Der Mercedes-Benz-Motor der Baureihe M 273 ist ein V8-Zylinder-Ottomotor für Personenwagen mit 4,7 l und 5,5 l Hubraum, Vierventiltechnik und Benzineinspritzung. Er ist die Weiterentwicklung des M 113, von dem Zylinderanordnung und Grundmaße übernommen wurden. Er wurde von 2005 bis 2015 hergestellt und vom M 278 abgelöst.

Geschichte

Der M 273 wurde im September 2005 mit der neuen S-Klasse der Baureihe 221 vorgestellt. Das Triebwerk wurde danach in E-Klasse und CLS, in S- und R-Klasse, außerdem in CL, SL und CLK, sowie den Geländewagen ML, GL und G eingesetzt.

Er ist technisch mit dem V6-Zylinder-Ottomotor M 272 verwand, mit welchem er gemeinsam entwickelt wurde. Die Triebwerke teilen sich vor allem die Geometrie, also Stichmaß (Zylinderabstand) und Winkel der beiden Zylinderbänke zueinander und können so auf derselben Produktionsanlage gefertigt werden. Dies ermöglicht, flexibel auf Nachfrageschwankungen zwischen den beiden Baureihen reagieren zu können.

Technische Daten

Technische Daten Fahrzeug Verkaufsbezeichnung 450 500 Motor · Anordnung · Gewicht Baureihe M 273 TypTyp: KonstruktionsbezeichnungNomenklatur M = Motor (Ottomotor; zum Vergleich: OM = Ölmotor = Dieselmotor) 3 Ziffern = Baureihe E = Einspritzung (Saugrohreinspritzung) 2 Ziffern = Hubraum in Dezilitern (gerundet) M 273 E 47M 273 E 47: in einigen Publikationen auch M 273 KE 47 für Kanaleinspritzung genannt M 273 E 55M 273 E 55: in einigen Publikationen auch M 273 KE 55 für Kanaleinspritzung genannt Baumuster 273.922273.923273.924 273.960273.961273.963273.967273.968273.969 Einbaulage längsstehender Frontmotor mit Hinterrad- (konventionell) oder mit Allradantrieb Gewicht 187 kg187 kg Trockengewicht nach DIN 70020a · 205 kg205 kg einschließlich 11,5 l Kühlflüssigkeit und 8,5 l (etwa 7 kg) Motoröl Prinzip Maschinentyp Wärmekraftmaschine Verbrennungsprinzip Verbrennungsmotor (Brennräume im Motor) Arbeitsprinzip Viertakt-Hubkolbenmotor Funktionsprinzip Otto Kraftstoff · Klopffestigkeit Ottokraftstoff · 95 ROZ/85MOZ Bezeichnung · Bleigehalt Super(benzin) unverbleit Motorblock (Kurbelgehäuse) Zylinder · Anordnung 8 · V-Form Zylinderbänke · Bankwinkel 2 · 90° Deck-Konstruktion Geschlossene Deckplatte (closed-deck) Material Aluminiumdruckguss · Lagerdeckel verstärkt anteiliges Gewicht 33 kg Zylinderlaufbuchsen eingegossen · Silitec (Al-Si-Legierung) · sprühkompaktiert Kurbelwelle · Hubzapfen gesenkgeschmiedete Stahl-Kurbelwelle · 4 Kurbelwellenlager 5 Hauptlager · 4 Pleullager · sämtlich induktive gehärtet Kröpfung 90° · cross-plane-Bauweisecross-plane-Bauweise · Pleuel geschmiedete Crack-Pleuel aus 70MnVS4 Pleuel pro Hubzapfen gegenüberliegende Zylinder paarweise angeordnet Abmessungen Stichmaß 106 mm Zylinderbohrung 92,9 mmBohrung × Hub wie 3,5 l M 272 Sechszylinder-V-Motor 98,0 mm Kolbenhub 86,0 mm 90,5 mm Hubverhältnis · Kurzhuber · Kurzhuber Hubraum  cm³  cm³ Drehzahlgrenze 6.400/minBelege fehlen mittlere Kolbengeschw.  m/s  m/s Verdichtungsverhältnis 10,70 : 1 Zylinderkopf · Ladungswechsel Anzahl 1 pro Zylinderbank Material Aluminiumdruckguss Zylinderkopfdichtung FerrolasticFerrolastic-Zylinderkopfdichtung · vgl. · wartungsfrei Prinzip Querstrom Ausrichtung Einlass: zwischen Zylinderbänken · Auslass: außenliegend Ventile pro Zylinder 2 Einlass · 2 Auslass Ventilanordnung obenliegend · parallel hängend1 Reihe Einlassventile · 1 Reihe Auslassventile Brennraumform hemisphärisch Ventilsitz · -kühlung gehärtet · natriumgekühlte Auslassventile Ventilspielausgleich hydraulisch Ventilsteuerung 2 obenliegende Nockenwellen (DOHC) pro Zylinderbank mit Phasenstellern Ventilbetätigungüber Schlepphebel Nockenwellensteuerung beide Einlassnockenwellen über 1 gemeinsame 8-mm-Duplex-Hülsenkette · Auslassnockenwellen über Zahnräder von der jeweilige Einlassnockenwelle Nockenwellenverstellung voneinander unabhängige Nockenwellenverstellung für die Ein- und Auslassseite · als Flügelzellenversteller ausgeführt Gemischbildung Ansaugprinzip Saugmotor (frei ansaugend) mit Sekundärlufteinblasung Ansaugtrakt variabel verstellbares Schaltsaugrohr (Ansaugkrümmer) aus Aluminium-Magnesium-Legierung mit Tumbleklappen in den einzelnen Einlasskanälen Gemischbildungssystem Kraftstroffeinspritzung Gemischbildungsprinzip äußere Gemischbildung (Saugrohreinspritzung) Kraftstoffzufuhr: Zuteilung für jeden Zylinder gesondert Kraftstoffzufuhr: Abfolge kontinuierlich Regelungstechnik Bosch ME9-Motorsteuergerät mit zwei Mikrocontrollern (56 MHz · 2 MB Flashspeicher) Regelungsgröße angesaugte Luftmenge Regelungssensor ovaler HFM (Heißfilm-Luftmassenmesser)15 % weniger Druckverlust gegenüber Stauscheibe Zündung Prinzip 8 Einzelzündspulen mit gepresstem Eisenpulverkern und integrierter Treiberelektronik in direkter Anordnung über der Zündkerze Zündkerzen pro Zylinder 1 Zugang Zündkerzen zentral über Brennraum Zündfolge 1–5–4–8–6–3–7–2Zündfolge · dyn. Zündzeitpunktverst. elektronisch kennfeldgesteuert Kühlung · Schmierung Motorkühlung Wasser mit Pumpe und Thermostat Kühlwasserinhalt 14,8 l 11,5 l Thermomanagement elektrisch beheizbarer 3-Teller-Thermostat mit Kennfeldsteuerung Motorschmierung Druckumlauf Ölinhalt 8,5 l Ölwechselintervall nach Fahrprofil Elektrische Anlage Batterie (Akkumulator) 12 V · Gleichstrom Kapazität 35 + 70 Ah Lichtmaschine 14 V · Drehstrom maximaler Ladestrom(Leistung) 180 A ( W) Anlasser (elektrisch)Leistung(Stromaufnahme) 1,1 kW ( A)oder 1,4 kW ( A) Leistung und Kraft (Drehmoment) maximale Leistung bei Drehzahl 6.000/min dabei DrehmomentLeistung = Kraft × GeschwindigkeitUmrechnung von Leistung und Kraft Nomenklatur Drehmoment () Leistung () Drehzahl pro Minute Drehzahl pro Sekunde Drehmoment bei Leistung und Drehzahl

