mini|Die Finnhansa 1975 in Travemünde mini|Die Finnstar, damals Finnlines neues Flaggschiff, verlässt den Hafen von Helsinki, April 2007 Finnlines Oyj (Finnlines AG) ist eine finnische Reederei mit Frachtverkehr in Nord- und Westeuropa sowie Passagierverkehr auf der Ostsee.
In der Vergangenheit betrieb Finnlines Schiffe unter den Markennamen Finncarriers, Finnflow Systems, Finnjet Lines und FG Shipping Oy AB. Seit 2006 besitzt die italienische Grimaldi Group die Mehrheit an Finnlines.YLE News (finnisch) Aktuell beträgt ihr Anteil 100 % der Aktien. Des Weiteren gehören die FinnLink (Finnland – Schweden), NordöLink (Deutschland – Schweden), Polfin Line (Polen), TransRussiaExpress (Deutschland – Russland) sowie der Hafendienstleister Finnsteve zur Finnlines-Gruppe.
Geschichte Finnlines wurde am 18. April 1947 gegründet. Im Mai und Juni des Jahres wurden drei Schiffe für den Verkehr in Europa erworben und man beschloss, mit Schiffen zwischen Amerika und Finnland zu verkehren. Zu diesem Zweck erwarb man die Dampfschiffe Hamina, Pankakoski und Tornator.
1962 eröffnete Finnlines mit der Fähre Hansa Express eine Route von Hanko über Visby auf Gotland nach Travemünde. Das Schiff erwies sich schnell als zu klein und so wurde die Route 1963 auf Helsinki – Kalmar – Travemünde geändert. 1966 wurden zwei neue Fähren für die Route abgeliefert: die Schwesterschiffe Finnhansa und Finnpartner. Die Finnhansa übertraf die Finnpartner um zehn Zentimeter. Es war seinerzeit das größte Schiff auf der Ostsee.
Anfang der 1970er Jahre wurde der Frachtschiffsverkehr insbesondere nach Nordamerika durch drei Neubauten verstärkt, die Universal Superliner genannt wurden. Die von den Nordseewerken gebauten Schiffe waren für den Containertransport eingerichtet und verfügten über Schwergutgeschirr sowie eine Heckrampe.
1977 ließ Enso-Gutzeit, ein Tochterunternehmen von Finnlines, das Gasturbinenschiff Finnjet bauen. Dies entsprach einer Revolution, vorher setzte Finnlines auf der Strecke wesentlich langsamere Schiffe ein. So gelang es, die Route in nur 22 Stunden zu bewältigen. 1982 übernahm Effoa, eine weitere Tochtergesellschaft von Finnlines 57 %. Von 1986 bis 1989 betrieb Effoa das Schiff allein.
Strecken und Flotte
Routen und eingesetzte Schiffe Finnlines RoRo-Frachtschiffe bedienen Finnland, Schweden, Lettland, Polen, Deutschland, Dänemark, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Belgien, Frankreich und Spanien. Finnlines bietet einen kombinierten Fracht- und Passagierservice auf den Strecken Helsinki – Lübeck-Travemünde, Naantali – Kapellskär (Finnlink), und Malmö – Lübeck-Travemünde (Nordö Link) an. Im Juni 2009 wurden die Routen Helsinki – Gdynia und Gdynia – Rostock in das Angebot aufgenommen, die von Star-Klasse-Fähren bedient werden. Schiff Schiffstyp Baujahr Im Dienstbei Finnlines Route Vermessung Flagge Bild Finnstar Ro-Pax Fähre 2006 2006– Travemünde – Helsinki 45.923 BRZ frameless|190x190px Finnmaid frameless|190x190px Finnlady 2007 2007– frameless|190x190px Finncanopus 2023 2023– Naantali – Långnäs – Kapellskär 65.692 BRZ frameless|190x190px Finnsirius frameless|190x190px Finnfellow 2000 2007– Malmö – Świnoujście 33.724 BRZ frameless|190x190px Finnswan 2007 Travemünde – Malmö 45.923 BRZ frameless|190x190px Finnpartner 1994 2000– 33.313 BRZ frameless|190x190px Finntrader 1995 frameless|190x190px
