mini|Fundament der alten Jakobsruh

Jakobsruh (fränkisch ebenfalls JakobsruhE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 103. Dort folgendermaßen transkribiert: „jakobsrū“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Jakobsruh liegt in der Gemarkung Haag.

Geografie Die Einöde liegt im Tal der Aurach, in die rechts der Reutgraben mündet. 0,5 km südöstlich des Ortes liegt der Aschberg (). Ein Anliegerweg führt nach Haag (1,1 km westlich).

Geschichte Das Landhaus wurde 1770/73 vom damaligen Heilsbronner Klosterverwalter Jakob Weinhardt in der Nähe des abgegangenen Girkenhofs errichtet. Als Baumaterial dienten ihm auch die Steine der Heilsbronner Katharinenkirche, die 1770 abgerissen wurde, und die des eingestürzten Turmes der St.-Stefans-Kirche in Wollersdorf. Schon im ersten schriftlichem Beleg von 1794 wurde dieser Landsitz nach dem Vornamen seines Besitzers „Jacobs Ruh“ genannt.Diese Art von Namensgebung setzte im 17./18. Jahrhundert ein und wurde anfänglich auf fürstliche Residenzen oder Landsitze angewandt. Prominentestes Beispiel ist Karlsruhe. Daneben gab es noch die Bezeichnung nach dem Flurnamen „Altenwöhr“.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 102f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Jakobsruh zur Realgemeinde Haag. Das Gut hatte das brandenburg-ansbachische Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Jakobsruh bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 18 des Ortes Haag.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 863. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 992.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 799.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Jakobsruh dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Jakobsruh in die neu gebildete Ruralgemeinde Haag umgemeindet.

Im Jahre 1836 ging Jakobsruh in den Besitz des Oberpostmeisters von Axthelm über, ab 1868 gehörte sie dem Landwirt Georg Geiselbrecht. 1897 erwarb sie die Diakonissenanstalt Neuendettelsau und erweiterte sie 1902 um eine Gastwirtschaft und einem Schwesternerholungsheim. 1967 wurde die alte Jakobsruh und die Gastwirtschaft wegen Baufälligkeit abgerissen. Lediglich das Fundament ist noch erhalten. Das Inventar der alten Jakobsruh wurde teilweise geborgen und restauriert. Darunter befinden sich Gemälde von Johann Jakob Kleemann (1739–1790), die heute im Stadt- und Kreismuseum Ansbach ausgestellt sind.H. Rößler: Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 109 ff.

Am 1. Januar 1972 wurde die Jakobsruh im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neuendettelsau eingemeindet.

Das Anwesen befindet sich heute im Privatbesitz.

Bau- und Bodendenkmäler Haus Nr. 18: ein zweigeschossiges Gasthaus, mit Walmdach, 1740 als Landhaus erbaut, mit späteren Umbauten; wurde 1967 abgerissen.G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 114. Nördlich am Hang befand sich eine Siedlung der Jungsteinzeit.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2013Einwohner 7 5 5 15 10 8 12 39 26 10 6 9 6 17HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1885 bis 2013 als Wohngebäude. 1 1 1 1 1 2 1 1 1 1 1Quelle . Dort fälschlicherweise kein Wohngebäude angegeben. auf: neuendettelsau.eu Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.

Historische Bilder

Aktuelle Bilder

Religion Jakobsruh ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt, seit 1897 ist die Pfarrei St. Nikolai (Neuendettelsau) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Geschichtlicher Rundgang durch die Jakobsruhe auf YouTube. Vortrag von Hans Rößler (Heimat- und Geschichtsverein Neuendettelsau)

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Neuendettelsau Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Gegründet 1773 Kategorie:Ort an der Aurach (Rednitz)