Die Feuerwehr Darmstadt wurde im Jahr 1895 gegründet. Mit ihr stellt die Stadt Darmstadt den Brandschutz für über 160.000 Einwohner und eine Fläche von 122,24 km² sicher. Die Berufsfeuerwehr (BF) hatte bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ihre Wache in der Kirchstraße, dann als Provisorium, in der Bessunger Knabenschule. Im Jahr 1954 wurde die heutige Feuerwache in der Bismarckstraße bezogen. Heute hat die BF Darmstadt rund 170 Mitarbeiter, davon sind ca. 110 Beamte im Einsatzdienst in drei (in der Leitstelle vier) Wachabteilungen tätig. Unterstützt wird die BF Darmstadt durch die vier Freiwilligen Feuerwehren (FF) der Stadtteile Arheilgen, Eberstadt, Innenstadt und Wixhausen mit insgesamt rund 200 Feuerwehrleuten.

Berufsfeuerwehr Geschichte mini|Denkmalgeschützter Schlauchturm der Feuerwache in der Bismarckstraße (2011) mini|Ärmelabzeichen der Berufsfeuerwehr Darmstadt

Im Jahr 1848 erfolgte die Gründung einer Feuerlöschkompanie aus Mitgliedern der Turngemeinde Darmstadt. 1864 wurde das erste Feuerwehrhaus in der Woogstraße bezogen und 1883 kam es zur Trennung von Turnergemeinde und Feuerwehr.

1889 folgte die Einrichtung einer Nachtwache in der Kirchstraße und 1895 die Gründung einer ständigen Wache mit einem Führer und vier Mann. 1902 wurden vier Pferde bereitgestellt und die Räumlichkeiten des Wachgebäudes erweitert. 1905 wurde eine 24m-Drehleiter angeschafft, 1907 kam die erste Kohlensäure-Gasspritze hinzu. Das erste motorisierte Löschfahrzeug kam 1912 auf einem Opel-Fahrgestell zum Einsatz. 1916 kam es zur kompletten Umstellung auf Motorfahrzeuge, unter Aufgabe der Pferde-Bereithaltung. 1930 übernahm das Deutsche Rote Kreuz den Krankentransport. 1934 begann die Installation einer neuen Brandmeldeanlage.

Im Jahr 1939 wurde die Feuerwehr in Feuerschutzpolizei umbenannt und die Mannschaftsstärke auf 38 Mann erhöht. Für die beim Luftangriff auf Darmstadt im September 1944 zerstörte Feuerwache Kirchstraße wurde 1945 die Bessunger Knabenschule als provisorischer Ersatz hergerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog man 1954 mit einer Wachstärke von 22 Mann die neue Feuerwache in der Bismarckstraße 86. Der Schlauchturm mit seinen markanten Mosaiken steht mittlerweile unter Denkmalschutz. In den Jahren 1976 und 1977 wurde ein Erweiterungsbau (Verwaltungsbau und weitere Fahrzeughalle) mit sechs Stellplätzen für Großfahrzeuge, Büroräumen und der neuen Leitfunkstelle Hessen-Süd errichtet.

1993 wurde der Aufbau eines neuen Abrollbehälter-Systems begonnen (1 WLF + AB-Umwelt). Im Jahr 1994 wurden das Brandschutzamt und das Amt für Katastrophenschutz zusammengelegt. 1998 wurde in Darmstadt die erste Drehleiter auf einem Mercedes-Benz Econic-Fahrgestell in Dienst gestellt. Ein Jahr später wurde die neue Leitstelle zwischen dem Wachgebäude und dem Verwaltungsbau eingerichtet.

Im Jahr 2001 wurde das neue Fahrzeugkonzept mit Hilfeleistungslöschfahrzeugen realisiert. Nach dem Abriss der Behelfsbauten an der südlichen Geländegrenze wurden 2005 die Arbeiten am „Südbau“ begonnen, die 2011 abgeschlossen sein sollen. Dieser Erweiterungsbau auf dem Wachgelände Bismarckstraße 86 wird ein Materiallager, eine Atemschutzwerkstatt und -übungsstrecke, einen Unterrichtsraum, eine Kfz-Werkstatt, eine Waschhalle und neun Stellplätze für Fahrzeuge und Abrollbehälter umfassen.

