mini|Bracht 1917 Bracht ist ein Stadtteil von Schmallenberg im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis.

Geographie Geographische Lage Bracht liegt nördlich der Saalhauser Berge am Rand des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge im Südwesten des Hochsauerlandkreises; rund 1 km westlich verläuft die Grenze zum Kreis Olpe. Es ist der westlichste Ortsteil im Schmallenberger Stadtgebiet und liegt rund 8,5 km von dessen Kernstadt entfernt.

Das Dorf befindet sich in einem Hochtal, das an drei Seiten von Bergen (mit Saalhauser Bergen im Süden) umgeben ist, nur nach Nordosten geöffnet ist und in dieser Richtung vom südlich der Ortschaft entspringenden und durch das Dorf fließenden Brachter Bach als linker Quellbach des Wenne-Zuflusses Arpe entwässert wird. Es liegt etwa auf 460 bis zwischen meist bewaldeten Erhebungen von etwa 480 bis (Himberg); zu diesen gehört auch der direkt südwestlich gelegene Berg Bracht .

In der Dorfmitte zweigt die Landesstraße 928 (Oedingen–Schmallenberg) von der L 737 ab; sie führt, insbesondere im Gleierbachtal verlaufend, nach Gleierbrück (östlicher Ortsteil von Lennestadt), das sich etwa 5 km südlich von Bracht jenseits der Saalhauser Berge befindet.

Um das Dorf liegt das Landschaftsschutzgebiet Ortsrandlage Bracht.

Nachbarorte Dörfer und Weiler der Umgebung sind (im Uhrzeigersinn): Herschede (Nordnordosten), Kückelheim (Nordosten), Werntrop (Ostsüdosten), Saalhausen und Gleierbrück (Süden), Rotbusch und Hebbecke (Südwesten), Brenschede (Westen), Oedingen mit Oedingerberg (Nordwesten) und Leckmart (Nordnordwesten).

Geschichte mini|200px|links|Ausschnitt Bracht, preußische Uraufnahme 1841, Historika25 Mangels Dokumenten ist eine genaue zeitliche Zuordnung der Gründung Brachts nicht möglich. In einer Urkunde des späteren Grafen Wilhelm von Arnsberg aus dem 1306 wurden die Brüder Richard und Dietrich von Bracht erstmals urkundlich erwähnt. abgerufen am 12. November 2018

1490 gab es ein Gut Bracht im Besitz der Familie von Schledorn., abgerufen am 10. Februar 2016.Gedbas.genealogy.net: Johann Schleden zu Bracht, abgerufen am 10. Februar 2016. Johann von Schledorn heiratete 1522 Anna von Ploch-Iseren aus einer ebenfalls alten Ritterfamilie („iseren armigi“), und kam so auf den Plochhof in Oberveischede. Das Gut Bracht erbte seine älteste Tochter. Bereits 1536 wurde die steuerpflichtige Brachter Bevölkerung im Schatzungsregister namentlich erfasst.Josef Lauber: Stammreihen Sauerländischer Familien, Band V, Kirchspiel Wormbach, S. 4 1645 wurde Bracht auf der Karte Westphalia Ducatus kartografisch erfasst.

Bis zur kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen gehörte Bracht (im sogenannten Hawerland) zur Gemeinde Wormbach. Seit dem 1. Januar 1975 ist Bracht ein Ortsteil der Stadt Schmallenberg.

mini|Bildstock an der Heidenstraße in Bracht am ehemaligen Schlag (Zollstelle) Der Ort liegt an einem Kreuzungspunkt der Heidenstraße von Köln über Elspe, Bracht, Wormbach nach Kassel sowie des Kriegerweges von Siegen kommend. Der letztere führte über das Steinerne Kreuz durch das Gleiertal und wurde vom Gericht Bilstein durch einen Schlag (Schlagbaum bei Christes Hude) kontrolliert. Über den Wehrscheid führt der alte Verkehrsweg bis vor den Ort Bracht, wo dieser mit einer Landwehr abgeriegelt und zu der Zollstelle an die Heidenstraße abknickte. Der „Kriegerweg“ kreuzte westlich des Ortes vor dem Schlag die Heidenstraße und führte weiter über Herschede, Oberlandenbeck in Richtung Norden. Im Urkataster sind die Flurbezeichnungen Landwehr und Schlag noch erhalten. In der Örtlichkeit sind die Landwehren um den Ort herum noch streckenweise als tiefe Gräben mit Wällen zu erkennen. Die Gerichtsbezirke Fredeburg und Bilstein trennten sich in der Gleie, das Gericht Oedingen mit Fredeburg oberhalb der Limmecke vor Brenschede.Der letzte Generalschnadezug um die Amts Bilsteinische Hoheits- und Landesgrenze vom 8. bis 17. Juni 1778, insbesondere den 15 u. 16. Juni.

Bei dem Fliegerangriff auf Bracht am Weißen Sonntag, 8. April 1945 wurden große Teile des Dorfes, insbesondere die Schule (Christine-Koch-Schule) sowie die Kirche zerstört.

Religion mini|Kirche St. Marien in Bracht In Bracht gibt es die katholische Pfarrgemeinde St. Marien mit der gleichnamigen Kirche.

Öffentliche Einrichtungen Im Dorf befindet sich ein Kindergarten und eine Gastwirtschaft.

Veranstaltungen im Jahr Sportfest (Sportverein BVB Bracht), Schützenfest (Immer zweites Wochenende im Juli vom Schützenverein), Weizenbierfest, Vatertagstreffen an Christi Himmelfahrt (SGV Hütte), 1. Mai-Feier (SGV Hütte)

Wirtschaft mini|Christine-Koch-Dorf Bracht Größte Arbeitgeber im Ort ist eine Eloxal-Firma, welche Oberflächen von Aluminium-Bauteilen veredelt. Weiterhin gibt es ein Autozubehörhandel, Transport- und Baustoffunternehmen, eine Firma für Geothermik sowie eine Zimmerei. Ferner sind in Bracht landwirtschaftliche und handwerkliche Betriebe ansässig.

Persönlichkeiten

Franz Geueke (1887–1942), Journalist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Christine Koch (1869–1951), Lyrikerin sauerländischer Mundart. Eine nach ihr benannte bewirtschaftete Wanderhütte befindet sich 1 km vor dem Ort. Im Jahr 2007 wurde ein Christine-Koch-Denkmal im Ort errichtet. Franz Joseph Koch (1875–1947), Lehrer und Autor

Literatur Josef Lauber: Stammreihen Sauerländischer Familien, Band V, Kirchspiel Wormbach, Bracht, S. 4, Richard Schwarzbild Dissertationsdruck Witterschlick bei Bonn, 1977

Weblinks

Dorfverein Bracht-Werntrop

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Schmallenberg