Die DC Towers (eigentlich Donau City Towers) sind drei vom französischen Architekten Dominique Perrault in der Wiener Donau City geplante und teilweise fertiggestellte Wolkenkratzer. Das erste der drei Gebäude, der DC Tower 1, wurde am 26. Februar 2014 eröffnet und ist seitdem das höchste Gebäude und zweithöchste Bauwerk Österreichs. Der DC Tower 2 befindet sich in der Bauphase und der DC Tower 3 wurde 2022 fertiggestellt.
Geschichte Planungen
Bereits Anfang der 1990er-Jahre gab es für den Standort in der Donau City erste Bebauungskonzepte, die aber allesamt wieder verworfen wurden. Im Jahr 2002 ließ die WED (Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum AG) dann einen internationalen Gestaltungswettbewerb für diesen letzten zu entwickelnden Abschnitt ausschreiben. Den Zuschlag in diesem Gutachterverfahren erhielt der Architekt Dominique Perrault aus Paris. Im Anschluss wurde er mit der Erstellung eines Masterplans für das Gebiet beauftragt. Basierend auf diesen Plänen wurde ein städtebauliches Leitbild entworfen und am 1. Juli 2004 vom Gemeinderat beschlossen. Im Gegensatz zu früheren Projekten am Standort, wurde hier eine gemischte Nutzung vorgeschrieben. Bis zu einer im Jahr 2007 erfolgten Umwidmung auf 220 Meter, durfte auf dem Gelände maximal 120 Meter hoch gebaut werden. (Dieser Wert bezieht sich auf die Konstruktionshöhe, eine Antenne ist davon ausgenommen)
Das freie Grundstück, direkt an der Reichsbrücke gelegen, stellte ein städtebauliches Filetstück dar; die prominente Lage am Eingang zur Donau City verlangte nach einer besonderen Verwertung. Es sollte ein weithin sichtbares „Wahrzeichen“ entstehen. Bis zum endgültigen Konzept gab es 120 verschiedene Entwürfe. Perrault konzipierte als „Brückenkopf“ zwei markante Doppeltürme als gebautes Eingangstor für den Stadtteil. Der Entwurf des dritten Turms stammt vom Vorarlberger Büro Dietrich Untertrifaller Architekten.Journal Architekten & Planer 6/2014, abgerufen am 5. Dezember 2014GERHARD BITZAN: – Die Presse vom 19. Juni 2007, abgerufen am 6. Dezember 2014Dietrich Untertrifaller Architekten – DC 3 Tower, abgerufen am 15. Mai 2017
600px|mini|zentriert|Panorama der Donau City vor Baubeginn mit dem freien Grundstück im Vordergrund
Der Startschuss für das Projekt war ursprünglich für das Jahr 2007 vorgesehen, der Baubeginn verzögerte sich allerdings mehrmals.Baustart für DC-Towers verzögert sich vom 11. August 2008
Bauphase
Die Ausführung der von Dominique Perrault entworfenen Türme erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Wiener Büro Hoffmann-Janz Architekten. Der Tiefbau wurde von Porr, die Rohbauarbeiten von Max Bögl durchgeführt. Insgesamt wurden rund 100.000 Kubikmeter Beton mit 17.000 Tonnen Bewehrungsstahl verarbeitet. Das Gesamtgewicht des Turms liegt bei 290.000 Tonnen.