In den letzten Jahren wurden zwei Sondereinheiten gebildet. Die Mess- und Umweltschutzgruppe wurde 2006 gegründet und übernimmt Sonderaufgaben in GABC-Lagen („Gefahrgut atomar, biologisch, chemisch“) wie zum Beispiel Probennahmen, Messungen an Austrittsorten gefährlicher Stoffe, Stoffnachweise und -identifikation. Die Berufsfeuerwehr Darmstadt arbeitet dabei eng mit der Werkfeuerwehr der Firma Merck zusammen. 2007 wurde zudem die Höhenrettungsgruppe in Dienst gestellt. Die Mitglieder dieser Sondereinheit sind besonders geschult und ausgerüstet zu Rettungen in Höhen und Tiefen und technischen Arbeiten in diesem Bereich.

Die Stärke der Wachebesatzung wurde im Januar 2007 durch Umsetzung der EU-Arbeitszeitregelung (48 Wochenstunden) von 24 auf 22 Beamte reduziert. Eine Wachebesatzung gliedert sich in 22 Einsatzbeamte aus der jeweiligen Wachabteilung und einem Technischen Einsatzleiter (TE) mit seinem Fahrer. Diese haben einen anderen Schichtrhythmus als die Wachabteilung. Bei einem Einsatz des Löschzuges mit dem ELW verbleiben dadurch nur noch 6 Beamte in der Wache, die je nach Einsatzlage Sonder- oder Reservefahrzeuge besetzen. Die Schlagkraft der Feuerwehr bei Groß- oder Paralleleinsätzen ist dadurch verringert, es muss daher in stärkerem Maße auf die Freiwilligen Feuerwehren zurückgegriffen werden.

Leiter 1922–1934 Karl Winter 1934–1940 Heinz Witzler 1940–1954 Max Jost 1954–1974 Karlheinz Kamieth 1974–1975 Hans Hofmann (kommissarisch) 1975–1989 Hans Hofmann 1989–2005 Hans-Jürgen Stein 2005–2006 Johann-Georg Braxenthaler (kommissarisch) 2006–2025 Johann-Georg Braxenthaler seit 2025 Johanna Herdt

Dienstrhythmus

Wachabteilungen Die Wachabteilungen arbeiten seit dem 1. Januar 2018 in 24-h-Schichten mit einem 3-Wochen-Rhythmus.

Erste Woche:

Montag von 07:00 Uhr bis Dienstag 07:00 Uhr Freitag von 07:00 Uhr bis Samstag 07:00 Uhr Sonntag von 07:00 Uhr bis Montag 07:00 Uhr

Zweite Woche:

Mittwoch von 07:00 Uhr bis Donnerstag 07:00 Uhr Samstag von 07:00 Uhr bis Sonntag 07:00 Uhr

Dritte Woche:

Dienstag von 07:00 Uhr bis Mittwoch 07:00 Uhr Donnerstag von 07:00 Uhr bis Freitag 07:00 Uhr von Freitagfrüh bis Montagmorgen ist „langes Wochenende“

Aktuelles Zugkonzept

Das aktuelle Fahrzeugkonzept basiert seit 2001 auf der Kombination von jeweils zwei nahezu baugleichen Hilfeleistungslöschfahrzeugen (interne Bezeichnung HTLF und HLF) mit, je nach Einsatzanforderung, einer Drehleiter (Brandeinsatz) oder dem Kranwagen (Hilfeleistungseinsatz). Weitere Sonderfahrzeuge und/oder Abrollbehälter können im Bedarfsfall hinzukommen. Bei Feuermeldungen in besonderen Objekten bzw. dem Einsatzstichwort „Menschenleben in Gefahr“ rückt zusätzlich zum Zug der Technische Einsatzleiter (TE) mit aus. Der Einsatzleitwagen 1 (ELW 1) des Zugführers wird in Darmstadt als Zugführerwagen (ZFW) bezeichnet. Sämtliche Fahrzeuge, die von der Stadt beschafft wurden, sind traditionell in RAL 3003 (rubinrot) lackiert.

