Günter Horlbeck (* 2. September 1927 in Reichenbach im Vogtland; † 25. September 2016 in LeipzigThomas Mayer: . In: Leipziger Volkszeitung, 25. September 2016.) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben Von 1942 bis 1947 absolvierte Horlbeck eine durch den Einzug zur Wehrmacht und die Teilnahme am Zweiten Weltkrieg unterbrochene Ausbildung zum Lithografen. 1946 hatte er eine erste Einzelausstellung im Stadt- und Heimatmuseum Reichenbach, dem heutigen Neuberin-Museum.

Danach studierte er bis 1951 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Zu seinen Lehrern zählten Walter Arnold, Max Schwimmer und Ernst Hassebrauk. Für ein Jahr als freischaffender Künstler in Leipzig tätig, begann er 1952 eine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, ist aber – nicht nur wegen des Wohnortes – als Leipziger Maler zu werten. 1965 wurde er zum Professor für Grafik und 1967 zum Professor und Leiter der Fachklasse Malerei und Grafik ernannt. 1993 erfolgte seine Emeritierung.

Horlbeck war von 1951 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1956 in München, und Berlin an der gesamtdeutschen Graphikausstellung Ein Bekenntnis zum Leben und von 1958 bis 1988 an der Vierten Deutsche Kunstausstellung bis zur X. Kunstausstellung der DDR.

Entstammend der gleichen Generation wie Wolfgang Mattheuer malte er nicht figürlich, gegenständlich und ist deshalb nicht der Leipziger Schule zuzurechnen. Seine Werke sind dem abstrakten Expressionismus zuzuordnen. Zu seinen Vorbildern zählten Max Beckmann, Pablo Picasso und Wassily Kandinsky. mini|hochkant|Die Grabstätte Eines seiner bekanntesten Werke ist das 1989 unter dem Eindruck der Friedlichen Revolution in Leipzig entstandene Werk Engel über der Stadt, welches der Künstler der dortigen Katholischen Propsteigemeinde schenkte.

2002 übergab der Maler dem Museum der bildenden Künste in Leipzig ein Konvolut seiner Arbeiten, bestehend aus Werken aller Genres und Zeiten: 14 Gemälde und 186 Werke auf Papier. Kurz vor seinem Tod erhielt das Museum weitere 300 Arbeiten.

Bücher über die Stiftung an das Museum der bildenden Künste, über die Malerei und die Zeichnungen Günter Horlbecks sind erschienen im Passage-Verlag.

Der Maler war verheiratet mit der Grafikerin Irmgard Horlbeck-Kappler. Beider Grab befindet sich auf dem Südfriedhof in Leipzig.

Ehrungen 1966: Graphik-Biennale Brünn, Preisträger im Fach Grafik für künstlerische Einbandgestaltung 1980: Kunstpreis der Stadt Leipzig 1989: Kunstpreis der DDRKunstpreis der DDR verliehen, In: Neues Deutschland, 25. Mai 1989, S. 4

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung

1999: Leipzig, Universität Leipzig/Kroch-Haus 2003: Granitz, Jagdschloss Granitz, und Leipzig 2006: Reichenbach, Neuberin-Museum 2007: Dresden, Stadtmuseum Dresden 2015: Reichenbach, Neuberin-Museum

Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur – Startseite Bildindex

Buchillustrationen Johann Wolfgang von Goethe: Alexis und Dora; VEB E.A. Seemann Verlag, Leipzig, 1957 Aristophanes: Der Frieden. In der Bearbeitung von Peter Hacks; Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1965 Johannes R. Becher: Hymne an die Schönheit. VEB E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1974. (Bibliophile Ausgabe mit 15 ganzseitigen Lithografien, 1000 signierte Exemplare) Christian Morgenstern: Neue Bildungen, der Natur vorgeschlagen. Eine Auswahl. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1978 (mit 12 Zeichnungen und 9 Radierungen)

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Horlbecks (unvollständig) Klassik Stiftung Weimar, Neues Museum Weimar Kunstsammlungen am Theaterplatz, Chemnitz Thüringer Museum, Eisenach Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg Klingspor-Museum, Offenbach am Main International Center for the Typographic Arts, New York Kunsthalle Rostock Museum der bildenden Künste, Leipzig Kunsthalle der Sparkasse Leipzig Galerie Neue Meister, Dresden Kunstfonds des Freistaates Sachsen

Literatur

Hellmut Rademacher (Einführender Text): Gebrauchsgrafik in der DDR. Verlag der Kunst, Dresden, Herausgeber Verband Bildender Künstler der DDR, 1975, S. 334 und passim Rainer Behrens u. a.: Der Maler Günter Horlbeck. Mit einem Werkverzeichnis der Malerei 1961-1999. Passage-Verlag, Leipzig, ISBN 3-932900-14-6, ISBN 978-3-932900-14-3

Weblinks

Günter Horlbeck im Bildatlas Kunst in der DDR

Prof. Günter Horlbeck: - Wolfgang Horlbeck Vogtland Genealogie Ausgewählte Werke des Künstlers Günter Horlbeck - Wolfgang Horlbeck Vogtland Genealogie

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:Grafiker (DDR) Kategorie:Hochschullehrer (HfBK Dresden) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2016 Kategorie:Mann