Schwalefeld ist ein Ortsteil der Gemeinde Willingen (Upland) im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Die Ortschaft, die wegen ihrer geografischen Lage und alter Burgruinen auch als „Mutter des Uplands“ gilt, ist Wintersportgebiet und Luftkurort.
Geografische Lage mini|Luftaufnahme von Schwalefeld
Schwalefeld liegt im Naturpark Diemelsee 2 km nordöstlich des Willinger Kernorts und 1,3 km (jeweils Luftlinie) westsüdwestlich von Rattlar. Der Ort befindet sich auf 520 bis und wird in Süd-Nord-Richtung vom Itter-Zufluss Aarbach durchflossen.
Geschichte Ortsgeschichte Im 8./10. Jahrhundert entstand auf dem Hegeberg eine Ringwallanlage, die Schwalenburg, deren Ursprung bis heute unbekannt ist. Urkundlich wird die Burganlage erstmals im Landregister von 1537, als Burg von nicht geringem Umfang erwähnt.Louis Curtze - Geschichte des Fürstenthums Waldeck, S. 644 In anderen QuellenJ. A. Varnhagen - Geschichte des Fürstenthums, S. 52 wird von einer altsächsische Burg gesprochen, die zur Zeit Karls des Großen von den Franken zerstört worden sein könnte.
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Schwalefeld erfolgte unter dem Namen sualvelde um das Jahr 1333.
Im Jahr 1464 belehnt Graf Wolrad II. einen Heinrich von Immichusen mit einer Hufe Land. 1497 wird eine Wüstung „lüttiden Schwalefeld“ erwähnt, diese war ab 1537 ein Lehngut der Herren von Viermünden. 1537 gehört das ganze Dorf den Waldecker Grafen.Louis Curtze - Geschichte des Fürstenthums Waldeck, S. 643
Lange ging man von einer Ersterwähnung um 1380 aus. 2008 beging man, basierend auf dem Jahr 1333, die 675-Jahr-Feier.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Rattlar und Schwalefeld zum 1. April 1972 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Willingen eingegliedert. Diese wurde wiederum kraft Landesgesetz am 1. Januar 1974 mit der Gemeinde Upland zur Großgemeinde Willingen (Upland) zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Willingen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden der neuen Gemeinde Willingen wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Schwalefeld angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt des Eisenbergs (Sitz in Kornbach) ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis des Eisenbergs (Sitz in Korbach)Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde WillingenAm 1. April 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Willingen. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Willingen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schwalefeld 576 Einwohner. Darunter waren 9 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 87 Einwohner unter 18 Jahren, 225 zwischen 18 und 49, 132 zwischen 50 und 64 und 135 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 342 Haushalten. Davon waren 129 Singlehaushalte, 96 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 93 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 201 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1620: 39 Häuser 1650: 20 Häuser 1738: 33 Häuser 1770: 36 Häuser, 191 Einwohner
Religionszugehörigkeit • 1885: 403 evangelische (= 97,58 %), 4 katholische (= 0,97 %), 6 jüdische (= 1,45 %) Einwohner • 1961: 482 evangelische (= 90,77 %), 48 katholische (= 9,04 %) Einwohner
Vereine Turn- und Sportverein Schwalefeld e. V., gegründet 1921 Freiwillige Feuerwehr, gegründet 1934 Verkehrsverein Schwalefeld, gegründet 1936 Schützenverein Schwalefeld e. V., gegründet 1974 (ehemals Kriegerverein, gegründet 1880) Gesangverein Eintracht Schwalefeld, gegründet 1896 Tennisclub Schwalefeld, gegründet 1976
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsstruktur Schwalefeld ist noch stark ländlich geprägt. Der Luftkurort verfügt über einen Lebensmittelladen und mehrere Freizeitangebote und Restaurants.
Öffentliche Einrichtungen Evangelischer Kindergarten
Tourismus Zahlreiche Hotels, Pensionen sowie Ferienwohnungen bieten Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste. In der Umgebung gibt es Wanderwege, die durch die Wälder des Aartals führen. Drei Kilometer entfernt liegt Willingen mit weiteren Freizeitangeboten. Vorhanden sind auch ein Mountainbike-Parcours sowie Spielplatz, der „Garten der Erholung“. Für die Gäste werden an Sommertagen Konzerte auf dem Kurplatz angeboten.
Persönlichkeiten Jochen Behle (* 1960), ehemaliger Skilangläufer und Bundestrainer im Skilanglauf, lebt in Schwalefeld Stephan Leyhe (* 1992), ehemaliger Skispringer, geboren in Schwalefeld Stephanie Müller (* 1985), ehemalige Biathletin
Literatur Helmut Göbel: Schwalefeld. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1987 (= Waldeckische Ortssippenbücher 32); Bearbeiteter Zeitraum 1644–1986, 690 Familien
Weblinks
Ortsteil Schwalefeld. In: Internetauftritt der Gemeinde Willingen (Upland).
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Willingen (Upland)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Ersterwähnung 1333 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972