Geissorhiza sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die aus mittlerweile 102 Arten bestehende Gattung kommt nur in Südafrika vor.
Beschreibung mini|links|Untergattung Weihea Sektion Weihea: Illustration von Geissorhiza setacea mini|Untergattung Geissorhiza Sektion Geissorhiza: radiärsymmetrische Blüte von Geissorhiza radians
Vegetative Merkmale Geissorhiza-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen von geringer bis mittlerer Wuchshöhe. Sie bilden als Überdauerungsorgane kugelige bis eiförmige, asymmetrische oder glockenförmige Knollen. Die Knollen besitzen einen ausgeprägten Zentralzylinder und bilden Wurzeln aus einem Wulst an der Knollenbasis. Die mehrlagige Tunika (Außenschicht) ist meist hart und holzig oder selten häutig bis faserig. Je nach Untergattung kann sie auch entweder vollständig konzentrisch aufgebaut (Untergattung Weihea), oder aus dachziegelartig liegenden Schuppen, die wiederum an ihrer Basis eingekerbt sind, zusammengesetzt sein (Untergattung Geissorhiza).
Der einfache oder verzweigte Stängel ist im Querschnitt rund, glatt, drüsig oder schuppig. Die zwei bis mehreren Laubblätter sind in der Regel leicht hängend bis aufrecht, selten liegend. Die einfachen, unifazialen Blattspreiten sind flach bis zylindrisch, I- oder H-förmig, linealisch oder schwertförmig. Auf den Blattspreiten ist meist der Mittelnerv deutlich erkennbar. Bei Teilabschnitten der Blattspreite sind die Ränder und/oder die Mittelrippe erhaben und geflügelt. Die Blattflächen sind meist kahl, nur selten behaart oder klebrig. In den Blatträndern sind subepidermale Sklerenchymbündel und dünnwandige Epidermiszellen vorhanden. Die Blätter nehmen nach oben hin an Größe ab und können zunehmend den Charakter von Tragblättern annehmen, sind dann auch gänzlich scheidig.
Generative Merkmale Im ährigen Blütenstand sind selten ein oder zwei, meist bis zu zahlreiche Blüten meist spiralig angeordnet. Von den grünen, weich bis häutigen Tragblättern sind die inneren kleiner als die äußeren und am oberen Ende gegabelt. Die Blütenknospen sind nickend und richten sich erst bis zur Anthese auf.
Die meist radiärsymmetrischen und dann stern- bis untertassenförmigen oder bei einigen Arten zygomorphen Blüten sind dreizählig. Von den sechs fast gleichen Blütenhüllblätter sind die inneren meist kürzer als die äußeren. Die Blütenhüllblätter sind je nach Art mehr oder weniger lang verwachsen. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen je nach Art von oft Blau bis Violett oder manchmal Purpur-, Rosa-, Cremefarben bis Gelb oder Rot; teils auch in kontraststarken Kombinationen. Auf den nach unten gebogenen Staubfäden befinden sich aufrechte, einseitige Staubbeutel. Die Griffel sind nach unten gebogen.
Die Schalen der kugeligen bis länglichen oder zylindrischen Kapselfrüchte sind knorpelig bis hart. Die mehr oder weniger kugeligen Samen sind am chalazalen Ende abgeflacht.
Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 13.
Ökologie Geissorhiza-Arten sind Geophyten, in Knollen überdauern und nach der Trockenzeit neue Laubblätter bilden.
Systematik, Verbreitung und Gefährdung Die Gattung Geissorhiza wurde 1803 durch John Bellenden Ker Gawler in Botanical Magazine or Flower-Garden Displayed … London, Volume 18, Tafel 672 aufgestellt. Synonyme für Geissorhiza sind: Anomaza nom. inval., Engysiphon , Rochea , Weihea , Sphaerospora .
Die Gattung Geissorhiza gehört zur Tribus Croceae in der Unterfamilie Crocoideae innerhalb der Familie Iridaceae. Der Gattung Geissorhiza nächst verwandt ist die Gattung Hesperantha.
Die Gattung Geissorhiza ist beschränkt auf die Winterregengebiete Südafrikas, Verbreitungsschwerpunkt ist die südwestliche Capensis.
