mini|hochkant=1.6|Das heutige Franken mit Sprachregionen mini|hochkant=1.6|Ausdehnung des Fränkischen Reichskreises 1789
Die Liste fränkischer Rittergeschlechter bietet eine Übersicht über Adelsgeschlechter, die in Franken bzw. im Fränkischen Reichskreis ihren Stammsitz hatten oder über Burgen und Schlösser samt Besitzungen verfügten. Im Fränkischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reichs waren reichsunmittelbare geistliche und weltliche Fürsten, Grafen und Herren sowie die Reichsstädte vertreten. Die reichsfreien Ritter, die in dem Reichskreis keine Stimme hatten, organisierten sich ab etwa 1512 im Fränkischen Ritterkreis selbst.
Während einige Familien zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Geschichte im Mannesstamm ausgestorben sind, haben andere noch zahlreiche lebende Namensträger in Deutschland und darüber hinaus. __TOC__
Abgrenzungskriterien der Liste Auch wenn es in der Regel immer fließende bzw. unterschiedlich durchlässige Grenzen zu den Kriterien gibt, wurde folgende Abgrenzung bei der Auswahl der Familien in dieser Liste angewendet: Räumliche Abgrenzung: Die Familie hatte Besitzungen innerhalb des früheren bzw. auch heutigen Raumes Franken. Die Familie war in der Region mindestens mit einem Rittersitz oder größeren Besitzungen/Lehen vertreten. Zeitliche Abgrenzung: Die Familie befand sich in der Region vor dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806. Abgrenzung nach Ständen: Der Schwerpunkt der Liste liegt auf dem Niederadel (kein reiner Hochadel, siehe Liste hochadeliger Familien in Franken). Grafen- und Fürstenhäuser sind nur gelistet, wenn sie auch in der reichsfreien Ritterschaft genannt sind. Als Landadel können die hier aufgezählten Familien eventuell auch als Linie aus dem Bürgertum hervorgegangen sein, etwa geadelte Patrizierfamilien der großen Städte, wie Nürnberg, siehe z. B. Patriziat (Nürnberg). Neben den reinen Patrizierfamilien gab es Familienlinien im reichsfreien Landadel und auch landadelige Familien, die sich als Patrizier in Nürnberg etabliert hatten.
Reichsritterschaft mini|links|Des heiligen Römischen Reichs ohnmittelbahr = Freyer Ritterschafft Der Sechs Ort in Francken, 1720
Die Besonderheit fränkischer Ritter im Mittelalter ist ihre häufige Stellung als reichsfreie Ministeriale bzw. als Angehörige der Reichsritterschaft. Fließende Übergänge von Franken nach Altbayern, Schwaben, Thüringen (siehe auch Liste thüringischer Rittergeschlechter), Obersachsen und Böhmen (auch über Streubesitze) sind häufig anzutreffen (siehe beispielsweise auch Fränkischer Reichskreis oder auch Egerland und Vogtland). Die Ritter haben in Franken beim Ausbau von Siedlungen und dem Errichten kleiner Rittersitze einen wichtigen Beitrag zur Besiedlung und Identität der Region geleistet. Viele dieser Familien sind durch Verwandtschaften oder Besitzfolgen miteinander verbunden.
Sie standen im Spannungsfeld mit den immer wichtiger werdenden Territorialherren, wie den Burggrafen von Nürnberg, den Vögten von Weida oder den Bischöfen von Bamberg und Würzburg.
Die Ritter organisierten sich im Fränkischen Ritterkreis – unterteilt in:
Ritterkanton Altmühl Ritterkanton Baunach Ritterkanton Gebürg Ritterkanton Odenwald Ritterkanton Rhön-Werra Ritterkanton Steigerwald
Vogtländische Ritterschaft Der Begriff der Vogtländischen Ritterschaft bringt nicht die geographische Herkunft einer bestimmten Adelsfamilie zum Ausdruck, sondern beschreibt den korporativen Zusammenschluss des im ehemaligen Fürstentum Brandenburg-Kulmbach landsässigen Adels. In den fränkischen Hochstiften, wo die adeligen Domkapitel maßgeblichen Einfluss auf die Politik des aus ihren Reihen gewählten Fürstbischofs ausüben konnten, gelangte die „Freie Reichsritterschaft“ zu einer besonderen Blüte. Im Gegensatz dazu stellte sich im Fürstentum Brandenburg-Kulmbach das gleichbleibende Hausinteresse der Hohenzollern, deren Unabhängigkeit gegenüber dem Adel und das straffere politische Gefüge innerhalb des Territoriums dem Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang des Adels mit Nachdruck entgegen. So konnte sich innerhalb des von den Hohenzollern regierten Landes nur eine Adelsgesellschaft zwischen reinem Landsassiat und freier Reichsritterschaft, eben das „Corpus Voitlandicum“ oder die „Vogtländische Ritterschaft“, ausbilden. Die Mitgliedschaft in der Vogtländischen Ritterschaft begründete sich nicht in der Abstammung aus einer besonderen Familie, sondern war ausschließlich über den Besitz eines derselben inkorporierten Ritterguts möglich. Diese Güter verteilten sich über die markgräflichen Landes- bzw. Amtshauptmannschaften Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel. Im Unterland gab es keine Vogtländischen Rittergüter.
