Carhaix-Plouguer () ist eine französische Stadt in der Bretagne im Département Finistère mit Einwohnern (Stand ).

Geographie Der Ort befindet sich zentral im Westen der Bretagne. Quimper liegt rund 50 Kilometer südwestlich, die Groß- und Hafenstadt Brest 68 Kilometer nordwestlich und Paris 450 Kilometer östlich (Angaben in Luftlinie). Die nördliche Gemeindegrenze bildet der Fluss Hyère.

Geschichte Carhaix geht auf das römische Vorgium zurück, das auch aus Ausgrabungen bekannt istMadeleine Reincke, Anja Schliebitz, Hilke Maunder, Baedeker Allianz Reiseführer Bretagne, Ostfildern 2006, 154. Es war die Provinzhauptstadt der Osismier. Die Siedlung besaß eine gallische Vorgängersiedlung, deren erste Reste aus dem 4. Jahrhundert stammen.

Die heutige Stadt entstand im Jahr 1956 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Carhaix und Plouguer.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017Einwohner 6065 7049 8210 8591 8198 7648 7667 7174 Quellen: Cassini und INSEE

Verkehr mini|links|Canal de Nantes à Brest und Bahnhof Port-de-Carhaix des Réseau Breton (1900) mini|Dieseltriebwagen im Bahnhof Carhaix Die südliche Grenze des Stadtgebiets bildet weitgehend der Canal de Nantes à Brest. Der Abschnitt von Brest bis Carhaix wurde 1836 eröffnet.

Der Bahnhof Carhaix war ursprünglich der Mittelpunkt eines ausgedehnten Netzes von Schmalspurbahnen, des Réseau Breton. Fast alle Strecken des Réseau Breton wurden 1967 stillgelegt und abgebaut. Lediglich die Strecke nach Guingamp wurde beibehalten und auf Normalspur umgespurt. Auf ihr verkehren Regionalzüge des TER Bretagne nach Guingamp.

Carhaix-Plouguer liegt im Schnittpunkt einiger überregionaler Verbindungsstraßen: der Nationalstraße N 164 und den Departementsstraßen D 764 (alte N 164), D 769 (ehemalige N 169) und D 787 (ehemalige N 787).

Die Flughäfen Brest (Aéroport de Brest Bretagne) und Lorient (Aéroport de Lorient-Bretagne-Sud) sind die nächsten Regionalflughäfen.

Sehenswürdigkeiten Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist die romanische Kirche Saint-Pierre in Plouguer, deren älteste Bauphasen aus dem 11. Jahrhundert stammen. Die Kirche des Heiligen Tremeur wurde im 14. Jahrhundert begründet, der heutige Bau stammt weitgehend aus dem 19. Jahrhundert.Madeleine Reincke, Anja Schliebitz, Hilke Maunder, Baedeker Allianz Reiseführer Bretagne, Ostfildern 2006, 153 Kirche Saint-Trémeur Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Carhaix-Plouguer

Persönlichkeiten Théophile-Malo de La Tour d’Auvergne-Corret (1743–1800), "der erste Grenadier", ein bekannter Antiquar Maxime-Julien Émeriau de Beauverger (1762–1845), Admiral Loïc Le Flohic (1959–1998), Radrennfahrer Claude Michel (* 1971), Fußballspieler und -trainer Arnaud Le Gall (* 1980), Abgeordneter der Nationalversammlung Julien Mahé (* 1983), Basketballtrainer

Kultur Seit 1991 ist Carhaix jährlich im Juli Veranstaltungsort für das mehrtägige Festival des Vieilles Charrues, das nach der Zahl der Zuschauer (240.000 im Jahre 2011) als größtes Musikfestival Frankreichs gilt.

Im Jahr 1999 wurde das erste und bislang einzige Diwan-Gymnasium von Relecq-Kerhuon (bei Brest) nach Carhaix-Plouguer verlegt.

Die Gemeinde ist der Charta Ya d’ar brezhoneg zur Förderung der bretonischen Sprache beigetreten. Sie war im Februar 2016 die einzige Gemeinde, die gemäß dieser Charta nach der höchsten Stufe 4 zertifiziert ist.

Gemeindepartnerschaften Carhaix-Plouguer ist partnerschaftlich verbunden mit: dem südwestenglischen Seebad Dawlish Oiartzun im Baskenland, Spanien Waldkappel, Nordhessen, Deutschland Carrickmacross, Republik Irland Rijnwoude, Niederlande El Arroub, Palästina

Literatur Le Patrimoine des Communes du Finistère. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-039-6, S. 137–149.

Weblinks

Ville de Carhaix-Plouguer bei cartesfrance.fr

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Bretagne