Die Gattung Geissorhiza enthält seit 2016 etwa 102 Arten, die von Peter Goldblatt 1985 in zwei Untergattungen mit je mehreren Sektionen unterteilt wurden.
mini|Untergattung Geissorhiza Sektion Planifolia: Geissorhiza monanthos mini|Untergattung Weihea Sektion Weihea: Habitus und Blütenstand von Geissorhiza aspera mini|Untergattung Weihea Sektion Weihea: Ausschnitt eines Blütenstandes mit radiärsymmetrischen Blüten im Detail von Geissorhiza aspera mini|Untergattung Weihea Sektion Weihea: Habitus und Blütenstand von Geissorhiza ovata Untergattung Geissorhiza: Sie enthält fünf Sektionen: Sektion Ciliata : Geissorhiza arenicola : Es gibt nur noch weniger als zehn Fundorte in den Bokkeveld, Gifberg sowie Olifants River Bergen im West- sowie Nordkap. Die Bestände sind fortlaufend gefährdet. Geissorhiza cantharophila : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Dieser Endemit kommt nur in Klein Roggeveld im West- sowie Nordkap bekannt. An den Fundorten ist diese Art häufig. Geissorhiza divaricata : Sie gedeiht nur an felsigen Standorten von den Bokkeveld Bergen bis zu den Gifbergen im Nordkap. Da diese Standorte nicht landwirtschaftlich genutzt werden können, sind sie nicht gefährdet. Geissorhiza erubescens : Dieser seltene Endemit kommt nur am Pakhuis Pass im Westkap vor. Geissorhiza exilis : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Sie ist bisher nur nach einem Buschfeuer an einem Standort an den unteren Sandsteinhängen des Berges Waaihoek bei Worcester im Westkap befunden. Möglicherweise kommt diese unscheinbare Art an mehr Standorten vor. Geissorhiza heterostyla : Seit 2016 gibt es zwei Unterarten: Geissorhiza heterostyla subsp. heterostyla: Sie ist das am weitesten verbreitete Taxon dieser Gattung und kommt vom südöstlichen Namaqualand bis zum südlichen Kap und ostwärts bis Port Elizabeth im Nord-, Ost- sowie Westkap vor. Geissorhiza heterostyla subsp. rosea : Sie wurde 2016 erstbeschrieben. Geissorhiza inflexa (Syn.: Geissorhiza quinquangularis ): Sie kommt im Westkap vor. Geissorhiza kamiesmontana : Dieser Endemit kommt nur in Namaqualand, Kamiesberg im Nordkap vor. Es sind nur fünf Fundorte mit jeweils weniger als 50 blühfähigen Exemplaren. Geissorhiza leipoldtii : Dieser seltene Habitatspezialist kommt von den Pakhuis Bergen bis Citrusdal im Westkap vor. Es sind nur neun Fundorte bekannt, dort sind die Bestände nicht gefährdet. Geissorhiza namaquensis : Dieser Endemit kommt nur von Kamiesberg bis Steinkopf im Nordkap vor. Es sind nur vier Fundorte bekannt. Geissorhiza reclinata : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Dieser seltene Endemit ist ein Habitatspezialist und kommt nur in den Groot Swartbergen in Meiring's Poort im Westkap vor. Geissorhiza saxicola : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Diese seltene Art ist nur von drei Aufsammlungen in den nördlichen Cederbergen im Westkap bekannt. Auf diesem Bergstandort sind Bestände nicht gefährdet. Geissorhiza splendidissima : Dieser Lokalendemit kommt nur in Nieuwoudtville im Nordkap vor. Etwa 80 % des ursprünglichen Areals gingen an Weizenfelder verloren. Geissorhiza subrigida : Es ist nur noch ein Fundort im Bokkeveld Schichtstufenland in der Nähe von Nieuwoudtville im Nordkap bekannt. Die anderen Teile des ursprünglichen Areales gingen verloren. Der Restbestand aus weniger als 250 blühfähigen Exemplaren ist auf vielfältige Weise gefährdet. Sektion Geissorhiza: Geissorhiza barkerae : Es sind noch fünf Fundorte in den Piketbergen und im südlichen Olifants River Tal im Westkap bekannt. Die Bestände sind fortlaufend bedroht. Geissorhiza brehmii (Syn.: Geissorhiza teretifolia ): Sie gedeiht nur an feuchten Standorten von der Kap-Halbinsel bis Malmesbury sowie Caledon und Bredasdorp im Westkap. Es sind 70 % des ursprünglichen Areales verloren gegangen und es noch fünf bis zehn Fundorte bekannt, deren Bestände sind fortlaufend gefährdet. Geissorhiza eurystigma (Syn.: Geissorhiza mathewsii var. eurystigma , Geissorhiza monantha , Geissorhiza rochensis var. spithamaea ): Sie kommt in Darling und von Mamre bis Kalbaskraal im