World in Conflict (oft als WiC abgekürzt) ist ein von Massive Entertainment entwickeltes und von Sierra Entertainment veröffentlichtes Echtzeit-Strategiespiel für Windows. Es erschien nach knapp dreijähriger Entwicklungszeit am 18. September 2007 in Nordamerika und in den folgenden Tagen in Europa und Australien.

Das Spiel ist in der Zeit des Kalten Kriegs angesiedelt. Die Spielhandlung erzählt in einer aus 14 Missionen bestehenden Kampagne die Geschichte eines fiktiven Angriffs der UdSSR auf die NATO im Jahr 1989. Dominierendes Element des Spiels ist der Mehrspieler-Modus, bei dem die Spieler einzelne Gefechte des Krieges gegeneinander spielen können. World in Conflict grenzt sich von anderen Echtzeit-Strategiespielen vor allem dadurch ab, dass es zugunsten eines besonders detailreichen Kampfsystems auf die genretypischen Elemente Basisbau und Ressourcensammeln verzichtet.

World in Conflict erhielt von der Fachpresse sehr gute Bewertungen. Führende Magazine lobten den actionreichen Spielfluss, die hohe Qualität der Grafik und die einfache Konfiguration und Verwaltung von Mehrspieler-Partien. Offizielle Verkaufszahlen wurden nicht veröffentlicht, Vertreter von Massive Entertainment kommentierten die Entwicklung der Verkaufszahlen allerdings mehrfach positiv.

2009 erschien unter dem Titel Soviet Assault ein Add-on, das Teile der Kampagne des Hauptspiels aus der Perspektive der Roten Armee erzählt. Der Erweiterung ging eine schwierige Entwicklungsphase voraus, die durch die Auflösung von Sierra Entertainment und den Verkauf des Studios an den französischen Konzern Ubisoft gekennzeichnet war.

Handlung

World in Conflict spielt in den 1980er-Jahren. Die Sowjetunion leidet unter den Auswirkungen des kommunistischen Systems und steht kurz vor dem Zusammenbruch. Dennoch verfügt sie über eine große Streitmacht. Als Ursache für ihre Probleme macht sie die NATO, besonders die USA, verantwortlich. Dadurch verschlechtern sich die Beziehungen der beiden Machtblöcke deutlich. Im November 1989 führt die UdSSR schließlich einen Überraschungsangriff auf die NATO-Staaten in Europa, der von Ost-Berlin ausgeht. Nach dem Sieg über die dort stationierten Amerikaner gelingt es den Sowjets, weite Teile Europas zu erobern. In diesem Konflikt übernimmt der Spieler die Rolle des amerikanischen Offiziers Parker. Unter seinem Vorgesetzten, Colonel Sawyer, nimmt er an verschiedenen Einsätzen in Europa und Amerika teil. Zur Verfügung steht ihm dabei eine große Bandbreite von Einheiten, die je nach Einsatzort variiert. Bei den Einsätzen arbeitet er oft mit Captain Bannon, dem impulsiven Chef einer Panzerkompanie, zusammen.

Seinen ersten Einsatz, der in einer Rückblende erzählt wird, hat Parker in der Nähe von Marseille in Südfrankreich. Dort kämpft er an der Seite eines französischen Bataillons und wehrt mit Mühe einen Angriff der Sowjets ab. Anschließend wird er nach Norwegen entsandt, um ein abgestürztes Aufklärungsflugzeug der USA zu sichern. Trotz schwerem Ansturm der Russen gelingt es dem Einsatzteam, mithilfe norwegischer Späherdivisionen die Stellung solange zu halten, bis amerikanische Saboteure das Flugzeug, das nicht mehr geborgen werden kann, zerstören. Da die sowjetische Übermacht allerdings zu groß ist, sind die NATO-Kräfte letztlich zum Rückzug gezwungen. Dabei führen sie einen Angriff auf einen Hafen der Sowjets aus, bei dem sie versuchen, einige feindliche Atom-U-Boote der Typhoon-Klasse zu versenken. Dies gelingt nur zum Teil, da durch einen Fehler Bannons ein Boot fliehen kann.

Da das amerikanische Militär bei dem Angriff in Erfahrung gebracht hat, dass die Russen eine Landung an der Ostküste planen, wird Parker mit seinen Einheiten dorthin geschickt. Die sowjetische Landung erfolgt in der Nähe von New York. Dabei erbeuten die Angreifer zunächst zahlreiche Abrams-Kampfpanzer und weiteres Kriegsgerät. Den Amerikanern gelingt zwar der Sieg, allerdings führt die UdSSR in den folgenden Wochen einen weiteren Angriff, diesmal an der Westküste bei Seattle.

