Tauritzmühle ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Speichersdorf im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Tauritzmühle liegt in der Gemarkung Haidenaab.

Besitzer des gesamten Areals ist die Ortsgruppe Speichersdorf des Fichtelgebirgsvereins. Die Tauritzmühle wird durchgängig bewirtschaftet. Traditionsgemäß finden in der von Wanderern und Radwanderern besuchten Tauritzmühle Kirchweihen, Sonnenwendfeiern, internationales Porzellinertreffen, Wandertage und Gottesdienste statt. In der Mühle wird in einem Steinbackofen regelmäßig Brot gebacken.

Lage Tauritzmühle besteht aus einer ehemaligen Mühle, einem Unterkunftshaus mit Nebengebäude und Felsenkeller. Sie liegt im mittleren Fichtelgebirge am Tauritzbach. Ein Anliegerweg führt nach Göppmannsbühl am Berg (1 km südöstlich).

In der Ortslage befindet sich neben der Mühle ein 8,64 Hektar großes Feuchtgebiet mit Orchideen, das von der Speichersdorfer Fichtelgebirgsverein-Ortsgruppe 1978 erworben wurde und von ihm betreut wird. Das unter Naturschutz stehende Areal ist durch einen Naturlehrpfad erschlossen. Am 24. September 2011 verlieh der bayerische Umweltminister Markus Söder eine Ehrenurkunde für Grüne Begegnungs- und Erlebnis(t)räume. Die Auszeichnung würdigt die vorbildlichen Leistungen für die Natur und die Lebensqualität in besiedeltem Raum.

Geschichte Tauritzmühle lag innerhalb des Fraischbezirkes des bayreuthischen Oberamts Neustadt am Kulm. Von 1791/92 bis 1803 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Neustadt am Kulm. Am 30. Juni 1803 wurde u. a. Tauritzmühle an Pfalzbayern abgetreten.R. Winkler: Bayreuth, S. 415.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Tauritzmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt HaidenaabH. Sturm: Kemnath, S. 318. und der wenig später entstandenen Ruralgemeinde Göppmannsbühl am Berg zugewiesen. 1946 erfolgte die Eingemeindung nach Haidenaab.H. Sturm: Kemnath, S. 328. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Tauritzmühle am 1. Januar 1972 nach Speichersdorf eingemeindet.

Um 1900 entstand die heutige Mühle mit Stauteich am Tauritzbach, die damals im Besitz der Familie Reiß war. Nach 1945 wurde die Tauritzmühle mehrmals verkauft, unter anderem an den Kölner Architekten Dreikausen. Die unbewohnte Mühle brannte 1970 bis auf die Grundmauern ab und wurde durch die Ortsgruppe Speichersdorf des Fichtelgebirgsvereins Ende der 1970er Jahre wieder aufgebaut. Als Nachfolger der ehemaligen Wellblechbaracke Alte Liebe wurde die heutige Tauritzmühle mit Felsenkeller, Nebenhaus, Biergarten und Gästehaus erbaut. Seit 2004 ist die Tauritzmühle fest verpachtet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1819 1824 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 5 8 10 6 11 8 4 6 2 0 0HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1824 und von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 1 1 1 1 1 1 1Quelle

Religion Tauritzmühle ist evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Wirbenz) gepfarrt.

Literatur

Dietmar Herrmann: Im Tal des Tauritzbaches, in: Der Siebenstern 5-2019, S. 7–9 (PDF; 20,4 MB)

Weblinks

Die Geschichte der Tauritzmühle auf Tauritzmuehle.de

Fußnoten

Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Bayreuth Kategorie:Wassermühle im Landkreis Bayreuth Kategorie:Bauwerk in Speichersdorf Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Geographie (Speichersdorf)