Westkap vor. Über 80 % des ursprünglichen Areales gingen an landwirtschaftliche Flächen verloren. Es sind noch fünf Fundorte bekannt, deren Bestände sind fortlaufend gefährdet. Geissorhiza imbricata : Es gibt zwei Unterarten: Geissorhiza imbricata subsp. bicolor (Syn.: Geissorhiza bicolor (Thunb.) , Geissorhiza rubicunda ): Teile des ursprünglichen Areales ging an landwirtschaftliche Flächen verloren. Sie kommt von der False Bay bis Porterville und im Olifants River Tal im Westkap vor. Geissorhiza imbricata subsp. imbricata (Syn.: Geissorhiza sulphurea var. arenicola , Geissorhiza wrightii ): Der größte Teil des ursprünglichen Areales ging an landwirtschaftliche Flächen verloren. Sie kommt von der Kap-Halbinsel bis Bredasdorp vor und reicht bis zum oberen Breede River Tal im Westkap. Geissorhiza louisabolusiae (Syn.: Geissorhiza louisabolusiae var. longifolia ): Dieser seltene Endemit kommt im Olifants River Tal und in Koue Bokkeveld im Westkap vor. Teile des ursprünglichen Areales ging an landwirtschaftliche Flächen verloren und es sind nur drei Fundorte bekannt. Die Bestände nehmen fortlaufend ab. Geissorhiza mathewsii : Der größte Teil des ursprünglichen Areales ging an landwirtschaftliche Flächen verloren. Es sind nur noch zwei oder höchstens drei stark voneinander isolierte Fundorte in Darling und Malmesbury im Westkap bekannt. Die verbliebenen Restbestände sind fortlaufend bedroht. Geissorhiza minuta : Dieser Endemit ist ein seltener Habitatspezialist und gedeiht entlang saisonaler Fließgewässer von Matsikamma zu den Pakhuis Bergen im Westkap. Es gibt nur drei Aufsammlungen. Geissorhiza purpureolutea (Syn.: Geissorhiza sulphurea var. sulphurea): Sie kommt von Piketberg bis Paarl und Tulbagh im Westkap vor. Weite Gebiete des ursprünglichen Tieflandareales gingen an landwirtschaftliche Flächen verloren. Es gibt noch 10 bis 20 isolierte Fundorte, an denen jeweils meist nur 50 bis 250 blühfähige Exemplare gedeihen; an einem Fundort wurden etwa 1000 Exemplare gezählt. Geissorhiza radians (Syn.: Geissorhiza rochensis var. rochensis): Über 80 % des Areales dieser ursprünglich relativ weit verbreiteten Art gingen durch landwirtschaftliche Flächen verloren. Es ist nur noch neun stark voneinander isolierte Fundorte von Malmesbury bis Klapmuts im Westkap bekannt. Die Restbestände sind fortlaufend bedroht. Geissorhiza sulphurascens : Seit 2002 gingen Teile des ursprünglichen Areales an Rooibostee-Plantagen verloren. Es ist nur noch weniger als zehn Fundorte im Bokkeveld Schichtstufenland im Nordkap bekannt. Sie gedeiht nur auf saisonal feuchten Standorten und die Bestände sind deshalb durch Trockenheit bedroht. Sektion Intermedia : Geissorhiza scillaris (Syn.: Geissorhiza juncea var. pallidiflora ): Sie kommt im Westkap vor. Geissorhiza similis : Sie kommt im Westkap vor. Sektion Monticola : Geissorhiza bryicola : Dieser Endemit ist nur von zwei Fundorten, die in geschützten Gebieten liegen, im westlichen Teil der Kleinrivier Berge im Westkap bekannt. Geissorhiza burchellii : Sie kommt von den Slanghoek Bergen bis zu den Langebergen im Westkap vor. Sie gedeiht nur in Bergregionen und blüht nur nach Buschfeuern. Es gibt wenig Aufsammlungen und diese Art wird leicht mit ähnlichen Arten verwechselt. Geissorhiza ciliatula : Dieser seltene Endemit ist nur von zwei Aufsammlungen bekannt. Er gedeiht nur in Felsen in Höhenlagen oberhalb von 1400 Metern in den Cederbergen im Westkap. Geissorhiza grandiflora : Sie gedeiht in Bergregionen in Slanghoek, Hottentots Holland, Riviersonderend und den Langebergen im Westkap. Geissorhiza pseudinaequalis : Sie kommt im Westkap vor. Geissorhiza ramosa (Syn.: Geissorhiza montana ): Sie kommt im Westkap vor. Geissorhiza rupicola : Dieser seltene Endemit ist nur von einem Fundort auf den Mostertshoek Twins in den Langebergen im Westkap bekannt. Geissorhiza scopulosa : Dieser seltene Endemit kommt nur von zwei Berggipfeln in den Hex River Bergen im Westkap bekannt. Geissorhiza silenoides : Sie ist nur von einem Fundort am Straßenrande in Ceres am Gydo Pass bekannt. Dieser Bestand ist fortlaufend gefährdet.