mini|Rufus Beck, 2023 Rufus Beck (* 23. Juli 1957 in Heidelberg) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher sowie Hörbuch- und Synchronsprecher. Bekannt wurde er 1994 in der Rolle der Waltraud in der Filmkomödie Der bewegte Mann. Er ist unter anderem als Vorleser der Harry-Potter- und Burg-Schreckenstein-Bücher populär.

Leben Herkunft und Ausbildung Rufus Beck ist das Einzelkind eines Unternehmerehepaares. Da seine Eltern viel im Ausland unterwegs waren, lebte er im Internat der Odenwaldschule.Interview mit Rufus Beck, in: Stern Nr. 10, 2. März 2017, S. 125. Nach dem Abitur 1976 und dem folgenden Zivildienst studierte Beck Islamwissenschaften, Ethnologie und Philosophie an der Universität Heidelberg, brach sein Studium jedoch ab.»Ich will nicht auf meine Stimme reduziert werden«. Zeit Campus, 20. Juni 2018.

Theater und Musical Ab 1976 war Beck als Musiker und Schauspiel-Eleve auf den Städtischen Bühnen Heidelberg zu sehen. Im Jahr darauf war er Gast am Saarländischen Staatstheater. Es folgten Engagements am Landestheater Tübingen, dem Schauspiel Frankfurt, dem Schauspiel Köln, dem Bayerischen Staatsschauspiel, den Münchner Kammerspielen und dem Berliner Ensemble. Im Jahr 1989 wurde Beck von der Zeitschrift Theater heute zum „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ gewählt und erhielt den Förderpreis für Nachwuchsschauspieler des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels.

1990 war er mit Die Räuber von Friedrich Schiller auf Tournee in der Sowjetunion und hatte Auftritte in Moskau, Irkutsk und Alma-Ata. Auf einer Südamerika-Tournee war er 1991 mit Miss Sara Sampson von Gotthold Ephraim Lessing. 1994 ging er zusammen mit dem Musiker Peter Maffay mit dem Musical Tabaluga erstmals auf Deutschlandtournee.

2004 inszenierte er in Istanbul das Tanzspektakel für die Welttournee von Night of the Sultans – Pandoras Legend. 2003, 2012 und 2016 war er als Regisseur, Autor und Hauptdarsteller des Magiers und des Käfers bei dem Musical Tabaluga verantwortlich.

In den Festspielsaisonen 2006 und 2007 spielte Beck den Mephisto in Goethes Faust bei den Bad Hersfelder Festspielen. Unter Intendant und Regisseur Dieter Wedel spielte er bei den Nibelungenfestspielen Worms 2011 den Joseph Süß Oppenheimer in Jehoschua Sobols Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß. Er gastierte auch am Berliner Renaissance-Theater (2006), am Alten Schauspielhaus Stuttgart (2010) und an den Hamburger Kammerspielen (2014).

Film und Fernsehen Seinen Durchbruch beim Film feierte Beck 1994 in Sönke Wortmanns Komödie Der bewegte Mann, die nach zwei Comics von Ralf König entstand und in der er an der Seite von Joachim Król, Armin Rohde, Katja Riemann und Martina Gedeck spielte. Er wurde für seine Darstellung der Waltraud mit einem Bambi ausgezeichnet. 1999 war er für Jimmy the Kid für den Deutschen Filmpreis nominiert. Er stand in mehr als 70 Fernseh- und 14 Kinoproduktionen (Stand 2018) vor der Kamera. In dem Kinderfilm Die Wilden Kerle (2003) übernahm er die Rolle des Trainers Willi, die er erneut in Die Wilden Kerle – Die Legende lebt! (2016) spielte.

Sprech- und Autorentätigkeit Rufus Beck ist Interpret und Produzent von mehr als 200 Hörbüchern, darunter die Harry-Potter-Romane. Er verleiht jeder der vielen Figuren eine eigene Stimme und verwendet dafür auch verschiedene Dialekte und Akzente. Seine Hörbücher erhielten zahlreiche Preise, u. a. wurden ihm eine Goldene Schallplatte und sechs Platin-Schallplatten verliehen.Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE

2006 gab Beck die Anthologie Geschichten für uns Kinder heraus. Im Jahr 2007 erschien sein Sachbuch Kinder lieben Märchen und entdecken Werte.