Löschzug Bei Feuermeldungen, Feuerschein, Rauchgeruch und ähnlichen Alarmmeldungen rückt der Löschzug aus.

Er besteht im Einzelnen aus: Zugführerwagen (ZFW) Hilfeleistungstanklöschfahrzeug (HTLF) Drehleiter (DLK 23-12) Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF)

Insgesamt sind es 16 Einsatzkräfte (sogenannter AGBF-Löschzug). Das zweite HLF ist allerdings nur zu 1/3 (ein Fahrzeugführer und drei Einsatzkräfte) besetzt. Die zwei fehlenden Einsatzkräfte sind auf dem ZFW als Melder und auf der DLK als 3. Feuerwehrangehöriger.

Je nach Meldung (z. B. Feuer in besonderen Objekten oder Menschenleben in Gefahr) rückt zusätzlich noch der Technische Einsatzleiter mit einem Einsatzleitwagen (ELW 1) aus. Zusätzlich kann von der Leitfunkstelle Darmstadt direkt eine entsprechende Freiwillige Feuerwehr hinzualarmiert werden.

Hilfeleistungszug Bei Technische Hilfeleistungseinsätzen (wie Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen etc.) rückt der Hilfeleistungszug aus. Er besteht im Einzelnen aus: Einsatzleitwagen, (ein Fahrer/ein Technischer Einsatzleiter), Zugführerwagen ZFW (Besetzung ein Fahrer/ein Zugführer/ein Melder), Hilfeleistungstanklöschfahrzeug HTLF 24/20 (1/5), Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 24/20 (1/3), Kranwagen KW 45 (1/1). Bei besonderen Unfällen, z. B. mit Beteiligung eines Lkw oder Gefahrgut, wird der Hilfeleistungszug durch einen entsprechenden Abrollbehälter ergänzt. Der Hilfeleistungszug besteht aus insgesamt 17 Einsatzkräften.

Waldbrandlöschzug Der Waldbrandzug rückt bei Meldebildern wie etwa „Brennt Gras und Gestrüpp“, „Waldbrand“ oder bei brennenden Gartenhütten aus. Im Einzelnen besteht dieser Verband aus Zugführerwagen ZFW (1/2), Waldbrand-Tanklöschfahrzeug WTLF 24/56-5 (1/2), Hilfeleistungstanklöschfahrzeug HTLF 24/20 (1/5).

Umweltschutzzug Der Umweltschutzzug rückt bei Unfällen und Vorkommnissen mit Gefahrgütern aus. Hierbei ist zu erwähnen, dass der Wassertrupp des HTLF von zwei Mitarbeitern der Umweltschutzgruppe besetzt ist. Diese besetzen den Gerätewagen-Mess bei einem Umweltschutzzugeinsatz und ähnlichen Lagen. Im Einzelnen besteht der Umweltschutzzug aus: ELW (1/1), Zugführerwagen ZFW (1/2), GW-Mess (1/1), Hilfeleistungstanklöschfahrzeug HTLF 24/20 (1/3), Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 24/20 (1/3), WLF + Abrollbehälter Umwelt (1/1), Pulver-Tanklöschfahrzeug PTLF 24/50-5 (1/2).