Leistung bei Drehmoment und Drehzahl Nm ( kpm) Nm ( kpm) spezifische Leistung(Literleistung) kW/l ( PS/l) kW/l ( PS/l) mittlere Kolbengeschw.  m/s  m/s maximales Drehmoment 460 Nm ( kpm) 530 Nm ( kpm) bei Drehzahl 2.700–5.000/min 2.800–4.800/min dabei Leistung – kW (– PS) – kW (– PS) spezifisches Drehmoment Nm/l ( kpm/l) Nm/l ( kpm/l) Drehmomentverlauf mindestens 90 % von 2.000 bis 5.600/min dabei Drehmoment Nm ( kpm) Nm ( kpm) bei Drehzahl 5.600/min dabei Leistung kW ( PS) kW ( PS) Kraftübertragung · Übersetzung Getriebeart automatisch Modell · Typ W7A 700 · 722.9 Kupplung hydraulischerDrehmomentwandler Rückwärtsgang 2 Rückwärtsgang 1 1. Gang 2. Gang 3. Gang 4. Gang 5. Gang 1,0000 6. Gang 7. Gang Kraftübertragung Hinterradantrieb: geteilte Kardanwelle · Allradantrieb Sperrdifferential elektronische Fahrdynamikregelung ESP Achsantrieb diverse

Verwendung

Verwendung Baureihe Bauzeit Verkaufsbezeichnung 4,7 l 5,5 l W 164 2007–2011 — ML 500 X 164 2006–2012 GL 450 GL 500 C/A 207 2009–2011 — E 500 (Coupé, Cabrio) C/A 209 2006–2010 — CLK 500 W/S 211 2006–2009 — E 500 (Limousine, Kombi) W/S 212 2009–2011 — E 500 (Limousine, Kombi) C 216 2006–2010 — CL 500 C 219 2006–2010 — CLS 500 W/V 221 2005–2011S 450: 2006–2010 S 450 S 500 R 230 2006–2011 — SL 500 W/V 251 2007–2014 — R 500 W 463 2008–2015 — G 500

Schwächen

Grundsätzlich gilt dieser Motor als äußerst zuverlässig.

Frühe Modelle (bis etwa September 2006) hatten Probleme mit einem Umlenk-Zahnrad im Kettentrieb der Steuerkette.Steuerkette · Mercedes-Benz verwendete bis zum genannten Zeitpunkt ungeeignet gehärtetes Material. Dies führte dazu, dass regelmäßig bei betroffenen Fahrzeugen der gesamte Kettentrieb getauscht werden musste. Laut Mercedes-Benz wurde ab der Motornummer 088611 ein geändertes Stirnrad eingebaut.Steuerkette ·

Auch das Schaltsaugrohr verursachte Probleme. Die darin verwendeten Klappen aus Plastik, die die Länge des Ansaugwegs variieren sollen, können mit der Zeit verkoken und im Extremfall abbrechen.

Nachfolger

Nachfolger wurde ab 2010 der Motor M 278.

Leistungssteigerung

Verschiedene Tuner bieten für den Motor Chiptuning an, dessen Resultat die meisten Tuner mit angeben und das in Testberichten mit bis zu rund 3 s kürzeren Zeiten zu einer Verbesserung der Beschleunigung auf 200 km/h führt.Leistungssteigerung· Leistungssteigerung·

Weblinks

Infos zur Ablösung des V12 bei Mercedes durch die neuen Achtzylinder (englisch)

Einzelnachweise

M 273 Kategorie:Motorenmodell (V-Motor) M 273