mini|hochkant|Charly Hübner (2015) Carsten Johannes Marcus „Charly“ Hübner (* 4. Dezember 1972 in Neustrelitz) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur sowie Sprecher von Hörspielen und Hörbüchern. Seine bekannteste Rolle ist die des Rostocker Kommissars Bukow in der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110, die er von 2010 bis 2022 spielte.
Leben Frühe Jahre und Privates Charly Hübner wurde 1972 als Sohn von Johannes und Margitta Hübner in Neustrelitz geboren und wuchs in Feldberg-Carwitz auf. Sein Vater war stellvertretender Bürgermeister, Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und Betreiber eines Gasthofs. Eigentlich wollte Hübner Leistungssportler werden, musste aber aufgrund wachstumsbedingter Herzrhythmusstörungen mit der Leichtathletik aufhören. 1990 fasste er auf einer Auslandsreise in die Türkei nach einem Akustiktest auf der Bühne des antiken Theaters in Ephesus den Entschluss, Schauspieler zu werden. Erste Erfahrungen sammelte er in einem Laientheater.Erweckungserlebnis in Ephesos, Deutschlandradio Kultur vom 9. Mai 2011.
Hübner ist mit der Schauspielerin Lina Beckmann verheiratetLisa Seiler: „Einen Jungen in dem Alter und mit Bauch hammwa noch nicht“ Interview mit Charly Hübner in Münstersche Zeitung vom 25. August 2013 und lebt in Hamburg.
Ausbildung und Theater Nach absolviertem Abitur im Jahr 1991 an der EOS „Clara Zetkin“ in Neustrelitz arbeitete Hübner am dortigen Landestheater als Schauspieleleve und Regieassistent. 1993 begann er an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin ein Studium, das er 1997 abschloss., abgerufen am 9. Januar 2022 In seiner Studienzeit lernte er die Theaterregisseure Tom Kühnel und Robert Schuster kennen. Gemeinsam erarbeiteten sie Inszenierungen für das Maxim Gorki Theater und die Berliner Schaubühne, ab 1997 auch für das Schauspielhaus und das TAT in Frankfurt am Main.
Von 1996 bis 2002 arbeitete Hübner unter anderem mit den Regisseuren Amélie Niermeyer, Peter Eschberg, Hans Hollmann und Christian Tschirner zusammen. 2008 setzte er nach längerer Unterbrechung seine Theaterarbeit am Schauspielhaus Zürich fort. Ab 2011 spielte er am Schauspiel Köln unter der Leitung von Karin Beier, der er 2013 ans Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg folgte.
Film und Fernsehen 2003 wechselte Hübner von der Bühne vor die Kamera. In vielen Nebenrollen trat er zunächst als Darsteller der ‚kleinen Leute‘ oder als ‚guter Freund‘ auf. Allein 2005 nahm er so an 17 Filmprojekten teil. Zusätzliche Bekanntheit erlangte er durch einen Werbespot für die Dresdner Bank.David Denk: Viele Wege führen zum Ruhm. In: taz vom 12. Oktober 2009 Einen Karriereschub erfuhr er 2006 durch seinen Auftritt im Oscar-prämierten Spielfilm Das Leben der Anderen, in dem er einen Stasi-Oberfeldwebel spielte, der bei der Überwachung die Nachtvertretung des von Ulrich Mühe dargestellten Offiziers übernimmt.Torsten Hampel: Charly Hübner öffnet die Mauer. In: Der Tagesspiegel. 5. November 2014.Rainer Tittelbach: Porträt Charly Hübner, abgerufen am 2. Oktober 2010 Hübner übernahm die Titelrolle in Rosa von Praunheims Improvisations-Film Der Rosa Riese (2008) über die Serienmörderin Beate Schmidt, die er als eine seiner interessantesten Erfahrungen vor der Kamera bezeichnete. Der Film wurde bei den Internationalen Hofer Filmtagen 2008 uraufgeführt.
2007 erhielt Hübner eine Hauptrolle als Gerichtsmediziner Dr. Thomas Renner in der RTL-Krimiserie Post Mortem – Beweise sind unsterblich. Hauptrollen spielte er auch im Kinofilm Autopiloten und im ZDF-Sozialdrama Über den Tod hinaus. In der Sat.1-Comedyserie Ladykracher trat er ab 2008 als Sketchpartner von Anke Engelke auf. Ab 2010 bildeten Hübner und Anneke Kim Sarnau das Ermittlerduo Bukow und König in den Rostocker Polizeiruf-110-Folgen des NDR.Charly Hübner hört beim Rostocker „Polizeiruf 110“ auf Für die Fälle Feindbild sowie … und raus bist du erhielten die beiden eine Nominierung für den Grimme-Preis 2012,Grimme-Institut: Wettbewerbskontingent Fiktion / Spezial, abgerufen am 15. April 2018 die Folge Fischerkrieg brachte Hübner 2013 den Bayerischen Fernsehpreis ein.
