mini|300px|Leica M3, die erste Kamera der Leica-M-Modellreihe

Die Leica M ist eine Fotokamera-Modelllinie der Firma Leitz, heute der Leica Camera AG, für das Kleinbild-Format. Leica-M-Kameras sind in der Regel Messsucherkameras.

Leica führte das M-System (das „M“ steht dabei für „Messsucher“) 1954 als Nachfolger für die Leica IIIf ein. Die „Ahnenreihe“ der Leica M reicht damit bis zur ersten Kleinbildkamera der Welt (Ur-Leica) zurück. Ihre Bedeutung und ihren Nimbus erhält die Leica M dadurch, dass sie wie schon ihre Vorgänger („Schraubleicas“) von vielen bedeutenden Fotografen besonders in der Reportagefotografie eingesetzt wurde und wird und somit viele berühmte Fotos zur Zeitgeschichte mit einer Kamera dieses Typs oder einem Vorgängermodell aufgenommen wurden.

Technik mini|300px|Leica M3 chrom mit Leica-Meter M, Booster und Objektiv Elmar f=5 cm 1:2,8 M39 mit M-Adapter

Während Objektive an den Leicas bis 1954 mit einem M39, Steigung 1/26″ (Zoll-Steigung, keine metrische Steigung)-Schraubgewinde befestigt wurden, erhielten die M-Leicas einen Bajonettanschluss, das M-Bajonett. Schraubobjektive mit M39-Gewinde lassen sich über Adapter auch an eine Leica M anschließen. Die Leica M haben zumeist einen Messsucher mit Leuchtrahmen, bei dem das Entfernungsmesserbild in den Sucher eingespiegelt ist. Sie erhielten einen verbesserten Tuchschlitzverschluss, bei dem der Zeiteinstellknopf beim Verschlussablauf feststeht und mit dem auch das Hemmwerk für die längeren Zeiten gesteuert wird.

Herausragendes Merkmal der Leica-M-Kameras ist ihr Messsucher. Er zeigt das Motiv in einer festen Vergrößerung, die je nach Modell unterschiedlich ausfällt. Die erste Leica M3 bot einen Sucher mit einer 0,92-fachen Vergrößerung. Aktuelle Leica-Modelle sind mit Suchervergrößerungen von 0,58-fach, 0,72-fach und 0,85-fach erhältlich. Zum Scharfstellen auf das Motiv wird das Bild in einem hellen Messfleck in Deckung mit dem Motiv gebracht. Ein eingespiegelter Leuchtrahmen zeigt das Bildfeld des angesetzten Objektivs. Nur bei den Modellen Leica M1, MD und M EV1 fehlt der Entfernungsmesser.

Serienmodelle Mit der Leica IIIf hatte die klassische Schraubleica ihren Zenit überschritten. Während die optische Leistung der Objektive im Vergleich zur Konkurrenz eine zeitgemäße Spitzenstellung einnahm, waren die Kameragehäuse nicht mehr auf dem Stand der Technik. Bereits in den dreißiger Jahren hatte Zeiss Ikon in der Contax II einen überlegenen Messsucher, der Sucher und Entfernungsmesser für die Betrachtung durch ein Okular zusammenfasste. Es hatte bei Leitz bereits Patente und Entwicklungen zu einer Leica IV mit Messsucher gegeben, doch kam die weitere Konstruktion durch den Kriegsausbruch ins Stocken. Auch das Schraubgewinde für den Objektivwechsel wurde vielfach als umständlich empfunden, zumal Zeiss Ikon auch hier bereits mit einer Bajonettlösung aufwarten konnte.

Die M3 war 1954 die erste M-Leica. Sie hatte eine 0,92-fache Suchervergrößerung und konnte Leuchtrahmen für Objektive mit 50, 90 und 135 mm Brennweite einspiegeln. Objektive mit kürzerer Brennweite erforderten entweder einen Suchervorsatz (die sogenannte „Brille“ bei 35-mm-Objektiven) oder einen separaten Aufstecksucher, der in den Zubehörschuh gesteckt wird. Der Verschlusszeiten-Einstellknopf steht fest, daher wurden für alle Leicas ohne eingebauten Belichtungsmesser aufsteckbare, manuelle Belichtungsmesser von Metrawatt geliefert, die über einen Stift am Belichtungsmesser und einer Nut am Zeiteinstellknopf mit dem Verschluss gekoppelt sind.

1958 erschien mit der M2 eine preisgünstigere Leica-M-Version mit geringerer Suchervergrößerung (0,7-fach) und Leuchtrahmen für 35, 50 und 90 mm. Für die Brennweite 135 mm wurde ab 1963 das Objektiv Tele-Elmarit geliefert, das durch einen Suchervorsatz das Sucherbild mit dem Rahmen 90 mm vergrößerte. Die M2 hatte einen geänderten Aufzugmechanismus, der am Boden den Ansatz eines Schnellschalthebels Leicavit ermöglichte (wie zuvor schon serienmäßig bei der Leica MP).