Fahrzeugpark An Fahrzeugen zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung stehen der Berufsfeuerwehr Darmstadt verschiedene zur Verfügung. Es gibt 3 Einsatzleitwagen 1 (ELW 1) Der ELW des Zugführers wird in Darmstadt Zugführerwagen (ZFW) bezeichnet. Ein ELW wird als Reservefahrzeug vorgehalten. Zudem gibt es ein Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) und vier Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF 24/20) bzw. (HTLF 24/20). Die HLF und HTLF sind von der Beladung nahezu gleich. Im Gegensatz zu den Hilfeleistungstanklöschfahrzeugen haben die beiden Hilfeleistungslöschfahrzeuge z. B. eine 50-kN-Seilwinde und einen Wassersauger. Die Besatzung ist auf dem HLF 1/3 (1 Fahrzeugführer, 1 Maschinist und 1 Angriffstrupp) und auf dem HTLF 1/5 (1 Fahrzeugführer, 1 Maschinist, Angriffstrupp und Wassertrupp). Jeweils 1 HLF und HTLF ist im Alarmdienst. Um eine einigermaßen gleichmäßige Belastung der Fahrzeuge zu erreichen, werden sie im monatlichen Turnus getauscht.

Dazu gibt es drei Drehleitern DLK 23-12, 1 Pulver-Tanklöschfahrzeug PTLF 24/50-5 mit 250 kg ABC-Löschpulver und 500 Liter Schaummittel (interne Bezeichnung: PTLF) sowie 1 Waldbrandtanklöschfahrzeug TLF 24/56-5 (interne Bezeichnung: WTLF). Das Waldbrand-Tanklöschfahrzeug ist ein entsprechend konzipiertes und modifiziertes TLF 24/50. Außer einem größeren Wassertank und mehr Schlauchmaterial, besitzt es eine Seilwinde die in zwei Richtungen ziehen kann (100 kN hinten und 50 kN nach vorne). Zudem ist es vor den vorderen Reifen mit einer Selbstschutzeinrichtung ausgestattet. Sonst gibt es drei Wechselladerfahrzeuge mit 12 Abrollbehältern, ein Gerätewagen-Öl ein Gerätewagen-Nachschub/Licht, zwei Gerätewagen-Mess, ein Kleinalarmfahrzeug KLAF, ein Gerätewagen-Höhenrettung, drei Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF), ein Werkstattwagen, ein Kranwagen, ein Teleskoplader, sechs PKW und ein Rettungs- und Transportboot RTB 2.

Abrollbehälter Die Berufsfeuerwehr Darmstadt verfügt derzeit über zwölf Abrollbehälter, die von drei Wechselladerfahrzeugen sowie einem speziellen Anhänger aufgenommen werden können.

Der Abrollbehälter 01 Umwelt (AB-U, Baujahr 1993, Aufbau: Heines) enthält verschiedenste Materialien und Geräte für einen Gefahrguteinsatz. Dazu zählen u. a. verschiedene Chemikalienschutzanzüge, Auffangmaterialien und -behälter, Gefahrgutpumpen und -schläuche, Pressluftatmer, 2-m-Funkgeräte, Chemikalienbinder, verschiedene Blindkupplungen und Abdichtmaterial zum Verschließen von Leckagen etc.

Der Abrollbehälter 02 Plane (AB-Plane, Baujahr 1994, Aufbau: Wagner) beinhaltet Plane, Spriegel und weiteres Material zur Ladungssicherung.

Mit Hilfe des Abrollbehälters 03 Gefahrgut-Übung (AB-GÜ, Baujahr 1997, Eigenbau) können verschiedene Tätigkeiten im Gefahrguteinsatz geübt werden. Zum Beispiel Abdichten von Leckagen aus Tankwagen und Rohrleitungen, Abschiebern von Leitungen, Wechseln von Dichtungen etc. Aufgesattelt hat der Behälter die Höhe eines Kesselwagens der Bahn.

Für schwere Brände ist Abrollbehälter 04 Sonderlöschmittel (AB-SLM, Baujahr 1998, Aufbau: Ottenbacher/Jerg) da. Er ist beladen mit 3720 l AFFF-Schaum, CO2-Löschern, 2 × 250 kg Pulverlöschanlagen, drei Wasserwerfern und Zubehör sowie weiteren wasserführenden Armaturen und Geräten.