mini|August Drechsler August Drechsler|miniatur August Drechsler (* 14. März 1821 in Stavenhagen, Mecklenburg; † 10. August 1897 in Harzburg) war ein deutscher Richter und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung.
Leben Drechsler entstammte einer mecklenburgischen Juristenfamilie. Sein Vater war Amtsauditor in Goldberg, später in Wredenhagen mit Sitz in Röbel/Müritz, und Amtsverwalter in Lübz.
Er absolvierte 1838 die Abiturientenprüfung am Gymnasium Fridericianum in SchwerinFriedrich Carl Wex: Zur Geschichte der Schweriner Gelehrtenschule. Eine Hinweisung auf das am 4. August 1853 zu feiernde Dreihundertjaehrige Jubilaeum, Schwerin 1853, S. 85 und studierte anschließend Rechtswissenschaft an der Universität RostockSiehe dazu die Einträge von August Drechsler im Rostocker Matrikelportal und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1840 wurde er im Corps Guestphalia Heidelberg aktiv.Kösener Korps-Listen 1910, 112, 481 Nachdem er 1844 zum Dr. iur. promovierte worden war, ließ er sich als Advokat und Notar in Parchim nieder. In der Revolution in Mecklenburg (1848) wurde Drechsler mit 27 Jahren für den 5. Wahlkreis Parchim des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin zur Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Über die Wahl berichtete der Parchimer Stadtchronist Karl Augustin:
Drechsler gehörte der Nationalversammlung vom 29. Mai 1848 bis zum 30. April 1849 an und war Mitglied des linken Centrums (“Württemberger Hof”). Als gefürchteter Zwischenrufer trug er besonders während der Grundrechtsdiskussion häufig juristische Einwände vor.
Von 1851 bis 1864 war er neben Franz Floerke einer der beiden Bürgermeister von Parchim. Er war Meister vom Stuhl der Freimaurerloge Friderica Ludovica zur Treue.Freimaurer-Zeitung: Handschrift für Brüder 1904.08.13 R.58 Nr33 (online), S. 263. 1864 wurde er an das Oberappellationsgericht der vier Freien Städte in Lübeck berufen. Hier war er am Entwurf einer Prozessordnung des Privatrechts beteiligt. 1870 wurde er Vizepräsident des Reichsoberhandelsgerichts in Leipzig und später Senatspräsident des 1. Zivilsenats am Reichsgericht in Leipzig. 1897 trat er in den Ruhestand. Er hatte an der Rechtsprechung gegen Differenzgeschäfte maßgeblichen Anteil.Eduard Müller: Die ersten fünfundzwanzig Jahre des Reichsgerichts. Sonderheft des Sächsischen Archivs für Deutsches Bürgerliches Recht zum 25-jährigen Bestehen des höchsten Deutschen Gerichtshofs, S. 43 f.
Er war mit einer Schwester des Kanonisten Friedrich Maaßen verheiratet.
Ehrungen Wirkl. Geh. Rat Ehrenbürger von Leipzig Ehrenbürger von Parchim
Literatur Jürgen Borchert: Auf nach Frankfurt: Mecklenburgische und vorpommersche Parlamentarier als Abgeordnete in der Paulskirche 1848/49, Landeszentrale für Politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin 1998, ISBN 3-931185-44-3. Egbert Weiß: Corpsstudenten in der Paulskirche. Einst und Jetzt, Sonderheft 1990, S. 19.
Weblinks Nachruf in der Deutschen Juristenzeitung, Jg. 2 (1897), S. 338, online.
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Kategorie:Richter (Oberappellationsgericht der vier Freien Städte) Kategorie:Richter (Reichsgericht) Kategorie:Richter (Reichsoberhandelsgericht) Kategorie:Ehrenbürger von Leipzig Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Bürgermeister (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1821 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Parchim)