Auflistungen in Wappenbüchern Der ältere Teil des Scheiblerschen Wappenbuches aus der Zeit von 1450 bis 1480 enthält unter anderem 62 sehr frühe Wappendarstellungen von zusammengefasst 60 den Franken zugeschriebenen Familien. Diese sind hier vollständig abgebildet, abgesehen von sechs Familien, die als reiner Hochadel gelten dürften und weiteren sechs Familien, die bislang noch nicht identifiziert werden konnten (genaue Listung unter: Scheiblersches Wappenbuch). Ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt der Ingeram-Codex, der zudem Hinweise auf Adelsgesellschaften liefert. Im Wappenbuch von Johann Siebmacher von 1605 befinden sich im Kapitel Frenkische 150 Wappen (siehe auch Commons), die in diese Liste eingearbeitet sind. Auch andere Kapitel, vor allem aus den benachbarten Regionen, lieferten weitere Familiennennungen, die für Franken von Bedeutung sind.
Cord Ulrichs hat in seiner Studie über die Entwicklung zur Reichsritterschaft Kantonslisten von 1520 für Rhön-Werra, von 1529 für Rhön-Werra, Steigerwald und Gebürg und 1550 für Odenwald transkribiert. Diese Listen wurden hier vollständig berücksichtigt (Details im jeweiligen Ritterkanton-Artikel). Die genealogischen Werke von Johann Gottfried Biedermann um 1750 bieten eine Übersicht über die reichsfreien Geschlechter, die er nach Ritterkantonen gliederte. Seine Register bezüglich des Kantons Gebürg und des Kantons Odenwald sind ebenfalls vollständig eingearbeitet.
Liste fränkischer Rittergeschlechter
A Name Zeitraum Stammsitz/Ursprung Kanton Anmerkungen Persönlichkeiten WappenAbenberg1040–1200Grafen von Abenberg mit Burg Abenberg, Cadolzburgzentriert|70pxAbenbergReichsritter im Kanton Altmühl und SteigerwaldReichsritter Abenberg?Absberg?–1647Absberg mit Burg Absberg, Kanton Odenwald und AltmühlBarbara von Absberg (1435–1456) Heinrich IV. von Absberg (1409–1492) Hans Thomas von Absberg (1477–1531)zentriert|70pxAdelsheim AletzheimAdelsheim, Kanton Odenwaldzentriert|70pxAltenstein?–1878Burg Altenstein mit Altenstein und Pfaffendorf bei Maroldsweisach, Kanton Baunach, später auch Gebürg und Steigerwaldzentriert|70pxAngelach1255–1608Waldangelloch,Kanton Odenwaldzentriert|70pxAnsbacherloschen vor 1550Kanton Odenwald (1550)Arnim Ahrn1204–heuteKanton Gebürg (1529)zentriert|70pxAschhausen ?–1657Aschhausen mit Burg Aschhausen, Kanton OdenwaldJohann Gottfried I. von Aschhausen (1575–1622)zentriert|70pxAufseß1114–heuteAufseß, Schloss Oberaufseß, Kanton GebürgConrad von Aufseß Friedrich III. von Aufseß (bis 1440) Jodokus von Aufseß (1671–1738) Hans Philipp Werner Freiherr von und zu Aufseß (1801–1872)zentriert|70pxAvila zu Königshofen an der TauberKanton Odenwald
B Name Zeitraum Stammsitz/Ursprung Kanton Anmerkungen Persönlichkeiten WappenBalitzheimKanton Odenwald (1550)BaltzhovenKanton Odenwald (1550)Bastheim1180–1848Bastheim, Reyersbach, Simonshof, Kanton Rhön-Werra70px|zentriert|von BastheimBartenstein1234–1334BartensteinGernod von Bartenstein, Heinrich von Bartenstein, Seifried von Bartenstein70px|zentriert|Siegel der BartensteinBaum von Baumsdorfbis 1725z. B. in LeupoldsgrünBayersdorffBaiersdorfBaierstorf1123–?Baiersdorf bei Altenkunstadt, Kanton GebürgRitter Luitpold von BaiersdorfBergBergBerg genannt SchrimpfSchrimpf genannt von BergSchrimpf vom BergElsa von Berg-Schrimpf, Ordensgründerin der „Blauen Schwestern von der Hl. Elisabeth“Ritter Wolfram SchrimpfRitter Wolfram Schrimpf Kaspar von Berg genannt SchrimpfKaspar von Bergzentriert|70pxBerlichingen1194–heuteBerlichingen mit Burg Berlichingen, Kanton OdenwaldGötz von Berlichingen (um 1480–1562)zentriert|70pxBernheimKanton