Der Bahnhof Rheine ist ein Eisenbahnknoten im nördlichen Münsterland, der von circa 12.000 Reisenden täglich frequentiert wird. Hier kreuzen die Linien Berlin–Amsterdam sowie Münster–Emden. Weitere, den Bahnhof Rheine berührende Strecken sind heute größtenteils stillgelegt.
Geschichte Der Bahnhof wurde am 1. Juni 1856 zusammen mit der Bahnstrecke Münster–Rheine der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Die Hannoversche Westbahn der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen im Abschnitt Osnabrück–Rheine–Lingen folgte am 23. Juni 1856. Beide Bahngesellschaften erbauten ein gemeinsam genutztes dreistöckiges Empfangsgebäude in Insellage, Architekt des Gebäudes war Julius Carl Raschdorff.
Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft 1879 sowie der Bahnstrecke Ochtrup–Rheine der Preußischen Staatsbahnen 1905 wuchs der Bahnhof weiter. Von 1919 bis 1927 wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut, dabei wurden auch alle Durchgangsgleise auf die westliche Seite des Empfangsgebäudes verlegt. Schon zuvor war ein großer Rangierbahnhof entstanden.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof mehrfach das Ziel von Luftangriffen, besonders 1944/45 führten die Angriffe zu großflächigen Zerstörungen.
Am 29. September 1972 wurde die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Münster durch einen Sonderzug eingeweiht. Ab dem 1. Oktober 1972 wurde mit Beginn des Winterfahrplans der elektrische Regelzugverkehr nach Münster aufgenommen.
Infrastruktur mini|links|Bahnhofsvorplatz mini|links|Modernisierte Bahnsteige mini|Wartehalle mit Einzelhandel
Der Bahnhof Rheine befindet sich südwestlich der Innenstadt von Rheine. Die Innenstadt selbst ist nur wenige Gehminuten entfernt. Die Ringstraße, die um die Innenstadt von Rheine führt, befindet sich direkt vor dem Ausgang des Bahnhofes.
Ein Busbahnhof für Regionalbusse und ein Taxistand befinden sich angrenzend am Bahnhofsvorplatz.
Im Empfangsgebäude befindet sich eine Eingangshalle mit einem Kiosk sowie einer Bäckerei. In der Haupthalle gibt es zudem Fahrkartenautomaten und eine elektronische Abfahrtstafel. Im Seitenflügel des Gebäudes sind eine Dienststelle der Bundespolizei, das DB-Reisezentrum sowie ein Fahrradparkhaus mit Fahrradverleih zu finden.
Der Bahnhof besitzt heute drei Mittelbahnsteige mit den Gleisen 2/3, 4/5 und 8 mit nur einer Bahnsteigkante. Das Gleis 8 ist seit Dezember 2015 wieder für den Personenverkehr in Betrieb, damit der RE 7 von Rheine nach Krefeld stündlich fahren kann und es keine Komplikationen mit dem Intercity Richtung Koblenz gibt. Seit dem Fahrplanwechsel Ende 2023 hält der RE 15 ebenfalls am Gleis 8. Seit Anfang Juli 2011 gibt es zu allen Gleisen neue Aufzüge, die den Bahnhof barrierefrei machen.
Seit April 2012 wurde die Bahnhofsanlage grundlegend renoviert. Unter anderem wurden die Bahnhofshalle und der Tunnel umgestaltet und ein Ein- und Ausgang an der Westseite realisiert.
Auf dem Bahnsteig 4/5 befinden sich ein Servicebüro der DB InfraGO sowie die Bahnhofsmission.
Stellwerke Zum 9. Dezember 2001 wurde ein neues elektronisches Stellwerk mit dem Kürzel Rf in Rheine in Betrieb genommen. Es ersetze mehrere kleine Stellwerke im Bereich von Rheine. Am 12. November 2016 wurde die Bedienung von Emsdetten per Fernsteuerung in das Stellwerk integriert. Die neuen Überleitstellen Rodde und Torfmoorsee an der Dortmund-Ems-Kanalbrücke der Bahnstrecke Löhne-Rheine sind ebenfalls per Fernsteuerung ab dem 29. September 2024 im Stellwerk angebunden.