2010
mini|Baufortschritt im September 2010 …
Die ersten Tätigkeiten auf dem damals noch leerstehenden Grundstück waren bereits Ende Februar 2010 zu beobachten. Die Grundsteinlegung und der Baustart folgten letztendlich am 17. Juni 2010.Spatenstich für Österreichs höchstes Haus (orf.at, 17. Juni 2010) Im November wurden die ersten Pfahlbohrungen gestartet und der erste fix montierte Baukran wurde verwendet. Im Dezember war der Bau des Fundaments bereits in vollem Gange. Das Setzungsverhalten im Hinblick auf die Lage direkt neben der Überplattung der Donauuferautobahn A22 und der Donaunähe erforderte eine Spezialtiefgründung. Unter der im Kern 4 Meter dicken Bodenplatte ragen Schlitzwandpfähle weitere 35 Meter in den Baugrund. Allein im Bereich der Bodenplatte wurden 13.000 Kubikmeter Beton eingebaut. (Das entspricht etwa der Ladung von 1.625 Betonmischwägen) Der Tiefbau wurde in 6 Monaten abgeschlossen. vom 31. Juli 2014 Abgerufen am 30. September 2014
2011
mini|… März 2011 …
Im Jahre 2011 waren die meisten Fortschritte zu erkennen. Ende März 2011 wurde der Hochbau gestartet, und Anfang April wurden die ersten unterirdischen Stockwerke fertiggestellt. Ende April wurde das erste oberirdische Stockwerk erbaut und der Betonkern nahm sichtbare Ausmaße an. Es waren nun fünf fixe Baukräne tätig. Anfang des Monats Juni wurde der erste fixe Dachkran montiert und der verschiebbare Wetterschutz wurde angebracht. Im Juli konnte man den im Bau befindlichen DC Tower 1 bereits von jedem höheren Gebäude Wiens aus sehen. Noch im selben Monat wurde der links außen am Tower mitwachsende Kran am Gebäude befestigt, und der erste Lastenaufzug auf der Westseite des Towers wurde angebracht. Im August 2011 verschwand der Betonkern im wachsenden Gebäude und das 13. Stockwerk wurde fertiggestellt. Weiters begann man mit dem Hochzug der Glasfassade auf der West-, Nord- und Südseite.
Im September wurde mit dem Bau der Glasfassade auf der Ostseite des Gebäudes begonnen. Seitdem wurde die Fassade zwar auf allen vier Seiten des Turmes bis zum Wind- und Wetterschutz hochgezogen, allerdings war kaum Höhenbaufortschritt zu sehen. Dies lag an den Outrigger Etagen, welche die Stabilität des Gebäudes sichern sollen. Ende November waren diese fertiggestellt, der erwartete Eröffnungstermin wurde jedoch von Anfang 2013 auf frühestens Sommer 2013 verschoben.
2012–2013
mini|hochkant|… und November 2012 nach Erreichen der Endhöhe
Ab Frühjahr 2012 gab es wieder Höhenwachstum. Alle 4,8 Tage wuchs der Tower um ein Geschoß. Ende April 2012 wurde an der 32. Etage gearbeitet, welche etwa die Hälfte der endgültigen Bauhöhe markiert. Am 25. Oktober im selben Jahr wurde bereits das 60. und letzte Stockwerk erreicht.„DC Tower 1“ kurz vor Dachgleiche vom 25. Oktober 2012 Laut WED wurde sechs Tage die Woche gearbeitet. Im Spätsommer 2013 befanden sich die letzten Fassadenelemente in Montage. Die zwei Baukräne, die zu der Zeit noch am Turm im Einsatz waren, wurden schrittweise wieder rückgebaut. Sie wuchsen zuvor über die gesamte Baudauer mit dem Gebäude mit. Einer war an der Außenseite der Tragkonstruktion befestigt, der andere wurde in einem der Aufzugsschächte platziert.DC Tower: Österreichs höchstes Haus vom 24. April 2012.DC Tower 1: Am Dach von Wiens „Burj Dubai“ vom 15. Mai 2012 Am 19. September 2013 wurde schließlich die rund 30 Meter hohe Antenne mittels eines Spezialhubschraubers der Firma Heliswiss in Position gebracht. Das Gebäude wurde damit äußerlich fertiggestellt.Hubschrauber finalisiert DC Tower orf.at, 19. September 2013.
Eröffnung Turm 1
Die offizielle Eröffnungsfeier von Hotel und Turm fand am 26. Februar 2014 statt. Zu den Ehrengästen zählten Architekt Dominique Perrault, der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, der ehemalige Bürgermeister von New York Rudy Giuliani und der ehemalige Astronaut Buzz Aldrin.Höchstes Haus Österreichs eröffnet orf.at, 26. Februar 2014.
Zukunft mit Turm 2
Der DC Tower 2 ist mit 175 m geplant. Der deutliche Höhenunterschied zwischen den Gebäuden spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Lettern von „DC“ im Logo des Bauprojekts wider. Der Baubeginn verzögerte sich jedoch mehrmalsDonaucity: Perraults Türme lassen auf sich warten. (Die Presse, 21. November 2008)Baustart für DC-Towers verzögert sich (derStandard.at, 11. August 2008) – nicht zuletzt aufgrund der weltweiten Finanzkrise. Im Frühjahr 2016 wurde der Baugrund von Turm 2 an einen deutschen Immobilienfonds verkauft.