Schon mit der M3 hatte Leica die Stückzahl von 1 Million Kameras erreicht.

Die Leicaflex erhielt zu der Zeit bei Leitz höchste Priorität, daher stockte die Entwicklung der späteren Leica M5. Als Zwischenlösung erschien die Leica M4 mit eingespiegelten Sucherrahmen von 35 bis 135 mm, die die Vorzüge der Leica M3 und M2 vereinte.

1971 kam nach über zehnjähriger, wechselvoller Entwicklungsgeschichte die M5 auf den Markt. Der M5 war kein großer Erfolg beschieden, obwohl sie die weltweit erste Messsucherkamera mit Belichtungsmessung durch das Objektiv war (TTL-Messung). Eine CdS-Zelle war auf einem Schwenkarm vor dem Verschlussvorhang angebracht, der erst mit Drücken des Auslösers in den Kameraboden versenkt wurde. Zwar war auch sie ein technischer Fortschritt gegenüber ihren Vorgängermodellen, aber insbesondere die leicht vergrößerten Ausmaße machten sie in Fotografen- und Sammlerkreisen nicht sehr beliebt. Erst die M4-2 von 1977 mit ihrer kostengünstigen Produktion in Kanada konnte wieder mit Gewinn produziert werden. Qualitativ lag sie erkennbar hinter der Leica M4 und M5, unübersehbar waren die Vereinfachungen mit Blendungen im Sucher bzw. Entfernungsmesser, die für kommenden Jahrzehnte das Leica-Sucherbild trübten.

Die 1984 erschienene Leica M6 wies nach der M5 als zweite M-Leica eine Belichtungsmessung durch das Objektiv auf. Über Leuchtdioden wurden Über- oder Unterbelichtungsfehler signalisiert. Mit der M7 erschien 2002 erstmals eine M-Leica mit Zeitautomatik. Nur wenig später erschien mit der MP Leicas Zugeständnis an die Tradition, indem weniger Wert auf Modernität durch elektronische Bauteile gelegt wurde, aber dafür mehr Wert auf Fertigungsqualität und Mechanik. Die MP entspricht äußerlich und im Innern etwa einer M2 mit Belichtungsmessung.

Neben den genannten Modellen gab und gibt es häufig Sondermodelle, und zwar einerseits in veränderter technischer Ausführung (beispielsweise die MD für spezielle technische Anwendungen), andererseits gibt es von fast allen Modellen eine große Anzahl von Sammlermodellen mit speziellen Gravuren, Prägungen oder Oberflächengestaltungen (vergoldet, mit Titangehäusen, Jubiläumsmodelle etc.).

Historische M-Modelle gehören zu den Klassikern unter den Fotoapparaten und erzielen unter Sammlern beachtliche Preise. So erzielte beispielsweise die einmillionste Leica, eine Leica M3 chrom, in einer im November 2013 von WestLicht in Wien veranstalteten Online-Auktion den Preis von 840.000 Euro.Fest für Kamera-Liebhaber. In: Kleine Zeitung. 25. November 2013, S. 11.

Aktuelle Modelle sind die analoge M7, die 2022 neu aufgelegte M6 und vollmechanische MP sowie die digitale M11.

Kameramodelle für die analoge Fotografie In der Analogfotografie werden mittels optischem System die Fotos auf einem fotografischen Film erfasst. Fotos können nach der Entwicklung des Films entweder über einen Projektor (Diapositiv-Film) auf eine Leinwand projiziert und betrachtet werden. Oder der Film (Negativ-Film) wird auf Fotopapier abgelichtet; es entsteht so eine Kopie des Fotos (Positiv) auf einem speziellen Papier, wodurch das Foto in unterschiedlichen Größen vervielfältigt und betrachtet werden kann.

Leica M3 (1954 bis 1966) 1954 führte Leitz mit der M3 ein ganz neues Modell ein, das fast nichts mehr mit den bisherigen Leicas gemeinsam hatte. Angefangen beim Messsucher, der das Bild nahezu in Lebensgröße abbildete (0,91×), über den Bajonettanschluss bis hin zu wahlweise einspiegelbaren Leuchtrahmen für 50, 90 und 135 mm zeichnete sich die Leica vor allem durch einen völlig neu gestalteten Verschluss aus. Zwar laufen nach wie vor zwei Verschlusstücher horizontal über die Filmebene, doch wurden erstmals alle Verschlusszeiten von 1 s bis  s auf einem Rad an der Oberseite zusammengefasst. Auch war der Verschluss deutlich leiser als jener der Schraubleicas. Mit kleineren Modifikationen wurden von der Leica M3 bis 1966 in etwa 227.000 Exemplare gefertigt, von denen der weitaus größte Teil verchromt geliefert wurde, während nur etwa 3000 Stück schwarz und 144 Stück olivfarben lackiert waren.