Trivia Rufus Beck machte gemeinsam mit Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling vom 17. bis 25. März 2000 eine Lesereise durch Deutschland. Dass sie die Romanfigur Rufus Scrimgeour nach ihm benannte, wie bisweilen kolportiert wird, Giessener Allgemeine, 20. Januar 2017. ist unzutreffend:Rufus Beck: Von «Harry Potter» zum «Pilgrim». Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 15. März 2014. „Rufus ist das lateinische Wort für rothaarig. Es war der Beiname des englischen Königs Wilhelm II., der den Ruf eines großen Kriegsmannes, aber rücksichtslosen und unbeliebten Herrschers hatte.“Rufus Scrimegour. Eintrag auf Harry Potter Wiki (englisch). Abgerufen am 26. April 2018.

Privates Rufus Becks Stieftochter ist die Schauspielerin, Regisseurin und Hörspielsprecherin Natalie Spinell (* 1982), ihre Mutter ist Ivonne Beck. Mit ihr hat Beck zwei leibliche Kinder Jonathan (* 1991) und Sarah Beck (* 1992), die ebenfalls den Schauspielberuf ergriffen haben. Ivonne und Rufus Beck waren 20 Jahre lang verheiratet, sie trennten sich 2011.

Mit seinem Sohn Jonathan trat er in dem Film Die Wilden Kerle auf und war mit ihm zusammen 2014/15 auf Theatertournee mit dem Stück Zorn. Jonathan Beck spielte auch in den Tabaluga-Inszenierungen seines Vaters 2012 und 2016 in der Rolle des 0815 mit und war zugleich sein Regieassistent. Von 2011 bis 2013 sowie von 2019 bis 2022 war Rufus Beck mit Jo Kern liiert. Er lebt in Ambach am Starnberger See.

Filmografie Kino

Fernsehen Fernsehfilme

Fernsehreihen und -serien

Synchron- und Sprechrollen

Theatrografie 1983: Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti (Marinelli) – Regie: Brigitte Soubeyran (Landestheater Tübingen) 1984: Anton Tschechow: Die Möwe (Kostja) – Regie: Brigitte Soubeyran (Landestheater Tübingen) 1995: Tabaluga und Lillifee (Der Magier) 2014: Zorn (Patrick) (Hamburger Kammerspiele) 2015: Volksfeind (Theater-Tournee Kempf) 2018: Willkommen bei den Hartmanns (Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater Berlin) 2019: 4 Sternstunden / Daniel Glattauer (Renaissance-Theater Berlin)

Hörspiele (Auswahl) 1992: J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe als Pippin (SWF/WDR) 1995: Salman Rushdie: Harun und das Meer der Geschichten als Erzähler (WDR/ORF/DRS/DLR) 1997: Michael Ende: Momo als Gigi (WDR/BR) 1999: Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre als Melina (MDR/BR) 2002: Herman Melville: Moby-Dick oder Der Wal als Ismail / Erzähler (BR) 2004: Tad Williams: Otherland als Starke Marke (HR) 2007: Karl May: Der Orientzyklus als Sir David Lindsay (WDR) 2010: Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote von der Mancha (DLR/HR) 2010: Franz Kafka: Der Process (BR) 2012: James Joyce: Ulysses als O’Molloy (SWR/DLR) 2018: Tabaluga (Das Original-Hörspiel zum Film) als Erzähler / Kolk 2021: Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer (Hörspieladaption, Audible, u. a. mit Kai Taschner & Christoph Maria Herbst) 2022: Tommy Krappweis: Todesmal (Feuerbringer-Saga 2, Hörspieladaption, Audible, u. a. mit Heino Ferch & Kai Taschner)

Hörbücher (Auswahl)

Musicals 1994: Tabaluga und Lilli (Live-Tour): Der Magier 2003: Tabaluga und das verschenkte Glück (Live-Tour): Regisseur & Der Magier 2012: Tabaluga und die Zeichen der Zeit (Live-Tour): Regisseur & Der Magier 2016: Tabaluga – Es lebe die Freundschaft (Live-Tour): Regisseur, Der Magier und der Glückskäfer

Auszeichnungen 1989: Förderpreis für Nachwuchsschauspieler des „Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels“ 1989/90: „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ der Theaterzeitschrift Theater heute 1994: Bambi für den Kinofilm Der bewegte Mann 2000: Hörkules für Harry Potter und der Stein der Weisen 2000: Kinder und Jugendhörbuch des Hr2-kultur 2004: Akustikus 2006: Großer Hersfeld-Preis für die Rolle des Mephisto in Faust 1 in der Inszenierung von Torsten Fischer 2008: Hörkulino für Harry Potter Band 6

Literatur C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 49 f.

Weblinks

Offizielle Website

Rufus Beck bei der Agentur Above The Line

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (Deutschland) Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Mann