Veränderungen nach 2010
Im Rahmen der Modernisierungsoffensive 2 für Nahverkehrsbahnhöfe in Nordrhein-Westfalen wurde bis 2015 eine groß angelegte Renovierung des Bahnhofes durchgeführt. Neben barrierefreien Zugängen wurde auch ein Tunneldurchbruch zur Westseite der Innenstadt realisiert, sodass der Bahnhof von beiden Seiten betreten werden kann.
Außerdem wurde eines der beiden stillgelegten Bahnsteiggleise im Zuge der Arbeiten reaktiviert, sodass statt vier nunmehr fünf Bahnsteiggleise für den Personenverkehr zur Verfügung stehen. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, dass der Rhein-Münsterland-Express (RE 7) seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 im Stundentakt von und nach Rheine fahren kann, da nun die Möglichkeit besteht, dass der Zug ohne Konflikt mit dem Intercity dort wendet. Im Gegenzug wurde die im Dezember 2008 neu eingeführte Regionalbahn RB 68 bis auf einzelne Züge in den Hauptverkehrszeiten von Montag bis Freitag wieder eingestellt.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 hat die Westfalenbahn die Regional-Express-Linien RE 15 und RE 60 von der Deutschen Bahn übernommen, der RE 7 wird seitdem vom britischen Unternehmen National Express gefahren. Auf den RE-Linien sind von beiden Betreibern komplett neue Züge im Einsatz.
Im Schienenpersonennahverkehr fuhr die Deutsche Bahn in Rheine in der Hauptverkehrszeit von Montag bis Freitag nur noch einzelne, wenige Umläufe der Regionalbahn Ems-Bahn (RB 65). Aufgrund von Fahrzeugknappheit fuhr die Deutsche Bahn bis Ende 2017 diese Umläufe mit einer Elektrolokomotive der Baureihe 111 und vier n-Wagen. Anfang des Jahres 2017 fuhren teilweise noch drei Doppelstockwagen, welche aber an anderer Stelle benötigt wurden.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 fährt DB Regio die neu eingeführte Linie RE 62 von Rheine nach Löhne (Westf) im Zweistundentakt, die zusammen mit dem RE60 einen Stundentakt herstellt. Ursprünglich sollten nur Züge des Typs Alstom Coradia Continental auf dieser Linie fahren, jedoch kam es mit diesen zu technischen Störungen, sodass ab Mai 2024 vorübergehend ersatzweise zwei Doppelstockwagen mit der DB-Baureihe 146 unterwegs waren. Die Talent-2-Triebwagen, die seit Ende 2024 als Ersatzfahrzeuge auf dem Expresskreuz Bremen/Niedersachsen eingesetzt werden, verkehren auch zum Teil auf der Linie RE 62.
Bedienung Fernverkehr
Der Bahnhof Rheine wird im Fahrplanjahr 2025 im Schienenpersonenfernverkehr von zwei ICE-Linien sowie einer Intercity-Linie bedient.:
Linie Linienverlauf Takt Norddeich Mole – Norden – Emden – Rheine – Münster (Westf) – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Duisburg – Düsseldorf – Köln Messe/Deutz – Siegburg/Bonn – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Stuttgart Ein Zugpaar Amsterdam – Hilversum – Amersfoort – Apeldoorn – Deventer – Hengelo – Rheine – Osnabrück – Bünde – Hannover – Berlin-Spandau – Berlin – Berlin Ostbahnhof 120 min (Norddeich Mole –/Emden Außenhafen –) Emden – Rheine – Münster – Recklinghausen – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln 120 min Das Angebot auf der Linie 35 wird saisonal durch Verstärkerzüge ergänzt.
Regionalverkehr
Im Schienenpersonennahverkehr halten am Bahnhof Rheine sechs Regionalverkehrslinien:
Linie Linienverlauf Takt Betreiber
Busverkehr Der Bahnhof Rheine wird von folgenden Regional- und Nachtbussen bedient: Linie Verlauf Takt Betreiber
Literatur
Erich Preuß: Rheine (Westf). In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 3. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 1996, (1 Bl., 6 S.).
Weblinks
Gleisplanschema mit abgebrochenen Bahnanlagen wie z. B. dem 1993 stillgelegten Rangierbahnhof (PDF; 34 KiB) Verdoppelung der Fahrgastzahlen und Umbau, Seite nicht mehr abrufbar, Archivlink nicht abrufbar am 15. Mai 2022
Einzelnachweise
Rheine Kategorie:Bauwerk in Rheine Rheine Kategorie:Verkehr (Rheine)