Die Opiliaceae sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Sandelholzartigen (Santalales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die etwa zwölf Gattung sind in den Tropen der Neuen (nur eine Gattung) und Alten Welt (elf Gattungen) verbreitet.

Beschreibung mini|hochkant|links|Illustration von Opilia amentacea mini|hochkant|Illustration aus Nova Guinea – résultats de l'expédition scientifique néerlandaise à la Nouvelle-Guinée, 1909 von Gjellerupia papuana

Vegetative Merkmale Die Arten der Opiliaceae sind immergrüne, verholzende Pflanzen, die als Bäume, Sträucher oder Lianen wachsen. Alle Arten der Opiliaceae Wurzelparasiten.

Die wechselständig und meist zweireihig angeordneten Laubblätter sind meist gestielt. Auf großen Bereichen der einfachen, ganzrandigen Blattspreiten sind keine Blattadern erkennbar. Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale Sie sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch) oder einige Arten haben zwittrige Blüten. Die Blütenstände sind Trauben, Ähren oder Rispen und manchmal cauliflor. Bei vielen Arten sehen die jungen Blütenstände wie Kätzchen aus.

Die kleinen zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind meist vier- bis fünfzählig. Die einfache oder doppelte Blütenhülle, wenn vorhanden, besteht aus je meist vier bis fünf Kelch- und/oder Kronblättern, oder es sind drei bis acht gleichgestaltige Blütenhüllblätter vorhanden. In den männlichen Blüten sind vier bis fünf Staubblätter und meist ein Pistillode vorhanden. In den weiblichen Blüten sind zwei bis fünf Fruchtblätter zu einem meist oberständigen Fruchtknoten verwachsen und Staminodien können vorkommen. In den zwittrigen Blüten sind Staubblätter und ein Fruchtknoten enthalten. Es kann ein Diskus vorhanden sein.

Es werden Steinfrüchte mit einem großen, ölhaltigen Samen gebildet.

Systematik Taxonomie Die Familie Opiliaceae wurde 1886 durch Theodoric Valeton in Critisch Overzicht der Olacineae, 136 aufgestellt. Typusgattung ist Opilia

Äußere Systematik Die Familie Opiliaceae gehört zur Ordnung Santalales. AGP II, III und IV stellten die Ordnung Santalales zu den Kerneudikotyledonen.

mini|Agonandra brasiliensis mini|Agonandra silvatica mini|Zweig mit Blüten von Anthobolus leptomeroides mini|Cansjera rheedei

Innere Systematik, Gattungen und ihre Verbreitung Le et al. gliedern 2018 die Familie Opiliaceae in drei Tribus mit insgesamt zwölf Gattungen und etwa 36 Arten: Tribus Agonandreae : Sie enthält zwei Gattungen: Agonandra : Die etwa zehn Arten sind von Mexiko über Zentralamerika bis ins tropische Südamerika verbreitet, darunter: Agonandra brasiliensis : Sie kommt im mittleren bis nördlichen Brasilien, in Paraguay und von Guyana bis Kolumbien, Venezuela und bis Panama vor. Gjellerupia (Die Stellung in dieser Tribus ist nicht gesichert.): Es gibt nur eine Art: Gjellerupia papuana : Sie kommt im westlichen und nördlichen Neuguinea vor. Tribus Anthoboleae : Sie enthält nur eine Gattung: Anthobolus : Die etwa drei Arten kommen im zentralen bis nördlichen Australien vor.

Tribus Champereieae : Sie wurde 2018 aufgestellt und enthält drei monotypische Gattungen, also nur drei Arten: Champereia : Es gibt nur eine Art: Champereia manillana : Entgegen der bisherigen Einschätzung kommt sie laut Le et al. 2018 nur in Südostasien vor und nicht auch noch in weiteren Gebieten. Melientha : Es gibt nur eine Art: Melientha suavis : Die zwei Unterarten kommen im nördlichen Südostasien vor. Yunnanopilia : Es gibt nur eine Art: Yunnanopilia longistaminea : Sie kommt in den südwestlichen chinesischen Provinzen Yunnan sowie Guangxi vor. Tribus Opilieae : Sie enthält zwei Gattungen: Cansjera : Die etwa drei Arten sind von Sri Lanka über Indien bis zum südlichen China, Neuguinea und dem nördlichen Australien verbreitet. Lepionurus : Es gibt nur eine Art: Lepionurus sylvestris : Sie kommt von Nepal und Assam bis ins westliche Malesien und bis Yunnan vor. Opilia : Die nur zwei Arten kommen beide im tropischen Afrika vor und eine ist auch im tropischen Asien, auf den Salomonen und im nördlichen Australien verbreitet. Pentarhopalopilia : Die etwa vier Arten sind im tropischen Afrika und Madagaskar verbreitet. Rhopalopilia : Die etwa drei Arten sind im tropischen Zentralafrika verbreitet. Urobotrya : Von den etwa sieben Arten sind zwei von West- bis Zentralafrika und fünf im tropischen Asien verbreitet.

Quellen Die Familie der Opilaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Beschreibung und Systematik) Die Familie der Opiliaceae bei DELTA von L. Watson & M. J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung) Eintrag in der Western Australian Flora. (engl.)

Literatur Huaxing Qiu, Paul Hiepko: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-27-X. Opiliaceae, S. 205–206 – textgleich online wie gedrucktes Werk. Daniel L. Nickrent et al.: A revised classification of Santalales. In: Taxon, Volume 59, 2010, S. 538–558. Chi Toan Le, Bing Liu, Russell Barrett, Limin Lu, Jun Wen, Zhiduan Chen: Phylogeny and a new tribal classification of Opiliaceae (Santalales) based on molecular and morphological evidence: Phylogeny and classification of Opiliaceae. In: Journal of Systematics and Evolution, Volume 56, Januar 2018, S. 56–66. Paul Hiepko: Die Gattungsabgrenzung bei den Opiliaceae. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Band 84 („1971“), S. 661–663, 1972. Paul Hiepko: A revision of Opiliaceae I. Genera of the eastern Old World, excluding Opilia. In: Willdenowia. Volume 9, 1979, S. 13–56. Paul Hiepko: A revision of Opiliaceae II. Opilia Roxb. In: Willdenowia, Volume 12, 1982, S. 161–182. Paul Hiepko: A revision of Opiliaceae III. Urobotrya Stapf. In: Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Leipzig, Volume 107, 1985, S. 137–152. Paul Hiepko: A revision of Opiliaceae IV. Rhopalopilia Pierre and Pentarhopalopilia (Engler) Hiepko gen. nov. In: Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Leipzig, Volume 10, 1987, S. 271–291.

Einzelnachweise Rafaël Govaerts: World Checklist of Seed Plants 1 (1, 2), 1995, S. 1–483, 1–529. MIM, Deurne. Die Familie der Opilaceae bei der APWebsite. Chi Toan Le, Bing Liu, Russell Barrett, Limin Lu, Jun Wen, Zhiduan Chen: Phylogeny and a new tribal classification of Opiliaceae (Santalales) based on molecular and morphological evidence: Phylogeny and classification of Opiliaceae. In: Journal of Systematics and Evolution, Volume 56, Januar 2018, S. 56–66.

Weblinks

Opiliaceae bei Parasitic Plants. Eintrag in der Flora of Zimbabwe. (engl.)

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