miniatur|Gut Roest, Herrenhaus (2013) mini|Gut Roest, Torhaus
Gut Roest (dänisch: Røst gods), am westlichen Aus- und Zugang von Kappeln gelegen, ist eines der ältesten Güter in Angeln.
Geschichte Die ursprüngliche Burg wird bereits 1231 im Erdbuch König Waldemars als Bestandteil des Geltinger Waldes genannt. Sie wechselte mehrfach den Besitzer: die Familien Lembeck, Split u. a. werden genannt. 1498 kaufte Schack Rumohr das Gut, das bis 1797, also fast 300 Jahre lang, im Besitz der Familie Rumohr verblieb. Schack Rumohr fiel kurz nach dem Erwerb des Gutes in der Schlacht bei Hemmingstedt.
Den ältesten Teil des Herrenhauses errichtete 1590 Asmus von Rumohr, dem auch Gut Rundhof gehörte, den linken Flügel baute 1641 sein Enkel Heinrich. Die beiden Giebelhäuser sind im Stil der Zeit traufenseitig zusammengebaut, aber gegeneinander versetzt. Im altertümlichen Rittersaal mit offener Feuerstelle findet sich ein Wandgemälde von 1640, das als Emblem einen Junker auf der Falkenjagd zeigt, mit der lateinischen Subscriptio velle at non posse dolendum est (Deutsch: Wollen, aber nicht können, ist schmerzlich).v. Rumohr/Neuschäffer: Schlösser und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. 1983, S. 46 ff. (49), führen die Ausmalung auf die Vorlage in Daniel Cramers Octaginta Emblemata moralia, erschienen 1630 in Frankfurt, zurück; Fotografie von 1967 im Bildindex
1667 übernahm Detlef von Rumohr das Gut, der später zum Generalmajor in dänischen Diensten aufstieg und 1678 als Gouverneur von Rügen in der Schlacht von Warksow am 8. Januar 1678 fiel. 1667 jedoch versuchte er, die Bürger der zum Gut gehörigen Stadt Kappeln in die Leibeigenschaft zu zwingen, woraufhin 64 Familien die Stadt verließen und auf einer Landzunge in der Schlei Deutschlands heute kleinste Stadt Arnis gründeten. Detlef von Rumohrs Epitaph schmückt die Kappelner St. Nikolaikirche.
Diese Kirche wurde von Hans Adolph von Rumohr 1789 in Auftrag gegeben – kurz bevor er 1797 Gut Roest an Landgraf Karl von Hessen-Kassel verkaufte, dem bereits Schloss Louisenlund gehörte. Dieser parzellierte den großen Landbesitz des Gutes und hob die Leibeigenschaft auf. Dass es auf dem Gut Roest Leibeigene gab, wird auch in der Sage vom Dingholzer Frauenschuh überliefert. Das Gut fiel später an die Herzöge zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Nach dem Verkauf befindet sich das Herrenhaus auch heute in Privatbesitz.
Literatur Hubertus Neuschäffer: Schleswig-Holsteins Schlösser und Herrensitze in Schleswig-Holstein und Hamburg. Husum 1989, ISBN 3-88042-462-4, S. 232 f. Henning von Rumohr: Schlösser und Herrensitze in Schleswig-Holstein und in Hamburg. Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main 1963, S. 37 f. Henning von Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig. 3. Auflage (neu bearbeitet von Cai Asmus von Rumohr), Verlag Weidlich, Würzburg 1987, ISBN 3-8035-1302-2, S. 124. Richard Albert: Wie das Leben der Leibeigenen auf dem adeligen Gut Roest wirklich verlaufen ist. In: Jahrbuch des Angler Heimatvereins, Band 33 (1969) S. 40–81. Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. (herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein) 2. Auflage, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2015, ISBN 978-3-86568-971-9, S. 474.
Anmerkungen
Siehe auch Liste historischer Orte in Schleswig-Holstein
Weblinks
Zum Verkauf an Carl von Hessen und zur Aufhebung der Leibeigenschaft Gut Roest
Roest Roest, Gut Kategorie:Bauwerk in Kappeln Kategorie:Kulturdenkmal in Kappeln Kategorie:Unternehmen (Kreis Schleswig-Flensburg)