Steigerwaldzentriert|70pxBernholtKanton Odenwald, später auch im Elsasszentriert|70pxBerolzheimGeschichte, auf marktberolzheim.deBurg Berolzheim in Markt BerolzheimBertramKanton OdenwaldBettendorf bis 1942Kanton Odenwald wegen Obereubigsheim und Niederhofheim (1694 erworben), Gissigheim (1702 erworben), siehe auch Schwabenzentriert|70pxBiberern BiberehrenBieberehren, Kanton Odenwaldzentriert|70pxBibra1151–heuteBibra, Kanton Rhön-Werra, Baunach, Gebürg, Altmühl und SteigerwaldKilian von Bibra (1425–1494) Wilhelm von Bibra (1442–1490) Albrecht von Bibra († 1511) Lorenz von Bibra (1459–1519) Konrad III. von Bibra (1490–1544) Christoph Erhard von Bibra (1656–1706) Johann Ernst von Bibra (1662–1705)Heinrich Karl von Bibra (1666–1734) Johann Philipp Karl Josef von Bibra (1706; † 1758) Heinrich von Bibra (1711–1788) Siegmund von Bibra (1750–1803) Franz Ludwig Ignatz von Bibra (* 1735; † 1790) Carl Friedrich Wilhelm Gottlob von Bibra (* 1770; † 1842) Christian E. H. von Bibra (1772–1844) August von Bibra (1775–1844) Bertold von Bibra (1804–1878) Ernst von Bibra (1806–1878)zentriert|70pxBickenbach1130–?Bickenbach, Kanton Odenwald und SteigerwaldMarkward II. von Bickenbach (bis 1288)zentriert|70pxBilversheimDer Ursprung von Pülfringen Pülfringen1050–?Pülfringen bei KönigheimHeinrich I. von Bilversheim (bis 1257)BlanckenbergBlankenbergzentriert|70pxBlanckenfelsBlankenfelsPlankenfels1217–?Plankenfels, Kanton Gebürgzentriert|70pxBlassenberg siehe Plassenbergsiehe untensiehe untensiehe untensiehe untenBlümleinFlosculus1164–1488FuchsstattBobenhausen Babenhausen genannt MernolfBobenhausen genannt MernolfKanton Odenwald und Rhön-WerraHeinrich von Bobenhausen († 1595)zentriert|70pxBonn in der BergstraßeKanton OdenwaldBoxberger Boxbergzentriert|70pxBrackenlohr1284–um 1452Brandt Brand Prandtner1221–heute?Brand bei Marktredwitz, Kanton GebürgJobst von Brandt (1517–1570)zentriert|70pxBrandenstein1282–heuteBurg Brandenstein, Burg Wüstenstein bei WiesenthalKanton GebürgWolfgang Adam von Brandenstein zu WüstensteinStaatsarchiv Sigmaringenzentriert|70pxBrendeMinisterialen auf der Burg Salzburg, Kanton Rhön-Werra (1520)Buches zu SeeligenstadtZweig der Buches zu Wasserlos in Seligenstadt, Kanton OdenwaldBünauKanton GebürgHeinrich von Bünau (1697–1762)Rudolf von Bünau (1762–1841)Rudolf von Bünau (1804–1866)Rudolf von Bünau (1890–1962)zentriert|70pxBurdianzentriert|70pxBurleswagenSchloss Burleswagen, Satteldorf-Burleswagenzentriert|70pxButtlar Buttlar gen. NeuenburgKanton Rhön-Werrazentriert|70px
C Name Zeitraum Stammsitz/Ursprung Kanton Anmerkungen Persönlichkeiten WappenCapler von Oedheim genannt Bautzauch „von Hoedheim, genannt Caplanus“, „von Oedheim, genannt Caplanus“, Caplan, Capelan, Capelan de Oedheim zu Steinfeld und Weinsberg, Capelan von Oedheim zu Steinfeld und Weinsberg, Caplan von Oedheim, Cappler von Oedheim, Caplan von und zu Oedheim, Capler von und zu Oedheim, Capler von Oeden, „Capler von und zu Oedheim, genannt Bautz“, „Capler zu Oedheim, genannt Bautz, Herren zu Oedheim, Willenbach und Eschelbronn“ und „Cappler, genannt Bautz von Oedheim und Willenbach“1235–1967Oedheim, Schloss Oedheim, Kanton OdenwaldDietrich Capler von Oedheim genannt Bautz (1876–1967), Hans Wolfgang Capler von Oedheim genannt Bautz (1870–1917)zentriert|70pxCappelErwähnung der CappelSchloss Haßlach bei Stockheim (zerstört), Heubelsdorf? (= Seibelsdorf) Kanton Gebürg 152970px|zentriert|von CappelCottenau1289-17. Jhd.Cottenauzentriert|70pxCrailsheim–heuteCrailsheim, Kanton Altmühl, Steigerwald und Odenwaldzentriert|70px
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