Diesem Angriff können die vereinzelten Garnisonseinheiten unter dem Kommando von Parker und Bannon nicht standhalten, sodass sie zur Evakuierung der Stadt und anschließend zum Rückzug gezwungen sind. Den Sowjets gelingt es, die Stadt zu besetzen und weite Teile der Westküste zu erobern. Parkers Einheit flieht nach Süden und verwickelt die Russen in ein Gefecht, was ihren Vormarsch verlangsamt.

Primäres Ziel der Invasoren ist der Stützpunkt der Strategic Defense Initiative. Die Sowjets erachten dieses Projekt als größte Gefahr für ihr Land, wissen aber nicht, dass es bislang keine vorzeigbaren Ergebnisse besitzt. Daher versucht Parkers Einheit die Angreifer solange wie möglich von dem Stützpunkt Fort Teller fernzuhalten. Nach mehreren Kämpfen erreichen die Truppen die Kleinstadt Cascade Falls, die von einem russischen Spähtrupp besetzt wurde. Parker und Bannon gelingt es die Stadt einzunehmen, zu befestigen und kleinere sowjetische Attacken abzuwehren. Als die numerisch weit überlegene sowjetische Hauptstreitmacht am Schlachtort eintrifft, bricht die Defensivstellung der Amerikaner allerdings zusammen. Daraufhin ziehen sich die Amerikaner aus der Ortschaft zurück und fordern einen Atomschlag an. Bei der Atomexplosion werden Cascade Falls, Bannons Einheit, die als Köder in der Stadt geblieben ist, sowie ein Großteil der sowjetischen Armee ausgelöscht. mini|220x220px|Die Kampagne beginnt und endet mit dem Kampf um Seattle Nachdem sich die Bataillone von Sawyer und Parker, die beim Rückzug weit verstreut wurden und durch den EMP der Explosion keinen Funkkontakt mehr haben, wieder formiert haben, beginnen sie, gegen Seattle zu ziehen, um den sowjetischen Brückenkopf einzunehmen. Inzwischen ist die Volksrepublik China dem Krieg aufseiten der UdSSR beigetreten und hat eine Invasionsflotte mit Kurs auf Seattle zusammengestellt. Unter großem Zeitdruck drängen die Amerikaner die Russen zurück und greifen schließlich Seattle an. Dabei werden die russischen Streitkräfte endgültig geschlagen. Die chinesische Flotte kehrt daraufhin wieder nach Asien zurück.

Spielprinzip

Allgemein Der Fokus des Spiels liegt auf taktischen Gefechten. In solchen übernimmt der Spieler die Kontrolle über eine Truppenabteilung und führt diese durch die Schlacht. Dabei verzichtet das Spiel auf das aus vielen Echtzeit-Strategiespielen bekannte Aufbauen von Stützpunkten zwecks Rekrutierung neuer Einheiten. Zu Beginn eines Gefechts fordert der Spieler so viele Einheiten an, wie es sein Anforderungsguthaben zulässt. Das Anforderungsguthaben ist ein konstanter Wert, der festlegt, wie viele Truppen der Spieler gleichzeitig befehligen kann. Verliert der Spieler eine Einheit, wird seinem Konto der Wert der entsprechenden Einheit gutgeschrieben.

Während eines Gefechts stehen dem Spieler verschiedene sogenannte taktische Hilfen zur Verfügung. Diese umfassen schlagkräftige Angriffe wie Fernbeschuss durch Artillerie, Bomberangriffe und chemische Angriffe. Die taktischen Hilfen sind mithilfe von Punkten nach ihrer Stärke sortiert. Je stärker ein Angriff ist, desto mehr Punkte braucht der Spieler. Punkte erhält der Spieler durch das Zerstören feindlicher Einheiten oder durch das Versorgen von Verbündeten.

Die Umgebung ist in die Gefechte aktiv mit eingebunden. Im offenen Gelände suchen Soldaten selbstständig Schutz hinter Bäumen, im hohen Gras oder ähnlichem. Auch kann beinahe jedes Gebäude von Infanterie-Einheiten besetzt und anschließend als Schussposition genutzt werden. Allerdings können alle begehbaren Gebäude auch von Einheiten unter Beschuss genommen und zerstört werden. Ähnlich verhält es sich mit Brücken, die zum Einsturz gebracht werden können. Außerdem stehen den Konfliktparteien strategische Punkte zur Verfügung. Dies sind zentrale Orte auf dem Schlachtfeld, die von Bodeneinheiten eingenommen und mit Geschützstellungen befestigt werden können.

