mini|hochkant=1.3|Pallasseum, Fassaden zur Pallasstraße mini|hochkant=1.3|Pallasseum, Fassade zur Potsdamer Straße Das Pallasseum (ursprünglich: Wohnen am Kleistpark) ist eine denkmalgeschützte Wohnanlage im Berliner Ortsteil Schöneberg des Bezirks Tempelhof-Schöneberg an der Pallasstraße und der Potsdamer Straße. Der Name der Pallasstraße geht auf den preußischen Naturforscher Peter Simon Pallas zurück. Die Anlage wurde zwischen 1974 und 1977 nach Entwürfen der Architekten Jürgen Sawade, Dieter Frowein, Dietmar Grötzebach und Günter Plessow erbaut. Sie gilt als Berliner Beispiel für den architektonischen Stil des Brutalismus.Bauwerke, Berlin Brutalism, abgerufen am 28. Juli 2022Brutalism in Berlin, Jan Dimog, thelink, 2017, abgerufen am 28. Juli 2022 Der Berliner Sportpalast, der den Ort zuvor eingenommen hatte, wurde am 13. November 1973 abgerissen., berliner-untergrundbahn.de Die Wohnanlage trägt seit 2001 offiziell den Namen Pallasseum. Der Name wurde im Rahmen eines Bewohnerwettbewerbes ermittelt und wurde von der Eigentümergesellschaft offiziell übernommen. Seit 2017 steht die Wohnanlage unter Denkmalschutz.
Merkmale mini|Pallasseum, Blick vom Heinrich-von-Kleist-Park
Die Wohnanlage besteht aus einem langen, zwölfgeschossigen Riegel, der die Pallasstraße und den Hochbunker Pallasstraße überspannt, sowie aus drei sechsgeschossigen Querbauten, die zwei Wohnhöfe umschließen, von denen sich einer zur Potsdamer Straße öffnet. Der Gebäudekomplex ist Wohnstätte für bis zu 2000 Menschen. Durchschnittlich leben damit vier Personen in jeder der 514 Wohnungen.
In den Jahren nach seiner Errichtung galt das Pallasseum als Musterbeispiel für modernes Wohnen, entwickelte sich aber über die Jahre hinweg zu einem sozialen Brennpunkt.Pallasseum, Rosie Flanagan: IGNANT’s Guide To Brutalism In Berlin, 2017 In den 1990er Jahren wurde in politischen Gremien sogar der vollständige Abriss des Gebäudes diskutiert. Zuletzt setzte sich allerdings der Vorschlag durch, mithilfe von Sozialarbeitern und eines Quartiersmanagements die Lage wieder zu verbessern.Statt Abrissbagger kamen Quartiersmanager. In: Der Tagesspiegel, 4. April 2001. Von 1999 bis 2020 arbeitete das Quartiersmanagement Schöneberger Norden mit vielen Partnern erfolgreich an dieser Aufgabe. Zunächst wurde die Wohnsituation durch Neugestaltungen der Hauseingänge, der Treppenhäuser und des Umfelds aufgewertet. Der angrenzende Lilly-Flora-Park entstand auf einem Parkplatz vor dem Hochhaus, ein Bewohnercafé wurde neu gebaut, viele soziale, kulturelle und ökologische Projekte wurden umgesetzt.
Bis 2020 hatte sich die Situation der Wohnanlage durch die baulichen und sozialen Maßnahmen stark verbessert. Eigentümerin der Anlage ist die Pallasseum Wohnbauten KG, deren Hauptanteilseignerin seit 2018 die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag ist.
Literatur Schüssel mit Motiv – Vom Sozialpalast zum Pallasseum. In: Berliner Zeitung, 7. Juni 2010 Frank Seehausen: Mäandernde Betrachtungen, in: Betrachtungen der Architektur. Versuche in Ekphrasis, hrsg. v. Tim Kammasch. (Architektur Denken hg. von Philip Ursprung, ETH, Jörg Gleiter, TU-Berlin und Kurt W. Forster MIT/Yale). transcript-Verlag, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-8394-4994-3, S. 87–98.
Weblinks
Seite der Pallasseum Wohnbauten KG. Bei: pallasseum-wohnbauten.de Pallasseum. Bei: schoeneberger-norden.de Beate Binder: An Lebenswelten ansetzen oder: was ist „gutes städtisches Leben“? Goethe-Institut, Mai 2006, zum Quartiersmanagement
Einzelnachweise
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