Leica M2 (1958 bis 1967) Als preiswertes Einsteigermodell zur M3 wurde 1958 die Leica M2 vorgestellt. Sie unterscheidet sich äußerlich jedoch nur in Einzelheiten von der M3, wie etwa in einem manuellen Zählwerk oder einer leicht geänderten Deckkappe. Technisch unterscheidet sie sich hauptsächlich durch eine völlig neue Messsucherkonstruktion und die geringere Suchervergrößerung von 0,72 gegenüber 0,91 bei der M3. Dadurch wurde es möglich, einen Leuchtrahmen für 35-mm-Objektive einzuspiegeln, die an der M3 nur mit unhandlichen Suchervorsätzen zu verwenden sind. Dafür wurde der Rahmen für 135-mm-Objektive entfernt, der jedoch ohnehin nur selten benutzt wurde. Auch die M2 wurde überwiegend in verchromter Ausführung bestellt, während insgesamt nur etwa 1900 schwarz lackierte Exemplare bekannt sind. Insgesamt wurden etwas über 85.000 Kameras hergestellt.

Leica M1 (1959 bis 1964)

Anders als der Name vermuten lässt, war die M1 nicht das erste Modell der Serie, sondern eine vereinfachte Version der M2. Sie hatte keinen Entfernungsmesser und kein Vorlaufwerk. Der Sucher spiegelte nur die Rahmen für 35- und 50-mm-Objektive ein. Sie war als Einsteigerkamera „für die Dame“ vorgesehen und konnte in den Leitz-Werken zur M2 „aufgerüstet“ werden. Der Sucher hatte einen Parallaxenausgleich, der über einen einfachen Anschluss ohne Rädchen gesteuert wurde. Leitz bot sie seinerzeit als Alternative zu den Wechselmagazinen der Zeiss Contarex als Komplettkamera für die Verwendung an einem Visoflex an. Zudem wurde sie für spezielle Anwendungen im wissenschaftlichen und technischen Bereich empfohlen, z. B. zum Ansatz an den Mikroskop-Ansatz Mikas, am Aristophot, für Aufnahmen am Kolposkop und Endoskop und für Reproduktionsgeräte (beispielsweise am Reprovit IIa). Insgesamt wurden etwa 9600 Kameras gefertigt, die bis auf eine Serie von 208 Stück für die Deutsche Bundeswehr allesamt verchromt waren. Eine Sonderausführung ist bekannt, bei der das Gehäuse der Leica M3 in NATO-oliv für eine entsprechend vereinfachte Bundeswehrausführung mit der Bezeichnung M1 verwendet wurde.

Leica MD (1964 bis 1966) Die Leica M1 wurde von der Leica MD abgelöst, bei der auf Sucher und Entfernungsmesser gänzlich verzichtet wurde. Ansonsten ist die MD mit der M1 völlig identisch. Insgesamt wurden 3500 Exemplare gebaut.

Leica M4 (1967 bis 1975) Auf Basis der Leica M2 wurde 1967 die Leica M4 mit Leuchtrahmen für vier Brennweiten eingeführt. Der 4. Leuchtrahmen ist für 135 mm Brennweiten, der gemeinsam mit dem Leuchtrahmen für 35 mm Brennweiten eingeblendet wird. Erstmals wurde der Rückspulknopf durch eine schräg angebrachte Kurbel ersetzt und ein neuartiges Schnellladesystem eingesetzt, das den Filmwechsel auch unter erschwerten Bedingungen ermöglichen sollte. Ferner wurde die Form des Schnellschalthebels geändert. Insgesamt wurden knapp 60.000 Kameras hergestellt, von denen immerhin etwa 9000 Stück schwarz lackiert und später auch schwarz verchromt wurden. Die restliche Auflage wurde hell verchromt ausgeliefert.

Leica MDa (1966 bis 1976) Die MDa ist das direkte Nachfolgemodell der Leica MD auf Basis der Leica M4 (obwohl sie ein Jahr früher in Produktion ging). Sie hatte die Rückspulkurbel und das Schnellladesystem der M4. Ansonsten bestehen keine Unterschiede zur MD. Von der Leica MDa wurden in zehn Produktionsjahren insgesamt rund 15.000 Stück mit hell verchromtem Gehäuse gebaut.

Leica M5 (1971 bis 1975)