Das Head-up-Display (HUD) umfasst ein Befehlsfeld mit Buttons für Angriffs- und Bewegungsbefehle, eine skalierbare Minikarte des Schlachtfelds und zwei Anforderungsmenüs, eins für Einheiten und eins für taktische Hilfen. Diese Menüs sind standardmäßig eingeklappt, sodass das HUD im Vergleich zu anderen Strategiespielen kompakt ausfällt. Zur Betrachtung des Schlachtfeldes steht dem Spieler eine komplett frei bewegliche Kamera zur Verfügung. In Mehrspieler-Partien kann der Spieler auf eine Chat-Funktion zur Kommunikation mit den Mitspielern zurückgreifen.

Einzelspieler-Modus Das Herz des Einzelspieler-Modus World in Conflict ist die Kampagne. Sie besteht aus 14 umfangreichen Missionen, die in Form von taktischen Gefechten ablaufen. Eine Mission setzt sich aus primären und sekundären Missionszielen zusammen. Die primären Missionsziele sind entscheidend für den Sieg, während die sekundären dem Spieler zusätzliche Hilfen wie Verstärkung oder Luftschläge geben. Die Handlung der Kampagne wird durch Zwischensequenzen und durch Dialoge während des Gefechts erzählt. Für seinen Fortschritt in der Kampagne erhält der Spieler zahlreiche Medaillen, jedoch haben diese keinen spielerischen Nutzen.

Mehrspieler-Modus Im Mehrspieler-Modus können bis zu 16 Spieler in einzelnen Gefechten gegeneinander antreten. Als Schlachtorte stehen ihnen dabei die aus der Kampagne bekannten Karten sowie selbst erstellte zur Verfügung. Die Einsätze sind zeitlich begrenzt, wobei die Dauer vor Beginn einer Partie einstellbar ist.

Zu Beginn einer Partie wählen die Spieler eine Fraktion aus. Verfügbar sind dabei die drei aus der Kampagne bekannten: die USA, die NATO und die UdSSR. Anschließend wählen sie aus, welche Art von Streitkräften sie befehligen wollen. Danach beginnt das Gefecht. Die Einsatzziele hängen dabei von dem gewählten Gefechtstyp ab. An jede Karte ist ein bestimmter Gefechtstyp gebunden.

Im Vorherrschaftsmodus (engl.: Domination) geht es darum, möglichst viele strategische Punkte zu erobern und zu halten. Das aktuelle Machtgleichgewicht wird durch die Domination Bar, einen Balken, der das Stärkeverhältnis beider Fraktionen angibt, gezeigt. Zu Beginn einer Partie ist das Kräfteverhältnis ausgeglichen, beide Fraktionen besitzen den gleichen Anteil an der Domination Bar. Besitzt eine Fraktion mehr strategische Punkte als der Gegner, so wächst ihr Anteil an der Domination Bar. Sobald eine Fraktion die gesamte Domination Bar kontrolliert, hat sie gewonnen. Läuft das Zeitlimit vorher ab, gewinnt die Fraktion, die den größeren Anteil an der Domination Bar besitzt.

Der Angriffsmodus (engl.: Assault) wird in zwei Runden gespielt. Eine Fraktion übernimmt zunächst die Rolle des Verteidigers, die andere die des Angreifers. Die Angreifer versuchen, möglichst viele Kommandoposten einzunehmen, die Verteidiger versuchen, dies zu verhindern. Die Kommandoposten werden durch Eroberung nacheinander freigeschaltet. In der zweiten Runde werden die Rollen vertauscht und die Verteidiger versuchen nun die Kommandoposten, die der Angreifer erobern konnte, wieder einzunehmen. Es gewinnt die Fraktion, die in beiden Runden die meisten Kommandoposten kontrollieren konnte.

Beim Tauziehen (engl.: Tug of War) kämpfen die Fraktionen um eine Front, die durch mehrere in Reihe platzierte strategische Punkte dargestellt wird. Das Ziel beider Fraktionen ist, die Front zum Gegner zu drängen. Dies geschieht durch das Erobern aller Punkte der Front. Der Eroberer verschiebt dadurch die Front in Richtung des gegnerischen Lagers. Die Partie wird von der Fraktion gewonnen, die die Front zum gegnerischen Lager gedrückt hat. Geschieht dies bis zum Ablauf der Zeit nicht, so gewinnt das Team, dessen Basis von der Kriegsfront am weitesten entfernt ist.