hochkant=1.2|mini|Bachsteine in Vorpommern Ein Stein ist ein kompaktes Objekt aus einem oder mehreren Mineralien. Die Korngröße sind beim Bruchgestein (Kies, aber nicht abgerundet) und beim Kies 2 bis 63 Millimeter und Schroppen sind größer.
Etymologie Das gemeingermanische Substantiv stein (althochdeutsch und mittelhochdeutsch, gelegentlich auch stain) beruht wie die slawische Sippe von „Wand, Mauer“ auf einer Bildung zu der indogermanischen Wurzel stāi-, stī̌- „[sich] verdichten, gerinnen“. Siehe auch DWDS (Lemma „Stein“) und
Stein und Fels mini|Steinbalance am Schwedeneck Im Unterschied zum Felsen haben Steine keine feste Verbindung mehr zu der Gesteinseinheit, der sie ursprünglich angehört haben, unabhängig davon, ob sie noch am originalen Platz stehen (gewachsenes, anstehendes Gestein) oder nicht (disloziert).
Geowissenschaften Die Geologie und Petrologie verwenden als präzise Begrifflichkeiten: Nach DIN 4022 sind „Steine“ nur Objekte über 63 mm (siehe Korngrößenklassifikation) – Schutt und Geröll sind freiliegende Steine als Bruchstein oder Rundling, Kies ist größer als 2 mm, Stein im eigentlichen Sinne nach DIN zwischen 6,3 und 20 cm, aber ein Block, wenn größer als 20 cm (siehe etwa Blockhalde, Blockgletscher) Sand sind Gesteinsteile unter 2 mm Silt oder Schluff: feinste Steinchen (Körnungen) unter 0,063 mm
Sonderformen von Steinen sind: Lesestein, das sind die Steine des Bodens (der Pedosphäre) Talus, die Schutthalde oder Geröllhalde Blockhalde, durch Erosion freigelegte Lesesteine als Landschaftsform Geschiebe, Steine im Strombett der Gewässer, auch in fossilen, nicht mehr bewegten Abschnitten, etwa als Gesteinseinheit in einer Sedimentfolge einer Moräne Moräne für das Geschiebe wie auch die Ablagerungen eines Gletschers Findling, das sind von Gletschern verschleppte Steine, unabhängig ob freiliegend oder in der Tiefe Inklusion, Steine, die in anderem Gestein verfestigt sind, etwa bei Konglomerat (Rundlinge) und Breccie (kantig), und Xenolithe Schmuckstein (Edelstein), besondere Steine, meist mehr oder minder reine Minerale, selten Gestein: Hierbei bezeichnet der Begriff Stein allgemein ein Stück eines Minerals, einen einzelnen Kristall oder eine Kristallagglomeration. Geode, ein Stein, der sich im Gestein in Hohlräumen bilden (und oft noch innen Hohlräume mit Kristallen aufweisen, die Druse) Oolith (Erbsenstein oder Rogenstein), ein Stein, der durch Wellenbildung entsteht Konkretion, ein durch Fällung (Sinterung) entstandener Stein, etwa Raseneisenstein oder Höhlenperlen Felsblock, ein großer Stein in der Natur, mit Durchmesser bis zu einigen Metern
Gestein gibt es nicht nur auf der Erde, sondern auch auf dem Mond, den drei terrestrischen Planeten und den meisten Asteroiden. Vom Mond wurden schon Steine auf die Erde gebracht (Mondgestein). Weitere nichtirdische Steinbrocken finden sich als Meteoriten. Im Sonnensystem bilden sie auch die Partikel der Planetenringe. Im weitesten Sinne sind alle Himmelskörper, die keinerlei eigene Tektonik aufweisen, Steine (also auch der Mond, nicht aber die Erde mit ihrem heißen, hochaktiven Kern oder die Gasplaneten).
