Die Kiemenschlauchwelse (Heteropneustes (aus griechisch hetero „anders“, „abweichend“ und pneo „Atem“)) sind eine in Südasien (Pakistan, Indien, Sri Lanka, Birma, Thailand) verbreitete Gattung der Welsartigen (Siluriformes).
Merkmale Die Fische haben einen langgestreckten, seitlich zusammengedrückten Körper. Der Kopf ist stark abgeflacht, am Maul sitzen zwei Paar langer Barteln am Ober- und zwei Paar am Unterkiefer. Die Rückenflosse ist kurz, ohne Hartstrahl, die Afterflosse langgestreckt. Hinter den Kiemen beginnen zwei Luftschläuche (Name! - daher auch der alte wiss. Name Saccobranchus), die unter der Rückenmuskulatur bis zur Schwanzwurzel reichen, und es den Tieren ermöglichen, wie mit einer Lunge Luft zu atmen. Kiemenschlauchwelse werden 15 bis 30 Zentimeter lang. Sie ernähren sich räuberisch von Wirbellosen und kleineren Fischen. Sie legen ihre Eier in selbst gegrabene Gruben, beide Elternteile bewachen den Laich und die Jungfische.
Systematik Die Gattung Heteropneustes wurde 1840 durch den deutschen Zoologen Johannes Müller eingeführt. 1936 stellte der indische Zoologe Sunder Lal Hora die Gattung in eine eigenständige, monotypische Familie, die Heteropneustidae, eine taxonomische Zuordnung, die 190 Jahre lang beibehalten wurde. 2026 wurde jedoch eine Arbeit über die Phylogenie der Kiemensackwelse (Clariidae) veröffentlicht, in der nachgewiesen wurde, dass die Gattung Heteropneustes zur Familie Clariidae gehört. Sie nimmt dort eine basale Stellung als Schwestergruppe einer Klade aller anderen Gattungen mit Ausnahme von Horaglanis ein.
Arten Die Gattung Heteropneustes umfasst derzeit 6 Arten: Heteropneustes fossilis (, 1794) Heteropneustes fuscus , 2021 Heteropneustes kemratensis (, 1937) Heteropneustes longipectoralis , 1999 Heteropneustes microps (, 1864) Heteropneustes nani , 2013
Bei Heteropneustes fossilis handelt es sich wahrscheinlich um drei sehr nah verwandte Arten mit unterschiedlichem Verbreitungsgebiet (in Nordostindien, Südwestindien und Südostasien (Allopatrische Artbildung)).
Literatur Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.
Einzelnachweise Maxwell J. Bernt, Tobit L.D. Liyandja, Melanie L.J. Stiassny: Phylogenomics of the airbreathing catfishes (Siluriformes: Clariidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, April 2026, doi: 10.1016/j.ympev.2026.108612 J. Müller (1840): Ueber Nebenkiemen und Wundernetze. Erläuterungen zu der Abhandlunf über die Nebenkiemen. Archiv für Anatomie, Physiolgie und Wissenschaftliche Medicin, in Verbindung mit Meheren Gelehrten Herausgegeben, 1: 101–142. Sahat Ratmuangkhwang, Prachya Musikasinthorn, Yoshinori Kumazawab: Molecular phylogeny and biogeography of air sac catfishes of the Heteropneustes fossilis species complex (Siluriformes: Heteropneustidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, Mai 2014, doi:10.1016/j.ympev.2014.05.009
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Kategorie:Kiemensackwelse