mini|Mikrofon einer Amateurfunkstation in den USA geschmückt mit dem Rufzeichen „W1GFH“. Amateurfunkrufzeichen sind Rufzeichen für Funkstellen des Amateurfunkdienstes. Sie werden von den entsprechenden Verwaltungsbehörden nach bestimmten Schemata vergeben, die beispielsweise die Amateurfunkzeugnis- beziehungsweise Lizenzklassen, die geographische Lage oder die Verwendung der Funkstation berücksichtigen (beispielsweise als Klubstation oder Relaisfunkstelle).
Allgemeines mini|Polnische QSL-Karte mit dem Rufzeichen SPØWIKI. Hier ist:SP – das PräfixØ – das NumeralWIKI – das Suffix Ein Amateurfunkrufzeichen besteht grundsätzlich aus drei Teilen: Präfix, Ziffer (auch genannt: „Numeral“) und Suffix.Aufbau von Rufzeichen, abgerufen am 25. Juni 2024. Das Suffix wird zumeist nur aus Buchstaben (A–Z) gebildet, und zwar in der Regel aus zwei oder drei Buchstaben, zuweilen auch nur aus einem oder – speziell bei Sonderrufzeichen – aus mehr als drei Buchstaben (Bild). Das Numeral ist stets genau eine Ziffer (Ø–9), wobei die Ziffer Null von Funkamateuren zumeist als Ø (und nicht als 0) geschrieben wird, um Verwechslungen mit dem Buchstaben O vorzubeugen. Das Präfix kann aus Buchstaben und Ziffern bestehen, ist ein oder zwei Zeichen lang, in seltenen Fällen auch drei Zeichen, und enthält stets mindestens einen Buchstaben. Beispiele für Präfixe sind: F (für Frankreich), OE (für Österreich), 3A (für Monaco) und S5 (für Slowenien). Ein vollständiges Rufzeichen für einen in Deutschland wohnenden Funkamateur wäre beispielsweise: DL1ABC. Hier mit dem Präfix DL als Landeskenner, der 1 als Numeral und dem Suffix ABC.
Während Numerale und Suffixe von den nationalen Behörden vergeben werden, ist das Präfix weltweit von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) festgelegt.Table of International Call Sign Series, abgerufen am 25. Juni 2024 (englisch). Diese sogenannten ITU-Präfixe dienen zur Kennzeichnung der Nationalität der Funkstelle.
Die meisten Amateurfunkrufzeichen sind personengebunden, also einer Funkamateurin (YL) oder einem Funkamateur (OM) persönlich zugeordnet. Sie dürfen nur von dieser Person verwendet werden. Ausnahme: Ausbildungsbetrieb (siehe unten). Darüber hinaus gibt es noch Klubstationsrufzeichen (in Deutschland oft an der Ziffer Ø zu erkennen) sowie Sonderrufzeichen. Letztere werden zu besonderen Anlässen, beispielsweise Jubiläen, zumeist nur für eine begrenzte Zeit ausgegeben und sind oft an auffälligen Zahlen oder ungewöhnlichen langen Buchstabenkombinationen zu erkennen. Beispiele sind das oben im Bild zu sehende Sonderrufzeichen SPØWIKI zu Ehren der polnischsprachigen Wikipedia oder das anlässlich des 60‑jährigen Bestehens des Antarktis-Vertrags herausgegebene Sonderrufzeichen DQ6ØANT.Sonderrufzeichen, abgerufen am 12. Juni 2021. Hier ist DQ das Präfix, die Ziffer 6 das Numeral und ØANT das Suffix.
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Wikipedia am 15. Januar 2026 gibt es im ersten Quartal 2026 das Sonderrufzeichen DL25WIKI sowie das Sonder‑DOK 25WIKI.
Zusätze zum Rufzeichen Zusatzkennzeichen werden dem Rufzeichen hinter einem Schrägstrich „/“ angehängt.Eckart Moltrecht: Amateurfunk-Lehrgang – Betriebstechnik und Vorschriften für das Amateurfunkzeugnis, 2013, ISBN 978-3-88180-803-3, S. 48. Im Englischen ausgesprochen als: „Stroke“.
Ab 21. Juni 2024 gilt: Während des Ausbildungsfunkbetriebs müssen die Auszubildenden das dem Ausbilder zugeteilte personengebundene Rufzeichen (oder das Rufzeichen der Klubstation) mit dem Rufzeichenzusatz „/Trainee“ bei Sprechfunk beziehungsweise „/T“ im Schreibfunk (beispielsweise CW, RTTY oder FT8) verwenden.Die neue Amateurfunkverordnung, abgerufen am 15. Juni 2024.