Im März 2018 wurde bekanntgegeben, dass die Wiener S+B Gruppe mit dem Eigentümer des Grundstückes, der deutschen Commerz Real, einen Generalübernehmervertrag für den zweiten Donau City Tower abgeschlossen habe.ORF-Online: Zweiter DC Tower wird Mitte 2019 gebaut orf.at, 15. März 2018, abgerufen am 15. März 2018. Der geplante Baubeginn 2019 wurde nicht eingehalten. 2020 wurde bekannt gegeben, dass der Turm 2 nicht mehr dem Design von Turm 1 folgen soll. Als Grund wird genannt, dass aufgrund des Anteils an Wohnungen – statt fast ausschließlich Büros wie in Turm 1 – Freiflächen erwünscht wären und diese nicht mit dem Wellen-Design vereinbar wären.
Mit dem Bau wurde 2022 begonnen, die Entwicklungs-Firma rechnet mit einer Fertigstellung 2026.
Anlage Erschließung und Sicherheit
Die Erschließungslogik am Boden folgt dem Konzept der Donau-City: Fußgänger- und Verkehrsebene befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus. Die Hauptzufahrt zum Komplex erfolgt über den zentralen Kreisverkehr der Donau City in der nach ihr benannten Donau-City-Straße. Die Adresse lautet 1220 Wien, Donau-City-Straße 7. Mieter von Turm 1 können direkt von dieser Ebene in die Garage einfahren, Besucher und Taxis werden auf die Vorfahrtsebene −1 hinaufgeleitet. Zur besseren Orientierung wurde diese als oben offener Platz gestaltet. Hier befinden sich die Hotelvorfahrt und die Einfahrt in die öffentliche Tiefgarage. In ihr finden 354 Fahrzeuge Platz. Anlieferung wie auch Entsorgung erfolgt über den, ebenfalls auf dieser Ebene situierten, zentralen Ladehof, welcher an die Serviceaufzüge angeschlossen ist. Über Freitreppen kann auch die höher liegende Fußgängerebene erreicht werden. Auf dieser sind für die unterschiedlichen Nutzergruppen jeweils separate Eingänge zu finden.
Das Sicherheitskonzept des Turms sieht die Trennung der einzelnen Besucherströme vor, was durch die in verschiedenen Ebenen angelegte Donau City begünstigt wird. Das Gebäude ist in einzelne Sicherheitsbereiche gegliedert, in denen jeweils die Bewegungsströme sowie die Ein- und Ausgänge gesteuert und überwacht werden. In den Empfangsbereichen verhindern Vereinzelungsanlagen, in den Aufzügen intelligente Steuerungstechnik, die Durchmischung der Nutzergruppen. Die Verteilung der Personen innerhalb des Gebäudes erfolgt über 29 Aufzüge und zwei Rolltreppen. Zwei Aufzüge sind als vollwertige Lasten- und Feuerwehraufzüge mit einer Nennlast von bis zu 2.500 kg ausgeführt. Im DC Tower sind die derzeit schnellsten Aufzüge Österreichs in Betrieb. Mit bis zu 8 m/s (rund 29 km/h) wird die höchste Etage in 40 Sekunden erreicht.Kone Referenzen – DC Tower, abgerufen am 26. September 2014
Die öffentlichen Bereiche und Hoteletagen werden separat durch vier vollverglaste Aufzüge erschlossen. Im Sockelgebäude ist jedoch auch eine freitragende Wendeltreppe verbaut. Die Hauptaufzüge im Turm sind mit einer Zielwahlsteuerung ausgestattet, bei welcher die Zieletage schon vor Betreten der Kabine gewählt wird. Das System leitet anschließend zu einem Aufzug und ermöglicht so kürzere Wartezeiten und weniger Zwischenhalte. Im DC Tower wurde diese Anlage dahingehend erweitert, dass auch die Zutrittskontrollen mit der Liftsteuerung verbunden sind. So wird der nächste Aufzug bereits im Passieren der Sicherheitsschleusen zugewiesen.Kaba regelt den Zutritt zum höchsten Gebäude Österreichs vom 23. Mai 2014
Nutzung