mini|Finnclipper, eine der von FinnLink eingesetzten RoPax-Fähren (noch in den alten Finnlines-Farben)
Lübeck-Travemünde – Malmö Unter dem Namen Nordö Link bietet Finnlines Fracht- und Passagierdienste zwischen Lübeck-Travemünde (Deutschland) und Malmö (Schweden) an. Diese Strecke wird von derzeit drei RoPax-Fähren bedient. Mitte Februar 2009 wurde die Nordlink von der Route abgezogen. Die Europalink wechselte Mitte April 2009 ebenfalls auf die Lübeck-Travemünde–Helsinki-Route und wurde durch die Finneagle ersetzt. Im Laufe des Jahres 2011 kam es zu einer Flottenrotation: die vier Schiffe Finnpartner, Finntrader, Finneagle und Finnclipper bedienten die Strecke mit drei Abfahrten täglich und wechselten im Vier-Wochen-Turnus für eine Woche auf die Route Lübeck–St. Petersburg. Zum Oktober 2012 wurde die Finneagle durch die Nordlink ersetzt, die nach dreieinhalb Jahren wieder auf die Schweden-Route zurückkehrte. mini|Die Finntrader läuft Travemünde an Die Finnpartner und ihr Schwesterschiff, die Finntrader, lösten nach einem Werftaufenthalt bei Remontowa (Danzig), bei dem Bugtore eingebaut und die Passagierkapazitäten aufgestockt wurden, die Lübeck Link und die Malmö Link ab.
Rostock – Hanko Die Strecke wird seit Januar 2017 durch zwei Frachtschiffe mit vier Fahrten pro Woche bedient.
Finnmill Finnpulp
Weitere Routen Des Weiteren unterhält Finnlines Fährverbindungen zwischen den Städten: Rostock – Helsinki Gdynia (Polen) – Helsinki Lübeck – Ventspils (Lettland) – Sankt Petersburg (Russland) Swinemünde – Malmö
Weitere Schiffe Finnbreeze Finnsea Finnsky Finnsun Finntide Finnwave Finnhawk Finnkraft Finnmerchant
Ehemalige Schiffe mini|Gasturbinenschiff Finnjet mini|Frachtschiff Finnmaid mini|Universal Superliner Finnsailor 1973 in Hamburg Finnarrow (1996 gebaut), fuhr von Juli 2013 bis Herbst 2014 als Euroferry Brindisi für Grimaldi Lines im Mittelmeer, danach verkauftEckhard-Herbert Arndt: Flottenbereinigung bei Finnlines. In: Täglicher Hafenbericht vom 30. Oktober 2014, S. 13 Finnjet, 1987 an Silja Line, 2008 in Alang abgebrochen Finnlandia Finntrader (gebaut 1951) Bore Star, Wintercharter 1975/1976, 1976/1977, unter dem Namen Finnpartner für Kreuzfahrten um die Kanarischen Inseln vermarktet Finnpulp (gebaut 1953) Finnsailor (gebaut 1953) Hansa Express (gebaut 1963) Finnhawk (gebaut 1965) Finnmaid (gebaut 1965) Finn-Amer (gebaut 1970 von den Nordseewerken Emden) Finnbuilder (gebaut 1971 von den Nordseewerken Emden) Finnsailor (gebaut 1972 von den Nordseewerken Emden) Lübeck Link: 1990–2007, 2007 an Channel Ferries, 2017 in Alang abgebrochen Malmö Link: 1990–2007, 2007 an Channel Ferries Transeuropa, im November 2013 ins Mittelmeer verkauft; neuer Name: Euroferry Olympia Translubeca, im November 2013 ins Schwarze Meer verkauft; neuer Name: Poseidon Express Finnhansa (gebaut 1994), im Herbst 2014 verkauft Finneagle Finncarrier Finnmaster Finnrunner Finnclipper (gebaut 1998), im Frühjahr 2022 verkauft
Siehe auch Liste der größten Unternehmen in Finnland
Literatur Klaus Nienaber: Finnlines-Frachtfähre »Finnsun«. In: Hansa, Heft 6/2012, S. 38/39, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012,
Weblinks
Deutsche Internetpräsenz Übersicht über alle Schiffe
Einzelnachweise
Kategorie:Reederei (Finnland) Kategorie:Unternehmen (Helsinki) Kategorie:Schifffahrt (Ostsee) Kategorie:Unternehmensgründung 1947