Ihr älterer Sohn Gustav von Hagenow wurde Landrat des Landkreises Grimmen, ihr jüngerer Sohn Maximilian von Hagenow wurde General der Kavallerie. In zweiter Ehe war der ehemalige Landrat mit Hulda von Schmitterlow (1821–1910) vermählt.

Siehe auch Liste der Mitglieder der Frankfurter Nationalversammlung

Literatur

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1911. Jahrgang 5, Justus Perthes, Gotha 1910, S. 348–349. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. (D.A.G.). Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 191–193. Jürgen Borchert: Auf nach Frankfurt: Mecklenburgische und vorpommersche Parlamentarier als Abgeordnete in der Paulskirche 1848/49. Hrsg. Landeszentrale für Politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin 1998, ISBN 3-931185-44-3. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band 1: Politiker. Teilband 2: F–H. Winter, Heidelberg 1999, ISBN 3-8253-0809-X, S. 224.

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Pommern Kategorie:Mitglied des Ersten Vereinigten Landtages für die Provinz Pommern Kategorie:Landrat (Landkreis Grimmen) Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1813 Kategorie:Gestorben 1876 Kategorie:Mann