Viel Lob von der KritikChristian Buß: Mein Nachbar, der Psycho. In: Spiegel Online vom 30. Mai 2012Thomas Thiel: Wenn der Nachbar zweimal klingelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Mai 2012, S. 33 (online) bekam er auch für seine Hauptrolle als Soziopath im Psychodrama Unter Nachbarn, für die er zudem die Goldene Kamera 2013 in der Kategorie „Bester deutscher Schauspieler“ erhielt. 2012 war er in der international produzierten Actionserie Transporter als Mechaniker Dieter zu sehen. 2013 drehte Hübner seinen ersten Dokumentarfilm als Regisseur. Für die ARD-Dokumentation 16 × Deutschland lieferte er den Teil über Mecklenburg-Vorpommern.
2014 spielte er die Hauptrolle in der Tragikomödie Bornholmer Straße über Harald Jäger, der am 9. November 1989 die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin am Grenzübergang Bornholmer Straße öffnete. 2017 präsentierte er beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm seinen Dokumentarfilm Wildes Herz über die Band Feine Sahne Fischfilet, der dort mit vier Preisen geehrt wurde. 2020 wirkte er als Drehbuchautor und Hauptdarsteller bei dem Roadmovie Für immer Sommer 90 mit. Im Mai 2021 gab der NDR den Abschied Hübners aus der Reihe Polizeiruf bekannt. Mit dem 24. Film Keiner von uns endete seine Rolle auf eigenen Wunsch. 2022 spielte er in Mittagsstunde die Rolle des Kieler Universitätsdozenten Ingwer Feddersen.
Ende August 2023 kam mit der Romanverfilmung Sophia, der Tod und ich mit Anna Maria Mühe in der Titelrolle Hübners Langspielfilm-Regiedebüt auf die Kinoleinwand. Seine Frau Lina Beckmann übernahm die Rolle des Erzengels Michaela.
Filmografie (Auswahl) Kino
Fernsehen
Musikvideos 2016: Vater in Feine Sahne Fischfilet – Warten auf das Meer 2023: in Element of Crime – Ohne Liebe geht es auch
Werbespots 2025: Clips für die „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“-Tour 2026/2027 der Toten Hosen
Synchronisation 2007: Die drei Räuber als Räuber Donnerjakob 2015: Asterix im Land der Götter als Obelix 2018: Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks als Obelix
Regie (Film) 2017: Wildes Herz 2023: Sophia, der Tod und ich 2024: Element of Crime – Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin
Theater (Auswahl) 1995: Weihnachten bei Iwanows – Regie: Tom Kühnel, Robert Schuster 1996: Die Kleinbürgerhochzeit – Regie: Angelika Waller 1996: Die Weibervolksversammlung – Regie: Amélie Niermeyer 1996: Antigone – Regie: Tom Kühnel, Robert Schuster 1997: Zurüstungen für die Unsterblichkeit – Regie: Hans Hollmann 1997: Galileo Galilei – Regie: Peter Eschberg 1998: Viehjud Levi – Regie: Bettina Grack 1998: Titus Andronicus – Regie: Tom Kühnel, Robert Schuster 1998: Romeo und Julia – Regie: Amelie Niermeyer 1999: Faust 1 und 2 – Regie: Tom Kühnel, Robert Schuster 1999: Deutsch für Ausländer – Regie: Tom Kühnel, Robert Schuster 2000: Das Kontingent – Regie: Tom Kühnel, Robert Schuster 2000: Europa – die Ödipus-Sage – Regie: Robert Schuster 2001: Die Unvernünftigen sterben aus – Regie: Christian Tschirner 2001: Der Ring des Nibelungen – Regie: Tom Kühnel 2001: Dogma – Regie: Robert Schuster 2002: Der Selbstmörder – Regie: Tom Kühnel 2002: Ja und Neinsagen – Regie: Tom Kühnel 2008: Die Ratte – Regie: Roland Schimmelpfennig (Schauspielhaus Zürich) 2008: Hier und Jetzt – Regie: Jürgen Gosch (Schauspielhaus Zürich) 2009: Der Lauf zum Meer – Regie: Thorsten Lensing, Jan Hein (Theater T1, Berlin) 2011: Der Kirschgarten – Regie: Karin Henkel (Schauspiel Köln) 2011: Demokratie in den Abendstunden – Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln) 2012: Herr Puntila und sein Knecht Matti – Regie: Herbert Fritsch (Schauspiel Köln) 2012: Der Idiot – Regie: Karin Henkel (Schauspiel Köln) 2014/2015: Schuld und Sühne – Regie: Karin Henkel (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) 2015: Onkel Wanja – Regie: Karin Beier (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) 2015: Schiff der Träume – Regie: Karin Beier (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) 2016: Eines langen Tages Reise in die Nacht – Regie: Karin Henkel (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) 2017: Der goldene Handschuh – Regie: Studio Braun (Deutsches Schauspielhaus Hamburg), Buch nach dem Roman von Heinz Strunk 2018: Der haarige Affe – Regie: Frank Castorf (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) 2021: Der Geheimagent von Joseph Conrad – Regie: Frank Castorf, (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) 2021: Coolhaze von Studio Braun – Regie: Studio Braun, (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)Coolhaze am Deutschen Schauspielhaus Hamburg auf zeit.de vom 10. Dezember 2021 2024: Late Night Hamlet von Kieran Joel – Regie: Kieran Joel – Uraufführung für die Ruhrfestspiele in Recklinghausen 2025: Ein Sommer in Niendorf von Heinz Strunk – Regie: Studio Braun, (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
Regie (Theater) 2025: Krieg und Frieden von Lew N. Tolstoi Bearbeitung: Roland Schimmelpfennig (Theater Magdeburg)
Hörspiele und Hörbücher (Auswahl) 2013: Agatha Christie: Der Mord an Roger Ackroyd, der Hörverlag (Hörbuch) 2014: Martin Baltscheit: Nur 1 Tag – Regie: Martin Baltscheit, Markus Langer (Kinderhörspiel) 2016: Martin Baltscheit: Krähe und Bär – Regie: Martin Baltscheit, Markus Langer (Kinderhörspiel) 2016: Karen Duve: Macht (Hörbuch) 2017: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist (Hörbuch, Argon Verlag) 2018: Udo Lindenberg & Thomas Hüetlin: Udo (Hörbuch) 2019: Jörg Fauser: Das Schlangenmaul (Hörbuch) 2019: Graham Norton: Eine irische Familie (Hörbuch) 2019: Sam Copeland: Charlie kriegt die Flatter (Hörbuch, Random House Audio) 2019: Dirk Kummer: Alles nur aus Zuckersand (Hörbuch, Hörbuch Hamburg) 2020: Georges Simenon: Tropenkoller (Hörbuch) 2021: Uwe Johnson: Das dritte Buch über Achim (Hörbuch, der Audio Verlag) 2021: Graham Norton: Heimweh, Argon Verlag & Audible (Hörbuch) 2021: Charly Hübner über Motörhead – oder warum ich James Last dankbar sein sollte als Hörbuch bei Roof Music 2023: Uwe Johnson: Jahrestage (Hörbuch, der Audio Verlag) 2024: Otfried Preußler: Krabat (Hörbuch), Hörbuch Hamburg, ISBN 978-3-7456-0526-6 2025: Jules Verne: 20.000 Meilen unter den Meeren, Random House Audio, ISBN 978-3-7599-0037-1 (Hörbuch Download, 20.000 Meilen unter dem Meer (Roman))
Weitere Veröffentlichungen 2020: Mercy Seat – Winterreise, eine Séance zwischen Franz Schubert und Nick Cave mit Charly Hübner, dem Ensemble Resonanz, Kalle Kalima, Carlos Bica und Max Andrzejewski (resonanzraum records).https://www.ensembleresonanz.com/records/mercy-seat-winterreise 2021: Charly Hübner über Motörhead – oder warum ich James Last dankbar sein sollte. Kiepenheuer & Witsch (Köln), ISBN 978-3-462-00135-8. 2023: Hans-Dieter Schütt: Hübner backstage. Biografisches Interview, Verlag Theater der Zeit, Berlin 2023, ISBN 978-3-95749-458-0. 2024: "Wenn du wüsstest, was ich weiß ..." Neun Versuche zu Uwe Johnson, Suhrkamp Verlag, Berlin. ISBN 978-3-518-47433-4
Auszeichnungen und Nominierungen 2012: Nominierung für den Grimme-Preis Spezial für Polizeiruf 110: Feindbild und Polizeiruf 110: … und raus bist du (gemeinsam mit Anneke Kim Sarnau) 2012: Bester Schauspieler beim Fancine festival de cine fantástico de la Universidad de Málaga für Unter Nachbarn, abgerufen am 17. Dezember 2012 2012: Deutscher Regiepreis Metropolis „Bester Schauspieler“ für Unter Nachbarn und Polizeiruf 110: Einer trage des anderen Last 2013: Goldene Kamera in der Kategorie „Bester deutscher Schauspieler“ für Unter Nachbarn 2013: Bayerischer Fernsehpreis als bester Schauspieler in der Kategorie „Serien und Reihen“ für Polizeiruf 110: Fischerkrieg 2014: Jupiter als bester TV-Darsteller für Polizeiruf 110: Zwischen den Welten 2014: Darstellerpreis beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden für Bornholmer Straße 2015: Grimme-Preis 2015 für Bornholmer Straße. 2015: Deutscher Comedypreis als Bester Schauspieler für Vorsicht vor Leuten