Amateurfunkstationen, die vorübergehend nicht an dem üblichen festen Standort betrieben werden, können optional einen der folgenden Zusätze verwenden:
/p für „portabel“, das heißt, das Funkgerät wird an einen anderen Ort getragen oder von dort betrieben, /m für „mobil“, das heißt, es wird von einem beweglichen Fahrzeug aus betrieben, beispielsweise einem Fahrrad, einem Kraftfahrzeug oder einem Wasserfahrzeug auf einem Binnengewässer, /am für „aeronautisch mobil“, das heißt, es wird von einem Luftfahrzeug aus betrieben oder /mm für „maritim mobil“, das heißt, es wird von einem Seefahrzeug aus betrieben.
Deutschland mini|Diese QSL-Karte von 1951 zeigt das Rufzeichen DL6BL Funkamateure Deutsche Amateurfunkrufzeichen, zum Beispiel DL1ABC, bestehen aus drei Teilen: einem zweibuchstabigen Präfix, auch Landeskenner genannt (z. B. DL) einer Ziffer, auch Numeral genannt (z. B. 1) und einem meist 2- oder 3-buchstabigen Suffix (z. B. ABC).
Der Deutschland zugeordnete Block von Landeskennern (siehe auch: Präfixe und Berechtigungen sowie Geschichte der Amateurfunkrufzeichen in Deutschland) umfasst die Doppelbuchstaben DA bis DR ohne DE und DI. Ebenfalls Deutschland zugeordnet sind die früher von der DDR genutzten Blöcke Y2 bis Y9Hans Schwarz, Jahrbuch für den Funkamateur 2019, DARC Verlag, Baunatal 2018, S. 53, die aber nur sehr selten zugeteilt werden. Die folgende Liste enthält die Unterteilungen des deutschen Rufzeichenkontingents, die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) für den Amateurfunkdienst vergeben werden. Voraussetzung für die Zuteilung ist ein Amateurfunkzeugnis. Diese Unterteilung gilt auf Grund der Amateurfunkverordnung und darauf aufbauend der Verfügung 12/2005 der ehemaligen RegTP,Verfügung 12/2005 der ehemaligen RegTP. (PDF; 20 kB). wie die BNetzA vor 1998 hieß (Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post). Die Anwendung beziehungsweise Nennung der Rufzeichen im Amateurfunkdienst bei den verschiedenen Betriebsarten wird von der jeweiligen Betriebstechnik vorgegeben. Nicht zulässige Rufzeichen sind beispielsweise solche, die Not- und Dringlichkeitszeichen enthalten: SOS, XXX, TTT, YYY, DDD, JJJ, MAYDAY, PAN oder die Q-Schlüssel (QOA bis QUZ)
PräfixAmtliche AmateurfunkzeugnisklasseVerwendungDAØAKlubstationenDA1–2A Personengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDA3APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDA4ERufzeichenzuteilungen für besondere experimentelle Studien, (auch als Klubstation mit 1-buchstabigen Suffixen)DA5ARufzeichenzuteilungen für besondere experimentelle Studien, (auch als Klubstation mit 1-buchstabigen Suffixen)DA6EPersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDA7EKlubstationen (auch als Klubstation mit 1-buchstabigen Suffixen)DA8NKlubstationen (auch als Klubstation mit 1-buchstabigen Suffixen)DA9EKlubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDBØARelaisfunkstellen, Funkbaken (auslaufend: Klubstationen mit 2–3-buchstabigen Suffixen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDB1–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDC0–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen (auslaufend: Klubstationen mit 2–3-buchstabigen Suffixen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDD0–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen (auslaufend: Klubstationen mit 2–3-buchstabigen Suffixen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDFØAKlubstationen (auslaufend: Relaisfunkstellen, Funkbaken), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDF1–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDG0–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen (auslaufend: Klubstationen mit 2–3-buchstabigen Suffixen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDH0–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen (auslaufend: Klubstationen mit 2–3-buchstabigen Suffixen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDJ0–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDKØAKlubstationen (auslaufend: Relaisfunkstellen, Funkbaken), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDK1–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDLØAKlubstationen (auslaufend: Relaisfunkstellen, Funkbaken)DL1–9APersonen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDMØARelaisfunkstellen, FunkbakenDM1–9APersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDNØE(auslaufend: Klubstationen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDN1–6AAusbildungsrufzeichen gültig bis 31.12.2028, Neuzuteilungen nur bis zum 23.06.2025DN7–8EAusbildungsrufzeichen gültig bis 31.12.2028, Neuzuteilungen nur bis zum 23.06.2025DN9NPersonengebundene RufzeichenzuteilungenDOØERelaisfunkstellen, Funkbaken (auslaufend: Klubstationen), Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDOØS–YERelaisfunkstellen, fernbediente FunkstellenDO1–9EPersonengebundene Rufzeichenzuteilungen, Klubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDPØ–1AKlubstationen, Relaisfunkstellen, Funkbaken, Rufzeichenzuteilungen für besondere experimentelle Studien, Klubstationen mit 1-buchstabigen Suffixen mit exterritorialem StandorteDP2EKlubstationen, Relaisfunkstellen, Funkbaken, Rufzeichenzuteilungen für besondere experimentelle Studien, Klubstationen mit 1-buchstabigen Suffixen mit exterritorialem StandorteDP3–7AKlubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDP8NKlubstationen, Relaisfunkstellen, Funkbaken, Rufzeichenzuteilungen für besondere experimentelle Studien, Klubstationen mit 1-buchstabigen Suffixen mit exterritorialem StandorteDP9AKlubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDQ0-DR9AKlubstationen mit 1-buchstabigen SuffixenDR1AKlubstationsrufzeichen für BOS-BerechtigteDR2EKlubstationsrufzeichen für BOS-BerechtigteDR3NKlubstationsrufzeichen für BOS-BerechtigteDR4NKlubstationsrufzeichen für Notfunkgruppen privatrechtlicher OrganisationenDR5EKlubstationsrufzeichen für Notfunkgruppen privatrechtlicher OrganisationenDR6NKlubstationsrufzeichen für Notfunkgruppen privatrechtlicher Organisationen
Außerdem gelten für die Verwendung in Peilsendern (für Fuchsjagd oder Amateur Radio Direction Finding) die Rufzeichen MO, MOE, MOH, MOI, MOS und MO5 jedem Funkamateur als zugeteilt.
Zu fast allen oben aufgeführten Präfixen werden auch Rufzeichen mit einstelligem Suffix als Klubstationsrufzeichen ausgegeben. Genauere Informationen zur Rufzeichenvergabe findet man auf den Seiten der BNetzA.Amateurfunk bei der BNetzA, abgerufen am 25. Juni 2024. Ein laufend aktualisiertes vollständiges Verzeichnis der zugeteilten deutschen Amateurfunkrufzeichen und ihrer Inhaber wird ebenfalls von der BNetzA frei zur Verfügung gestellt (siehe Rufzeichenliste unter Weblinks).
Empfangsamateure Über die genannten Amateurfunkrufzeichen hinaus werden für reine Empfangsamateure (Kurzwellenhörer, engl. Short Wave Listener, kurz SWL) vom Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) nach bestandener Prüfung so genannte DE-Kennzeichen herausgegeben.DARC: Informationen für Kurzwellenhörer (SWL). Oktober 2019, S. 7. , abgerufen am 29. Mai 2021. Diese bestehen aus dem Präfix DE, einer Ziffer zwischen 1 und 9 sowie drei weiteren Buchstaben. Beispiele sind DE1WZU, DE4CWL oder DE8BUS. Die drei Buchstaben des Suffixes können frei gewählt werden, vorausgesetzt das gewünschte Kennzeichen ist noch nicht vergeben. Das Präfix DE ist exklusiv für deutsche Empfangsamateure reserviert und wird nicht an Funkamateure vergeben.
Nach vielen bestätigten SWL-Berichten lässt sich der Titel „Deutscher Empfangs-Meister“ (DEM) erringen. Empfangsmeister sind an dem besonderen DE-Kennzeichen mit der Ziffer Ø (Null) zu erkennen, beispielsweise DEØWSS.DARC: Informationen für Kurzwellenhörer (SWL). Oktober 2019, S. 2. , abgerufen am 29. Mai 2021.
Privatrechtlich zugeteilte RufzeichenSendegenehmigungVerwendungDE–Empfangsamateure (keine Funkamateure im Sinne des Gesetzes)DEØAAA bis DEØPZZ–Empfangsmeister (DEM) 10.816 MöglichkeitenDEØQAA bis DEØQZZ–Ausbildungsempfangsstationen in Ortsverbänden des DARC/VFDB und auch an Schulen, 676 MöglichkeitenDEØRAA bis DEØZZZ–Empfangsmeister (DEM) 6.084 MöglichkeitenDE1AAA bis DE9ZZZ–Kurzwellenhörer (SWL) 158.184 Möglichkeiten
Österreich mini|Am Numeral 3 im Rufzeichen OE3XMA erkennt man das Bundesland Niederösterreich