Bauwesen Im Bauwesen unterscheidet man prinzipiell: Rundstein, Rundling, wenn er schon im Geschiebe der Flüsse abgestoßen ist, oder maschinell durch Rollieren Bruchstein, der aus den Gestein gebrochen ist, ob natürlich oder im Steinbruch Gebrochene Mineralstoffe, künstlich zerkleinerte Steine
Nach der Größe (Sieblinie) unterscheidet man in: Gesteinsmehl, Steine unter 0,063 mm Sand unter 2 mm, als Bruchsand oder Rundsand Kies (Rundstein) und Bruchstein mit Korngrößen von 2 bis 32 mm Schotter, Geröllablagerungen oder gebrochene Mineralstoffe mit einer Korngröße zwischen 32 und 63 mm, Rundmaterial dieser Größe heißt Grobkies Schroppen, Material über 63 mm, Felszersatz bis zur maximal transportierbaren Größe
Nach der Verwendung unterscheidet man: Naturstein: das sind Steine beliebigen Formats natürlicher Herkunft, als Mauerstein, Pflasterstein, Natursteinplatte usw. Werkstein: behauene, gespaltene oder gezwickte Natursteine künstlich durch Verfestigung (Trocknen, Brennen) von lockerem Material (Lehm, Tonmineral, Gips, Zement) hergestelltes Baumaterial, wie Backstein (Ziegel), Steingut oder Betonpflastersteine
Gesteinskörnung ist der Zuschlag für Beton oder Asphalt mit diversen Korngrößen, Rollsplitt ist zum nachträglichen Einwalzen in Asphalt.
Daneben existieren etliche Fachnamen für spezielle Formate diverser Zwecke.
Einige bekannte Steine mini|Hoodoos: Love Valley in Kappadokien bei Göreme, Türkei – Felsturm mit Deckstein Anröchter Stein Mount Augustus, Western Australia, größter freiliegende Stein der ErdeMount Augustus National Park australiascoralcoast.com, abgerufen am 3. September 2024 Externsteine im Teutoburger Wald, Felsnadeln mit aufliegenden Steinen Goldener Fels, vergoldetes buddhistisches Heiligtum in Birma Schwanenstein, Findling an der Ostseeküste Stein von Rosette, ca. 243 v. Chr. mit dreisprachiger Inschrift Stein von Scone, auch „Krönungsstein“ genannt Stonehenge Georgenstein (Isar) Wandernde Felsen im Death Valley Würzburger Stein, Weinbaulage Stein der Weisen
Berufe Pflasterer Steinbildhauer Steinhauer Steinmetz
Normen DIN 4022 Geotechnische Berechnungen für bautechnische Zwecke DIN 18196 Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke
Sonstige Steinbildungen mini|Markierungsstein auf der Rax, Österreich mini|Steinmanderl – Ammer Geologisch; z. B. Inselberg, Felsen, Felsblock, Findling, Geröll Geomorphologisch: Sinter; z. B. Kesselstein, Urinstein, Weinstein, Biorock – chemische Ausfällungen Medizinisch: Konkrement; u. a. Gallenstein, Blasenstein, Rhinolith (Nasenstein), Zahnstein
Stein als Namensbestandteil „Stein“ ist Bestandteil vieler Geografischer Namen und Familiennamen im deutschsprachigen Raum.
Siehe auch Erdpyramide Hoodoo (Geologie) Hungerstein (Gewässergrund) Mahlstein Rauk Steinkohle Steinsetzung, Megalith, Dolmen, Hünengrab, Menhir, Steinwerke der Frühmenschen Steinschlag Wackelstein Wollsackverwitterung (spezielle Verwitterungsform nur von Graniten)
Literatur Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen Gesteine und metamorphen Gesteine. Enke, Stuttgart 1985, ISBN 3-432-94671-6. Roland Vinx: Gesteinsbestimmung im Gelände. Elsevier, München 2005, ISBN 3-8274-1513-6. Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 11. Auflage. Spektrum-Akademischer Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1445-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gestein Kategorie:Baustoff Stein